Wie ich meinem Traum folgte und in Alboraya landete

Es ist noch keine vier Wochen her, als ich aus heiterem Himmel von Alboraya getrÀumt habe. Als mir der Traum am nÀchsten Morgen bei der ersten Tasse Kaffee wieder einfiel, zauberte er mir sofort ein LÀcheln ins Gesicht und ich fragte mich, was diese Eingebung wohl zu bedeuten hatte. War das vielleicht ein zarter Wink des Universums?

Fakt ist: vor exakt einem Jahr hatte ich wĂ€hrend meines Sprachaufenthalts in Valencia einen kurzen Blick auf Alboraya erhascht. Da ich einen Intensivkurs aus dem BoaLingua-Sortiment belegte, verbrachte ich einen grossen Teil meiner Zeit auf der Schulbank und schaffte es auf meiner Joggingrunde vor oder nach der Schule höchstens mal bis zum Strand Patacona, welcher im Norden fast nahtlos an Valencias imposanten Malvarrosa-Strand anknĂŒpft.
Mich verzĂŒckte die Gegend bei Patacona/Alboraya auf Anhieb. Das Ambiente war hier ein Tick entspannter, dezenter und schicker als weiter unten bei las Arenas. „Irgendwann“, so schwörte ich mir, „irgendwann schaue ich mir diese Ecke hier mal noch etwas genauer an!“

Man soll seine TrĂ€ume leben…

Und dieses „Irgendwann“ machte sich also nun, fast ein Jahr spĂ€ter in Form einer nĂ€chtlichen Eingebung bemerkbar. Der Gedanke, nach Alboraya zu reisen, fĂŒhlte sich spontan gut an. Dennoch liess ich ihn noch ein paar Tage auf mich wirken, bevor ich mir ĂŒber Flug und Unterkunft ernsthaft den Kopf zerbrach.
Bald stand mein Entschluss jedoch fest und ich suchte mir eine nette Airbnb-Unterkunft. Es durfte gerne was ruhiges sein, denn ich wollte die Zeit nutzen, um an meinem Buchprojekt mal wieder einen Schritt vorwĂ€rts zu kommen. Und dies wiederum schaffe ich am besten in einer ruhigen, inspirierenden Umgebung. Schliesslich entschied ich mich fĂŒr ein urbanes Beach-Apartment in Port Saplaya, Alboraya.

Port Saplaya – Romantik vom feinsten!

Port Saplaya, auch „klein Venedig“ genannt, ist ein wirklich schmucker Fleck.

Port Saplaya
Port Saplaya

Und ja, es erinnert tatsĂ€chlich an Venedig. Bis auf die BrĂŒcken; die fehlen hier nĂ€mlich komplett. Und so wird der Gang zum vielleicht 50 Meter Luftlinie entfernten Lieblingsrestaurant locker mal eben zu einem 15 minĂŒtigen romantischen Spaziergang, vorbei an dutzenden schicken Booten. Zur Verdauung dann natĂŒrlich dasselbe zurĂŒck. Aber hey! Man gönnt sich ja sonst nix! 😉

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Weniger ist manchmal Meer ❀

Einmal mehr habe ich auch mit meiner Airbnb-Wahl voll ins Schwarze getroffen. Mein Apartment ist einfach nur toll. Die Terrasse hat es mir besonders angetan. Hier esse, lese und schreibe ich oder starre einfach nur auf’s Meer hinaus und sauge die kostbare Energie in mir auf. Stundenlang wenn’s sein muss. Und wenn’s nicht sein muss, dann erst recht! 😉

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Aber das allerschrecklichste ĂŒberhaupt sind die SonnenaufgĂ€nge. Noch schrecklicher: ich muss dafĂŒr nicht mal aufstehen, sondern kann sie direkt vom Bett aus betrachten. ❀

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Ja, es war die richtige Entscheidung, meiner nÀchtlichen Eingebung zu folgen: AlboraJA, um genau zu sein!

Bike-Safari durch Namibia

Die Bike-Safari durch Namibia zĂ€hlt definitiv zu meinen ganz besonderen Reise-Leckerbissen. Vor exakt zwei Jahren strampelte ich tatsĂ€chlich mit sieben weiteren Mountainbike-Enthusiasten durch die rote Erde SĂŒdwestafrikas, wie Namibia bis zu seiner UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1990 genannt wurde. Ich schreibe diesen Artikel heute in Erinnerung an eine unvergessliche Zeit im afrikanische Outback.

Die Reise im Überblick

Überblick Reisekarte Namibia
Überblick Reisekarte (Bild-Quelle: Bike-Adventure-Tours.ch)

Auf den schwarzen Strecken (siehe Karte) wurden unsere Bikes konfortabel mit dem Offroad-AnhÀnger transportiert.

Toyota Landcruiser mit Bike-AnhÀnger im Outback Namibia
Unser Begleitfahrzeug: ein Toyota Landcruiser mit Offroad Bike-AnhÀnger.

Bike-AnhÀnger im Outback Namibia

Aber hey, auf den roten Strecken kÀmpften wir uns tapfer und geduldig durch die staubigen namibischen Sand- und Wellblechpisten.

