Das exklusive Interview zum Jahreswechsel – von und mit Doedel

Zum neuen Jahr gibt es hier ein exklusives Interview mit Doedel. Durchs Interview fĂŒhrt niemand Geringeres als GĂŒnnter*, Doedels innerer Schweinehund. Viel Spass bei der LektĂŒre.

GĂŒnnter: Mir fĂ€llt auf, dass, seit wir am ersten Weihnachtstag von zu Hause losgezogen sind, ein  DauerlĂ€cheln auf deinen Lippen spielt. Wie kommt das?

Doedel: Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun. (lÀchelt)


Pah! Das sagst du ausgerechnet nachdem wir heute Morgen mal wieder wie von der Tarantel gestochen durch die halbe Stadt gehetzt sind, um einen Adapter fĂŒr den Laptop zu besorgen?!?!! Die Geschichte wiederholte sich. Du erinnerst dich? Damals, drĂŒben in Afrika?

Ich weiss worauf du anspielst und ich gebe zu, dass ich in dieser Sache nachlĂ€ssig war. Ich erinnere mich, wie ich damals auf dem unvergesslichen Roadtrip durch SĂŒdafrika jeweils einen regelrechten Stecker-Turm aus diversen Steckern basteln musste, um mal eben husch mein Notebook aufzutanken. Das war Improvisation vom Feinsten und ich hatte mir fest vorgenommen, mir sofort nach der RĂŒckkehr aus Afrika einen dreipoligen Adapter fĂŒr meinen Laptop zu besorgen und wie soll ich sagen, zurĂŒck in der Zivilisation ist das dann irgendwie untergegangen.
Aber hey! Heute ist ja alles gut ausgegangen. Wir haben den Adapter und der Laptop ist vollgetankt – sonst könnten wir jetzt ja hier nicht auf der Terrasse sitzen und diesen Beitrag tippsen (lacht).
Apropos: wusstest du, dass sich Kapstadt und Buenos Aires auf gleicher Höhe befinden? Ich meine Breitengrad technisch? Schon eindrĂŒcklich. WĂ€hrend der afrikanische Kontinent bei Kapstadt quasi aufhört, gehts hier in SĂŒdamerika erst so richtig los – verrĂŒckt, findest du nicht?


Du weichst vom Thema ab. FĂŒr mich, deinem inneren Schweinehund, war die Adapter-Geschichte heute Morgen ein SpĂŒrchen zuviel Adrenalin auf nĂŒchternen Magen.

Das tut mir aufrichtig leid! Immerhin hatte der flotte Chico im ersten Laden direkt den goldenen Tipp fĂŒr uns bereit und schickte uns zur flotten Chica ums Eck, welche in Sekundenschnelle ein flottes Dreikönigs- Ă€h DreipolstĂŒck aus der Schublade zĂŒckte.
Da fĂ€llt mir ein: kommenden Montag feiern wir heilige drei Könige. Was meinst du, wollen wir uns da – zur Feier des Tages, quasi – ein spezielles Abenteuer gönnen? Ich meine: nur wir beide, du und ich? (klimpert mit der Wimper)


Ich erinnere dich daran, dass wir am Montag unseren patagonischen Studenten-Alltag starten werden und um 9 Uhr unseren Einstufungstest schreiben. Mein Bedarf an Abenteuer wird damit gedeckt sein. Aber danke, dass du fragst. Ich werde hier ja nicht immer nach meinem Grad an Abenteuerlust gefragt (rĂ€uspert)  was uns zum Thema zurĂŒckbringt. Ich verstehe immer noch nicht, warum wir all diese Strapazen auf uns genommen haben: den langen Flug, das stundenlange Anstehen an der Passkontrolle am Flughafen in Buenos Aires, das ganze Tohuwabohu, um hier an Geld und vernĂŒnftige Lebensmittel zu kommen, …
Zuhause hÀtten wir zwischen den Jahren bequem auf der Couch abhÀngen können.

Du vergisst, dass zu Hause gerade jemand anderes auf unserer Couch abhĂ€ngt. Da haben wir es hier in unserem kleinen, aber feinen Apartment doch wesentlich gemĂŒtlicher (zwinkert keck mit dem Auge, also mit dem linken, weil es mit dem rechten partout nicht gelingen will…).


Herrje, dieses Untervermiet-Projekt ist auch so ein durchgeknallter Furz jenseits der Komfortzone!

