Biketour durch das malerische Elsass

Zu meinem Geburtstag, welcher, wie es sich fĂŒr ein anstĂ€ndiges Sommerkind nunmal gehört, mitten im Hochsommer liegt, gönne ich mir jeweils gerne ein spezielles Outdoor-Abenteuerchen. Dieses Jahr stand eine 1 bis n-tĂ€gige Biketour durchs Elsass auf dem Programm.

Mein Tagesmotto:
Radle glĂŒcklich đŸ€© đŸšŽâ€â™€ïž
radle froh đŸ€  đŸšŽâ€â™€ïž
Ă€lter wirst du sowieso 🎂

Von Basel nach Strassburg sind es rund 140 tendenziell leicht abfallende Kilometer, was theoretisch an einem Tag zu schaffen wĂ€re. Mit dem „n“ hielt ich mir jedoch bewusst das TĂŒrchen fĂŒr spontane Ideen offen – man soll die Feste schliesslich feiern wie sie fallen.

Tag 1: Basel > Colmar (105km)

Zuerst gings mit Zug und Tram bis Weil am Rhein bei Basel.

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đŸ‘©â€đŸŠ°Â â€žSag mal, liebes DrĂ€mmli, warum ist es denn da wo wir hinfahren so schön?“ 

🚋 „Weil am Rhein!“ 

đŸ‘©â€đŸŠ°Â â€žJÀÀsooo.“

In Weil galt es den europÀischen Rhein-Radweg (Route 15) ausfindig zu machen und dann gings auch schon los nordwÀrts. Der Rhein-Radweg ist an sich ein komfortabler Kiesweg, der jedoch aufgrund der heftigen RegenfÀlle vom Vortag stark aufgeweicht war, was das Anspruchsniveau um eine halbe Nuance anhob.

Als ich das malerische Breisach erreichte, hatte ich 65 Kilometer in den Beinen und einen knurrenden Magen der nach Kohlenhydraten lechzte. Also suchte ich mir ein lauschiges PlĂ€tzchen in einem gemĂŒtlichen Strassen-CafĂ© und stĂ€rkte mich mit Badischen Maultaschen auf Salatbouquet und einer erfrischenden Apfelsaftschorle.

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Kohlenhydrate. So wichtig.

Die ersten nennenswerten Höhenmeter der Tour galt es bei der Besichtigung des StÀdtchens Breisach zu bewÀltigen.

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Malerisches Breisach DE.

GemĂ€ss der Routenbeschreibung fĂŒhrt der Rhein-Radweg auf der französischen Seite ab Breisach bzw. Neuf-Brisach bis Artzenheim abwechslungsreich durch Dörfer und Felder. Das klang nach einer prĂŒfenswerten Alternative zum eher monotonen, teilweise matschigen Kiesweg auf der rechten Rhein-Seite. Nach eineinhalb Maultaschen stand mein Entschluss fest: ja, ich wollte meinen Weg auf der französischen Seite des Rheins fortsetzen!

☝ „Attention, mesdames et messieurs, j’arrive!!!“

Nach der Mittagspause war zunĂ€chst volle Konzentration fĂŒr den Seitenwechsel gefordert. Als Quereinsteiger auf der linken Rhein-Route muss man sich nĂ€mlich zunĂ€chst auf dichtbefahrener Hauptstrasse bis zum offiziellen Rhein-Radweg durchschlĂ€ngeln – stets auf der Hut, nicht irrtĂŒmlicherweise die Autobahnauffahrt zu erwischen (Anmerkung: die Autobahntafeln sind in Frankreich blau, so wie in der Schweiz die Hauptstrassenschilder.)

Kurz vor Kunheim ballte ich stolz die Faust in die Luft, als ich den Rhein-RhĂŽne-Kanal erreicht hatte. Jetzt musste ich nur noch immer schön dem Kanal folgen und wĂŒrde Strassburg in den frĂŒhen Abendstunden erreichen.  Soweit der Plan.
Dass ich bei Kunheim zwar den Kanal, damit aber nicht den Radweg Nr. 15 erreicht hatte, wurde mir erst viel spÀter an diesem Abend bewusst. In Colmar. Tja, wenn man eben plötzlich eine 90-Grad-Wende vornimmt und sodann dem falschen Kanal folgt, landet man eben nicht im nördlichen Strassburg, sondern im westlichen Colmar. Soviel zum Plan, herrje!
Ich danke dem Universum sehr herzlich fĂŒr diesen Lausbubenstreich! 😅

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Rot = offizieller Rhein-Radweg Nr. 15 / Gelb: doedels Route 😅

 

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Colmar hat offensichtlich ein Herz fĂŒr Radfahrer đŸ€©

Ich erreichte die Touristeninformation im Zentrum von Colmar just zehn Minuten vor deren Schliessung und ergatterte mir noch husch die Adressen von einigen potenziellen UnterkĂŒnften, die im Verlaufe des Nachmittags noch freie KapazitĂ€ten angemeldet hatten. Die zweite Adresse, das BeausĂ©jour, war bereits ein Erfolg. Das Hotel liegt etwas ausserhalb des Stadtzentrums, aber ich hatte ja mein Rad dabei und auf ein paar Kilometer mehr oder weniger kam es nun wirklich nicht mehr an.

FĂŒrs Abendessen stĂŒrzte ich mich ins romantische GetĂŒmmel von „La petite Venise“ (Kleinvenedig) und bestellte in tadellosem Französisch: une tarte flambĂ©e, s’il vous pleee! 😋

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Romantik pur in „la petite Venise“

Tagesfazit:
nach 💯 Kilometern in den Flossen und
2 Glas GewĂŒrztraminer im Blut
spreche ich quasi fliessend spanisch đŸ‡ȘđŸ‡žđŸ„°,
aber das interessiert in Frankreich đŸ‡«đŸ‡·
keine Sau đŸ·Â … bzw. pas un porc! 

Tag 2: Colmar > Strassburg (85km)

Am nĂ€chsten Morgen tankte ich meine Energiespeicher bei einem FrĂŒhstĂŒck vor romantischer Kulisse auf.

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Romantik pur in „la petite Venise“

Vergebens hatte ich nach einem BirchermĂŒesli Ausschau gehalten und mich schliesslich mit einem traditionellen französischen Baguette und einer Miniportion Joghurt zufrieden gegeben.

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FrĂŒhstĂŒck natĂŒrlich mit original französischem Baguette

Dann ging es los. ZurĂŒck an den Rhein-RhĂŽne-Kanal und von dort dann gefĂ€lligst NORDWÄRTS, heiliger Bimbam!

ErwartungsgemĂ€ss hielt das weissmehlgeschwĂ€ngerte FrĂŒhstĂŒck nicht lange hin. Bereits nach neunzig Bike-Minuten musste ich meinen Notfall-Naschbeutel plĂŒndern.

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„Wie heisst der Gebirgszug westlich vom Elsass?“

đŸ€·â€â™€ïž „Das habe ich vor lauter flach Vogesen.“
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Sommeridylle im Elsass
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Schnapszahl-Geburtstag hin oder her: IRGENDWANN HAST DU EINFACH KEINEN DURST MEHR! Diese gesetzlich aufgezwungene Sauferei in diesem Frankreich ist echt anstrengend, ey! ! đŸ€Ș

 

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Jetzt BLOSS NICHT nach Colmar fahren, doedel, BLOSS NICHT! 🙂

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Dieses Bild steht stellvertretend fĂŒr 50 weitere Kilometer des Rhein-RhĂŽne-Kanals đŸ€Ș
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Langsam nĂ€hern wir uns der Zivilisation…

Endlich erreichte ich Strassburg.

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Bienvenue Ă  Strasbourg

Sofort war mir klar, dass ich hier ebenfalls einige entspannte Stunden verbringen und nicht sofort wieder abreisen wollte und so suchte ich auch hier die Touristeninformation auf. Diesmal landete ich mit dem Hotel Roses einen absoluten Volltreffer. Die Lage ist perfekt – im lebhaften Stadtteil Krutenau (an der Rue de Zurich, ĂŒbrigens 😉) Das Personal ist superfreundlich, die Zimmer sind modern und mit viel Liebe zum Detail eingerichet. Das Ganze zum absolut fairen Preis. UneingeschrĂ€nkte Weiterempfehlung.

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Hotel Roses an der Rue de Zuich, Strassburg

Tag 3: Sightseeing-Tour Strassburg (35km)

Am dritten und letzten Tag meines kleinen Bike-Abenteuers (das „n“ im zweiten Abschnitt steht also fĂŒr die Zahl 3) unternahm ich eine kleine Sightseeing-Tour in und um Strassburg. Einige Impressionen:

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EuropÀisches Parlament, Strassburg
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EuropĂ€ischer Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte, Strassburg
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Jardin des deux rives zwischen Strassburg (FR) und Kehl (DE)

Nach dem Mittag begab ich mich zum Bahnhof und besorgte mir ein Ticket fĂŒr die Verbindung kurz nach 18 Uhr nach Basel. Die Zeit bis zur Abreise verbrachte ich schliesslich noch flanierend im Viertel „La petite France“.

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Flanieren in „La petite France“, Strassburg.
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Sehr lecker und typisch elsĂ€ssisch: das Sauerkraut als Beilage 😋

Und die Moral von der Geschicht‘: Ă€lter werden ist so schlimm gar nicht!

🍀 đŸšŽâ€â™€ïžÂ đŸ· đŸšŽâ€â™€ïžÂ â˜€ïž đŸšŽâ€â™€ïžÂ đŸ„‚ đŸšŽâ€â™€ïžÂ đŸŽ… đŸšŽâ€â™€ïžđŸŽˆ đŸšŽâ€â™€ïžÂ â˜•ïž đŸšŽâ€â™€ïžÂ đŸ„ł

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Nicht traurig sein, liebes GĂ€ssel, ich mag manchmal auch net… 😔 Aber zum traditionellen Geburtstags-Abenteuerchen wĂŒnsche ich mir auch fĂŒr’s nĂ€chste Jahr das notwendige QuĂ€ntchen Power! đŸ’Ș

 

 

Rothaar meets Rothorn: Meine Mini-Auszeit auf dem Brienzer Rothorn

Soviel vorweg: brĂ€uchte man zum Bloggen seine Beine und FĂŒsse, hĂ€tte dieser Beitrag keine Chance gehabt, heute online zu gehen. Ich spĂŒre jeden einzelnen Quadratzentimeter von den HĂŒften bis runter zur grossen Zeh. Wir sprechen hier von sagenhaften 96 Zentimetern Jammer-Strecke. Lange Beine haben eben nicht nur Vorteile.

Trotz Wehwehchen blicke ich voller Dankbarkeit auf zwei wundervolle Wandertage im Berner Oberland zurĂŒck. Wobei das nicht ganz korrekt ist, denn das Brienzer Rothorn gehört offiziell zum Kanton Luzern und ist mit seinen 2349 Metern sogar der „höchste Luzerner“ (Ja, genau so habe ich auch gekuckt…). Wer wie ich, ĂŒber das idyllische Berner Oberland via Thun, Interlaken und Brienz anreist, der hat Luzern so ĂŒberhaupt nicht auf der Rechnung und ist bei der Ankunft auf dem Gipfel entsprechend perplex.

Die Fahrt in der nostalgischen Dampf-Zahnradbahn, der Brienz Rothorn Bahn,  ist ein Muss. Geduldig und tapfer stampft sich das bald 130 jĂ€hrige Vehikel Meter fĂŒr Meter voran. Welch Leistung dies tatsĂ€chlich ist, sollte ich noch am eigenen Leib erfahren. Aber erst mal galt es, sich zurĂŒckzulehnen und die bequeme Anfahrt zu geniessen.

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Die Fahrt mit der nostalgischen Dampf-Zahnradbahn ist ein Muss!

Hinter jeder Kurve offenbart sich einem ein neues Panorama und je höher man kommt, desto selbstbewusster zeigen sich einem die ganz Grossen der Schweizer Alpen – allen voran das Trio Eiger, Mönch und Jungfrau.

Meine knapp vierstĂŒndige Anreise mit all seinen „Hachs“ und „Wows“ machte hungrig und nach einem flĂŒchtigen Blick auf die Speisekarte des Bergrestaurants gab es kein Pardon mehr: die Rothorn Röschti musste her, aber dalli! 😋

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Röschti with a view…

Frisch gestĂ€rkt begab ich mich schliesslich zur Rezeption des Berghauses Rothorn Kulm. Drei Tage zuvor war ich durch eine Internet-Annonce auf das Brienzer Rothorn und das schmucke Berghaus aufmerksam geworden und fragte spontan per E-Mail an, ob fĂŒr die Nacht von Freitag auf den Samstag noch ein Einzelzimmer zu haben wĂ€re. Ich zögerte einen Moment, bevor ich auf den Senden-Button klickte.  FĂŒr die ganze Woche waren im Flachland Temperaturen weit ĂŒber 30 Grad Celsius angesagt. Ich wĂŒrde bestimmt nicht die Einzige sein, die – noch dazu am Wochenende – in kĂŒhlere Gefilde entfliehen wĂŒrde und stellte mir vor, wie sich die ganze Berghaus-Crew ĂŒber meine kurzfristige Anfrage vor Lachen krĂŒmmte. Aber nix dergleichen: wenige Stunden spĂ€ter flatterte die ReservationsbestĂ€tigung herein – DAS war ja leicht!

Mein Zimmer war Àusserst charmant und heimelig. Und der Blick aus dem Fenster schlicht unbezahlbar.