Bike-Gruppe macht Pause in der WĂŒste, Namibia
Findet doedel 😉

Bikes liegen im Sand in der WĂŒste Namibias

Bike-Tour Richtung Sonnenuntergang bei Spitzkoppe in Namibia
Dem Sonnenuntergang entgegen. (Bild: T. Pfenninger)
Bike-Gruppe macht Pause mit wundervoller Weitsicht
Ein PĂ€uschen in Ehren, kann niemand verwehren 😉
Bike-Gruppe berĂ€t sich in der WĂŒste Namibias
Stundenlanges Strampeln durch endlose Weite hat eine durchaus reinigende Wirkung auf den Geist. (Bild: T. Pfenninger)

Bike-Gruppe berÀt sich mitten im namibischen OutbackBiker stieben auf einer Sandpiste in Namibia davon

Sossusvlei: Sandkasten Deluxe

Ein erstes Highlight erreichten wir gleich zu Beginn unserer Reise: das Sossusvlei. Dabei handelt es sich um eine von roten SanddĂŒnen umringte Salzpfanne („vlei“) in Mitten der WĂŒste Namib. Die DĂŒnen – Big Daddy, Big Mama und wie sie alle heissen – entstanden vor ĂŒber 5 Millionen Jahren und sind mit ihren bis zu 300 Metern Höhe die mĂ€chtigsten DĂŒnen der Welt. Ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Sossusvlei in Namibia
Das Sossusvlei gehört seit 2013 zum UNESCO Welterbe. Absolut berechtigt, wie ich meine.

Am nĂ€chsten Morgen ging es bereits in aller HerrgottsfrĂŒhe los. Ziel war, pĂŒnktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel von DĂŒne 45 zu erklimmen, um das atemberaubende Farbenspektakel, das hier mit den allerersten Sonnenstrahlen seinen Lauf nimmt zu geniessen. Der Aufstieg durch den tiefen Sand erwies sich als knifflige Herausforderung, nach dem Motto „ein Schritt vor und zwei zurĂŒck“ 🙂  aber wenn man erst mal oben steht, tief durchatmet und das prĂ€chtige WĂŒsten-Panorama regelrecht in sich aufsaugt, sind die tollpatschigen Tritte schnell vergessen.

„Der Downhill zu Fuss ist fast so schön wie fliegen.“, steht im Reiseprogramm von Bike Adventure Tours. Da ist durchaus etwas Wahres dran, denn wenn man einmal einen Schritt talwĂ€rts angesetzt hatte, gab es kein ZurĂŒck, kein Halten mehr. Und das war auch gut so. Denn unten wartete ein famoses Outdoor-FrĂŒhstĂŒck auf unsere knurrenden MĂ€gen.

Downhill Race der Bike-Gruppe von DĂŒne 45
Downhill Race: fast so schön wie fliegen…

Safari im Etosha-Nationalpark

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, den Etosha-Nationalpark erkundet man clevererweise nicht per Bike. 🙂 Stattdessen chauffierte uns Roger, unser Tour-Guide, im sicheren Offroader kreuz und quer durch den Park.

Ich hatte auf frĂŒheren Reisen bereits Safaris durch den Tsavo-East-Nationalpark in Kenia und den KrĂŒger-Nationalpark in SĂŒdafrika unternommen und hatte – im Gegensatz zu den meisten anderen Mitglieder unserer Reisegruppe – also bereits eine konkrete Vorstellung, wie sich eine Safari in Afrika in etwa anfĂŒhlte. Aber ich muss schon sagen, Etosha hat auch mich aus den Socken gehauen (also sofern ich denn welche getragen hĂ€tte). Die knapp 5’000 Quadratkilometer grosse Salzpfanne verpasst dem Park eine einzigartige Note – ich war hin und weg! Aber lassen wir doch die Bilder sprechen:

Liegendes Löwenpaar im Etosha Nationalpark, Namibia
The Lion is King.
Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Ein Kollege unserer Gruppe hÀlt einen besonders rELEFANTen Moment am Wasserloch fest.
Giraffen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Hofknicks Giraffen-Style. (Bild: T. Pfenninger)
Zwei Elefanten im Etosha-Nationalpark, Namibia
ein besonders rELEFANTes Bild.
Oryx-Antilopen im Etosha-Nationalpark, Namibia
Oryx-Antilopen (Namibisches Wappentier)
Ein stehendes ErdmÀnnlein
Ein Edel- Àh ErdmÀnnlein
Imposante Weber-Vogel-Nester im Outback Namibias
Vogelnestli African Style 😉
Giraffen und Zebras am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Idylle am Wasserloch
Giraffe und Löwen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Es ist angerichtet… o-oooohhhh…
Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
noch ein rELEFANTes Bild.
Giraffe und Oryx-Antilopen beim Sonnenuntergang im Etosha-Nationalpark, Namibia
(Bild: T. Pfenninger / Bildidee: by doedel ;-))
Giraffen und Zebras im Etosha-Nationalpark, Namibia
Voll im Trend: der anymal print
Elefanten und Zebras von hinten
Wir Touris gehen denen gerade sowas von am A**** vorbei 😉
Löwenpaar nur wenige Meter von Auto enfernt im Etosha-Nationalpark
Darf ich vorstellen: Herr und Frau Löwe.
Giraffe steht neben krummen Baum im Etosha-Nationalpark, Namibia
Die Tiere (hier eine Giraffe) passen sich der Landschaft an.
Elefantenherde nÀhert sich dem Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Elefantenherde nÀhert sich einem Wasserloch

Weitere Impressionen findet ihr ĂŒbrigens im Artikel Impressionen meiner Bike-Safari durch Namibia

Lagerfeuer-Romantik

Unvergesslich geblieben sind auch die friedvollen Übernachtungen mitten im afrikanischen Outback.

Camping im Outback Namibias
Outback-Romantik vom Feinsten ❀
Spuren im Sand. Darunter auch Elefanten-Spuren.
„Stell dein Zelt am besten hier auf“, haben sie gesagt. „Sind das Elefanten-Spuren?“ habe ich gefragt. „Ja“, haben sie gesagt.
Spuren im Sand… auch ein Elefanten-Schuh ist dabei….