Dieser durchgeknallte Furz ermöglicht uns ein Leben in höchstmöglicher UnabhÀngigkeit. Es ist doch toll, dass wÀhrend wir hier die unendlich langen Tage des patagonischen Sommers geniessen, ein erheblicher Teil unserer Fixkosten Zuhause gedeckt wird.


Ich weiss nicht. Mich befremdet der Gedanke, dass eben wĂ€hrend wir hier die unendlich langen Tage des patagonischen Sommers „geniessen“, um es in deinen Worten auszudrĂŒcken, eine fremde Person in unserem Bett liegt und womöglich gerade Kaffee ĂŒber die schicke Couch schĂŒttet. 
Ich verstehe dein Hadern. Noch vor ein paar Jahren hÀtte ich mir das auch nicht vorstellen können.


Woher der Sinneswandel?
Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit der Frage, wie ich mein Leben generell und insbesondere die aktuellen wohl knackigsten Jahre leben möchte, auseinandergesetzt. Im Zentrum stand dabei die Frage, was mein ICH in 30 Jahren rĂŒckblickend meinem heutigen ICH raten wĂŒrde zu tun oder eben nicht zu tun.**


Das klingt selbst fĂŒr innere Schweinehunde wie mich interessant. ErzĂ€hle mehr darĂŒber. 
Bist du sicher, dass du das hören möchtest?


Ja, scheiss los… schiess… ich meinte schiess los!
Na gut. Aber jammere nachher nicht, ich hÀtte dich nicht gewarnt! (grinst)
Pass auf. Es startete mit meinem kompletten Neuanfang vor inzwischen acht Jahren. Es fĂŒhlte sich an, als ob einer aus Versehen statt der Pause-Taste den Reset-Knopf meines Lebens erwischt hatte und jedenfalls schlief ich damals monatelang auf einer Luftmatratze und redete mir die Yogamatte bequem und kuschelig wie eine Couch. Es war die Zeit, in der mir klar wurde, dass weniger mehr sein kann. Seither ĂŒberlege ich mir sehr behutsam, was mich glĂŒcklich macht. Es ist eine kurze Liste. Ich fĂŒhre einen minimalistischen Lebensstil.


Das erklĂ€rt noch nicht, weshalb wir unsere tolle Wohnung nun schon zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren wildfremden Menschen ĂŒberlassen.

Im Verlaufe des Prozesses zur KlĂ€rung der Sinn-Frage wurde immer deutlicher, dass ich ein ausgeprĂ€gtes Autonomie-BedĂŒrfnis habe. Ich denke, ein beachtlicher Teil davon ist angeboren, der andere Teil ist im Verlaufe der Zeit klammheimlich in mir herangereift. Der SchlĂŒssel zu einem möglichst hohen Grad an UnabhĂ€ngigkeit liegt im Loslassen. Mir ist bewusst geworden, dass ich mir mit Gedanken an Kaffeeflecken auf meiner Couch nur selbst im Weg stand. Inzwischen habe ich meinen Haushalt auf ein modulares Kistenmodell umgestellt, um meine persönlichen Habseligkeiten mit wenig Aufwand sicher wegschliessen zu können. FĂŒr Bett und Couch habe ich mir spezielle SchutzbezĂŒge, sogenannte Hussen, besorgt.
Was man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen darf ist, dass wir bei unserer RĂŒckkehr ja selbst wochenlang in fremden Sachen gehaust und dabei eine gewisse Resistenz gegenĂŒber Spuren und GerĂŒchen fremder Menschen entwickelt haben werden. (zwinkert)


Verstehe. Themawechsel. Du hast mir heute Morgen beim ZĂ€hneputzen zugemurmelt, dass wir ab nĂ€chster Woche Teilzeit arbeiten werden? Du meintest damit eigentlich die Schulbank drĂŒcken, korrekt? 

Nein, d.h. naja… genaugenommen heisst es beides.


Stopp! Ich weiss tatsĂ€chlich nicht, wieviel genauer ich das wissen möchte…

Ach komm schon, sei kein Frosch. Hihi… innerer Schweinefrosch… hihihihi… (klopft sich mit der rechten Hand mehrmals auf den rechten Schenkel)


Mir ist nicht nach Scherzen zumute!