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Room with a view… (Stimmung bei Sonnenaufgang)

Nach dem Zimmerbezug schnallte ich meine Wanderschuhe an und knöpfte mir den Weg zum Gipfel des Rothorns vor. Mich interessierte vorallem der Blick Richtung Norden und Osten. Man soll hier ĂŒber das Entlebuch hinweg den Pilatus und die Rigi sehen – das wollte ich mir natĂŒrlich nicht entgehen lassen. Doch statt eines fetten Panoramas gab es nur fette, graue Wolken zu sehen. Der Anblick erinnerte an den Kanton Aargau im Herbst 😏
Etwas spÀter an dem Abend rissen die Wolken dann aber mindestens eben so plötzlich wie sie aufgezogen waren wieder auf und so erklomm ich die Spitze eben ein zweites Mal: Rothaar meets Rothorn!

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Rothaar đŸ‘©â€đŸŠ°Â meets Rothorn ⛰

 

«Den Sonnenuntergang auf der Terrasse des Berghauses zu geniessen, ist wie mit offenen Augen zu trÀumen.»
Monika Tuschy, Berghaus Rothorn Kulm

(Zitat-Quelle: https://brienz-rothorn-bahn.ch/berghaus/)

Ich kann die Aussage von Frau Tuschy nur bestĂ€tigen…

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Auch die Dampf-Zahnradbahn hat Feierabend…
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Sonnenuntergang auf dem Brienzer Rothorn.

…dasselbe gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr den Sonnenaufgang.

Am nĂ€chsten Morgen wachte ich ohne Wecker um 5.20 Uhr aus meinem Dornröschenschlaf auf und war damit pĂŒnktlich zum Sonnenaufgangspektakel zur Stelle. Man weiss hier gar nicht so genau, wohin man seinen verschlafenen Blick zuerst richten soll.

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Sonnenaufgang auf dem Brienzer Rothorn mit Sicht auf den Pilatus und die Rigi.

Nach dem leckeren FrĂŒhstĂŒck war packen angesagt. Hoch motiviert zurrte ich die Senkel meiner Wanderstiefel fest, setzte Kopfbedeckung und Sonnenbrille auf und fĂŒllte meine Wasserflaschen auf. Von nun an gings buchstĂ€blich bergab.

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Auf dem Bild ist eine Jungfrau zu sehen – wer findet sie? Such-Quiz 🙂

Auf der Planalp befand sich die Mittelstation der Brienz Rothorn Bahn. Hier hÀtte ich notfalls auf die Schiene wechseln können, falls mir der Downhill-Marsch allzu sehr in die Knie gegangen wÀre. Mit dieser Option im Hinterkopf setzte ich optimistisch und kraftvoll einen Schritt vor den anderen.

Unterwegs galt es drei Schneefelder und einige Kuhherden zu durchqueren. Und natĂŒrlich kommt einem die sĂŒsse Nostalgie-Bahn ab und zu in die Quere. Es gibt definitiv Schlimmeres!

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Schiene kreuzt Fussweg: fast wie in Downtown ZĂŒrich.
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tschipfu tschipfu Isebahn 🚂

Mit einem aufwĂ€rts keuchenden Wandervogel tauschte ich mich kurz ĂŒber den jeweils vor uns liegenden Weg aus. So erfuhr ich, dass das StĂŒck nach der Planalp runter bis Brienz nicht unterschĂ€tzt werden sollte und stellenweise ziemlich steil sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich fĂŒr das letzte StĂŒck auf die Bahn wechseln wĂŒrde, stieg ab diesem Zeitpunkt markant an.
Doch als ich die Planalp auf 1347 Metern erreichte, war ich gut bei KrĂ€ften. Ich beschloss mir in der flauschigen Alp-Beiz eine erfrischende Apfelschorle zu gönnen und anschliessend zu entscheiden, ob ich die letzte Etappe zum See aus eigener Muskelkraft zurĂŒcklegen oder die gemĂŒtlichere Variante nehmen wĂŒrde.
Der Weg war hier sehr breit und ĂŒbersichtlich. Ich entschloss, ein StĂŒck weit zu wandern und notfalls zur Planalp zurĂŒckzukehren. Das Drama zeichnete sich nach vielleicht 20-30 Wanderminuten langsam ab. Zuerst war nur ein kurzes StĂŒck steil, bevor sich der Weg wieder gemĂŒtlich abfallend durch den Wald dahinschlĂ€ngelte. Doch diese kurzen WegstĂŒcke hĂ€uften sich und wurden ausserdem zunehmend lĂ€nger und gerölliger. Doch Umdrehen war lĂ€ngst keine Option mehr. Also biss ich auf die ZĂ€hne (und einmal sogar auf die Unterlippe… 🙄)  und erreichte Brienz endlich mit reichlich schlotternden Knien. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal dermassen weiche Knie hatte. Vermutlich steckte damals ein Mann dahinter. Ich sagte: vermutlich.

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Am See reanimierte ich meine tot geglaubten FĂŒsse und Unterschenkel im eisig kalten Brienzersee, um sie anschliessend in einer schattigen Ecke fĂŒr ein paar kostbare Augenblicke auf der Ufermauer hochzulagern.
Im flauschigen Gartenbeizli des Hotels BĂ€ren stĂ€rkte ich mich mit einem köstlichen Forellenfilet auf buntem Salatbouquet. Dann fĂŒhrte mich der Weg der schönen Seepromenade entlang zum Bahnhof.

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Mein Wander-GspĂ€nli entlang der Brienzer Seepromenade war ein echter Holzkopf. Psssssst…. das bleibt unter uns, gelled?!

Direkt gegenĂŒber des Bahnhofs liegt der Hafen und der Zufall wollte es, dass just zehn Minuten nach meinem Eintreffen das Kursschiff nach Interlaken ablegen wĂŒrde. Es brauchte nicht allzuviel Überredenskunst, um mich von meinem ursprĂŒnglichen Plan, nĂ€mlich die Heimreise ab Brienz im Zug anzutreten, abzubringen. Und so schwang ich meinen mĂŒden Hintern an Deck der MS Irgendwas und summte ein vergnĂŒgtes „Seemann, lass das TrĂ€umen. Denk‘ nicht, an Zuhaus’…“ vor mich hin.

Ich genoss den Perspektivenwechsel und zwinkerte dem Brienzer Rothorn ein letztes Mal keck zu. Es hatte sich inzwischen mit der einzigen Wolke weit und breit verbĂŒndet und gemeinsam thronten sie friedlich vor sich hin…

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Perspektivenwechsel: Blick vom Schiff auf das Brienzer Rothorn (direkt unter der rechten Wolke)

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der zwischenzeitlichen Momente, an denen ich an meinen physischen Grenzen geschnuppert hatte, wird mir mein spontaner Ausflug auf das Brienzer Rothorn – den höchsten Luzerner, ĂŒbrigens! đŸ€“Â – noch lange in Erinnerung bleiben, wetten?!

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Krönender Abschluss eines Bilderbuchtages: chillige Schifffahrt von Brienz nach Interlaken.

Übrigens: hatte ich schon erwĂ€hnt, dass mir heute meine Beine schmerzen?

Ich werd‘ ja wohl noch fragen dĂŒrfen?!??

Cinque Terre: Eine Kulisse wie bei Malen nach Zahlen

Cinque Terre stand schon seit einiger Zeit auf meiner Ausflugs- und Kurztrip-Ideen-Liste. Als ich Anfang MĂ€rz in einem Bericht ĂŒber Ligurien las, dass die fĂŒnf malerischen Dörfer an der italienischen Riviera an Ostern besonders und danach den ganzen Sommer ĂŒber an den Wochenenden von Touristenströmen geradezu ĂŒberrollt wĂŒrden, war fĂŒr mich klar, dass ich bald, sehr bald, auf jeden Fall noch vor Ostern, hinreisen wĂŒrde. Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass Ostern dieses Jahr so spĂ€t fĂ€llt. Das gab mir noch etwas Luft fĂŒr die Planung.

Als erstes ĂŒberlegte ich mir, ob ich alleine nach Ligurien reisen oder ob ich mich um eine nette Begleitung bemĂŒhen sollte. Ich wollte dem Projekt „GspĂ€nli“ zumindest eine Chance geben und schrieb drĂŒben bei Spontacts eine entsprechende Annonce aus:


Hallo Leute
Ich plane einen 4-Tages-Trip (3 Übernachtungen) in die malerischen Dörfer der Cinque Terre und hĂ€tte nichts gegen eine nette Begleitung (MĂ€nnlein oder Weiblein, 38-52 Jahre) einzuwenden.

Folgende Eckdaten zum Trip:

  • Wann: 5.-8.4.19 oder 12.-15.4.19
  • An/RĂŒckreise im Zug
  • AktivitĂ€ten vor Ort: Wandern, Pasta, Pizza und Wein
  • Übernachtung im Hotel (im Einzelzimmer)
  • Kosten: ca CHF 500 (Zugfahrt und Übernachtung im Hotel)

VorgĂ€ngiges persönliches Treffen erwĂŒnscht.

Bist du dabei? Dann freue ich mich, von dir zu lesen!


Einige Anekdoten, Verstrickungen und imaginÀre Gin Tonics spÀter entschied ich, den Trip alleine durchzuziehen. Ich suchte mir also ein nettes Hotel, besorgte mir ein Zugticket und zehn Tage spÀter ging es dann auch schon los. Das Leben kann ja so einfach sein!

Via Mailand und Genua erreichte ich nach gut sieben Stunden Zugfahrt mein frisch renoviertes Zimmer im Hotel Italia e Lido in Rapallo.

Blick von meinem Zimmer auf Schloss Rapallo
Blick von meinem Zimmer auf Castello Rapallo

Rapallo liegt eine gute Zug-Stunde nördlich der Cinque Terre. Dies hat den Vorteil, dass man relativ weit weg vom Schuss ist und hat den Nachteil, dass man relativ weit weg vom Schuss ist. Wer die Cinque Terre zum Ziel hat, der findet möglicherweise geeignetere Ausgangsorte. Egal, Rapallo ist nett, ich hatte eine wirklich gute Zeit dort und es ist wohl nur meiner angeborenen HartnÀckigkeit zu verdanken, dass ich jetzt nicht mit Franco, dem Kellner von nebenan verlobt bin.

Am nĂ€chsten Morgen besorgte ich mir die Cinque-Terre-Card und nahm diese gute Zug-Stunde Richtung SĂŒden auf mich. Der Plan war, ab Monterosso, dem ersten der fĂŒnf Dörfer, den KĂŒstenwanderweg „Sentiero Azzurro“ zu suchen, welcher die fĂŒnf Dörfer in einer gut bewĂ€ltigbaren Tageswanderung verbindet.
Da jedoch just an jenem Tag der „Sciacche Trail 2019“ (Cinque Terre Ultra Trail) stattfand, war der Wanderweg fĂŒr gemĂŒtliche Wandervögel wie mich an dem Tag gesperrt. Es blieb mir also nichts weiter ĂŒbrig, als per Zug nach Vernazza, dem nĂ€chsten und gemĂ€ss ReisefĂŒhrer schönsten der fĂŒnf Dörfer zu reisen.

Vernazza ist wirklich sehr schmuck – eine wahre Perle! Weil meine Beine nach der bequemen Anfahrt per Zug noch superfit waren, entschloss ich mich fĂŒr einen ausgiebigen Dorfrundgang. Wobei der Rundgang im Falle von Vernazza ja eher ein Auf-und-Abgang ist.

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In Vernazza zĂ€hlt man vermutlich nicht Schafe zum Einschlafen, sondern Treppenstufen…

UngezÀhlte Treppenstufen spÀter hatte ich das Castello Doria erreicht und genoss den zauberhaften Ausblick auf das idyllische Vernazza.

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Blick vom Castello Doris… Ă€h Doria in Vernazza

Wieder unten am malerischen Hafen angekommen, gönnte ich mir eine superleckere Pizza mit frischen Tomaten. Ja, ihr habt schon richtig gelesen: FRISCHEN TOMATEN! wo gibts denn sowas noch?

Nachdem ich von einem gut aussehenden Italiener in gelber Staff-Weste und damit quasi aus erster Hand die Mitteilung erhalten hatte, dass der Wanderweg von Vernazza bis nach Corniglia nun geöffnet sei, nahm ich erneut einige Höhenmeter auf mich und arbeitete mich zum Wanderweg hoch. Immer wieder kamen mir Ultra-Trail-Runner entgegen und ich ahnte schon, worauf das Ganze hinauslaufen wĂŒrde. Und prompt wurde ich erneut aufgehalten und nett aber bestimmt von der Trail-Staff zum RĂŒckzug aufgefordert.
Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass ausgerechnet an dieser schicksalhaften Ecke einer ein schickes Restaurant eröffnet hat.

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Und so genoss ich hier nebst einem GlÀschen Cinque Terre DOC eine weitere atemberaubende Perspektive auf Vernazza.

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Den restlichen Tag verbrachte ich mit ausgedehnten Berg-und-Tal-SpaziergĂ€ngen durch die beiden Dörfer Manarola und Riomaggiore und natĂŒrlich mit der einen oder anderen Schlemmerei 😋

FĂŒr den nĂ€chsten Tag, es war der Sonntag, war Regen angesagt. Ich sass beim FrĂŒhstĂŒck und musste durch die grosszĂŒgige Fensterfront feststellen, dass Petrus genau das tat, was die Wetterprognose von ihm verlangte. Am Nachmittag sollte der Regen aufhören. Mit dieser optimistischen Aussicht schnappte ich mir eine weitere Tasse Kaffee, zĂŒckte mein Buch hervor und verweilte noch eine ganze Weile an meinem FrĂŒhstĂŒckstisch.
Erst zum Mittag machte ich mich bei inzwischen nur noch leichtem Regen auf den Weg zum Bahnhof und kaufte mir erneut eine Cinque-Terre-Card. Mit jedem Kilometer den ich Richtung SĂŒden fuhr, wurde es sonniger und als ich Manarola erreicht hatte, herrschte Wetter wie aus dem Bilderbuch.