Und eines schönen Abends, wir sassen gerade gemĂŒtlich am Lagerfeuer, da stellten wir uns in der Gruppe die Frage, was denn nun eigentlich grandioser sei: die dezent funkelnden SterneÂ ĂŒber dem namibischen WĂŒstenhimmel oder das aufregende Lichterspektakel am Time Square in New York. Das Fazit der Diskussion verrate ich hier: Milchstrasse gegen Time Square 😉

Soviel ist klar: ich freue mich bereits auf mein nĂ€chstes afrikanische Abenteuer. Auf meiner Bucketlist stehen unter anderem das Okavango-Delta und der Ngorongoro-Krater…

Wie geht es euch? Habt ihr auch AfricanDreams?

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Biken auf Lanzarote

 

Aletsch du mir am Tschööpli

Manchmal ĂŒberrasche ich mich mit meiner SpontaneitĂ€t selbst. Gestern war manchmal. 🙂

Eine Wanderung zum grossen Aletschgletscher hatte ich zwar schon lĂ€nger im Hinterkopf, direkt daneben lag jedoch stets der Beipackzettel mit unzĂ€hligen Wenn-und-Aber-Fragen und so dachte ich, dem Unterfangen wĂŒrde dann mal eine intensive Planungsphase vorausgehen. Doch als ich gestern Morgen aus meinem Dornröschenschlaf erwachte, drĂ€ngte sich der Hinterkopf-Gedanke in den Vordergrund und vermittelte mir das GefĂŒhl, dass heute ein guter Tag fĂŒr das Abenteuer Aletsch sei.

Ich startete also die Aletscharena-App, welche ich mir bereits vor einiger Zeit auf meinem Smartphone installiert hatte, wischte durch die prĂ€chtigen Webcam-Bilder und sagte mir:“Hey! Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Nach einem abschliessenden Blick auf die Wetter-Prognosen ging schliesslich alles ganz schnell. Eine Stunde spÀter sass ich in kompletter Wandermontur im Zug.

Ich wusste, dass ich mindestens nach Brig im Kanton Wallis fahren musste. Die zwei Stunden Zugfahrt bis dorthin nutzte ich also, um den weiteren Verlauf des Tages zu skizzieren. Und so löste ich irgendwo zwischen dem Lötschbergtunnel und Brig das Anschluss-Ticket auf die Bettmeralp. Zuerst gings von Brig mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn bis Betten Talstation, wo bereits die Luftseilbahn auf uns – eine kunterbunt zusammengewĂŒrfelte kleine Wanderschar –  wartete.

Walliser Chalets vor dem Bettmerhorn
Idyllisch: Chalets auf der Bettmeralp. Im Hintergrund das Bettmerhorn

Kapelle Maria zum Schnee auf Bettmeralp, Wallis Schweiz

Von nun an gings hinauf: von der Bettmeralp (1950 m) via Bettmersee (2006 m) und Blausee (2207 m) bis zum berĂŒhmten ViewPoint Moosfluh (2333 m).

Pnoramakarte Aletscharena

Und dann stand ich fĂŒr einen, zwei oder sogar drei kostbare Augenblicke einfach mal nur da und sog jedes einzelne Detail dieses atemberaubend schönen Panoramas in mir auf – mit TrĂ€nen der RĂŒhrung in den Augen und einem GefĂŒhls-Cocktail aus Stolz, Patriotismus und tiefer Dankbarkeit.

ViewPoint Moosfluh beim grossen Aletschgletscher im Wallis/Schweiz
ViewPoint Moosfluh

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Nachdem ich mich im herzigen Moosfluh-Beizli mit Grillwurst und einem Suure Moscht gestĂ€rkt hatte, fĂŒhrte mich der Weg via Hohfluh (2227 m) durch den wunderschönen Aletschwald mit seinen uralten LĂ€rchen und Arven. SpĂ€testens hier lohnt es sich ĂŒbrigens definitiv, seinen Geruchsinn zu aktivieren – mmmmhhhhh!

Rastplatz im Aletschwald mit Blick auf den grossen Aletsch-Gletscher

Wanderer auf einem Wanderweg in der Aletscharena beim grossen Aletsch-Gletscher

Schon von weit oben sticht einem schliesslich die Villa Cassel auf der Riederfurka (2065 m) ins Auge. Die Villa beherbergt das Pro-Natura-Zentrum. Es gibt durchaus schlimmere „GeschĂ€ftssitze“ – wow! Das nĂ€chste Mal werde ich hier ein grosszĂŒgigeres Zeitfenster einplanen, versprochen! Hatte ich schon erwĂ€hnt, dass das gestern alles ziemlich spontan zustande kam? 😉

Blick auf die Villa Cassel in Riederfurka beim grossen Aletsch-Gletscher

Via Riederalp brachte mich der Herrenweg schliesslich zurĂŒck zum Ausgangspunkt auf der Bettmeralp. Zur Krönung dieses Bilderbuchtages fehlte nun nur noch eines: eine echte Walliser Röschti – et voilĂ  🙂

Walliser-Röschti

Meine Tweets zum gestrigen Bilderbuchtag findet ihr unter dem Hashtag #WALLISmirwertbin

 

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Island: Rendez-vous mit Feuer und Eis.

Seit meinem bombastischen Skandinavien-Trip im Jahre 2010 war fĂŒr mich sonnen- bzw. sogar mitternachtsonnenklar, dass ich irgendwann wieder zur Midsomar-Zeit in den hohen Norden reisen wĂŒrde. Zwar erinnere ich mich noch, wie mein Biorhythmus damals, nach den sechs Wikinger-Wochen, ziemlich aus den Fugen geraten war, aber daran war ich ja selbst schuld. Schliesslich hatte mich keiner gezwungen, nachts um 2 Uhr joggen zu gehen. Oder Spaghetti zu kochen. Oder die NĂ€chte, die eigentlich keine sind, weil die Sonne ĂŒber dem nördlichen Polarkreis im Sommer niemals untergeht, mit anderen AktivitĂ€ten zweckzuentfremden.

