Wandere glĂŒcklich, wandere froh, Ă€lter wirst du sowieso…

Es ist inzwischen so etwas Ă€hnliches wie zur Tradition geworden, dass ich mir zu meinem Geburtstag ein spezielles Abenteuer zu GemĂŒte fĂŒhre. So radelte ich letztes Jahr an meinem Geburtstag von Bad Zurzach im Kanton Aargau nach Konstanz am Bodensee, wo ich schliesslich mit meinem Daddy zum Abendessen verabredet war.  Ich hatte also einen verdammt guten Grund, die ĂŒber 100 Bike-Kilometer auf mich zu nehmen 😉 Mehr dazu in meinem letztjĂ€hrigen Blogpost Radle glĂŒcklich, radle froh, Ă€lter wirst du sowieso


Gestern nun war es wieder soweit: ich wurde ein Jahr Àlter weiser.
Meine Freundin hatte mir einige Tage zuvor mitgeteilt, dass sie an meinem Geburtstag zusammen mit zwei ihrer Kolleginnen eine Wanderung auf den Giswilerstock plane und fand, dass ich die dĂ€mliche Gruppe, Ă€h… nein Moment, ich meine natĂŒrlich die Damen-Gruppe wunderbar ergĂ€nzen wĂŒrde.

Was gab es da schon zu ĂŒberlegen? Klar wollte ich mit!!!

Um Punkt 16.37 Uhr besammelte sich unsere knuffige Damenschar in Sarnen OW. Und von nun an ging’s buchstĂ€blich bergauf mit uns… heiterefahne!

Wer selbst auf den letzten paar Höhenmeterleins tapfer durchbeisst, wird „on the very top of Giswilerstock“ mit einem herrlichen Panorama ĂŒber den Sarnersee, den Pilatus, das Stanserhorn & Co. belohnt. Die Sicht reicht sogar bis zum VierwaldstĂ€dtersee – es ist einfach traumhaft!

giswilerstock

Auf dem Weg zurĂŒck ins Tal kann (und sollte!) man sich ĂŒbrigens im idyllischen Beizli Fluonalp unbedingt mit einer Portion „Hindersi Magronen“ und einem „Beckenrieder Moscht“ stĂ€rken  „Ă€ GĂŒete!“

hindersimagronen

 

 

 

 

 

Wetten, dass?! Mit Thomas Gottschalk unterwegs

Das Biken hat sich in den vergangenen vier Jahren zu einer meiner ganz grossen Leidenschaften entwickelt. Ich radle nicht nur in der Schweiz, sondern habe auch bereits an zwei unvergesslichen Bike-Reisen durch Kuba (2014) und Namibia (2015) teilgenommen. Da bekanntlich aller guten Dinge (mindestens) drei sind, ist die nÀchste Radreise nur noch eine Frage der Zeit. Stay tuned!

Seit kurzem versuche ich nun herauszufinden, ob ich nebst dem Biken auch fĂŒr’s Wandern in Ă€hnlicher Weise zu begeistern bin. Ein erstes Zwischenfazit ist durchaus vielversprechend. Die Erweiterung meines Hobby-FĂ€chers fordert mich allerdings auf einer neuen Ebene. An herrlichen Sommertagen schlagen nun nĂ€mlich plötzlich zwei Herzen in meiner abenteuerlustigen Brust und die Frage, ob ich mich denn nun auf den Bikesattel schwingen oder mir stattdessen lieber die Wanderstiefel anschnallen soll erzeugt eine gewisse Ambivalenz. Ein Problem, das ich bestimmt in den Griff kriegen werde – wĂ€re ja gelacht!

Gestern hat – wenn auch nach zĂ€hem Ringen – schliesslich das Wanderstiefel-Herz in meiner Brust gewonnen und so schnappte ich meinen Rucksack und fuhr spontan ins Ägerital, wo ich mein Auto parkierte und mir den Panoramaweg hoch ĂŒber dem Ägerisee vorknöpfte.

Das Highlight der Tour ist der Gottschalkenberg, von wo aus man gefĂ€lligst die herrliche Ausschicht ĂŒber den ZĂŒrichsee und das idyllische HĂŒttnerseeli zwischen Samstagern und Sonntagern… Ă€h Moment… nein, zwischen den Ortschaften Samstagern und HĂŒtten geniesst.