ÂĄDisculpa! Ich meine: Ă€xgĂŒsi… wie war nochmals die Frage? Achso, ja… bezĂŒglich der Arbeit (verkneift sich sichtlich ein erneutes Kichern). Also die Sache ist die, dass ich eines meiner aktuellen Projekte von hier aus weiter betreuen werde. BĂ€mm! Na, was sagst du dazu?


Ich dreh‘ gleich durch, ey! HĂ€tte da nicht jemand anderes einspringen können, sodass mir wenigstens das erspart geblieben wĂ€re?

Eben nicht! Die Idee nach dieser Auszeit hier in Patagonien entstand im Juni vergangenen Jahres. Ich hatte mich spontan auf ein dreimonatiges Praktikum in einer kleinen Pension drĂŒben im chilenischen Seengebiet beworben und prompt eine  Zusage erhalten. Einige Wochen spĂ€ter scheiterte das Projekt dann aber leider. Zu jenem Zeitpunkt hatte ich mich schon voll auf ein sĂŒdamerikanisches Abenteuer eingestellt und meine EnttĂ€uschung liess sich nicht abstreiten. Ich ĂŒberlegte mir also, ob ich mich gegebenenfalls neu arrangieren konnte und da rĂŒckte bald die Idee eines Sprachaufenthalts in Kombination mit einer gesunden Portion Bewegung an der frischen Luft im Outdoor-Mekka rund um Bariloche/Patagonien in den Vordergrund. Ich sicherte mich kurz ab, was wohl mein ICH in 30 Jahren zu der Idee meines heutigen ICHs sagen wĂŒrde und zack, war die Sache fĂŒr mich klar wie der Himmel hier ĂŒber Patagonien in diesen wundervollen Sommertagen. Allerdings hatte ich im Job inzwischen zu einem grösseren Projekt zugesagt. Also suchte ich das GesprĂ€ch mit meinem Chef. Scheu wie ein Reh erzĂ€hlte ich ihm von meiner Idee, im patagonischen Sommer zu ĂŒberwintern. Er meinte nur:“Was soll ich mit einer Idee? Komm wieder, wenn du einen konkreten Plan hast und dann schauen wir, was sich da machen lĂ€sst.“ Das liess ich mir nicht zweimal sagen und unterbreitete ihm einige Tage spĂ€ter meinen konkreten Überwinterungsplan – einer kunterbunten Mischung aus Sprachaufenthalt, viel Bewegung an der frischen Luft und spannenster Projektarbeit. Et voilĂ .


Da hast du GlĂŒck mit deinem Arbeitgeber. Das könnte sich natĂŒrlich nicht jeder erlauben.

Ersteres streite ich nicht ab: das ist Tatsache und mein Chef ist ein wahrer „Enabler“ und  ein Goldschatz noch dazu! Zweiteres kommt mir regelmĂ€ssig zu Ohren. „Was, du haust schon wieder ab? Das wĂŒrde ich auch gerne machen, aber das kann ich mir in meiner Position, bei meinem Chef, bei der aktuellen Wirtschaftslage, blablabla nicht erlauben. Die AufzĂ€hlung kann mit beliebigen Schiess-mich-tot-Ausreden erweitert werden.“ Auf meine Frage ob das Thema denn schon mal konkret diskutiert wurde, folgt dann höchstens noch ein „naja
 ich weiss halt, dass ich damit nicht durchkommen wĂŒrde. Niemals!“
Ich frage mich dann jeweils, ob die sich eigentlich schon mal mit ihrem ICH von in 30 Jahren auseinandergesetzt haben
 (blickt nachdenklich vor sich hin) Ich meine, es ist mir schon klar, dass nicht alle mit den idealen Rahmenbedingungen fĂŒr solche Luxus-Projekte gesegnet sind. Aber bei der „Was-ist-in-30 Jahren“-Perspektive geht es ja darum, das Optimum aus den aktuellen UmstĂ€nden herauszuholen – also ein erfĂŒllendes Leben zu leben, wie es einem in der persönlichen Situation eben möglich ist.


Irgendwann werde ich vielleicht auch Gefallen an diesem Affentheater finden können – man soll schliesslich niemals nie sagen. FĂŒr heute weiss ich genug. Und was morgen auf uns zukommt, wirst du mir bestimmt noch zum passenden Zeitpunkt mitteilen, KORREKT?!

Na klar. Ehrensache! (kichert heimlich ins FĂ€ustchen)


Herzlichen Dank fĂŒr dieses Interview und alles Gute fĂŒrs neue Jahr!