Dieses Jahr – nach verflixten sieben Jahren also – war die Zeit endlich reif, das Versprechen einzulösen. Am 17. Juni – dem islĂ€ndischen Nationalfeiertag, ĂŒbrigens – flog ich mit einem Freund auf die Insel im nördlichen Europa. Mein Freund wollte sich zu seinem runden Geburtstag  etwas besonderes gönnen. Und wenn man schon in der letzten Juni-Woche Geburtstag hat, was bitteschön sollte es da spezielleres geben, als den Tag bei 24-Stunden-Tageslicht voll auszukosten?

Mitternachtssonne bei Reykjavik, Island
Sonnenstand am 24.6. um 23.50 Uhr.

Wir hatten uns ein nettes Airbnb-Cottage mit eigenem SPA-Bereich (na ihr wisst schon: Whirlpool, Regendusche und so Kram halt) in Hveragerdi ausgesucht und um dorthin zu gelangen einen Mietwagen gebucht. Hand aufs Herz: etwas Bammel, dass mit dem Mietwagen alles klappte, hatten wir nach der Schenkelklopf-Geschichte von Lanzarote natĂŒrlich schon. ;-))) Aber Island war nun mal nicht Lanzarote und so klappte diesmal alles absolut komplikationslos!

Bananen, Tomaten, Erdbeeren und Co

Als wir in unserem Cottage ankamen, fiel mir als erstes die Fruchtschale auf dem Esstisch auf. Darin lagen drei Bananen. Ich hatte wirklich mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht mit Bananen zur BegrĂŒssung. Der Anblick war fĂŒr mich offenbar dermassen skurril, dass meine Gedanken immer wieder zu den Bananen abschweiften, wĂ€hrend Jacob uns durchs Cottage fĂŒhrte. Jacob war ein wahnsinnig sympathischer Mann aus dem die Ausflugs-Ideen und sonstige Tipps nur so heraussprudelten – er war wie so ein Geysir. Am liebsten hĂ€tten wir ihn fĂŒr den Rest der Woche bei uns behalten, doch Jacob hatte andere PlĂ€ne.

Am nĂ€chsten Morgen beim FrĂŒhstĂŒck schnappte ich mir eine Banane fĂŒr mein MĂŒesli und da erst viel mir das Etikett auf. Ich staunte nicht schlecht: es waren tatsĂ€chlich islĂ€ndische Bananen. Besser noch, die Bananen stammten aus Hveragerdi, also aus dem Dorf, in dem wir die kommenden Tage verbringen wĂŒrden. Ich habe schon viele Orte bereist und Bananenplantagen bestaunt. Es waren ausnahmslos tropische Orte mit feucht-warmem Klima. Wie zum Geier sollen hier in Island, wo das Thermometer selbst im Hochsommer grossmehrheitlich deutlich unter der 20-Gradmarke bleibt, also Bananen reifen? Wir beschlossen der Geschichte auf den Grund zu gehen und lernten bald, dass die IslĂ€nder nebst Bananen auch Erdbeeren und allerlei GemĂŒse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Brokkoli etc. in mit Geothermalenergie beheizten GewĂ€chshĂ€usern anbauten – wow!
Ein absolutes Muss ist unter diesen Voraussetzungen denn auch der Besuch der Farm Fridheimar. Die innovativen IslĂ€nder fĂŒhren hier tatsĂ€chlich in einem der GewĂ€chshĂ€user ein Restaurantbetrieb. Man sitzt mitten in den Tomatenstauden und bestellt (gefĂ€lligst!) den Klassiker: hausgemachte Fridheimar Tomatensuppe. Dazu werden frischer Basilikum, Sour Cream und köstliche Brotvariationen gereicht. Das Ganze Ă  discretion. Mmmhhh…

Heiss und Eis: Glescher und heisse Quellen

Ein weiterer Aspekt, der mich in Island total faszinierte, war das Zusammentreffen von kochendheissen, blubbernden „PfĂŒtzen“ und eiskaltem Gletscherwasser auf kleinstem Raum. Auf der einen Seite sind da die Geysire am Golden Circle. Auf der anderen Seite beeindrucken riesige Glescher und Gletscherseen, wie beispielsweise der JökulsĂĄrlĂłn.

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Kochend heisse PfĂŒtzen (hier am Golden Circle)…
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… vs. eisige Gletscherseen (hier: JökulsĂĄrlĂłn)

Im Tal Reykjaladur treffen die beiden Extreme – heiss und Eis – besonders imposant auf einander. Im Fluss, der durch das Tal fĂŒhrt, vermischt sich nĂ€mlich eine heisse Quelle mit Eiswasser, was einige Meter unterhalb der Gabelung in perfekter Badewannen-Temperatur von 38-40 Grad endet. Und so tauscht man hier liebend gerne seine warmen Wanderklamotten gegen den Badeanzug und chillt mal eine Runde (oder auch zwei) vor sich hin – einfach herrlich!

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BadevergnĂŒgen pur im Tal Reykjaladur
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Das Wandern ist des IslĂ€nders Lust…
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In meiner Badewanne bin ich KapitĂ€n… oder Schafhirt 😉

Fazit und weitere Impressionen aus Island

Mich hat Island schwer beeindruckt und ich schliesse nicht aus, irgendwann nochmals hierhin zurĂŒckzukehren. Vielleicht in den Wintermonaten zum Nordlicht-Spektakel. Nordlicht-Gucken steht schliesslich auf meiner Bucketlist.