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vor der malerischen Kulisse von Manarola war ich mal wieder in Selfie-Laune 😉

Dem prĂ€chtigen Wetter zuliebe beschloss ich erneut eine kleine Wanderung zu wagen. Wie ich erst viel spĂ€ter (genau genommen erst als ich lĂ€ngst wieder zu Hause war) erfahren sollte, ist der einfache, ca. 2 Kilometer lange  KĂŒstenwanderweg, der „Sentiero Azzurro“, zwischen Manarola und Corniglia voraussichtlich bis 2021 gesperrt – und nein, nicht 20.21 Uhr, sondern 2021 – BÄM! Ahnungslos folgte ich an jenem Sonntag den Wanderwegweisern, die mich automatisch auf die Alternativ-Route, genau: den Sciacche-Ultra-Trail, lotsten. Und so wurde aus der geplanten Easy-Peasy-Sonntagnachmittagswanderung ein harter 14 Kilometer Ultra-Marsch mit ĂŒberwĂ€ltigenden Ausblicken auf die ligurische KĂŒste – man gönnt sich ja sonst nix, ey! 😉

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Blick auf das malerische Manarola

Von nun an ging’s bergauf.

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Unterwegs auf dem Sciacche Trail, dem Cinque Terre Ultra Trail

Endlich war Corniglia in Sicht.

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Nach 14 Ultra-Kilometern endlich in Sicht: Corniglia

Bevor ich hier die 332 Stufen vom Dorfkern runter zum Bahnhof in Angriff nahm, gönnte ich mir noch einen kleinen Apéro.

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Eine willkommene StÀrkung in den Nationalfarben!

Am nĂ€chsten Morgen hiess es bereits Ligurien auf Wiedersehen zu sagen. Tja, liebe Leute, wer „A“ sagt, muss auch „rrivederci“ sagen können, so ist nun mal das Leben.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass ich mich nicht zum letzten Mal in dieser wundervollen Ecke herumgetrieben habe.

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Bolivien: Trekking durch den Altiplano

Bolivien ist – wie die Schweiz auch – ein Binnenland. Im Gegensatz zur Schweiz, war dies bei Bolivien allerdings nicht immer so. Bolivien verlor im Zuge des Salpeterkrieges im spĂ€ten 19. Jahrhundert 400 Kilometer seines KĂŒstengebiets an Chile und damit seinen Zugang zum Pazifik. Es wundert daher nicht, dass die Bolivianer nicht sonderlich gut auf die Chilenen zu sprechen sind. 

Bolivien ist eines der Ă€rmsten LĂ€nder SĂŒdamerikas und dies, obschon es ĂŒber das drittgrösste Erdgasvorkommen des Kontinents verfĂŒgt. Chile seinerseits könnte einen verlĂ€sslichen Erdgaslieferanten gut gebrauchen. Der gegenwĂ€rtige bolivianische PrĂ€sident Evo Morales verfolgt bezĂŒglich des westlichen Nachbarn denn auch eine klare Gib-mir-KĂŒste-und-ich-gebe-dir-Gas-Politik. Doch Chile lĂ€sst sich nicht auf diesen Deal ein. 

Just an dieser umstrittenen Ecke passierte unser friedvolles Trekking-GrĂŒppchen schliesslich die Grenze zu Bolivien. 

Die Reise im Überblick

Ich habe drĂŒben bei GoogleMaps die wichtigsten Stationen und Highlights der gesamten Trekking-Tour erfasst. Dieser Blogpost beschrĂ€nkt sich auf den Bolivien-Teil und schliesst damit nahtlos an den Chile-Teil an.

ÂĄAdiĂłs Chile, hola Bolivia!

Nachdem wir tags zuvor zum krönenden Abschluss des Atacama-Trekkings den Gipfel des Cerro Toco auf sage und schreibe 5’616 Metern ĂŒber Meer erklommen hatten (mehr dazu hier), hiess es nun Abschied zu nehmen. Abschied von der imposanten Atacama-WĂŒste, Abschied von Chile und damit auch Abschied von unserer chilenischen Crew.

Es erfolgte ein fliegender Wechsel direkt am Grenzposten. Vom chilenischen Kleinbus, in dem jedes Gruppenmitglied einen Doppelsitz bequem fĂŒr sich alleine beanspruchen konnte, galt es nun nĂ€her zusammenzurĂŒcken und uns auf die bereitstehenden Allradfahrzeuge aufzuteilen. 

Unsere Reisetaschen stehen vor den 4WDs zum Verladen bereit.
Es kann nicht schaden, seine Tasche am Verladeposten in eine gute Ausgangsposition zu bringen 😉

Team Theo 👭👭 und die WĂŒsten des Altiplanos

Zusammen mit drei anderen alleinreisenden MĂ€dels platzierte ich mich im Wagen von Theo. Es war eine phantastische Wahl, wie sich bald herausstellen sollte. Es folgten drei herrlich unkomplizierte, kurzweilige Tage in denen uns Theo galant durch die WĂŒsten Salvador DalĂ­ und Siloli kutschierte, wĂ€hrend wir auf der RĂŒckbank vergnĂŒgt quietschend ĂŒber Gott, die Welt und mehr plauderten. Ein Hoch auf „Team Theo“!!! Danke, MĂ€dels, ihr ward Spitze! 😍😂

Bald fiel uns auf, dass Theos Auto kein GPS hatte. Wir gingen in der logischen Konsequenz davon aus, dass der vorderste Wagen des Konvois mit einem entsprechenden Instrument ausgestattet war. Doch Theo verneinte. Man orientiere sich hier einzig und allein am Horizont. Wow!

Der Weg ist das Ziel…

Theos Landcruiser war das Montagsauto des Konvois. Der Wagen krĂ€nkelte und musste wĂ€hrend der Tour mitten in der WĂŒste mehrmals ĂŒberbrĂŒckt oder improvisiert repariert werden. Sogar ein Ausbau der Batterie war mit dabei.

Auto-Reparatur in der WĂŒste
Theos Auto musste auf der Tour mehrmals improvisiert repariert werden. (Foto: A. Arnold)

Ich bewunderte die mechanischen FĂ€higkeiten und das Improvisationsgeschick der bolivianischen Jungs. Man hĂ€tte fast den Verdacht schöpfen können, dass es nicht das erste Mal war, dass sie sich solcher Tricks bedienen musstenÂ đŸ€”

Das Auto wird in der WĂŒste aufgetankt.

So geht Tanken in der WĂŒste 😉 (Foto: E. Arnold)

Die Lagunen des Altiplanos: Same same but different…

Der Weg fĂŒhrte von einer Lagune zur nĂ€chsten: Laguna Verde, Laguna Blanca, Laguna Colorada und wie sie alle hiessen. Jede ist schön und auf ihre Weise einzigartig. Immer wieder unternahmen wir in dieser wundervollen Gegend des Altiplanos kleine Wanderungen.

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(Foto: E. Arnold)
Wanderung Altiplano
(Foto: N. Horni)

Wir befanden uns stets auf rund 4’000 Metern ĂŒber Meer und gelangten selbst bei flachen Etappen ausser Atem. Und wenn uns nicht die dĂŒnne Luft den Atem raubte, dann diese unglaublich farbenprĂ€chtigen Lagunenlandschaften.

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Die rote FĂ€rbung ist einer speziellen Algenart zu verdanken, die sich bei tiefem Wasserstand besonders ĂŒppig ausbreitet. In diesen roten Algen tummeln sich Millionen von kleinen Krebsen, die ebenfalls dieses Karotinoid, diesen rot fĂ€rbenden Stoff enthalten. Und nun ratet mal, warum die Flamingos, die sich in der Lagune zu Hauf versammeln ausgerechnet einen rötlichen Teint haben? Wie heisst es doch so treffend: man ist, was man isst. 

Flamingos
Flamingos an der Laguna Colorada (Foto: N. Horni)

Leider hatten wir bei den Thermalquellen „Termas de Polques“ unsere Badehose nicht griffbereit, weshalb wir die Planscherei hier verpassten. Ein Grund mehr, spĂ€ter in diesem Leben nochmals hier vorbei zu schauen. 

Termas de Polques
Termas de Polques.

Geysir Sol de Mañana 🌋

Schliesslich erreichten wir den Geysir Sol de Mañana (Morgensonne).  Nach dem eindrĂŒcklichen Erlebnis bei den Geysiren des El Tatio vor ein paar Tagen (mehr dazu hier) hatten wir nun eine konkrete Vorstellung was uns in einem Geysirfeld erwarten könnte. Und siehe da: auch hier blubberte und dampfte es ĂŒberall aus dem Erdboden. Und trotzdem war es komplett anders – same same but different. 

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Es war ein intensiver Tag. Der „Arbol de Piedra“ war die letzte Station auf unserer Tages-Todo-Liste.   

Arbol de Piedra (Baum aus Stein)
Arbol de Piedra (Baum aus Stein)

Es sei nun nicht mehr weit bis zum Hotel, hiess es. Irgendwie konnte ich noch gar nicht glauben, dass wir ĂŒberhaupt jemals wieder auf Zivilisation treffen wĂŒrden. Doch dann tauchte plötzlich – aus dem Nichts – das Tayka del Desierto auf. Eine Oase mitten in der WĂŒste, auf 4’600 Metern ĂŒber Meer. 

Tayka del Desierto
Das Hotel Tayka del Desierto mitten in der WĂŒste auf 4’600 Metern ĂŒber Meer

Der Sternenhimmel hier draussen, fernab von jeglicher stÀdtischer Lichtverschmutzung, ist schlicht grandios. Das Tayka del Desierto ist insofern also nicht etwa ein drei- oder vier-, sondern ein Millionen-Stern-Hotel. 

Es war die höchst gelegene Übernachtung auf der ganzen Tour und in meinem ganzen bisherigen Leben. Wir reden hier – notabene – vom Höhenniveau des Matterhorns.

Tayka del desiertoBlick aus dem Zimmerfenster des Hotels Tayka del desierto.

Ich war gespannt, wie es sich anfĂŒhlen wĂŒrde, auf dieser Höhe zu schlafen. Und ja, es fĂŒhlte sich an. Und wie, herrje! Die ganze Nacht ĂŒber plagte mich ein starker stechender Kopfschmerz. An Schlaf war kaum zu denken. Besonders heftig war der Schmerz, wenn ich mich in meinem Bett von einer Seite auf die andere drehte. Also beschloss ich, mich möglichst nicht zu bewegen, was eine Verkrampfung der gesamten Schulter- und Nackenmuskulatur zur Folge hatte. Aber genug gejammert! Es war eine wahnsinnig eindrĂŒckliche Erfahrung, die ich nicht missen möchte. 

Salar de Uyuni –– Dreaming for a White Xmas 🎄

Mein persönliches Highlight der Reise war der Salar de Uyuni. Mit einer FlĂ€che von sagenhaften 10’000 Quadratkilometern (dies entspricht einem Viertel der FlĂ€che der Schweiz) ist er der grösste Salzsee der Welt. 

Im Salar wird das weltweit grösste Lithium-Vorkommen vermutet. Aus Lithiumkarbonat lassen sich besonders leistungsstarke Batterien herstellen, die beispielsweise in Elektroautos eingesetzt werden. Damit hat der Rohstoff insbesondere in der Automobilindustrie ein enormes Potenzial und wird daher auch „weisses Öl“ oder „weisses Gold“ genannt. Bolivien, allen voran Evo Morales, erhofft sich durch den Abbau von Lithium den ersten nachhaltigen Aufschwung fĂŒr sein Land und erklĂ€rte den Rohstoff zur strategischen Ressource. Welche Konsequenzen der gross angelegte Lithium-Abbau auf die einzigartige SalzwĂŒste haben wird, lĂ€sst sich heute nur erahnen.  

Mitten im See befindet sich die Insel „Inca Huasi“. Markenzeichen der Insel sind ihre riesigen Kakteen. Es sind vier, fĂŒnf, sechs und sogar ĂŒber acht Meter hohe Giganten. Ein Kaktus wĂ€chst pro Jahr nur gerade 1 Zentimeter. Die stacheligen Kumpels hier haben also bereits Jahrhunderte auf dem Buckel. WAHNSINN!!!

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Was fĂŒr ein Prachtsding! Und der Kaktus ist auch nicht ohne, ey…

Positiv ĂŒberrascht hat mich, wie locker man sich auf dem See und auf der Insel bewegen konnte. Aus anderen Destinationen ist man sich ja gewohnt, als Tourist an jeder Ecke in die Schranken gewiesen zu werden, aber hier am Salar de Uyuni war alles herrlich entspannt. 

Salar de Uyuni
Unsere 4WDs mitten im Salar de Uyuni

WĂ€hrend wir die Insel erkundeten, bereitete unsere Crew den Lunch zu. AngekĂŒndigt wurde ein „Picknick auf dem Salar“. Na ja, ein ziemlich vornehmes Picknick, finde ich 😂

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Die gammligen PlastikstĂŒhle und Tische wurden kurzerhand mit schicken Stoffen ĂŒberzogen. Das Leben kann so einfach sein.  