¥Feliz año! Frohes neues Jahr, mein lieber Schweinehund.
Schön, dass es dich gibt! (formt mit Daumen und Zeigefingern ein Herz in die Luft)


Das Interview fĂŒhrte: GĂŒnnter*, mein innerer Schweinehund

 

*Ich nenne meinen inneren Schweinehund liebevoll „GĂŒnnter“. Immer wenn er ins Spiel kommt, lautet die Gretchenfrage: GĂŒnnter (schweizerdeutsch fĂŒr „gewinnt er?“) oder „GĂŒnnter nöd?“ (gewinnt er nicht?)

** Die „Was-ist-in-30Jahren“-Perspektive nach John Strelecky. Mehr dazu gibts im Artikel Safari zu den «BIG FIVE FOR LIFE»

Myanmar: Bike-Reise durch das Land des LĂ€chelns. Und der Flip-Flops.

Ich bin weiss Gott schon weit herumgekommen auf dieser Erde. Ein Kontinent blieb von mir bisher jedoch unangetastet: Asien. Das hĂ€tte sich zwar lĂ€ngst Ă€ndern dĂŒrfen, aber ich stolperte stets ĂŒber die banalen W-Fragen. Wohin sollte ich denn konkret gehen? Wann wĂ€re ein idealer Zeitpunkt fĂŒr eine Asien-Reise? Wie wĂŒrde ich denn ĂŒberhaupt reisen wollen? Langer Rede, kurzer Sinn: so richtigrichtigrichtig wollte das Asien-Feuer in mir einfach nicht entfachen.

WĂ€hrend der LektĂŒre von Jan-Philipp Sendkers Burma-Serie jedoch wurde ich neugierig auf das geheimnisvolle und von Sendker geradezu brilliant beschriebene Land in SĂŒdostasien. Bald kristallisierte sich Burma als potenziell ideale erste asiatische Destination fĂŒr mich heraus. Fortan recherchierte ich also gezielt nach einem geeigneten Reisemodell. Einmal mehr wurde ich schliesslich auf der Website des Veranstalters Bike Adventure Tours fĂŒndig, dem ich bereits zwei unvergessliche Bike-Abenteuer (Kuba und Namibia) zu verdanken hatte. Und damit war die Sache dann relativ rasch klar und die Einschreibung reine Formsache.

Raider heisst jetzt Twix…

… und Burma heisst jetzt Myanmar.
… und Rangun heisst jetzt Yangon.
… und der Fluss Ayeryawady heisst jetzt Irrawaddy.
… und, und, und…

Es gibt tatsĂ€chlich einiges, was einem bzgl. Myanmar auf Anhieb irritiert. Angefangen beim Landesnamen. Wenn ich hierzulande jemandem erzĂ€hle, dass ich in Myanmar war, ernte ich meistens ein mit hochgezogenen Augenbrauen untermaltes, langgezogenes „HÀÀÀ?“. Wenn ich dann „Burma“ hinterherliefere, können die meisten Leute mehr mit meiner Aussage anfangen. Weiter geht es mit der grössten Stadt des Landes: Rangun heisst heute Yangon. Rangun… Ă€h… Yangon war bis vor ein paar Jahren die Haupstadt Burmas… Ă€h… Myanmars. Doch eines Tages befand einer, dass mal wieder etwas VerĂ€nderung angebracht sei und so wurde kurzerhand das StĂ€dtchen Naypyidaw mitten im damals noch weitgehend unerschlossenen Dschungel zur Hauptstadt ernannt.

Ein weiteres Resultat einer Ă€hnlichen Nacht-Nebel-Entscheidung findet sich im burmesischen Strassenverkehr. Burma war eine britische Kolonie. Die Autos in Myanmar sind somit rechtsgesteuert – „very british“ eben und insofern nichts SpektakulĂ€res. Allerdings fahren diese rechtsgesteuerten Autos nicht etwa wie man dies im Sinne von „very british“ erwarten wĂŒrde, auf der linken, sondern auf der rechten Fahrbahn. In der Konsequenz haben Autobusse ihre Ausstiege auf der linken Seite und so verliessen wir unseren Bus also stets zur Strassenmitte hin – nichts fĂŒr schwache Nerven, ey! 😉

Shwedagon Pagode: hier ist alles Gold, was glÀnzt

Myanmar wird auch „das Goldene Land“ genannt. SpĂ€testens wenn man barfuss durch die achteckige Terrasse der Shwedagon Pagode schlurft, zweifelt man keine Sekunde mehr an dieser Aussage. Denn hier ist tatsĂ€chlich alles Gold, was glĂ€nzt – wow!