Blick auf die Reynisdrangar Felsen bei VĂ­k, Island
Reynisdrangar bei VĂ­k
Puffins aka Papageientaucher in Island
Puffins.
Gletschersee in Island, Jökulsårlón
Bild mit Herz ❀
Blick auf den Gulfoss-Wasserfall am Golden Circle in Island
Gulfoss

Typische Landschaft am Golden Circle, Island

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Wie man Island hineinruft, so ruft es zurĂŒck.
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Earth Cooking.
Island: Landschaft dominiert von violetten Blumen
Die schönsten Pausen sind lila 😉

Blockhaus in Island

Blick durch den Wasserfall Seljalandsfoss in Island
Seljalandsfoss: Mitten drin statt nur dabei…

Bodensee und Alpstein: Wow-Garantie im Doppelpack

Wenn immer möglich, verbringe ich im Sommer jeweils zwei bis drei Tage bei meiner Familie in der wunderschönen Bodensee-Region. Ein Highlight ist dabei das gemĂŒtliche Beisammensein am Abend. Wenn Daddy am Grill steht, fĂŒr die ganze Schar Leckereien brutzelt und man sich spĂ€ter – bei einem GlĂ€schen Rotwein – ĂŒber all die Dinge unterhĂ€lt, die im Familien-Chat bei WhatsApp einfach keinen Platz finden. Ich geniesse die Stunden im Kreise meiner Liebsten jeweils sehr, hach! ❀
Gerade bin ich zurĂŒck von meinem diesjĂ€hrigen Kurztrip in meine alte Heimat. Dieser Artikel kann daher noch Spuren von Heimweh enthalten – Sie entschuldigen?!

Radtour um den Untersee

Mein Auto war diesmal vollgepackt mit Bike- und Wanderkram. An mir sollen schliesslich selbst spontane Ausflugsideen nicht scheitern 🙂
FĂŒr Donnerstag war jedoch bereits seit einiger Zeit eine Biketour am Bodensee geplant. Und weil das Wetter so wunderbar mitspielte, sprach also auch nichts dagegen, diesen Plan nun in die Tat umzusetzen. Und so besammelten wir uns um 9.30 Uhr in Ermatingen, wo wir zuerst einmal unsere Bikes zusammenbauten. Dann zog der edle Konvoi, bestehend aus zwei e-Bikes und drei gewöhnlichen Mountainbikes, schliesslich los.

Dem Untersee entlang ging’s via Steckborn, Mammern und Eschenz bis ins malerische Stein am Rhein, wo wir uns eine erste Pause gönnten. Einige Passagen des regulĂ€ren Radweges mussten wir grosszĂŒgig umfahren, da das kĂŒrzliche Unwetter teilweise massive SchĂ€den an BĂ€umen und HĂ€usern hinterlassen hatte und die Wege noch nicht alle freigerĂ€umt waren. So richtig will man es sich gar nicht vorstellen, welche Naturgewalt sich hier nur wenige Tage zuvor entladen haben muss… (meine Fresse!)
Anschliessend fĂŒhrte uns die Route dem deutschen Rheinufer entlang nach Gaienhofen und damit zu unserer Lunch-Pause. Im gemĂŒtlichen Biergarten des Restaurant Hirschen liessen wir uns leckeren Bodenseefisch auf knackigem Reichenauer Salat schmecken. Anschliessend ĂŒberquerten wir den Untersee per FĂ€hre und strampelten schliesslich zurĂŒck zu unseren Autos nach Ermatingen.

biketour-bodensee-ermatingen-gaienhofen
>> zur Route auf GoogleMaps

Es war eine gemĂŒtliche, chillige Tour, doch das tropische Klima trieb uns dennoch den Schweiss aus allen Poren. An dieser Stelle passt das Gedicht vom Bodensee ganz wunderbar:

Mir tut das Herz so weh,
wenn ich vom Glas den Bodensee 🙂

Abends beim Barbeque schmiedeten wir schliesslich PlĂ€ne fĂŒr den nĂ€chsten Tag. Relativ rasch zeichnete sich eine kleine Wanderung im Alpsteingebiet ab. Und so verabredeten wir uns zum Zmittag im weltbekannten Berggasthaus Aescher-Wildkirchli.

Wanderung zum Berggasthaus Aescher-Wildkirchli

Mein Bruder, dessen Freundin und ich parkierten unser Auto beim Parkplatz unterhalb der Alp Bommen und trampelten dann los, bergwĂ€rts. Über Stock und ĂŒber Steine und wir brachen uns nicht die Beine… [Bitte hier einen zĂŒnftigen Appenzöller-Juchzer vorstellen]

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Bald geschafft: nur noch ein paar Stufen bis zum „heemelige Beggaschthuus“ Aescher.

>> zur Route „Bommen > Aescher-Wildkirchli“ auf GoogleMaps

Oben erwarteten uns bereits Daddy und seine Frau Silvia, welche von Wasserauen aus via Luftseilbahn zur Ebenalp und von da aus den ca. zwanzigminĂŒtigen Abstieg bis zum Aescher erfolgreich hinter sich gebracht hatten. [hier bitte nochmals einen Appenzöller-Juchzer vorstellen. Bitte. Danke!]. Hungrig wie wir alle waren, bestellten wir uns endlich unsere wohlverdienten Aescher-Röstis, dazu en „suure Moscht“ – en Guete und Proscht! (Das reimt sich imfall! 🙂 )

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SpezialitĂ€t des Hauses Aescher: Rösti –> ein MUSS!

Auf dem Abstieg legten wir in der Alp Bommen noch eine Rast ein, die dann allerdings etwas lĂ€nger als geplant ausfiel. Man vergisst in dieser entschleunigenden Gegend halt leicht die Welt um sich herum. Und wisst ihr was? Das ist verdammt gut so, denn wer „A“ sagt sollte definitiv auch „lpstein“ sagen oder „ppenzellerland“…

Nachdem wir uns noch grosszĂŒgig mit leckerem AlpkĂ€se eingedeckt hatten, wanderten wir schliesslich die letzte Etappe bis zu unserem Auto und fuhren nach Hause zurĂŒck, wo Daddy und Silvia bereits mit dem Vesper auf uns warteten.