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Zum krönenden Abschluss des tollen Tages in der SalzwĂŒste stand uns eine Übernachtung in einem Salzhotel bevor. Salz war hier das ĂŒberwiegende Material der Bausubstanz und die GĂ€nge waren nicht etwa mit Steinplatten oder Teppich belegt, sondern mit Zentimeter dickem Salz-Kies. FĂŒr einmal waren Rollkoffer-Piloten klar im Nachteil und der GepĂ€ckjunge wurde hier nur allzu gerne in Anspruch genommen. FĂŒr den Gang zur Lobby oder dem Restaurant mussten Flipflops fĂŒr einmal den wĂ€hrschaften Wanderstiefeln weichen. 

Salzhotel
Nicht nur der Boden, auch die Couches sind hier ĂŒbrigens aus Salz.

Potosí: einst die grösste Stadt der Welt

Nach der ĂŒberwĂ€ltigenden Zeit in der SalzwĂŒste am Salar de Uyuni nahmen wir Kurs auf PotosĂ­. Die Silberminenstadt war im 17. Jahrhundert die grösste und reichste Stadt der Welt. Das ist lange her, sehr lange. Das Leben wird hier auch heute noch von den Minen am Cerro Rico, dem „reichen Berg“, geprĂ€gt, aber die UmstĂ€nde haben sich dramatisch verĂ€ndert. Nichts ist hier mehr, wie es mal war.
Wir blieben eine Nacht in Potosí und nahmen am nÀchsten Tag Sucre, die Hauptstadt Boliviens ins Visier.  

Spieglein, Spieglein an der Wand… 

… wer ist die Schönste im ganzen Land? fragte PotosĂ­ und der Spiegel antwortete:“du warst lange Zeit die Schönste und Reichste, aber heute ist Schneewittchen, ĂŒber den sieben Bergen bei den sieben Zwergen (Anmerkung: die Bolivianer sind aber auch klein, ey!) tausendmal schöner als du.
Ich mochte das zauberhaft weisse Schneewittchen (auch bekannt unter dem etwas phantasielosen Namen „Sucre“) auf Anhieb ❀

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Titicacasee

Von Sucre ging es schliesslich per Inlandflug nach El Alto und von dort weiter zum berĂŒhmten Titicacasee, dem höchst gelegenen schiffbaren See der Welt. Es wĂ€re keine Trekking-Reise, wenn wir hier nicht durch diese malerische Kulisse gelatscht wĂ€ren. 

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Fast wie am Titisee im Schwarzwald 😉

Die quirlige Rosemarie war an dem Tag unser lokaler Tour-Guide. Mit viel Charme und Humor fĂŒhrte sie uns ĂŒber Stock und Stein und erzĂ€hlte uns viel ĂŒber Land und Leute und das Leben am Titicacasee. Mich persönlich beeindruckten ja Rosemaries Wanderschuhe am meisten 👠 😂

Seilbahn-Paradies La Paz 

Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass es in der Stadt La Paz Seilbahnen geben soll, hatte mir aber keine MĂŒhe gemacht, weitere HintergrĂŒnde dazu in Erfahrung zu bringen. Hand auf’s Herz: wenn uns Schweizern nach Luftseilbahn fahren zumute ist, brauchen wir dafĂŒr nicht um die halbe Welt zu reisen. Entsprechend erwartungslos traf ich in La Paz ein. Doch letztlich war es genau dieses grandiose Seilbahn-Netz, das mich hier am allermeisten beeindruckte. Als öffentliches Verkehrsmittel verbindet es das dicht bebaute La Paz mit der Industriestadt El Alto, wo sich auch der Flughafen befindet. 

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Die erste Linie wurde im Mai 2014 in Betrieb genommen. Im Jahre 2020 soll das Seilbahnnetz mit ĂŒber 30 Kilometern abgeschlossen sein.
Das zukunftstrĂ€chtige Projekt trĂ€gt ganz klar die Handschrift von Evo Morales. Als Bauherr wurde die österreichische Firma Doppelmayr verpflichtet. Die Gondeln stammen – zumindest teilweise – aus der Schweiz. Wer hat’s erfunden? 😉 

¥Hasta luego, Altiplano! 

In La Paz endete unsere zweiwöchige Trekking-Tour durch den Altiplano. Von nun an ging es abwĂ€rts. Von La Paz auf rund 4’000 Metern fĂŒhrte mich meine Heimreise in einer ersten Etappe nach Lima (Peru) auf gut 100 Metern.

In Lima erlebte ich ĂŒbrigens einen Ă€usserst amĂŒsanten Zwischenstopp: Mein Stop-Over bei den Schönen und Reichen in Lima Viel Spass bei der LektĂŒre! 

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Atacama-Trekking: dĂŒnne Luft, fette Panoramen

Eines gleich vorweg: der Adrenalinkick, den mir meine pannenreiche Anreise zum Flughafen ZĂŒrich beschert hatte, wurde wĂ€hrend der gesamten Trekking-Tour in den Anden nicht mehr getoppt.

Just in dem Moment, als ich den letzten Task auf meiner Abreise-Checkliste abgehakt hatte, erreichte mich an jenem Nachmittag nĂ€mlich die Nachricht ĂŒber eine Störung im Schweizer Schienenverkehr. Es mĂŒsse mit ZugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen gerechnet werden, hiess es. Da ich sowieso startklar war, entschied ich, bereits ein knappes StĂŒndchen frĂŒher als vorgesehen, zum Flughafen aufzubrechen. Als ich die Menschenmassen und das wirre Treiben auf dem Bahnhof erblickte, wusste ich, dass die Entscheidung klug war.

Normalerweise  dauert die Fahrt zum Flughafen vierzig Minuten. Doch diesmal hatte ich es in vierzig Minuten gerade mal bis ins Epizentrum des totalen Kollaps geschafft – mitten drin, statt nur dabei, ey! Nach dramatischen ĂŒber 2,5 Stunden, in denen ich viel Kampfgeist und Improvisationstalent bewies, erreichte ich das Checkin gerade mal zehn Minuten vor dessen Schliessung. Das war knapp, puhh.

Die restlichen knapp 12’000 km meiner Reise nach Santiago de Chile verliefen – im Vergleich zu diesen ersten 40 km – dann glĂŒcklicherweise herrlich entspannt.

Die Reise im Überblick

Ich habe drĂŒben bei GoogleMaps die wichtigsten Stationen und Highlights des gesamten Trips erfasst. In diesem ersten Blogpost beschrĂ€nke ich mich auf den Chile-Teil. Im nĂ€chsten Bericht knöpfe ich mir Bolivien vor.

Ausgangs- und Besammlungspunkt fĂŒr die Tour war Santiago de Chile. Dort traf ich auf die restlichen 14 Gruppenmitglieder.

Bereits am nĂ€chsten Tag verliessen wir die Hauptstadt Chiles und flogen nach Calama im nördlichen Drittel des ĂŒber 4000 km langen Landes.

Eine schöne WĂŒsteÂ đŸœïž

Die Überschrift hört sich im ersten Moment vielleicht nach einem Widerspruch an. Kann denn eine WĂŒste schön sein? Oh ja, sie kann!

Salar de Talar, Atacama
Salar de Talar, einer der Salzseen in der Atacama-WĂŒste

Seit vielen, vielen Jahren faszinieren mich WĂŒstenlandschaften. Nach dem Outback, der Namib, der Kalahari, der Karoo und wie sie alle hiessen, konnte ich es kaum erwarten, endlich die Atacama, die trockenste WĂŒste der Welt, zu erkunden. An gewissen Orten ist hier bereits seit Jahrzehnten kein Regen mehr gefallen. Sogar im Death Valley fĂ€llt fĂŒnfzig Mal mehr Regen. Im Westen verhindert der Humboldtstrom an der PazifikkĂŒste die Bildung von Regenwolken und im Osten/Nordosten schafft es die feuchte Luft aus dem Amazonasbecken partout nicht ĂŒber die Andenkette. Na ja, ein bisschen in Schutz nehmen muss ich die feuchte Luft jetzt schon. Es ist tatsĂ€chlich nicht ganz einfach, auf, geschweige denn ĂŒber diese FĂŒnf- und Sechstausender zu kommen, wie ich noch am eigenen Leib erfahren sollte – aber dazu dann spĂ€ter.

Valle de la Luna 🌙

Nach dem Bezug unseres Hotels in San Pedro, der WĂŒsten-Hauptstadt, ging es direkt ins Valle de la Luna weiter. Hier stand uns am spĂ€teren Nachmittag eine Wanderung durch die bizarre Mondlandschaft bevor.

NatĂŒrlich waren wir hier nicht die einzigen wanderlustigen Geschöpfe:

Wanderer im Valle de la luna, Atacama
Das Wandern durch das Valle de la Luna war nicht nur unser einer Lust…

Zur AbenddĂ€mmerung greift Mutter Natur hier besonders tief in die Trickkiste und zaubert ein herrliches Farbenspektakel ins Tal. WĂ€hrend wir diese einmalige Stimmung ehrfĂŒrchtig in uns aufsogen, ĂŒberraschten uns unsere Guides mit einem tollen Sundowner-ApĂ©ro.

Sundowner im Valle de la Luna, Atacama
FarbenprÀchtige Abendstimmung im Valle de la Luna, Atacama

Salzseen und Lagunen

Die ersten drei Tage in der Atacama dienten der Akklimatisierung und so beschnupperten wir die liebliche, andinische HĂŒgellandschaft bei San Pedro von angenehmem SĂ€ntis-Niveau aus. Als gebĂŒrtige Ostschweizerin kommt mir zum Höhen-Niveau um die 2’500 Meter spontan der SĂ€ntis in den Sinn – ich bitte um Nachsicht!

Im Zuge diverser AusflĂŒge stiessen wir tagsĂŒber immer mal wieder in höhere Gefilde vor und unternahmen hier jeweils kurze Wanderungen. Es ist wichtig, den Körper langsam und hĂ€ppchenweise an die Höhe zu gewöhnen. „Hoch steigen, tief schlafen“, raten die Experten von Bergwelten.

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Mal Hand aufs Herz, wenn von Sechstausendern die Rede ist, bĂ€umen sich einem vor dem geistigen Auge doch gleich mal gigangtische FelssĂ€ulen auf, oder etwa nicht? Ich jedenfalls konnte es gar nicht richtig glauben, dass diese lieblichen HĂŒgelchen tatsĂ€chlich die Anden sein sollten. Wenn man dann aber bedenkt, dass man sich beim Betrachten der HĂŒgelchen selbst auf einer stolzen Höhe befindet, relativiert sich das Ganze natĂŒrlich.

Toller Blick auf den Salar de Talar - und ein paar nette Gruppen-GspÀnli :-)
Toller Blick auf den Salar de Talar, einige FĂŒnf-oder Sechstausender und ein paar nette Gruppen-GspĂ€nli, die sich hier gerade von ihrer besten Seite zeigen 🙂

Fast wie bei uns im Jura… 🙂

Die Geysire des El Tatio 🌋

Am nĂ€chsten Tag brachen wir bereits um 5.00 Uhr auf zu den Geysiren des El Tatio auf knapp 4’500 Metern. Es ist das höchst gelegene Geysirefeld der Welt.

Das Thermometer zeigte bei unserer Ankunft unglaubliche minus 13 Grad an, entsprechend warm hatten wir uns fĂŒr diese morgendliche Exkursion eingepackt. Wer das FontĂ€nen-Spektakel am El Tatio sehen möchte, muss unbedingt vor Sonnenaufgang vor Ort sein. Erstens ist das Naturschauspiel mit den ersten Sonnenstrahlen am eindrĂŒcklichsten und zweitens ist der Spuk mit zunehmender Temperatur dann rasch vorbei.

Die Szenerie am El Tatio ist faszinierend. Überall blubbert und dampft es aus dem Erdboden und es liegt ein beissender Schwefelgeruch in der Luft. In mir wurden sofort Erinnerungen an den gigantischen Yellowstone-Nationalpark, an die Kanaren und last but not least an Island wach. Im Gegensatz zu jenen Destinationen blubbert es im Geysirefeld von El Tatio, aufgrund der exklusiven Höhenlage, jedoch bereits ab ca 85 Grad Celsius und nicht erst bei 100 Grad.

Mit dem Anstieg der Temperatur ziehen sich die Geysire wieder in ihre Löcher zurĂŒck und blubbern entspannt dem nĂ€chsten Morgen entgegen.

Die Geysire verstummten, dafĂŒr knurrten nun unsere MĂ€gen. Im Nu hatte unsere Crew ein reichhaltiges FrĂŒhstĂŒcksbuffet herbeigezaubert. Ein tolles Erlebnis, mitten in dieser einzigartigen Kulisse und mit dem wundervollen Geruch von faulen Eiern in der Nase feudal zu brunchen. (Ironie beiseite: es war wirklich toll! 😀)

Eigentlich hĂ€tte sich hier jeder sein FrĂŒhstĂŒcks-Ei selbst bis zur gewĂŒnschten HĂ€rte zubereiten können. Kochendes Wasser hĂ€tte es ja genĂŒgend. Allerdings bezweifle ich, ob rohe Eier den Transport auf der holprigen Zufahrtspiste am frĂŒhen Morgen ĂŒberlebt hĂ€tten.

Je dĂŒnner die Luft, desto fetter das Panorama

Am vierten und letzten Tag in der Atacama-WĂŒste stand uns schliesslich noch die Königsdisziplin bevor: die Besteigung des Cerro Toco, dessen Gipfel sich auf sagenhaften 5’616 Metern ĂŒber Meer befindet. Wir starteten unsere Wanderung auf ca. 5’000 Metern.

Solange ich im Auto sass, merkte ich rein gar nichts von der Höhe. Doch mit der ersten hastigen Bewegung beim Verlassen des Autos war mein innerer Schiedsrichter sofort zur Stelle. „Foul!“, schrie er. Dann zĂŒckte er mit einem sĂŒffisanten Grinsen die gelbe Karte aus seiner Brusttasche und verwarnte mich gleich mal mit einem kurzen aber heftigen Stich durch die gesamte SchĂ€deldecke – autsch! 