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WĂ€hrend dem Aufstieg liess ich es mir nicht nehmen, drĂŒben auf Twitter einen kecken Spruch an die Adresse von Thomas Gottschalk – alias @herbstblond – abzusetzen:

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Und siehe da: Onkel Thommy antwortete in seiner berĂŒhmten Schlagfertigkeit prompt: Antwort von Thomas Gottschalk auf Twitter  🙂

Um letzte Zweifel an der Existenz des Bergs aus dem Weg zu rÀumen, lieferte ich schliesslich noch zwei Beweisfotos nach.

Diese bewertete der Showmaster als glaubhaft und merkte an, dass die ihn doch wenigstens zur Einweihung hĂ€tten einladen können. Das sehe ich natĂŒrlich genau so – Frechheit! 🙂

Vielen Dank, Thomas Gottschalk, fĂŒr deine Aufmerksamkeit. Wetten, dass ich das gestern ziemlich cool fand?!

 

 

 

Sim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Bild des Grenzsteins Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich damals (ĂŒbrigens auf meiner allerersten grossen Reise) lockerflockig von Miami ĂŒber die Seven-Mile-Bridge nach Key West brauste und schliesslich, am Ă€ussersten Zipfel des nordamerikanischen Kontinents angelangt, vor dem legendĂ€ren Grenzstein stand und sehnsĂŒchtig Richtung SĂŒden spĂ€hte. 90 Meilen, lĂ€ppische 144 Kilometer, trennten mich damals von der geheimnisvollen Karibikinsel Kuba. Mein BauchgefĂŒhl prophezeite mir schon damals, dass ich irgendwann drĂŒben auf der Insel stehen und keck nach Key West rĂŒber zwinkern werde! Seither sind ĂŒber zwanzig Jahre vergangen.

Kuba by bike – I like!

bikes_vinalesAuf der Suche nach einem optimalen Mix aus spannender Kulturreise und Aktivurlaub, stiess ich im Herbst 2014 auf die Bike-Reise Kuba Clasico des Veranstalters Bike Adventure Tours. Mein damaliger Freund und ich waren sofort ĂŒberzeugt: Das ist es – vamos. Juntos! Am 18. Dezember 2014, es war der Tag unmittelbar nach dem historischen TelefongesprĂ€ch zwischen Barack Obama und RaĂșl Castro, war es schliesslich soweit. Zusammen mit ein paar weiteren Bike-Enthusiasten flogen wir von ZĂŒrich nonstop nach Havanna und damit war vor allem eines klar: bevor sich die Amis dem Inselstaat annĂ€hern wĂŒrden, waren erst mal wir an der Reihe, pah!

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Bild-Quelle:  Bike Adventure Tours

 

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Eine ganz normale Seitenstrasse in Havanna.

Bunte Autos

Mich beeindruckte die Insel auf Anhieb und gleich mehrdimensional. Ich erinnere mich noch, wie die Jungs unserer Reisegruppe, kaum hatten wir unser Hotel im Zentrum von Havanna erreicht, gar nicht mehr von der Strasse wegzukriegen waren, weil sie auf keinen Fall auch nur einen dieser kunterbunten Oldtimern verpassen wollten. Zu jenem Zeitpunkt gingen wir davon aus, dass diese Autos das Markenzeichen von Havanna seien und die Leute ausserhalb der Hauptstadt stinknormale, rostige, verbeulte Otto-Normal-Autos fahren wĂŒrden. Dass dem nicht so ist wurde uns erst im Verlaufe der nĂ€chsten Tage allmĂ€hlich bewusst. ES. GIBT. (praktisch) KEINE. ANDEREN. AUTOS. AUF. KUBA!

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Auf einer Tabakplantage
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Oldtimer (Autos und HĂ€user) am „el MalecĂłn“ von Havanna.

 

Shopping findet anderswo statt

Eine weitere Besonderheit, die mich zutiefst beeindruckt hat, war der schlicht und ergreifend nicht stattfindende Konsum. Ich meine hey, es war Weihnachten! In vielen christlichen LĂ€ndern ist das die Hauptsaison des geradezu ausufernden Konsums. Doch in Kuba gab es – abgesehen von Che Guevara Accessoires  – nichts zu kaufen. Selbst wenn man in Shopping-Laune gewesen wĂ€re: es gab einfach nichts. Punkt. Man stelle sich das einmal vor!