Abendstimmung an der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Shwedagon Pagode in Yangon: hier ist tatsÀchlich alles Gold was glÀnzt.

Am besten lĂ€sst man die energiegeladene AtmosphĂ€re rund um die Shwedagon Pagode unvoreingenommen und mit allen Sinnen auf sich wirken. Zur AbenddĂ€mmerung…

…dann, wenn das Licht am schönsten einwirkt und die goldene Kulisse geradezu mĂ€rchenhaft erstrahlen lĂ€sst.

…dann, wenn sich der Geruch von RĂ€ucherstĂ€bchen mit dem munteren Quietschen der FledermĂ€use und dem zarten Bimmeln der Glöcklein paart.

…dann, wenn hunderte friedvoller Buddhisten sich versammeln, um im Schneidersitz am Boden sitzend ihre Mantras zu rezitieren.

Ja dann, genau dann!

Kerzenmeer bei der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Tolle Abendstimmung rund um die Shwedagon Pagode

Die acht Ecken der Terrasse reprĂ€sentieren ĂŒbrigens die Wochentage. In Myanmar zĂ€hlt der Mittwoch als doppelter Tag mit Vormittag und Nachmittag. Die Wochentage haben generell einen besonderen Stellenwert in Myanmar. So wird der Name eines Kindes nĂ€mlich nicht etwa durch die Eltern bestimmt, sondern er ergibt sich in astrologischer Konsequenz aus dem Zeitpunkt der Geburt.

Ich bin das shwedagonsche Achteck zweimal gelaufen und ich hĂ€tte es locker noch zwei weitere Male laufen können. Der Abschied von der Shwedagon Pagode fiel mir etwas weniger schwer, als uns unser Tour-Guide versicherte, dass wir auf unserer Reise noch ausreichend viele Pagoden und Buddha-Figuren sehen wĂŒrden.

Er sollte sowas von recht behalten! 😬

Mönch mit Smartphone vor einer Buddha-Figur bei der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Ein Mönch mit Smartphone. Die Zeiten Àndern sich und sie Àndern sich rasant.

 

Die Reise im Überblick

Übersichtskarte der Reise durch Myanmar/Burma
Überblick der Reise. (Bildquelle: Bike-Adventure Tours.ch)

Nach zwei NĂ€chten in Yangon startete unsere Aktiv-Reise schliesslich mit einem Triathlon: drei FortbewegungsmittelÂ đŸ›©ïžÂ đŸšŽâ€â™€ïž đŸ›„ïž an einem Tag, tschagga.

Per InlandflugÂ đŸ›©ïž gings frĂŒh morgens von Yangon nach Heho auf knapp 1000 Metern. Direkt am Flugplatz in Heho warteten unsere Bikes auf uns. Hier wurden also als erstes die Ärmel hochgekrempelt, die mitgebrachten SĂ€ttel und Pedalen montiert, Bremsen und Federgabeln kontrolliert und dann ging es endlich los mit unserer Einrolltour đŸšŽâ€â™€ïžÂ und den ersten Bike-Kilometern in Myanmar. Erstes Etappenziel war der malerische Inle-See. Am Ufer des Sees wechselten wir unser Fortbewegungsmittel erneut und liessen uns bequem per Longtail-Boot đŸ›„ïžÂ zu unserer schicken Pfahlbau-Lodge mitten im See gondeln. Hach, hach….

Faszination Inle-See

Das Pfahlbauhotel
Skylake Inle Resort im Inle See

Der Inle-See ist bekannt fĂŒr seine Einbeinruderer. Um beide HĂ€nde fĂŒrs Fischen frei zu haben, wickeln die gelenkigen Burmesen nĂ€mlich das Ruder einfach mal eben um ein Bein und bewegen sich so wieselflink auf dem See fort.