Und ja, in meinem nĂ€chsten Leben werde ich Prinzessin! 🙂

 

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Rigi: Prinzessin trifft Königin der Berge

Zum Nationalfeiertag, dem 1. August, mische ich mich gerne unter das patriotische Schweizer-Volk. So unternahm ich letztes Jahr beispielsweise eine interessante Sightseeing-Tour durch die wunderschöne Landeshauptstadt Bern. Dieses Jahr gönnte ich mir einen herrlichen Wandertag auf der Königin der Berge, der Rigi.

1.-August-Feeling pur auf der Rigi: Höhenfeuer und Alphörner

Mit Zug und Bus reiste ich am Morgen nach Vitznau am VierwaldstÀttersee. Von hier gings mit der Àltesten Zahnradbahn der Welt hinauf nach Rigi Kaltbad.

Nostalgische Rigi-Dampflok-Bahn beim letzten Anstieg vor Rigi Kulm.

 

Von hier aus folgte ich dem Wanderwegweiser zum „ChĂ€nzeli“, wo ich das gewaltige Panorama ĂŒber den VierwaldstĂ€ttersee, den BĂŒrgenstock, den Pilatus, das Stanserhorn und auf die Stadt Luzern genoss.
Am Horizont erkennt man die grossen Stars der Schweizer Alpen – unter anderem Mönch, Eiger und Jungfrau (ja, in dieser Reihenfolge). Es gibt bestimmt Tage, an denen die Fernsicht besser ist, aber man kriegt auch an relativ dunstigen Tagen wie gestern einen tollen Eindruck von dieser atemberaubenden Kulisse. Man sieht von hier ĂŒbrigens auch den Giswilerstock, den ich nur wenige Tage zuvor bestieg (mehr dazu im Bericht Wandere glĂŒcklich, wandere froh, Ă€lter wirst du sowieso
).

Nachdem ich mich satt gesehen hatte (obschon man sich hier eigentlich gar nicht sattsehen kann) gings hinauf nach Rigi Staffel und Rigi Kulm (1797m). Auch von hier ist die Aussicht traumhaft. Bei guter Sicht soll man hier ĂŒber „meinen“ Kanton Aargau hinweg bis in den Schwarzwald sehen können.
Nordöstlich erkennt man von hier den Ägerisee, mit dem ich ja ebenfalls erst kĂŒrzlich Bekanntschaft geschlossen hatte (mehr dazu im Bericht Wetten, dass?! Mit Thomas Gottschalk unterwegs).

Der Wanderweg fĂŒhrte mich nun durch Kuhweiden hindurch hinunter zur SchochenhĂŒtte. Treue Begleiter sind hier auf der ganzen Strecke die GebrĂŒder Mythen.

Und die KĂŒhe muhten vor den Mythen 😉

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VoilĂ : die Kuhfirsten :-)) Im Hintergrund der grosse und der kleine Mythen.

Via Klösterli gings schliesslich zurĂŒck nach Rigi Kaltbad, wo ich mir zwar kein kaltes Bad, dafĂŒr einen kalten „suure Moscht“ gönnte, bevor mich die Zahnradbahn wieder sicher ins Tal hinunter beförderte.

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Eigentlich hatte ich geplant, den Heimweg von Vitznau aus per Schiff via Luzern anzutreten. Da jedoch der Himmel von Minute zu Minute dunkler wurde, beschloss ich, auf die Schifffahrt zu verzichten und stattdessen wiederum den Bus zu besteigen. Eine gute Entscheidung, denn just, als ich in den Bus eingestiegen war, setzte ein heftiger Gewitterregen ein. Manchmal meint es das Schicksal eben einfach nur gut mit mir. 😉

Und so ist die Prinzessin nach einem erfĂŒllten Tag wohlbehĂŒtet und trocken zu Hause angekommen. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann trĂ€umt sie noch heute vom Wandern und von der Rigi, der Königin der Berge…  ❀

Wandere glĂŒcklich, wandere froh, Ă€lter wirst du sowieso…

Es ist inzwischen so etwas Ă€hnliches wie zur Tradition geworden, dass ich mir zu meinem Geburtstag ein spezielles Abenteuer zu GemĂŒte fĂŒhre. So radelte ich letztes Jahr an meinem Geburtstag von Bad Zurzach im Kanton Aargau nach Konstanz am Bodensee, wo ich schliesslich mit meinem Daddy zum Abendessen verabredet war.  Ich hatte also einen verdammt guten Grund, die ĂŒber 100 Bike-Kilometer auf mich zu nehmen 😉 Mehr dazu in meinem letztjĂ€hrigen Blogpost Radle glĂŒcklich, radle froh, Ă€lter wirst du sowieso


Gestern nun war es wieder soweit: ich wurde ein Jahr Àlter weiser.
Meine Freundin hatte mir einige Tage zuvor mitgeteilt, dass sie an meinem Geburtstag zusammen mit zwei ihrer Kolleginnen eine Wanderung auf den Giswilerstock plane und fand, dass ich die dĂ€mliche Gruppe, Ă€h… nein Moment, ich meine natĂŒrlich die Damen-Gruppe wunderbar ergĂ€nzen wĂŒrde.

Was gab es da schon zu ĂŒberlegen? Klar wollte ich mit!!!

Um Punkt 16.37 Uhr besammelte sich unsere knuffige Damenschar in Sarnen OW. Und von nun an ging’s buchstĂ€blich bergauf mit uns… heiterefahne!