Nach dieser ersten, schmerzhaften Lektion, ging ich alles weitere dann automatisch einen Tick langsamer an und setzte achtsam – stets in Kontakt mit meinem inneren Schiedsrichter – einen Fuss vor den anderen.

Ich halte hier an Position 5 tapfer mit…  (Foto: F. Fischer)

Pausen sind wichtig und der Orangensaft aus der Lunch-Box wird zum willkommenen Zuckerlieferant. PrimÀr aus Interesse und weniger aus akutem Anlass, liessen wir hier auch unseren persönlichen Sauerstoffwert bestimmen.

«Der Sauerstoffgehalt in der Luft betrĂ€gt in jeder Höhe 21%. Durch abnehmenden Luftdruck steht dem Körper auf ĂŒber 8.000 m aber nur noch ein Drittel des Sauerstoffs auf Meereshöhe zur VerfĂŒgung. Das erklĂ€rt, warum die allermeisten Höhenbergsteiger auf kĂŒnstlichen Sauerstoff zurĂŒckgreifen.»

(Quelle: Bergwelten.com)

Ich fand die Erfahrung, wie mein eigener Körper (und mein innerer Schiedsrichter) sich mit diesen ungewöhnlichen Gegebenheiten arrangierte, extrem spannend. Und, wie soll ich sagen, wir waren ein verdammt starkes Team: mein Körper, der Schiedsrichter und ich. Und ja, natĂŒrlich schwang eine grosse Portion Dankbarkeit mit, als ich oben auf dem Gipfel des Cerro Toco – auf sage und schreibe 5’616 Metern ĂŒber Meer – die HĂ€nde zum Himmel warf und ein stolzes ÂĄCaramba! in die dĂŒnne Andenluft schrie.

Ich winke hier von 5616 Metern ĂŒber Meer.
GESCHAFFT!!! Ich winke hier von 5616 Metern ĂŒber Meer.

Das Panorama vom Gipfel des Cerro Toco ist atemberaubend schön.

Die Luft ist dĂŒnn, dafĂŒr das Panorama umso fetter!

Nach diesem Höhenflug ging es zurĂŒck nach San Pedro und damit buchstĂ€blich nur noch bergab – bis SĂ€ntis-Niveau eben 😉

Der Rest des Tages stand zur freien VerfĂŒgung. Ich nutzte die Zeit fĂŒr einen Spaziergang durch die staubigen Gassen San Pedros.

Am nĂ€chsten Morgen hiess es bereits Abschied nehmen von der wundervollen Atacama-WĂŒste. Irgendwie werde ich das GefĂŒhl nicht los, dass ich hier nicht zum letzten Mal war…

Mein uneingeschrĂ€nktes Fazit zur Atacama-WĂŒste:

Oh ja, das ATACAMA schon so machen,
aber dann bleibt es halt
auf immer und ewig im Herzen! ❀

P.S. wĂ€hrend ihr diese Zeile lest, versammeln sich in meinem Kopf bereits die Puzzle-Teile fĂŒr die Fortsetzung dieser Blogserie. In diesem Sinne: dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich – wir lesen uns drĂŒben in Bolivien!

P.P.S. als ÜberbrĂŒckung kann ich diese Anekdote aus Lima offerieren đŸ€ 

¡Hasta luego, amigos! 🙂

Mein Stop-Over bei den Schönen und Reichen in Lima (Peru)

KĂŒrzlich bin ich von einer Trekking-Tour durch die imposante Atacama-WĂŒste im Norden Chiles und den farbenprĂ€chtigen bolivianischen Altiplano zurĂŒckgekehrt. Die RĂŒckreise fĂŒhrte mich vom höchstgelegensten Flughafen SĂŒdamerikas, El Alto, via Lima (Peru) zurĂŒck nach Europa. In Lima stand mir ein zwölfstĂŒndiger Aufenthalt bevor. Ich klĂ€rte bereits im Vorfeld ab, welche Möglichkeiten sich mir zur ÜberbrĂŒckung des grosszĂŒgigen Zeitfensters vor Ort boten. Wie realistisch war es, den Flughafen Lima zu verlassen, der peruanischen Hauptstadt eine Stippvisite abzustatten, in einem flauschigen Lokal ein leckeres Lomo Saltado* zu schmausen und es schliesslich pĂŒnktlich zum Boarding zurĂŒck zum Flughafen und ans Gate zu schaffen?

Ich hörte mich zu dieser Frage auf verschiedenen Weltenbummler-KanĂ€len um. Die EinschĂ€tzungen der Experten reichten von „das tust du dir mal lieber nicht an!“ bis hin zu „voll easy – just do it!“
Papperlapapp! Ich nahm mir vor, mich direkt vor Ort der Situation hinzugeben, einen kleinen SWOT-Check am eigenen Leib durchzufĂŒhren und dann spontan zu entscheiden, ob ich mich als alleinreisende Frau ins GetĂŒmmel dieser sĂŒdamerikanischen Metropole wagen konnte/wollte/durfte/sollte.

In den Tagen unmittelbar bevor es soweit war, nutzte ich in der WĂŒste Boliviens jede noch so wackelige WLAN-Verbindung, um an fundierte Informationen ĂŒber das mir bisher unbekannte Lima zu kommen. Bald fand ich heraus, dass der Stadtteil Miraflores die Ecke der „Schönen und Reichen“ sei und als besonders „safe“ gilt. Ich will nicht ĂŒberheblich klingen, aber wenn ĂŒberhaupt, dann gehörte ich in den paar wenigen Stunden meines Aufenthalts genau dort hin!
Meine weitere Recherche ergab, dass es fĂŒr die „Schönen und Reichen“ sogar einen Bus gab, den Airport-Express Lima. Der Shuttle-Service verbindet Miraflores in nur gerade einer Stunde Fahrt direkt mit dem Flughafen. Das klang toll und super-easy.

Voller Tatendrang bestieg ich also an jenem Freitag Morgen in aller HerrgottsfrĂŒhe und auf sagenhaften viertausend Metern ĂŒber Meer in El Alto (La Paz) das Flugzeug und freute mich auf mein bevorstehendes Lima-Abenteuer. Meine Trekkingtasche konnte ich leider nicht von El Alto bis ZĂŒrich durchchecken, sondern wĂŒrde sie in Lima vom GepĂ€ckband abholen und neu aufgeben mĂŒssen. „Easy“, dachte ich mir, „Zeit genug habe ich ja.“ Dass der Baggage-DropOff-Schalter  erst kurz vor dem Weiterflug öffnen könnte, hatte ich mit keiner Sekunde bedacht.
Und dann stand ich also da. Mitten im Flughafen von Lima. Mit einem langen Gesicht, einer 15 Kilogramm schweren Trekkingtasche auf dem Buckel, mit Schweissperlen und einem grossen Fragezeichen auf der Stirn, und einem Magen, der – nachdem ich ihm in den vergangenen Tagen jede Menge Honig ums Maul geschmiert hatte – nun gefĂ€lligst auf sein Lomo Saltado bestand.

Projekt „Schliessfach“

Ein Schliessfach musste her! Und so stolperte ich also wachsamen Blickes durch den Flughafen von Lima, liess mich von einem Infoschalter zum nĂ€chsten dirigieren bis sich endlich jemand traute, mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen: ES GIBT KEINE SCHLIESSFÄCHER AM FLUGHAFEN VON LIMA. FĂŒr den Bruchteil von Sekunden zweifelte ich an meinem Spanisch und sicherte die Aussage daher noch auf Englisch ab und – taddaaa: es gibt TATSÄCHLICH keine SchliessfĂ€cher am Flughafen von Lima!

Mit einem noch viel grösseren Fragezeichen auf der Stirn liess ich meinen Blick aus den grossen Fensterfronten der Ankunftshalle  gleiten und entdeckte dabei direkt gegenĂŒber das Hotel Wyndham. „Na los!“, pushte ich mich selbst, „da gehst du jetzt hin, knöpfst dir den Concierge vor und deponierst deine Tasche fĂŒr ein faires Trinkgeld in seinem stillen KĂ€mmerlein.“ Soweit der Plan. Der Concierge war zuvokommend und freundlich und meine Frage offensichtlich 0815-im-Quadrat. Vermutlich stand sie an oberster Stelle seines Frequently-Asked-Questions-Katalogs. „Ohne Zimmernummer kein stilles KĂ€mmerlein“, erklĂ€rte mir der Portier freundlich. „HĂ€tte ich eine Zimmernummer, brĂ€uchte ich kein stilles KĂ€mmerlein“, konterte ich. Ein Teufelskreis… mit dem schlechteren Ende fĂŒr mich, herrje.

Ein Sprichwort besagt:

„Wenn dir das Leben Zitrone bietet, besorge dir Salz und Tequila.“

Offensichtlich war nun der Moment, nach Salz und Tequila Ausschau zu halten. Ich rang mich schliesslich zĂ€hneknirschend zur bequemsten und, zumindest aus der Sicht meines Geldbeutels, gesalzensten Option durch, die sich mir in der aktuellen Lage bot: ich gönnte meiner Tasche ein Schliessfach Deluxe 😂

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Schliessfach „Deluxe“ – Trotz ausgehandeltem „Spezialpreis“ ist es ohne Zweifel das schickste und teuerste Schliessfach EVER 😉

Projekt „Lomo Saltado“

Nach dem Zimmer- bzw. Schliessfachbezug konnte ich nun endlich mein Lomo-Saltado-Projekt in Angriff nehmen 😋

Die Haltestelle des Airport-Express – na ihr wisst schon: dem Bus fĂŒr die Schönen und die Reichen – befand sich direkt vor meinem Schliessfach-Hotel. Perfekt! Ich schnappte also meinen Tagesrucksack und machte mich auf die Socken.
Wo genau in Miraflores ich denn hin wolle, fragte mich Juan, der TicketverkĂ€ufer im Bus. Ich hatte sowas von keine Ahnung und zog meine Schultern bis zu den Ohren. Ich erklĂ€rte ihm, dass ich zum ersten Mal in Lima sei, hier nur ein paar Stunden Stop-Over zu ĂŒberbrĂŒcken und dabei vor allem ein Ziel hĂ€tte, nĂ€mlich das BESTE Lomo Saltado der Stadt zu schlemmen. Juan brauchte gar nicht lange nachzudenken und empfahl mir spontan das Punto Azul an der Ecke San MartĂ­n/Alcanfores. Juan schlug vor, beim fĂŒnften Bus-Stop auszusteigen und durch den Parque Kennedy und die Avenida JosĂ© Larco zu schlendern. Das Punto Azul befĂ€nde sich gleich hinter der Touristeninformation und diese wiederum könne ich nicht ĂŒbersehen. Ich bedankte mich fĂŒr den Tipp und verband mich artig mit dem Free-WiFi, um mein Bus-Ticket abzurufen.

Als ich die Ecke San MartĂ­n/Alcanfores erreichte, war ich sicher, dass Juans Restaurant-Tipp top war. Die Menschen standen hier bis auf die Strasse in der Warteschlange.  Ich stellte mich artig hinten an. Ich hatte GlĂŒck – gerade war im Lokal ein Einzeltisch frei geworden und weil alle vor mir mehrere PlĂ€tze benötigten, durfte ich frech an der ganzen Warteschlange vorbeiziehen. So fĂŒhlte sich also dieses „schön und reich“ an. 👾

Und dann war er da. Der Moment, in dem ich endlich mein Lomo Saltado – das BESTE in der Stadt – bestellen durfte.

Mission accomplished 😋😊

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Als ich die Rechnung verlangte, fragte mich der Kellner, ob ich solo sei. FĂŒr einen kurzen Moment dachte ich, dass der Typ mich in einen billigen Flirt verwickeln wollte. Ich bemerkte das sprachlich bedingte MissverstĂ€ndnis aber – Gott sei Dank, puhh –  gerade noch rechtzeitig. Nein, er fragte nicht nach meinem Beziehungsstatus, sondern, ob ich in der peruanischen LandeswĂ€hrung, in Sole, oder in Dollar bezahlen wollte 😜

GemĂŒtlich schlenderte ich weiter der Avenida JosĂ© Larco entlang, bis ich schliesslich das Larcomar, den Einkaufs- und Flanier-Komplex in Miraflores mit exklusivem Blick auf den Pazifischen Ozean erreichte.

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Larcomar, Shopping- und Flanier-Zentrum in Miraflores, Lima

Vor dieser herrlichen Kulisse gönnte ich mir schliesslich noch einen allerletzten Pisco Sour, bevor es mit dem Bus (genau: dem fĂŒr die Schönen und Reichen…) zurĂŒck zum Flughafen ging.

FĂŒr die verbleibenden zwei StĂŒndchen meines Lima-Aufenthalts nutzte ich dann noch die VorzĂŒge meines luxuriösen Schliessfaches. Alles in allem war es ein herrlich improvisierter, SCHÖNer und beREICHender Tag, den ich in der peruanischen Hauptstadt Lima verbringen durfte.

* Lomo Saltado ist ein typisch peruanisches Pfannengericht bestehend aus Rindfleisch, Zwiebeln, Reis, Pommes und Ei. Das Ganze an einer wĂŒrzigen Soja-Tunke mit einem Schuss Pisco – mmmhhhh 😋

Fronalpstock: Switzerland at its Finest â€ïž

Den Fronalpstock  hatte ich schon lĂ€nger auf meiner Wander-Todo-Liste, doch es sollte irgendwie einfach noch nie sein. KĂŒrzlich, an einem Kaiserwetter-Sonntag Anfang September, passte nun endlich alles zusammen:

 das Wetter, 
  die Tagesform und
 die Gesellschaft

Es war ein wahrhaftiger Bilderbuch-Wandertag. Zuerst beförderte uns die steilste Standseilbahn  der Welt von der Talstation bei Schwyz auf den Stoos (1300 m). Anschliessend ging’s zu Fuss in knapp zwei Stunden weiter hoch zum Fronalpstock (1922 m).