Einbeinruderer beim Fischen auf dem Inle See in Myanmar/Burma
Einbeinruderer beim Fischen auf dem Inle See

Einige Kolleginnen und Kollegen unserer Reisegruppe liessen es sich nicht nehmen und versuchten sich selbst als Einbeinruderer. Die meisten scheiterten bereits daran, sich mit beiden FĂŒssen auf der Bootsspitze einigermassen ruhig und aufrecht zu halten. Einzelne schafften es, ein Bein dezent anzuheben. Das war’s! Keiner schaffte es, das Ruder um das Bein zu schlingen und lockerflockig draufloszupaddeln. Und so legten die Probanden den Fokus rasch auf einen möglichst eleganten Abgang vom Boot, um der Gruppe wenigstens eine coole Stunt-Show zu bieten.Â đŸ€žâ€â™‚ïžâž°đŸ€žâ€â™‚ïžÂ âž°đŸ™ƒ

Lotus-Seide: ganz schön edel,mann!

Den nÀchsten Tag verbrachten wir ausschliesslich auf dem Inle-See. Per Longtail-Boot wurden wir von einer Wow-Szenerie zur nÀchsten geschippert. So besuchten wir beispielsweise eine Lotus-Seiden-Weberei mitten auf dem See.

Lotus-Weberei auf dem Inle See, Myanmar/Burma
diese Burmesin demonstriert, wie aus den bis zu 2 Metern langen Lotusstengeln Webgarn gewonnen wird.

 

alter Burmese spinnt Faden
Das Leben und auch das Arbeitsleben findet in Myanmar grossmehrheitlich auf dem Boden statt

 

Webstuhl in der Lotus-Weberei auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Die WebstĂŒhle hier werden mit Fuss-Pedalen bedient. Perfektes Bike-Training, eigentlich 🙂

 

Originell: die schwimmenden GĂ€rten

Mich persönlich haben die schwimmenden GĂ€rten auf dem Inle-See fasziniert. Auf einem Fundament aus Wasserhyazinthen werden hier Tomaten, Blumenkohl, Auberginen und Bohnen angebaut. Ein kulinarisches Muss ist ĂŒbrigens der Tomatensalat nach Art der Shan. Mmmmhhhh…. 😋

Schwimmende GĂ€rten auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Die schwimmenden GĂ€rten auf dem Inle See werden mit Booten angelegt und bewirtschaftet.

 

Schwimmender Souvenir-Shop auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Schwimmender Souvenir-Shop zwischen den schwimmenden GĂ€rten.

 

Flower-Power đŸŒș

Einer der schönsten Bike-Tage erlebte ich persönlich als wir durch die ĂŒppige burmesische Flora radelten und der Duft von Blumen und GemĂŒse unseren zarten Nasen schmeichelte.

Üppige Landschaft in Myanmar/Burma
Was fĂŒr eine herrlich ĂŒbbige Landschaft die sich uns hier prĂ€sentierte.

 

Blumenfeld in Myanmar/Burma
Blumen so weit das Auge reicht und die Nase riecht.

 

Blumen-MĂ€dchen beim Blumen pflĂŒcken in Myanmar/Burma
Blumen-MĂ€dchen Myanmar-Style.

Foto 27.11.17, 05 55 44

Reisverarbeitung in Myanmar/Burma
Hier wird gerade die Spreu vom Weizen… Ă€h… vom Reis getrennt.

 

Blumenkohl-Transporter (Ochsenkarren) in Myanmar/Burma
Blumenkohl-Transport

 

Bauernhof mit Tomatenlager in Myanmar/Burma
Bauernhof mit Tomaten-Lager.

 

Frauen-Power đŸ’Ș

Überrascht hat mich definitiv die Rolle der Frau in Myanmar. Viele handwerkliche und insbesondere körperlich anspruchsvolle Arbeiten werden nĂ€mlich hauptsĂ€chlich von Frauen ausgeĂŒbt.

Burmesische Frauen im Strassenbau
Der Strassenbau ist in Myanmar eine klare Frauen-DomÀne.

 

2 Burmesinnen formen Lehmsteine
Auch die Produktion von Lehmsteinen wird mehrheitlich von Frauenhand erledigt.

 

Eine Burmesin fÀhrt mit einer Schubkarre die Lehmsteine zum Trocknen
Die fertig geformten Lehmsteine werden nun zum Trocknen gefĂŒhrt.