Wer selbst auf den letzten paar Höhenmeterleins tapfer durchbeisst, wird „on the very top of Giswilerstock“ mit einem herrlichen Panorama ĂŒber den Sarnersee, den Pilatus, das Stanserhorn & Co. belohnt. Die Sicht reicht sogar bis zum VierwaldstĂ€dtersee – es ist einfach traumhaft!

giswilerstock

Auf dem Weg zurĂŒck ins Tal kann (und sollte!) man sich ĂŒbrigens im idyllischen Beizli Fluonalp unbedingt mit einer Portion „Hindersi Magronen“ und einem „Beckenrieder Moscht“ stĂ€rken  „Ă€ GĂŒete!“

hindersimagronen

 

 

 

 

 

Wetten, dass?! Mit Thomas Gottschalk unterwegs

Das Biken hat sich in den vergangenen vier Jahren zu einer meiner ganz grossen Leidenschaften entwickelt. Ich radle nicht nur in der Schweiz, sondern habe auch bereits an zwei unvergesslichen Bike-Reisen durch Kuba (2014) und Namibia (2015) teilgenommen. Da bekanntlich aller guten Dinge (mindestens) drei sind, ist die nÀchste Radreise nur noch eine Frage der Zeit. Stay tuned!

Seit kurzem versuche ich nun herauszufinden, ob ich nebst dem Biken auch fĂŒr’s Wandern in Ă€hnlicher Weise zu begeistern bin. Ein erstes Zwischenfazit ist durchaus vielversprechend. Die Erweiterung meines Hobby-FĂ€chers fordert mich allerdings auf einer neuen Ebene. An herrlichen Sommertagen schlagen nun nĂ€mlich plötzlich zwei Herzen in meiner abenteuerlustigen Brust und die Frage, ob ich mich denn nun auf den Bikesattel schwingen oder mir stattdessen lieber die Wanderstiefel anschnallen soll erzeugt eine gewisse Ambivalenz. Ein Problem, das ich bestimmt in den Griff kriegen werde – wĂ€re ja gelacht!

Gestern hat – wenn auch nach zĂ€hem Ringen – schliesslich das Wanderstiefel-Herz in meiner Brust gewonnen und so schnappte ich meinen Rucksack und fuhr spontan ins Ägerital, wo ich mein Auto parkierte und mir den Panoramaweg hoch ĂŒber dem Ägerisee vorknöpfte.

Das Highlight der Tour ist der Gottschalkenberg, von wo aus man gefĂ€lligst die herrliche Ausschicht ĂŒber den ZĂŒrichsee und das idyllische HĂŒttnerseeli zwischen Samstagern und Sonntagern… Ă€h Moment… nein, zwischen den Ortschaften Samstagern und HĂŒtten geniesst.

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WĂ€hrend dem Aufstieg liess ich es mir nicht nehmen, drĂŒben auf Twitter einen kecken Spruch an die Adresse von Thomas Gottschalk – alias @herbstblond – abzusetzen:

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Und siehe da: Onkel Thommy antwortete in seiner berĂŒhmten Schlagfertigkeit prompt: Antwort von Thomas Gottschalk auf Twitter  🙂

Um letzte Zweifel an der Existenz des Bergs aus dem Weg zu rÀumen, lieferte ich schliesslich noch zwei Beweisfotos nach.

Diese bewertete der Showmaster als glaubhaft und merkte an, dass die ihn doch wenigstens zur Einweihung hĂ€tten einladen können. Das sehe ich natĂŒrlich genau so – Frechheit! 🙂

Vielen Dank, Thomas Gottschalk, fĂŒr deine Aufmerksamkeit. Wetten, dass ich das gestern ziemlich cool fand?!

 

 

 

Sim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Bild des Grenzsteins Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich damals (ĂŒbrigens auf meiner allerersten grossen Reise) lockerflockig von Miami ĂŒber die Seven-Mile-Bridge nach Key West brauste und schliesslich, am Ă€ussersten Zipfel des nordamerikanischen Kontinents angelangt, vor dem legendĂ€ren Grenzstein stand und sehnsĂŒchtig Richtung SĂŒden spĂ€hte. 90 Meilen, lĂ€ppische 144 Kilometer, trennten mich damals von der geheimnisvollen Karibikinsel Kuba. Mein BauchgefĂŒhl prophezeite mir schon damals, dass ich irgendwann drĂŒben auf der Insel stehen und keck nach Key West rĂŒber zwinkern werde! Seither sind ĂŒber zwanzig Jahre vergangen.

Kuba by bike – I like!

bikes_vinalesAuf der Suche nach einem optimalen Mix aus spannender Kulturreise und Aktivurlaub, stiess ich im Herbst 2014 auf die Bike-Reise Kuba Clasico des Veranstalters Bike Adventure Tours. Mein damaliger Freund und ich waren sofort ĂŒberzeugt: Das ist es – vamos. Juntos! Am 18. Dezember 2014, es war der Tag unmittelbar nach dem historischen TelefongesprĂ€ch zwischen Barack Obama und RaĂșl Castro, war es schliesslich soweit. Zusammen mit ein paar weiteren Bike-Enthusiasten flogen wir von ZĂŒrich nonstop nach Havanna und damit war vor allem eines klar: bevor sich die Amis dem Inselstaat annĂ€hern wĂŒrden, waren erst mal wir an der Reihe, pah!

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Bild-Quelle:  Bike Adventure Tours

 

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Eine ganz normale Seitenstrasse in Havanna.

Bunte Autos

Mich beeindruckte die Insel auf Anhieb und gleich mehrdimensional. Ich erinnere mich noch, wie die Jungs unserer Reisegruppe, kaum hatten wir unser Hotel im Zentrum von Havanna erreicht, gar nicht mehr von der Strasse wegzukriegen waren, weil sie auf keinen Fall auch nur einen dieser kunterbunten Oldtimern verpassen wollten. Zu jenem Zeitpunkt gingen wir davon aus, dass diese Autos das Markenzeichen von Havanna seien und die Leute ausserhalb der Hauptstadt stinknormale, rostige, verbeulte Otto-Normal-Autos fahren wĂŒrden. Dass dem nicht so ist wurde uns erst im Verlaufe der nĂ€chsten Tage allmĂ€hlich bewusst. ES. GIBT. (praktisch) KEINE. ANDEREN. AUTOS. AUF. KUBA!