Der Weg ist das Ziel

Es sind gut 600 Höhenmeter, die es zu bewĂ€ltigen gilt. Aber hey! ich schwöre: jeder einzelne Meter lohnt sich. Und man hat mit den GebrĂŒdern Mythen im RĂŒcken auf der ganzen Strecke beste Gesellschaft.
Der Weg zum Gipfel ist gut zu bewĂ€ltigen. Alternativ kann er aber auch per Sessellift zurĂŒckgelegt werden. Und fĂŒr die „FĂŒnfer-und-Weggli“-Kameraden bietet sich ein fliegender Wechsel an der Sessellift-Mittelstation an.
Bis zur Mittelstation ist der Wanderweg supereasy. Erst im oberen Viertel, also kurz vor dem Gipfel wird der Weg gerölliger. Er ist zwar auch hier nicht sonderlich anspruchsvoll, aber mit vernĂŒnftigem Schuhwerk ist man auf jeden Fall gut bedient.

Das 360-Grad-Panorama „On The Very Top of Fronalpstock“ ist grandios. Mit weit aufgerissenen Augen und MĂ€ulern liessen wir hier unsere Blicke von der legendĂ€ren RĂŒtli-Wiese, ĂŒber das idyllisch gelegene StĂ€dtchen Brunnen SZ und die Rigi (Königin der Berge) weiter ĂŒber den VierwaldstĂ€ttersee bis hin zum BĂŒrgenstock und den Pilatus schweifen!!! Wow, einfach nur Wow!!!   

Fazit: Der Fronalpstock ist ein absolutes Muss – nicht nur fĂŒr Wander-Enthusiasten. 

 

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Traumhafte Aussicht vom Fronalpstock. Switzer-Wonder-Land ❀

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*jetzt wĂ€mmer eis jööödele und lohoschtig siiii* 🙂

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Blick Richtung Gratwanderweg hinĂŒber zum Klingenstock

 

Weitere Wander-Artikel gibt es ĂŒbrigens hier: Das Wandern 🎒 ist des Doedel’s Lust

 

Roadtrip durch das sĂŒdliche Afrika

56 Tage, 9’000 Kilometer, 1000 Liter Diesel, null Pannen, ungezĂ€hlte Wow-Momente und drei Kilo mehr auf der Waage – das ist das Fazit des Roadtrips durch das sĂŒdliche Afrika in Zahlen.
Nach der Stippvisite zu den VictoriafĂ€llen in Simbabwe, einer 9-tĂ€gigen Tour durch das nördliche Botswana und einer grosszĂŒgigen Verschnaufpause im wundervollen Kapstadt (Artikel dazu folgt, versprochen) bildete er den vierten, letzten und zugleich mĂ€chtigsten Teil unserer Abenteuerreise durch das sĂŒdliche Afrika.

Ready? Na dann mal los…

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My home is my CARstle

Das Wichtigste fĂŒr einen Roadtrip ist natĂŒrlich ein vernĂŒnftiges Auto. Meine Freundin Nina und ich hatten unseren Camper, einen Toyota Hilux, bereits vor einigen Monaten gebucht und waren – um das Fazit gleich vorwegzunehmen – rundum zufrieden mit unserem «Guschti».

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Unser Toyota Hilux, aka «Guschti»: Ein tapferes und absolut zuverlÀssiges Kerlchen.

Die Camping-AusfĂŒhrung des Toyota Hilux ist wahlweise mit einem oder zwei Dachzelten zu haben. Wir hatten uns fĂŒr die Variante Doppeldecker entschieden, obschon uns einige Personen im Vorfeld davon abgeraten hatten. Es sei viel zu aufwĂ€ndig, tĂ€glich zwei Zelte auf- und auch wieder abzubauen. Ausserdem wĂŒrden sich andere Camping-Enthusiasten das Vehikel zu viert teilen. Nun, wir sind nicht andere und sahen in dem Modell durchaus Vorteile zugunsten unserer PrivatsphĂ€ren. Immerhin verbringt man auf so einer Reise schon sehr viel Zeit miteinander, da sind selbst die kleinsten RĂŒckzugsoasen wertvoll.

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Mein Haus, mein Auto, mein alles…

In der Tat entpuppten sich die warnenden Voten im Vorfeld als haltlos. Im Nu waren die Zelte jeweils aufgebaut und in zwei bis höchstens drei Nus wieder zusammengeklappt und fĂŒr die Weiterreise verstaut. Die Aufwand/Nutzen-Bilanz stimmte fĂŒr uns jedenfalls perfekt.

Verkehrsregeln

Als wesentlich kniffliger erwies sich das Steuern eines Rechtslenkers (Guschti war ein solcher Rechstlenker) und – damit verbunden –  das Fahren auf der linken Fahrbahn. So oft, wie wir insbesondere in den ersten paar Tagen den Scheibenwischer betĂ€tigt haben, hat es jedenfalls die ganzen acht Wochen des Roadtrips nicht geregnetÂ đŸ€Šâ€â™€ïžÂ (Anmerkung: bei rechtsgesteuerten Autos befindet sich der Scheibenwischer links vom Steuer, dort, wo bei uns der Blinker angebracht ist…)
FĂŒr uns EuropĂ€er ungewohnt sind ausserdem die sogenannten „Four-Way-Stops“, also Kreuzungen, bei denen an allen vier einmĂŒndenden Strassen ein Stoppschild angebracht ist. Derjenige, der zuerst da war, darf auch als Erster weiterfahren. Im Zweifelsfall stimmt man sich einfach per Handzeichen ab – sympathisch, irgendwie. Auch diese Eigenheit hatten wir nach ein paar Praxisstunden im sĂŒdafrikanischen Strassenverkehr bald intus.

Und hey! am Zebrastreifen hĂ€lt man gefĂ€lligst an. DafĂŒr braucht es nicht einmal ein Regelwerk, das ist Ehrensache! 😎

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Der Roadtrip im Überblick

Ich habe drĂŒben auf GoogleMaps die Stationen unseres Roadtrips erfasst (violett = Übernachtungen).

Nachfolgend eine Zusammenfassung zu den wichtigsten Highlights.

The Winelands

Unsere Einrolltour fĂŒhrte uns am ersten Tag zu den Spuren der Hugenotten ins idyllische und weltweit bekannte Weinanbaugebiet SĂŒdafrikas. Hier deckten wir uns fĂŒr die weitere Reise mit einigen leckeren Tropfen einđŸ·đŸ˜‹. Wir blieben dann auch gleich fĂŒr zwei NĂ€chte in dieser malerischen Gegend, denn hey! drink OR drive 😇

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Indian Summer Idylle in den Winelands, Western Cape

Anschliessend ging es weiter Richtung Garden Route mit einem – meiner Meinung nach – obligaten Abstecher in die Kleine Karoo zur Straussen-und Meerkat-Metropole Oudtshoorn.

Oudtshoorn

In die wundervolle Landschaft der Kleinen Karoo hatte ich mich bereits bei meinem letzten Roadtrip vor elf Jahren verliebt. Und auch dieses Mal konnte ich mich gar nicht richtig sattsehen an dieser malerischen Szenerie.

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Liebliche HĂŒgellandschaft und tolle Farben – ich mag sie, die kleine Karoo

Der Besuch einer Straussenfarm ist lehrreich und amĂŒsant zugleich.

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Follow me, please! 😉

Ebenfalls empfehlenswert in Oudtshoorn ist eine Meerkat Safari zu frĂŒher Morgenstunde.

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Jööö-Effekt garantiert: Meerkats (ErdmĂ€nnchen) sind sĂŒsse Zeitgenossen.

Safari im Addo Elephant Park

ZurĂŒck am Indischen Ozean haben uns die stĂŒrmischen Wetterbedingungen schliesslich dazu bewogen, die KĂŒste nach der Garden Route bei Port Elizabeth zu verlassen und uns landeinwĂ€rts zu bewegen. Der Addo Elephant Park bot sich da geradezu perfekt als nĂ€chstes Etappenziel an.
Ich möchte euch an dieser Stelle ein paar rELEFANTe Impressionen nicht vorenthalten:

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Rechtsvortritt interessiert auf einer Safari keinen so richtig.

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Auch die drolligen Warzenscheine wissen sich in Szene zu rĂŒcken 😉

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Immer sonntags wird gebadet.

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Auf dem Weg ins MuKi-Turnen.

Lesotho

Die Reise fĂŒhrte uns weiter nordwĂ€rts und schliesslich ins Königreich Lesotho. Lesotho (ĂŒbrigens Lisutu ausgesprochen) wird nicht vergeblich „The Kingdom in the Sky“ genannt. Der im NavigationsgerĂ€t integrierte Höhenmesser hatte jedenfalls allerhand zu tun und zeigte Höhen zwischen 1500 und 3200 Metern ĂŒber Meer an – eine Amplitude, die mehrmals pro Tag rauf und runter gespielt wurde. In Lesotho war daher insbesondere unsere Kurvenfahrtechnik gefragt (Notiz an mich: uuuunbedingt einen Artikel zu Lesotho tippsen!)

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Das höchste Restaurant Afrikas befindet sich auf 3200 MĂŒM

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Geduldigt schlÀngelten wir uns durch die irrsinnig imposante Berglandschaft Lesothos

Man weiss in Lesotho nie so genau, was einem hinter der nĂ€chsten Kurve erwartet. Ein Schlagloch vielleicht? Oder ein StĂŒck Fels mitten auf der Strasse? Oder eine von hunderten Schaf- oder Ziegenherden? Oder….

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Edelmann trifft Eselmann 😂

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Einfach schön…

UrsprĂŒnglich hatten wir geplant, Lesotho im SĂŒden via den Sanipass zu verlassen. Der Sanipass wird in unseren ReisefĂŒhrern als steil und sehr kurvenreich beschrieben. Im Ski-Resort (kein Scherz!) Afriski, der letzten Übernachtungsstation vor dem Sanipass, erfuhren wir von ortskundigen Menschen, dass der Sani keineswegs steiler und kurvenreicher sei als all die anderen PĂ€sse Lesothos, die wir ja bereits hinter uns hatten. Ausserdem sei die Strasse bis zur Passhöhe geteert und in sehr gutem Zustand. Einzig der Weg talwĂ€rts sei etwas kniffliger, weil sich zu beachtlichem GefĂ€lle und Kurvenreichtum ein weiterer KomplexitĂ€tsfaktor dazugeselle: ein neuer Strassenbelag, bzw. eben kein Belag. Schotter. Wir sollten einfach den ersten Gang einlegen und uns mit viel Geduld Kurve um Kurve hinunterschlĂ€ngeln, dann sei auch das easy, meinten die Jungs.
Im Vorfeld hörten und lasen wir unterschiedliche Meinungen ĂŒber den Zustand des Sanipass. Etwas Restbammel in der Magengegend liess sich daher trotz der praxisorientierten Insider-Tipps nicht abstreiten.
Wir interpretierten es schliesslich als einen Wink des Schicksals, als es just am nĂ€chsten Morgen zu regnen begann und die Wetteraussichten weiter sĂŒdlich keine Besserung versprachen. Wir entschieden uns daher, das lieblich-bizarre Lesotho statt ĂŒber den verregneten Sanipass im sonnigen Nordosten zu verlassen und damit neu auch den nördlichen Teil der Drakensberge auf unserer Reise anzusteuern.

Wanderparadies Drakensberge

Mit den Drakensberge wartete ein tolles Wander-Mekka auf uns. Hier machte der Roadtrip erst mal Pause und es ging zu Fuss weiter.

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In den malerischen Drakensberge ging es erst einmal zu Fuss weiter 😉

Safari durch den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark

Nach ein paar prĂ€chtigen Wandertagen in den Drakensberge hiess es schliesslich weiterzuziehen. Nina und ich steckten also einmal mehr unsere Köpfe ĂŒber der Strassenkarte und den ReisefĂŒhrern zusammen und hielten Ausschau nach der nĂ€chsten Übernachtungsstation. Bald fiel uns der Hluhluwe-iMfolozi Park im KwaZulu-Natal auf. Kurzerhand spreizte ich meine Finger auf der Karte um die Distanz zu messen. „Keine 300 km, das schaffen wir locker!“, resĂŒmierte ich salopp. Also riefen wir zwecks Reservation (in Nationalparks empfiehlt es sich, UnterkĂŒnfte vorab zu reservieren) im Hilltop-Camp an. Als ich erwĂ€hnte, dass wir von Giants Castle anreisen wĂŒrden, zögerte die sympathische Stimme am anderen Ende der Leitung kurz, um mich dann freundlich darauf hinzuweisen, dass die Rezeption um 18.00 Uhr schliesse. „No problem!“, quietschte ich und fĂŒgte hinzu, dass wir voraussichtlich bereits am frĂŒhen Nachmittag  eintreffen wĂŒrden.
Als wir am nĂ€chsten Vormittag gemĂŒtlich unseren Guschti startklar machten und unser Navi programmierten, staunten wir nicht schlecht, als dieses die zurĂŒckzulegende Distanz nicht etwa auf knapp 300, sondern auf fast 500 Kilometer und sechs Stunden reine Fahrzeit errechnete. Mathe war ĂŒbrigens noch nie meine StĂ€rke, herrje! 🙄
Und als ob uns dieser Lapsus nicht schon genug Action eingebracht hĂ€tte, hatte auch unser Navi noch einen Aussetzer an dem Tag und lotste uns auf den letzten zehn Kilometern – nachdem wir bereits 470 km in den RĂ€dern hatten, wohlverstanden – auf eine ĂŒĂŒĂŒĂŒble Offroad-Piste. Absolut unnötig, wie sich am nĂ€chsten Tag herausstellte, denn die geteerte Hauptstrasse hĂ€tte uns direkt ans Camp gefĂŒhrt. Wie dem auch sei: in diesem Tag steckte nun wirklich der Wurm drin. Wir erreichten die Rezeption des Hilltop-Camps schliesslich gerade mal ein halbes StĂŒndchen vor Schliessung – das war knapp! 😜

Der Hluhluwe (ausgesprochen: Schluschlue) wird als „kleiner Bruder“ des KrĂŒger Nationalparks gehandelt und besticht insbesondere durch seinen stolzen Bestand an Nashörnern. Das traf sich gut, denn das Nashorn fehlte bisher noch in unserer Big-Five-Sammlung.

