VictoriafĂ€lle: Ein imposanter Start in das Abenteuer im sĂŒdlichen Afrika

Als ich zusammen mit meiner Freundin vor drei Wochen die lange Reise ins sĂŒdliche Afrika antrat, hatten wir uns fĂŒr den ersten Abend in Afrika zwei banale Ziele gesetzt: erstens heil in Simbabwe, dem Ausgangsland unseres Afrika-Abenteuers anzukommen und zweitens nach unserer Ankunft ein paar kostbare Augenblicke am mĂ€chtigen Sambezi-River zu verbringen.
Kurz nach 14 Uhr checkten wir schliesslich wohlbehalten in unserem Hotel in Victoria Falls ein. Das erste Etappenziel war damit bereits erreicht. Also kĂŒmmerten wir uns direkt um den zweiten Teil des erklĂ€rten Ziels und fragten den freundlichen Onkel an der Hotel-Reception, was er uns denn unter dem Motto „chilliger Abend am Sambezi“ empfehlen könne. Als hĂ€tte er bereits mit dieser Frage gerechnet, schwĂ€rmte er uns wie aus der Pistole geschossen von der einzigartigen Sundowner-Cruise vor, wozu wir allerdings bereits in einer knappen Stunde abgeholt wĂŒrden. FĂŒr den Bruchteil von Sekunden fragten wir uns, weshalb um alles in der Welt wir bereits am helllichten Nachmittag zur Sundowner-Tour losziehen sollten. Schliesslich schien der Fluss nur ein Steinwurf entfernt zu sein, zumindest war sein SprĂŒhnebel bereits von der Strasse aus zu sehen. Nun, es war nicht der Zeitpunkt fĂŒr dupplige Fragen, sofern wir es rechtzeitig auf den Shuttle-Bus schaffen wollten. Und so konzentrierten wir uns also aus das Wesentliche, kramten lange, moskito-feindliche Kleidung aus unseren Taschen hervor,  schnappten unsere RucksĂ€cke, die Fotoapparate, den Antibrumm-Spray, die Wasserflaschen und zogen los.

Sundowner am Sambezi

Als um kurz nach 18 Uhr die Sonne direkt hinter den plantschenden Hippos am Horizont im Sambezi versank, war uns auch der Grund, weshalb wir zum Sundowner-Spektakel bereits nachmittags aufzubrechen hatten rasch klar. Uns der Tour spontan anzuschliessen war eine gute Entscheidung, denn so bekamen wir bereits an unserem allerersten Abend in Afrika knuffige Hippos, gĂ€hnende Krokodile und sogar einen Elefanten, der sich am Flussufer labte zu Gesicht. Ein perfekter Einstieg in unser Abenteuer im sĂŒdlichen Afrika.

Touristen fotografieren die malerische Szenerie auf dem Sambezi-River
Sundowner Cruise auf dem Sambezi-River, Simbabwe
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Ein Elefant labt sich in unmittelbarer NĂ€he zu einem Wohnhaus (das Dach ist im Hintergrund zu erkennen) am Ufer des Sambezi-River. Im Hintergrund ziehen weitere Elefanten vorbei.
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Cheers!
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Bereits kurz nach 18 Uhr versinkt die Sonne am Horizont. Was fĂŒr ein toller erster Abend im sĂŒdlichen Afrika!

Zum krönenden Abschluss des Ausflugs und als ob es die natĂŒrlichste Sache der Welt wĂ€re, prĂ€sentierte sich uns auf der RĂŒckfahrt mit dem Shuttle-Bus tatsĂ€chlich ein Elefant direkt am Strassenrand und winkte uns mit seinem RĂŒssel keck zu. FĂŒr einen kurzen Moment glaubte ich zu halluzinieren, doch rasch wurde mir bewusst, dass dies keine SinnestĂ€uschung, sondern die nackte afrikanische RealitĂ€t war.

Victoria FĂ€lle

Am nĂ€chsten Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung zu den imposanten VictoriafĂ€llen, welche die gleichnamige Stadt Victoria Falls (Simbabwe) und Livingstone (Sambia) mit einem unfassbar tosenden „Leck-Du-mir-am-Tschööpli“ (schweizerdeutsch fĂŒr „Aber hallo, ey!“) trennen. Es ist wahnsinnig beeindruckend, welch gigantische Wassermenge hier so kurz nach der Regenzeit auf einer LĂ€nge von 1.7 Kilometern gute 100 Meter in die Tiefe braust. Der SprĂŒhnebel ist kilometerweit sichtbar – ein gewaltiges Naturspektakel.
Bereits an unserem zweiten Tag in Afrika waren wir froh, die Regenjacken kurzerhand aus dem Rucksack zĂŒcken zu können. Doch obschon der Spazierweg in einem grosszĂŒgigen Bogen um die FĂ€lle fĂŒhrt, waren wir am Ende ĂŒberall wo die Regenjacke keinen Schutz bot, bis auf die Haut klitschnass.

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„The Spray“ – der SprĂŒhnebel ist kilometerweit sichtbar.
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Trotz grosszĂŒgiger Distanz zu den FĂ€llen, empfiehlt es sich, sich in wasserdichte Kleidung zu hĂŒllen.

 

Unsere Wanderung fĂŒhrte uns schliesslich an der BrĂŒcke, welche die LĂ€nder Simbabwe (ehemals SĂŒdrhodesien) und Sambia (ehemals Nordrhodesien) mit einander verbindet vorbei weiter zu einem Aussichtspunkt auf die angrenzende Schlucht, durch welche sich der Sambezi unmittelbar nach den FĂ€llen als harmlos scheinendes FlĂŒsschen schlĂ€ngelt.

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BrĂŒcke zwischen Simbabwe (ehemals SĂŒdrhodesien) und Sambia (ehemals Nordrhodesien)
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Kaum zu glauben, dass das der gleiche Fluss, der wenige Meter weiter oben unter tosendem Rauschen und auf einer Breite von fast 2 km in die Tiefe stĂŒrzt.

An einer Informationstafel werden die drei wohl berĂŒhmtesten WasserfĂ€lle der Welt einander gegenĂŒbergestellt: die IguazĂș-FĂ€lle in Argentinien/Brasilien, die NiagarafĂ€lle in den USA/Kanada und eben diese unglaublich unglaublichen VictoriafĂ€lle hier direkt vor unseren vom SprĂŒhnebel immer noch leicht triefenden Nasen an der Grenze Simbabwe/Sambia. Die IguazĂș-FĂ€lle sind mit ihren 2.7 Kilometern Breite die breitesten FĂ€lle in der GegenĂŒberstellung, die NiagarafĂ€lle diejenigen mit dem grössten Wasservolumen und die VictoriafĂ€lle sind mit ihren gut 110 Metern Höhe die höchsten der drei Vergleichskandidaten. Gemeinsam haben meine Freundin und ich bereits alle drei Giganten besucht – eine stolze Bilanz!

Von hier geht unser Afrika-Abenteuer weiter nach Botswana (Okavangodelta, Chobe Nationalpark) und den Caprivi-Streifen (Namibia). Mehr dazu gibt es hier.