Sim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Bild des Grenzsteins Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich damals (ĂŒbrigens auf meiner allerersten grossen Reise) lockerflockig von Miami ĂŒber die Seven-Mile-Bridge nach Key West brauste und schliesslich, am Ă€ussersten Zipfel des nordamerikanischen Kontinents angelangt, vor dem legendĂ€ren Grenzstein stand und sehnsĂŒchtig Richtung SĂŒden spĂ€hte. 90 Meilen, lĂ€ppische 144 Kilometer, trennten mich damals von der geheimnisvollen Karibikinsel Kuba. Mein BauchgefĂŒhl prophezeite mir schon damals, dass ich irgendwann drĂŒben auf der Insel stehen und keck nach Key West rĂŒber zwinkern werde! Seither sind ĂŒber zwanzig Jahre vergangen.

Kuba by bike – I like!

bikes_vinalesAuf der Suche nach einem optimalen Mix aus spannender Kulturreise und Aktivurlaub, stiess ich im Herbst 2014 auf die Bike-Reise Kuba Clasico des Veranstalters Bike Adventure Tours. Mein damaliger Freund und ich waren sofort ĂŒberzeugt: Das ist es – vamos. Juntos! Am 18. Dezember 2014, es war der Tag unmittelbar nach dem historischen TelefongesprĂ€ch zwischen Barack Obama und RaĂșl Castro, war es schliesslich soweit. Zusammen mit ein paar weiteren Bike-Enthusiasten flogen wir von ZĂŒrich nonstop nach Havanna und damit war vor allem eines klar: bevor sich die Amis dem Inselstaat annĂ€hern wĂŒrden, waren erst mal wir an der Reihe, pah!

reisekarte-kuba-clasico_bat
Bild-Quelle:  Bike Adventure Tours

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

2015-01-01 14.15.05
Eine ganz normale Seitenstrasse in Havanna.

Bunte Autos

Mich beeindruckte die Insel auf Anhieb und gleich mehrdimensional. Ich erinnere mich noch, wie die Jungs unserer Reisegruppe, kaum hatten wir unser Hotel im Zentrum von Havanna erreicht, gar nicht mehr von der Strasse wegzukriegen waren, weil sie auf keinen Fall auch nur einen dieser kunterbunten Oldtimern verpassen wollten. Zu jenem Zeitpunkt gingen wir davon aus, dass diese Autos das Markenzeichen von Havanna seien und die Leute ausserhalb der Hauptstadt stinknormale, rostige, verbeulte Otto-Normal-Autos fahren wĂŒrden. Dass dem nicht so ist wurde uns erst im Verlaufe der nĂ€chsten Tage allmĂ€hlich bewusst. ES. GIBT. (praktisch) KEINE. ANDEREN. AUTOS. AUF. KUBA!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA2014-12-19 15.21.27-52014-12-31 13.34.10-42014-12-19 15.29.16OLYMPUS DIGITAL CAMERA

2014-12-22 16.19.29-4
Auf einer Tabakplantage
2015-01-01 11.30.10
Oldtimer (Autos und HĂ€user) am „el MalecĂłn“ von Havanna.

 

Shopping findet anderswo statt

Eine weitere Besonderheit, die mich zutiefst beeindruckt hat, war der schlicht und ergreifend nicht stattfindende Konsum. Ich meine hey, es war Weihnachten! In vielen christlichen LĂ€ndern ist das die Hauptsaison des geradezu ausufernden Konsums. Doch in Kuba gab es – abgesehen von Che Guevara Accessoires  – nichts zu kaufen. Selbst wenn man in Shopping-Laune gewesen wĂ€re: es gab einfach nichts. Punkt. Man stelle sich das einmal vor!

Bunt sind auch die HĂ€user. Und die Musik

Last but not least haben mich natĂŒrlich Land und Leute zutiefst berĂŒhrt. Auffallend sind zuerst einmal die farbenfrohen HĂ€user. Passend zu den Autos. Oder war’s umgekehrt? Ein klassischer Fall fĂŒr die „Huhn-Ei-Frage“ 🙂 Jedenfalls drang aus (gefĂŒhlt) jedem dieser fröhlich eingefĂ€rbten HĂ€user fröhliche Musik. Wer da keine gute Laune kriegt, ist selber schuld! Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf dem Bike-Sattel meine HĂŒfte zu heissen Salsa-Rhythmen schwang – sim-SALSA-bim!

2014-12-26 10.24.56-2DSC03910DSC03896DSC04075

Weniger bunt sind die Mahlzeiten

Kulinarisch ist Kuba etwas weniger „farbenfroh“. Du wĂ€hlst nicht etwa ein Menu aus, sondern darfst dich bestenfalls fĂŒr ein StĂŒck Fleisch (Schwein oder Huhn) entscheiden. Als Beilage sind Reis und schwarze Bohnen gesetzt. Zum Dessert gibt’s Mango-Mus, dazu ein StĂŒck KĂ€se. Alternativen gibt es kaum – ausser in den sternengeschwĂ€ngerten Hotels am traumhaften Varadero-Strand beispielsweise. Aber das hat ja auch nicht mehr viel mit Kuba zu tun…

Fazit: Do it!

Meine uneingeschrĂ€nktes Fazit: Kuba MUSS man erlebt haben. Und zwar noch BEVOR der erste McDonalds in Havanna seine TĂŒren öffnet. Go for it!

DSC03413

DSC03399
Ein absolutes MUSS: das Vinales-Tal
DSC03563
Weisse Weihnachten: check! 😉
DSC03973
Dramaqueen Cienfuegos im SĂŒden der Insel.

Verwandte Artikel

Myanmar: Bike-Reise durch das Land des LĂ€chelns. Und der Flip-Flops.

Bike-Safari durch Namibia