Übrigens: Wie nennt man ein rennendes Nashorn?

Nasigorenn 😂

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Die Chancen, Nashörner zu sehen stehen gut im Hluhluwe-Nationalpark.

Doch auch andere typische Safari-Protagonisten trifft man in diesem hĂŒgeligen Park an.

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Wohin des Weges?

Und manchmal lohnt sich sogar der Blick zurĂŒck.

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Manchmal lohnt sich ein Blick zurĂŒck.

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Ihr seht die Giraffen doch auch, oder? 😊 Walking-Safari im Hluhluwe

Swasiland

Nach einem kurzen Abstecher nach St. Lucia nahmen wir schliesslich Kurs auf Swasiland, einem weiteren kleinen Königreich im sĂŒdlichen Afrika. Im Gegensatz zum wilden, wenig erschlossenen Lesotho sticht Swasiland durch eine gewisse Eleganz hervor.

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Switzerland  🇹🇭 meets Swaziland 🇾🇿

Der König von Swasiland, Mswati III, feierte Mitte April seinen fĂŒnfzigsten Geburtstag. Alle paar Meter machen Plakate am Strassenrand auf dieses spezielle Ereignis aufmerksam.  Gerne hĂ€tten auch Nina und ich dem König persönlich unsere GlĂŒckwĂŒnsche ĂŒberbracht, doch am Tor zur königlichen Residenz war leider Endstation fĂŒr uns.

Dann eben doch Plan B: 💋 🐾 👑

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AnlĂ€sslich des fĂŒnfzigsten Geburtstags von König Mswati III sind die Strassen mit Plakaten des Königs  geschmĂŒckt.

Safari durch den KrĂŒger Nationalpark

Ein Katzensprung nach Swasiland erreicht man bereits das SĂŒdtor, das Malelane Gate,  des legendĂ€ren KrĂŒger Nationalparks. In vier wundervollen Tagen arbeiteten wir uns von Camp zu Camp durch. Die meisten Camps bieten einen einzigartigen Ausblick auf entweder ein Wasserloch, einen Fluss oder die Steppe. Es lohnt sich daher, einige von ihnen anzusteuern und einen Besuch abzustatten.
NatĂŒrlich kriegt man auch wĂ€hrend den Fahrten zwischen den Camps einiges vor die Linse – seht selbst:

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Auf Safari gilt es sÀmtliche Perspektiven im Blick zu haben.

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Giraffe beim Überqueren der Strasse.

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Guschti hĂ€lt sich tapfer…

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So lĂ€sst man sich ja gerne aufhalten, gell Guschti?! 😊

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Dekorativ: der Baobab Tree

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Impalas gibt es im KrĂŒger Nationalpark wie Sand am Meer.

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Der Ausblick von der Terrasse des Olifants Camps ist gigantisch. Hier beobachten wir gerade Happy Hippos beim Plantschen und „sĂŒnnelen“.

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Wie ich schon sagte: bei Zebrastreifen hÀlt man an.

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GĂ€nsemarsch… đŸ€”Â einfach ohne GĂ€nse 😉 (Blick von Terrasse des Olifants Camps)

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Egal, was war und egal, was noch kommt, DIESER kostbare Moment bei den sitzenden(!) Giraffen hat einen Top-Platz in meiner Safari-Bilanz auf sicher! 😍

Blyde River Canyon

Wir verliessen den KrĂŒger Nationalpark beim Phalaborwa Gate. Nur wenige Kilometer danach wartete bereits ein weiteres Highlight auf uns: der Blyde River Canyon mit seinen spektakulĂ€ren Viewpoints.

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Atemberaubend schön: die Aussicht auf den Blyde River Canyon

Der Blyde River Canyon sei, so hiess es, mit seinen 26 Kilometern LĂ€nge und bis zu 800 Metern Tiefe nach dem Grand Canyon in den USA (450 km) und dem Fish River Canyon in Namibia (160 km) der drittgrösste Canyon der Welt. Den Fish River Canyon bestaunten wir ein paar Wochen spĂ€ter ebenfalls noch. Mehr dazu dann weiter unten oder eben: spĂ€ter 😉

Pretoria

Pretoria ist die Hauptstadt SĂŒdafrikas, insofern ist es berechtigt, der Stadt auf der Durchreise einen Besuch abzustatten. Ich hatte Pretoria als gigantische «Milka Lila Kuh» in Erinnerung. Bei meiner letzten SĂŒdafrika-Reise vor elf Jahren war nĂ€mlich die Jacaranda-BlĂŒhte in voller Pracht. Die Strassen von Pretoria sind voll mit diesen BĂ€umen, entsprechend dominant hatte sich der violette BlĂŒtenschimmer, der sich wie eine Dunsthaube ĂŒber die Stadt legte in mein GedĂ€chtnis gebrannt.
Dieses Mal blĂŒhten die BĂ€ume nicht und auch sonst gibt die Stadt nicht wahnsinnig viel her. Dennoch erlebten wir hier eine Anekdote, die durchaus einen Platz in diesem Roadtrip-Bericht verdient hat.
Wir steuerten mit Guschti direkt den Church Square, das HerzstĂŒck Pretorias an. Schon von weitem winkten uns junge MĂ€nner heran und zeigten uns freie ParkplĂ€tze. Das war an sich nichts Neues, wir waren uns das bereits aus anderen sĂŒdafrikanischen Ortschaften gewohnt. NatĂŒrlich fielen uns die Bus-Schilder auf den Parkfeldern auf und so erkundigten wir uns, ob das Parkieren von normalen Autos (womit ich nicht behaupten möchte, dass Guschti ein normales Auto gewesen wĂ€re…) denn ĂŒberhaupt gestattet sei. Klar, hiess es. Und weil ein halbes Dutzend anderer Fahrzeuge bereits auf dem Platz parkiert waren, hinterfragten wir diese Aussage nicht weiter, bezahlten ohne Widerrede die verlangte GebĂŒhr, schnappten unsere RucksĂ€cke und suchten die Touristeninformation auf.
Nachdem uns Gloria, die nette Tante dort mit einem Stadtplan und einigen zusĂ€tzlichen Informationen zu Pretoria eingedeckt hatte, fragten wir sie eher beilĂ€ufig, ob der Parkplatz, auf dem wir unseren Guschti parkiert hatten, fĂŒr die nĂ€chsten paar Stunden denn auch wirklich sicher sei. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: Um Himmels Willen NEIN, das sei er definitiv nicht. Es sei ein ausdrĂŒcklicher Busparkplatz und PWs wĂŒrden hier regelmĂ€ssig abgeschleppt. Die Jungs, die dort die Autos herbeiwinkten und fleissig Aufpassgeld kassierten, seien dann natĂŒrlich ĂŒber alle Berge.  Nur sehr umstĂ€ndlich und verbunden mit einer saftigen Busse bekĂ€me man sein Auto dann irgendwann irgendwo wieder zurĂŒck. Gloria legte uns daher dringend ans Herz, unser Auto umgehend umzuparkieren und bot uns dafĂŒr ein Parkfeld direkt vor dem GebĂ€ude der Touristeninfo an. Dies sei allerdings kein öffentlicher, sondern ein Beamten-Parkplatz, aber sie werde fĂŒr uns ein gutes Wort beim Security-Guy einlegen. Das klang nach einem tollen Plan und wir folgten Gloria auf die Strasse hinaus. Auf dem Weg aus dem Haus trafen wir auf Glorias Office-Kollegen. Grinsend berichtet uns dieser beim Vorbeigehen, dass „die“ gerade mal wieder dabei seien, Autos von dĂ€mlichen Touristen abzuschleppen. Gloria erhöhte daraufhin ihr Schritttempo markant und steuerte schnurstracks zu unserem Parkplatz, der genau genommen gar keiner war, wie inzwischen sogar wir kapiert hatten. Unser Guschti wĂ€re tatsĂ€chlich als nĂ€chstes an der Reihe gewesenÂ đŸ˜±
Dann ging alles blitzschnell. Gloria schwang ihr massiv ĂŒbergewichtiges Hinterteil auf den Beifahrersitz und lotste uns galant um die Blocks zum Beamten-Parkplatz. Begeistert war der Security-Mann ob dem Überfall zwar nicht, aber wirklich etwas dagegen einzuwenden hatte er am Ende auch nicht mehr und ein kleiner Zustupf von doofen aber extrem dankbaren Touristen ist letztlich leicht verdientes Geld.
Das Schicksal meinte es an diesem Tag verdammt gut mit uns. DANKE, GLORIA! 🙏

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Beeindruckend: die 9 Meter hohe und 3.5 Tonnen schwere Nelson-Mandela-Statue vor den Union Buildings in Pretoria

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Schild am linken Fuss der Nelson-Mandela-Statue.

Kimberly

Nach Pretoria folgten unglaublich lange Distanzen durchs Nichts – da muss man einfach durch 😜

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Gigantische Distanzen: nach 308 km links abbiegen, dann 1 km bis zum Ziel 😜

Als willkommene Oase sticht die Diamantenstadt Kimberly hervor. Sie gleicht einem WesternstĂ€dtchen und die Zeit, die wir dort verbrachten, war kurzweilig und amĂŒsant.

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Das WesternstĂ€dtchen Kimberly: ein herrlich lebhaftes Nest mitten in der WĂŒste.

 

Nach Kimberly nahmen wir Kurs Richtung Nordwesten und nĂ€herten uns in zwei weiteren nicht enden wollenden Tagesetappen durch die WĂŒste langsam aber sicher der namibischen Grenze.

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Countdown to Namibia. Typisches Landschaftsbild wÀhrend stundenlanger Fahrt.

Fish River Canyon

Wir waren gespannt, inwiefern der Fish River Canyon den Blyde River Canyon noch ĂŒbertrumpfen konnte. War das denn ĂŒberhaupt möglich? Ich meine, was soll denn bitteschön noch grösser, noch spektakulĂ€rer sein?
Die Anfahrt nach Hobas, dem Camp am nördlichen Ende des Canyons fĂŒhrte uns stuuuundenlang durch eine karge, platte Landschaft. Nichts deutete auch nur ansatzweise darauf hin, dass sich hier demnĂ€chst eine gigantische Schlucht auftun könnte. Auch auf dem Camp selbst gab es – mal abgesehen von Wegweisern – keine rein aus der Landschaft erkennbaren Hinweise dafĂŒr.

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Anfahrt zum Fish River Canyon. Wo ist er denn bloss?

Der Haupt-Viewpoint des Fish-River-Canyons befindet sich ca. 20 km vom Hobas-Camp entfernt. NatĂŒrlich fuhren wir da gleich nach der Registration hin. Schliesslich wollten wir endlich wissen, wo sich dieser merkwĂŒrdige Canyon denn nun versteckt hatte.

Und dann steht man endlich auf der Aussichtsplattform, kriegt Mund und Augen nicht mehr zu und gerade mal ein zartes „Boah, ey!“ ĂŒber die Lippen.

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Ganz schön WOW… also der Canyon, meine ich 🙂

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Wer mag, kann in fĂŒnf Tagen zu Fuss durch die knapp 90 km lange Schlucht Ă€chzen. Aber wir hatten ja unseren Guschti und holperten auf einer guten Staubpiste durch die sagenhaft schöne Szenerie runter zum Spa-Resort Ai-Ais am sĂŒdlichen Ende des Fish River Canyon, wo wir ein paar entspannte sommerliche Wintertage genossen. Hatte ich schon erwĂ€hnt, dass inzwischen der Winter eingekehrt war im sĂŒdlichen Afrika?

Zusatzschlaufe in die Karoo

Zehn Tage bevor uns der Flieger zurĂŒck in die Schweiz brachte, berieten wir, was wir mit dem verbleibenden, grosszĂŒgigen Zeitfenster anstellen sollten. Wir entschieden schliesslich, unseren Roadtrip noch um eine Zusatzschlaufe in die Karoo zu bereichern. Insbesondere die Fahrt auf einer Schotterpiste ĂŒber den spektakulĂ€ren Swartbergpass, wird mir persönlich noch ein ganzes Weilchen in Erinnerung bleiben.

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Die Fahrt ĂŒber den Swartbergpass ist spektakulĂ€r

Cape Agulhas

Als krönenden Abschluss unserer abenteuerlichen Reise durch das sĂŒdliche Afrika brausten wir noch ganz runter ans Cape Agulhas, dem sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Dort, wo einem der Wind mit voller Kraft um die Ohren donnert und das Wetter im Viertelstundentakt Ă€ndert. Dort, wo der wilde Atlantik den lieblichen Indischen Ozean knutscht. Dort, wo man am liebsten die ganze Welt umarmen möchte, vor lauter Dankbarkeit und Ehrfurcht.
Es ist ein guter Ort, um einer tollen Zeit in einem wundervollen Land „Adieu“ zu sagen!