 

Tausende von Lehmsteinen sind zum Trocknen an der Sonne aufgestellt.
Unser Tour-Guide Myint Than vor der topmodernen Lehmstein-Trocknungsanlage 😉

 

Eine Burmesin trÀgt einen Korb mit Sand auf dem Kopf
Ein solcher Korb mit nassem(!) Sand wiegt gut und gerne 30-40 Kilogramm. Also mir war mein 13kg schwerer Reiserucksack schon genug…

 

Back to School

Auf unserer Trekking-Tour ab Pindaya besuchten wir eine Grundschule in einem burmesischen Bergdorf. Schalk scheint hier Pflichtfach zu sein 😉

Winkende Kinder in einer burmesischen Schule
Die anfĂ€ngliche ZurĂŒckhaltung verflog…

 

3 Kinder sitzen in einer burmesischen Schulbank
… spĂ€testens als wir unser legendĂ€res „BuurebĂŒebli“ zum Besten gaben.

 

đŸšŽâ€â™€ïžÂ On đŸšŽâ€â™€ïžÂ The đŸšŽâ€â™€ïžÂ Road đŸšŽâ€â™€ïžÂ ToÂ đŸšŽâ€â™€ïžÂ MandalayÂ đŸšŽâ€â™€ïž

Ein anspruchsvoller Bike-Tag erwartete uns auf dem Weg nach Mandalay. Auf knapp 100 Kilometern galt es 1300 Höhenmeter zu bewĂ€ltigen. NatĂŒrlich bestand die Möglichkeit, zumindest Teilstrecken im Begleitbus zurĂŒckzulegen. Aber man reist ja schliesslich nicht um die halbe Welt, um dann freiwillig in der zweiten Reihe Platz zu nehmen… 😉

Screenshot der Tracking-App Runtastic
Gib eine Beschriftung ein

Marmor, Stein und Eisen bricht,
aber diese Buddhas nicht

Die geheimnisvolle und oft besungene Stadt Mandalay erkundeten wir tags darauf auf einer Sightseeing-Tour per Bike. Unter anderem besuchten wir eine Marmorsteinmetzerei.

Ein Burmese bearbeitet eine Buddha-Figur aus Marmorstein
Ein Burmese bearbeitet eine Buddha-Figur aus Marmorstein

 

Buddha-Figuren aus Marmor in Mandalay, Myanmar/Burma
Auch Buddhas haben ihre Ecken und Kanten.

Grosser WĂ€schetag am Flussufer

Einen weiteren Stopp legten wir am Ufer des Irrawaddy ein. Es ist wahnsinnig beeindruckend, mit wie wenig Besitztum sich die Burmesen hier arrangieren und ihr Leben auf primitivste Art und Weise meistern – stets mit einem LĂ€cheln im Gesicht. Und hey! dieses LĂ€cheln steckt an – wer in Myanmar schlechte Laune hat, ist selber schuld!
Man hat tatsĂ€chlich niemals den Eindruck, dass die Menschen hier unzufrieden wĂ€ren oder sich gar selbst bemitleiden wĂŒrden. Grund dafĂŒr hĂ€tten sie – gemessen an unseren europĂ€ischen MassstĂ€ben – sicherlich genug, aber sie tun es nicht. Von dieser Lebenseinstellung könnte dĂŒrfte sich manch ein Westlicher gerne eine fette Scheibe abschneiden…

WĂ€scheleinen mit bunten KleidungsstĂŒcken direkt am Ufer des Irrawaddy in Mandalay, Myanmar/Burma
Grosser WĂ€schetag. Auffallend im ganzen Land: die farbenfrohen und stets sauberen Kleider.

 

Zwei Burmesinnen waschen WĂ€sche in braunem Wasser. Myanmar/Burma
Bewunderswert wie weisse WĂ€sche unter diesen UmstĂ€nden weiss bleibt…Â đŸ€”

Mandalay Hill – Ja, ich will! ❀

Man ist nicht in Mandalay gewesen, wenn man nicht auf dem Mandalay Hill war. Ich weiss nicht wieviele Treppenstufen es genau sind, aber es sind einige. Hunderte. Vielleicht sogar tausende. Aus Ehrfurcht vor Buddha deponiert man seine Schuhe vor der ersten Stufe, die zu ihm, zu Buddha, hinauffĂŒhrt und legt den kompletten Treppenmarsch somit barfuss zurĂŒck. Überall sonst auf der Welt hĂ€tte ich mir fĂŒr einen solchen Kletter-Marsch vernĂŒnftiges Schuhwerk angeschnallt…

Turm auf dem Mandalay Hill, Myanmar/Burma
On the Very Top of Mandalay Hill.
Foto 07.12.17, 18 04 18
Als grossgewachsene EuropĂ€erin fĂ€llt man in Myanmar aus der Reihe und ist der Hingucker schlechthin. Gleich mehrmals durfte ich wĂ€hrend der Reise fĂŒr ein Selfie posieren.
Buddha-Figur auf dem Mandalay Hill, Myanmar/Burma
On the Very Top of Mandalay Hill trohnt er in seiner gewohnten Pose: der Buddha.