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Auf einer Tabakplantage
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Oldtimer (Autos und HĂ€user) am „el MalecĂłn“ von Havanna.

 

Shopping findet anderswo statt

Eine weitere Besonderheit, die mich zutiefst beeindruckt hat, war der schlicht und ergreifend nicht stattfindende Konsum. Ich meine hey, es war Weihnachten! In vielen christlichen LĂ€ndern ist das die Hauptsaison des geradezu ausufernden Konsums. Doch in Kuba gab es – abgesehen von Che Guevara Accessoires  – nichts zu kaufen. Selbst wenn man in Shopping-Laune gewesen wĂ€re: es gab einfach nichts. Punkt. Man stelle sich das einmal vor!

Bunt sind auch die HĂ€user. Und die Musik

Last but not least haben mich natĂŒrlich Land und Leute zutiefst berĂŒhrt. Auffallend sind zuerst einmal die farbenfrohen HĂ€user. Passend zu den Autos. Oder war’s umgekehrt? Ein klassischer Fall fĂŒr die „Huhn-Ei-Frage“ 🙂 Jedenfalls drang aus (gefĂŒhlt) jedem dieser fröhlich eingefĂ€rbten HĂ€user fröhliche Musik. Wer da keine gute Laune kriegt, ist selber schuld! Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf dem Bike-Sattel meine HĂŒfte zu heissen Salsa-Rhythmen schwang – sim-SALSA-bim!

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Weniger bunt sind die Mahlzeiten

Kulinarisch ist Kuba etwas weniger „farbenfroh“. Du wĂ€hlst nicht etwa ein Menu aus, sondern darfst dich bestenfalls fĂŒr ein StĂŒck Fleisch (Schwein oder Huhn) entscheiden. Als Beilage sind Reis und schwarze Bohnen gesetzt. Zum Dessert gibt’s Mango-Mus, dazu ein StĂŒck KĂ€se. Alternativen gibt es kaum – ausser in den sternengeschwĂ€ngerten Hotels am traumhaften Varadero-Strand beispielsweise. Aber das hat ja auch nicht mehr viel mit Kuba zu tun…

Fazit: Do it!

Meine uneingeschrĂ€nktes Fazit: Kuba MUSS man erlebt haben. Und zwar noch BEVOR der erste McDonalds in Havanna seine TĂŒren öffnet. Go for it!

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Ein absolutes MUSS: das Vinales-Tal
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Weisse Weihnachten: check! 😉
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Dramaqueen Cienfuegos im SĂŒden der Insel.

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Bike-Safari durch Namibia

 

Milchstrasse vs. Time Square: Vom afrikanischen Lagerfeuer an den Time Square in New York

Heute vor exakt einem Jahr flog ich zum ersten mal in meinem Leben nach New York City. Zur Feier des 1-Jahr-JubilÀums verfasse ich heute diesen Blogpost in Erinnerung an eine wundervolle Zeit in einer wundervollen Stadt.

Eigentlich stand New York schon seit vielen Jahren auf meiner Bucketlist, schaffte es aber nie ganz an die Spitze und verlor das Destinationen-Duell im Zweifelsfall gegen kleinere, ĂŒberschaubarere, lĂ€ndlichere Reiseziele. Ich hatte stets grössten Respekt vor der gigantischen Welt-Metropole und befĂŒrchtete, dass mich – ein ĂŒberaus zartbehĂŒtetes Landei – das hektische Treiben zwischen den mĂ€chtigen Wolkenkratzern zerdrĂŒcken oder gar ĂŒberfordern könnte. Das war wohl auch mit ein Grund, weshalb ich mir die Stadt niemals im Alleingang zumuten wollte. Es fehlte aber stets die passende Begleitung – ein Teufelskreis, herrje!

Auf meiner Bike-Safari durch Namibia schliesslich lernte ich Nina kennen. Nina war nebst mir die zweite Single-Frau unserer achtköpfigen Reisegruppe. Es war die logische Konsequenz, dass wir beide uns irgendwie mit einander arrangieren wĂŒrden. Obschon wir vom Typ Frau her unterschiedlicher kaum sein könnten, stimmte die Chemie auf Anhieb zwischen uns beiden. Es sollte der Anfang einer wunderbaren Freundschaft werden… ❀

Eines Abends, Nina und ich hatten gerade unsere Zelte im ausgetrockneten Flussbeet des Tsauchab-River fertig eingerichtet und uns mit einem Glas sĂŒdafrikanischem Weisswein zum Rest der Gruppe ans Lagerfeuer gesellt, da gestand ich der Gruppe, dass ich noch niemals in New York gewesen sei. Ich mutmasste daraufhin, dass das Lichter-Spektakel am Time Square nie im Leben an die GrandiositĂ€t des Milchstrassen-Zaubers, der sich uns in jener wundervollen Nacht am namibischen Himmel prĂ€sentierte, herankommen wĂŒrde. Nach einer kurzen – oder auch lĂ€ngeren – Phase des wortlosen in den Himmel Staunens, meinte Nina schliesslich, dass sie ebenfalls noch nie in New York gewesen sei und man den Vergleich „Milchstrasse vs. Time Square“ eigentlich schon mal noch ziehen sollte.

„Okay, dann fliegen wir eben als nĂ€chstes nach New York.“ witzelte ich. „Alles klar!“ entgegnete Nina und prostete mir, verschmitzt grinsend, mit ihrem Weinglas zu.

Et voilà 🙂

Some Impressions from Big Apple