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Nach elf Jahren stehe ich erneut am sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Ein irrsinniges GefĂŒhl ❀

Übrigens: Das waren meine 5 Lieblings-Accessoires auf dem Afrika-Trip

 

Nicht HĂ€nsel, nicht Gretel, sondern Doedel verirrte sich im Wald…

Es war ein wundervoller Tag im KrĂŒger Nationalpark. Wir hatten GlĂŒck und konnten uns tags zuvor gerade noch den allerletzten Platz in Skukuza, dem grössten Camp im Park, sichern. Das riesige Areal mit seiner grosszĂŒgigen Infrastruktur inmitten des Nationalparks hat viele Vorteile, Orientierungsbanausen wie mich stellt es aber auf eine harte Probe, wie ich am eigenen Leib erfahren sollte. Aber alles der Reihe nach.

Wir erreichten das Camp am spĂ€ten Nachmittag und platzierten Guschti, unseren Camper, auf einem der wenigen noch nicht besetzten Quadratmetern. Es gab hier keine klar definierten, nummerierten PlĂ€tze, ergo gab es kein Richtig oder Falsch, wie man sein Vehikel parkte. Alles schien hier herrlich unkompliziert zu sein, das gefiel uns. Das reichlich chaotisch anmutende, emsige Treiben auf dem Campingplatz erinnerte mich an mein Wimmelbuch, mit dem ich mich in den frĂŒhen Jahren meiner Kindheit stundenlang verweilen konnte, weil es auf jeder einzelnen Seite so vieles zu entdecken gab. Mitten in dieser Wimmelbuch-Szenerie im legendĂ€ren KrĂŒger Nationalpark klappten wir schliesslich unsere Dachzelte auf.

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Symbolbild. Das Bild stammt nicht aus dem besagten Skukuza-Camp im KrĂŒger Nationalpark. Man stelle sich bitte mehr – deutlich mehr(!) – Betrieb drumherum vor… 😉

Neben uns hatte sich eine alleinreisende junge Frau mit ihrem Opel Corsa und einem Minizelt eingerichtet. Wie um alles in der Welt kann man sich den KrĂŒger-Nationalpark mit Corsa und Minizelt antun? fragte ich mich insgeheim, hielt aber beim kurzen BegrĂŒssungs-Smalltalk diplomatisch die Klappe. Es ging mich nichts an. Punkt.
Dass mir genau dieser Corsa und genau dieses Minizelt am gleichen Abend noch den Kragen retten wĂŒrden, ahnte ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht.

Der Safari-Tag war heiss und staubig. Nun hiess es erst mal ab unter die Dusche. Die sanitĂ€ren Einrichtungen befanden sich ein gutes StĂŒck von unserem Stellplatz entfernt. Meine Freundin und ich schnappten also Bade-Ente & Co. und machten uns auf den Weg einmal quer durch den Campingplatz zum Dusch-Block. Nina war wie immer ruckzuck fertig mit ihrer Toilette und rief mir ein „ich gehe schon mal vor und bereite den ApĂ©ro zu“ durch die lottrige TĂŒre meiner Duschkabine zu. „Alles klar, bis gleich“, rief ich.

Als ich vielleicht zehn Minuten nach meiner Freundin den Dusch-Block verliess, stellte ich fest, dass bereits die Nacht ĂŒber Skukuza hereingebrochen war. Aufgrund der geringen Entfernung zum Äquator bricht die Dunkelheit im sĂŒdlichen Afrika wesentlich rascher herein, als wir EuropĂ€er es uns von unseren Breitengraden gewohnt sind. Keine halbe Stunde dauert hier nĂ€mlich die DĂ€mmerung. Ich hĂ€tte es so langsam aber sicher wirklich wissen mĂŒssen, doch diese Tatsache verblĂŒffte mich wĂ€hrend der ganzen Reise tĂ€glich aufs Neue. Langer Rede, kurzer Sinn, Fakt ist, dass es zum Zeitpunkt als wir unseren Guschti verlassen hatten und zu den wohltuenden Duschen aufgebrochen waren, noch hell war und jetzt war es dunkel. Stockdunkel.
An jeder Ecke brannten nun kleine oder grössere Lagerfeuer. Sie verliehen dem Camp einen komplett neuen Touch. Beim Hinweg war ich einfach neben Nina hergetrottelt. Klar hatte ich mir einige mir relevant erscheinenden Punkte an Weggabelungen zu merken versucht. Doch all diese BemĂŒhungen bei Tageslicht waren nun bei Nacht fĂŒr die Katze!
Wie ein ausgesetzter Dackel irrte ich in der Folge durch das Stellplatz-Labyrinth. Ohne Erfolg. Im Gegenteil. Je lĂ€nger ich herumirrte, desto mehr verblassten selbst die letzten Anhaltspunkte in meiner Erinnerung, desto mehr verwirrten mich all die Lichter, die da vorhin noch nicht waren, desto mehr Ă€rgerte ich mich ĂŒber meinen wirklichwirklichwirklich schlechten Orientierungssinn.
WĂ€ren die StellplĂ€tze wenigstens nummeriert gewesen, dann hĂ€tte ich mich durchfragen können.  Und hĂ€tte ich mein Telefon dabei gehabt, hĂ€tte ich Nina anrufen und um Hilfe bitten können. WĂ€re. HĂ€tte. WĂŒrde. Herrje!

Als ich zum wiederholten Mal an der einen Kreuzung vorbeikam, hielt mich das Ă€ltere Ehepaar von der Eck-Parzelle auf. Ob ich etwas Bestimmtes suchen wĂŒrde, wollten sie wissen. „Ja, allerdings“, erwiderte ich höflich und mit verzweifeltem Unterton in der Stimme, „meinen Camper. Ich suche meinen Camper. Er muss hier irgendwo sein.“ Die Situation war mir peinlich, keine Frage. Ich hĂ€tte auf der Stelle im staubigen Erdboden versinken können.
Was fĂŒr ein Camper es denn genau sei, erkundigte sich der sympathische Herr.
„Ein weisser Toyota Hilux“, erwiderte ich, wohlwissend, dass uns diese Information keinen Deut weiterbringen wĂŒrde. Immerhin waren gefĂŒhlt 90% der Autos auf dem Skukuza-Camp weisse Toyota Hilux.
Nach einer Weile stiess ein weiterer PensionÀr zu uns und blickte fragend in unsere aufgebracht gestikulierende Gruppe.
„Das Girl hier hat sich verirrt und findet nicht mehr zu ihrem Camper zurĂŒck!“, brachte die Ă€ltere Dame das Dilemma fadengerade auf den Punkt.
„Oh dear“, murmelte der Neu-Ankömmling voller Anteilnahme. Er musterte mich von Kopf bis Fuss und fĂŒgte dann stirnrunzelnd hinzu:“Dich kenne ich doch? Du bist doch die grosse Lady mit dem winzigen Zelt? Ich frage mich die ganze Zeit, wie du da bloss reinpasst?!“
„NEIN!“, schrie ich. Der Schrei war eine Mischung aus EntrĂŒstung, dass man mir einen solchen Reisestil ĂŒberhaupt zutrauen konnte und aus Erleichterung ob dem Hoffnungsschimmer der sich aus der WortĂ€usserung sofort in mir entzĂŒndete. „Aber die Lady mit dem kleinen Zelt ist meine Nachbarin“, fĂŒgte ich sofort hinzu und erklĂ€rte, dass ich von dem winzigen Zelt aus meinen eigenen Camper rasch finden wĂŒrde.
„Alles klar, Darling, dann bringe ich dich jetzt nach Hause“, schmunzelte der Opa, zwinkerte dem Ehepaar keck zu und bot mir seinen Arm an, damit ich mich ihm unterhaken konnte.

Nina wartete wie abgemacht mit dem ApĂ©ro auf mich. Und sie tat dies mittlerweile seit einer geschlagenen Stunde. Sie staunte nicht schlecht, als ich in charmanter, mĂ€nnlicher Begleitung um die Ecke bog 🙂

Übrigens: Leser, die diese Geschichte gelesen haben, haben auch den Artikel Roadtrip durch das sĂŒdliche Afrika gelesen 😉

Das waren meine 5 Lieblings-Accessoires auf dem Afrika-Trip

Babys haben ihren Schnuller, ihre Kuscheldecke oder ihr Lieblings-PlĂŒschtier – etwas, was immer und ĂŒberall dabei sein muss. Auch ich hatte wĂ€hrend meiner Afrika-Reise meine absoluten Lieblings-Accessoires. Und das sind sie:

1) Swisswool Light Tec Jacket von Orthovox

Zwei Wochen vor meiner Abreise hatte ich noch gezögert, ob ich das schicke Federleichtgewicht von Orthovox a) ĂŒberhaupt erwerben sollte und ob es b) fĂŒr das bevorstehende Abenteuer im sĂŒdlichen Afrika geeignet sein könnte. Intuitiv schlug ich schliesslich zu und bereits nach wenigen Reisetagen war klar, dass der Kauf ein absoluter Schuss ins Schwarze war. Die Jacke entpuppte sich zum unverzichtbaren Allrounder. Sie schĂŒtzte wundervoll vor Wind und Wetter und hielt – kombiniert mit ebenfalls sorgfĂ€ltig abgestimmten Darunterschichten – selbst bei nahezu frostigen Abend- und Morgentemperaturen dicht. Die Jacke kann auf ein Mini-Packmass zusammengerollt und komplett in ihrer eigenen Kapuze verstaut werden. Es gab kein Pardon: das Teil war jederzeit im Rucksack griffbereit – I’m lovin‘ it!

2) Allround-Hose ‚Stella‘ von Icewear

Ich hatte die Hose letztes Jahr wĂ€hrend meines Island-Trips erworben. Es war kein geplanter Kauf, sondern – bedingt durch die ambivalenten Launen des islĂ€ndischen Wettergotts – eher ein Verzweiflungsakt. Doch bald schon hatte ich an dieser Allround-Hose einen Narren gefressen. Sie ist super angenehm zu tragen und hĂ€lt einem Feuchtigkeit zuverlĂ€ssig vom Leib. Der Schnitt fĂ€llt fĂŒr eine Wanderhose ĂŒberraschend schick aus – die Hose sitzt perfekt auf den HĂŒften und bietet trotzdem optimale Bewegungsfreiheit. Im Handumdrehen lĂ€sst sie sich in Shorts verwandeln. Und was auf einem Camping-Trip besonders praktisch ist: die Hose lĂ€sst sich mit etwas Wasser im Nu reinigen/entstauben, trocknet extrem schnell und sieht danach wieder aus wie neu. Egal ob zum Wandern, zum Werkeln und HerumlĂŒmmeln auf dem Campingplatz oder zum Ausgehen: diese Hose war immer das passende Outfit – das «Kleine Schwarze» fĂŒr Camping-Girls, quasi 🙂

3) Wanderstiefel von Hanwag

Es war Liebe auf den ersten Schritt. Damals, als der Wanderschuh-Experte bei Transa den schlichten Lederstiefel aus dem Regal zĂŒckte und mich bat, damit durch den improvisierten Parcours mitten im Laden zu trampeln. Seither bin ich mit dem Schuh ungezĂ€hlte Kilometer ĂŒber Stock und Stein gestolpert gewandert und absolut happy damit. Auf der Afrika-Reise kam er insbesondere auch auf dem Campingplatz zum Einsatz. Man weiss ja schliesslich nie so genau, was da im Dschungel oder in der WĂŒste so kreucht und fleucht. Da ist es schon gut, seine zarten FĂŒsselein in Sicherheit zu wissen.

4) Thermosbecher von Camelback

Im BĂŒro ist er wĂ€hrend der kĂŒhleren Jahreszeit schon fast zu meinem Markenzeichen geworden: der schicke weisse Thermosbecher von Camelbak. Ich konnte mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen und steckte ihn daher kurzerhand auch fĂŒr die Reise ins sĂŒdliche Afrika ein. Was fĂŒr eine hervorragende Entscheidung! BuchstĂ€blich zu jeder Tages- und Nachtzeit trug ich den Becher wĂ€hrend den gut zehn Wochen auf mir. Abends und wĂ€hrend der Nacht schlĂŒrfte ich daraus heissen Tee, tagsĂŒber blieb das Wasser herrlich frisch darin. Prost!

5) Tagesrucksack ACT Trail 22 SL von Deuter

Last but not least gehört mein „HandtĂ€schli“ (Schweizerdeutsch fĂŒr Handtasche) definitiv mit auf diese Liste. Der Rucksack ist ein regelrechter VerwandlungskĂŒnstler. Beim Wandern passte alles wunderbar rein und fĂŒr den gemĂŒtlichen Stadtbummel oder abends im schicken Lokal lĂ€sst er sich durch Zurren auf beinahe halbe Grösse reduzieren. Das schlichte schwarzmatte Design passt perfekt zum weiter oben beschriebenen «Kleinen Schwarzen» fĂŒr Camping-Girls 😅
Der Rucksack war ĂŒbrigens auch auf meiner Bike-Reise durch Myanmar dabei und brillierte dort sogar als Bike-Rucksack.

NatĂŒrlich hatte ich noch weitere Accessoires dabei, die mir gute Dienste erwiesen haben, doch die hier aufgefĂŒhrten gehören definitiv in die Kategorie „Schnuller-Kuchseldecke-TeddybĂ€r“.