Bunt sind auch die HĂ€user. Und die Musik

Last but not least haben mich natĂŒrlich Land und Leute zutiefst berĂŒhrt. Auffallend sind zuerst einmal die farbenfrohen HĂ€user. Passend zu den Autos. Oder war’s umgekehrt? Ein klassischer Fall fĂŒr die „Huhn-Ei-Frage“ 🙂 Jedenfalls drang aus (gefĂŒhlt) jedem dieser fröhlich eingefĂ€rbten HĂ€user fröhliche Musik. Wer da keine gute Laune kriegt, ist selber schuld! Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf dem Bike-Sattel meine HĂŒfte zu heissen Salsa-Rhythmen schwang – sim-SALSA-bim!

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Weniger bunt sind die Mahlzeiten

Kulinarisch ist Kuba etwas weniger „farbenfroh“. Du wĂ€hlst nicht etwa ein Menu aus, sondern darfst dich bestenfalls fĂŒr ein StĂŒck Fleisch (Schwein oder Huhn) entscheiden. Als Beilage sind Reis und schwarze Bohnen gesetzt. Zum Dessert gibt’s Mango-Mus, dazu ein StĂŒck KĂ€se. Alternativen gibt es kaum – ausser in den sternengeschwĂ€ngerten Hotels am traumhaften Varadero-Strand beispielsweise. Aber das hat ja auch nicht mehr viel mit Kuba zu tun…

Fazit: Do it!

Meine uneingeschrĂ€nktes Fazit: Kuba MUSS man erlebt haben. Und zwar noch BEVOR der erste McDonalds in Havanna seine TĂŒren öffnet. Go for it!

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Ein absolutes MUSS: das Vinales-Tal
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Weisse Weihnachten: check! 😉
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Dramaqueen Cienfuegos im SĂŒden der Insel.

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Bike-Safari durch Namibia

 

Milchstrasse vs. Time Square: Vom afrikanischen Lagerfeuer an den Time Square in New York

Heute vor exakt einem Jahr flog ich zum ersten mal in meinem Leben nach New York City. Zur Feier des 1-Jahr-JubilÀums verfasse ich heute diesen Blogpost in Erinnerung an eine wundervolle Zeit in einer wundervollen Stadt.

Eigentlich stand New York schon seit vielen Jahren auf meiner Bucketlist, schaffte es aber nie ganz an die Spitze und verlor das Destinationen-Duell im Zweifelsfall gegen kleinere, ĂŒberschaubarere, lĂ€ndlichere Reiseziele. Ich hatte stets grössten Respekt vor der gigantischen Welt-Metropole und befĂŒrchtete, dass mich – ein ĂŒberaus zartbehĂŒtetes Landei – das hektische Treiben zwischen den mĂ€chtigen Wolkenkratzern zerdrĂŒcken oder gar ĂŒberfordern könnte. Das war wohl auch mit ein Grund, weshalb ich mir die Stadt niemals im Alleingang zumuten wollte. Es fehlte aber stets die passende Begleitung – ein Teufelskreis, herrje!

Auf meiner Bike-Safari durch Namibia schliesslich lernte ich Nina kennen. Nina war nebst mir die zweite Single-Frau unserer achtköpfigen Reisegruppe. Es war die logische Konsequenz, dass wir beide uns irgendwie mit einander arrangieren wĂŒrden. Obschon wir vom Typ Frau her unterschiedlicher kaum sein könnten, stimmte die Chemie auf Anhieb zwischen uns beiden. Es sollte der Anfang einer wunderbaren Freundschaft werden… ❀

Eines Abends, Nina und ich hatten gerade unsere Zelte im ausgetrockneten Flussbeet des Tsauchab-River fertig eingerichtet und uns mit einem Glas sĂŒdafrikanischem Weisswein zum Rest der Gruppe ans Lagerfeuer gesellt, da gestand ich der Gruppe, dass ich noch niemals in New York gewesen sei. Ich mutmasste daraufhin, dass das Lichter-Spektakel am Time Square nie im Leben an die GrandiositĂ€t des Milchstrassen-Zaubers, der sich uns in jener wundervollen Nacht am namibischen Himmel prĂ€sentierte, herankommen wĂŒrde. Nach einer kurzen – oder auch lĂ€ngeren – Phase des wortlosen in den Himmel Staunens, meinte Nina schliesslich, dass sie ebenfalls noch nie in New York gewesen sei und man den Vergleich „Milchstrasse vs. Time Square“ eigentlich schon mal noch ziehen sollte.

„Okay, dann fliegen wir eben als nĂ€chstes nach New York.“ witzelte ich. „Alles klar!“ entgegnete Nina und prostete mir, verschmitzt grinsend, mit ihrem Weinglas zu.

Et voilà 🙂

Some Impressions from Big Apple