 

FĂŒr die einen ist es U-Bein…

… fĂŒr die anderen die lĂ€ngste Teakholz-BrĂŒcke der Welt. FĂŒr alle aber ist sie absolut bewundernswert, die ĂŒber einen Kilometer lange U-Bein-BrĂŒcke bei Mandalay.

Lange Teakholz-BrĂŒcke (U-Bein-BrĂŒcke) bei Mandalay, Myanmar/Burma
Egal, ob du O-Beine oder X-Beine hast: auf der U-Bein-BrĂŒcke sind alle Menschen gleich.

 

Ein Tag auf dem Irrawaddy River

Einen chilligen Tag verbrachten wir, als wir auf dem Irrawaddy River von Mandalay zur Pagoden-Hauptstadt Bagan tuckerten. Kurz nach Ablegen mussten wir allerdings nochmals fĂŒr ein StĂŒndchen an einer Sandbank ankern. Der Nebel war so dicht, dass man keine zehn Meter weit sehen konnte. Unser Tour-Guide war sichtlich perplex ob dieser ungewöhnlichen Wetter-Situation. Meine Theorie ist ja, dass die ĂŒberaus gastfreundlichen Burmesen ihn, also den Nebel, extra fĂŒr uns Aargauer organisiert hatten. Schliesslich sollten wir uns ja ein bisschen wie zu Hause fĂŒhlen… 🙄

Als sich der Nebel dann endgĂŒltig auflöste, genossen wir eine komplett neue Perspektive auf eine wunderschöne Landschaft.

Blick vom Boot auf eine grosse BrĂŒcke im Irrawaddy-River zwischen Mandalay und Bagan
*sing* Seemann, lass das TrĂ€umen, denk nicht an zuhaus…

 

Bagan: Hauptstadt der Pagoden und Tempel

Zum krönenden Abschluss fĂŒhrte uns unsere Reise nach Zentral-Myanmar und dort in die Pagoden-Hauptstadt Bagan. Myint Than, unser Tour-Guide, wusste eben schon, wovon er sprach. Damals. Am allerersten Abend. Beim Tuesday-Corner an der Shwedagon-Pagode. Ja, wir sahen noch viiiiieeeeele weitere Pagoden wĂ€hrend unserer zweiwöchigen Reise. Bei einigen Gruppen-Mitgliedern trat der Zustand „overpagoded“ bereits zu einem frĂŒheren Zeitpunkt ein. In Bagan waren aber wohl so ziemlich alle infiziert. 😜

Bike-Gruppe fÀhrt durch die Pagoden von Bagan.
Bike-Tour durch die Pagoden-Landschaft von Bagan. (Foto: Helen Marugg)

 

Flippst du schon oder floppst du noch?

Wer Flip-Flops mag, wird sich in Myanmar rundum wohl fĂŒhlen. Die kultigen Sandalen sind ja sowas von superpraktisch in einem buddhistischen Land, in dem man (gefĂŒhlt) alle paar Meter vor einer Schuhverbotstafel steht. Alle tragen sie:

  • die Einbeinruderer auf dem Inle-See,
  • die Mönche beim Einsammeln ihrer Opfergaben,
  • die MĂ€dels im Strassenbau,
  • die Busfaher beim Manövrieren ihrer rechtsgesteuerten Vehikel auf der linken Fahrbahn,
  • die Receptionistin im 4-Sterne-Hotel
  • einfach ALLE!

Unser burmesische Tour-Guide Myint Than absolvierte sogar die 6-stĂŒndige Trekking-Tour auf teilweise felsigem, glitschigen Terrain in Flip-Flops. Leckt’s MYANMARsch! 😜

Ich kann Myanmar als einzigartige, entschleunigende Reisedestination jedem wĂ€rmstens ans Herz legen.  DrĂŒben auf meiner Facebook-Seite findest du weitere Impressionen dieser unvergesslichen Reise. Viel Spass beim Stöbern.


Buch-Empfehlungen

Gebrauchsanweiung fĂŒr Myanmar von Martin Schacht. Tolle Inputs zur Vorbereitung und Einstimmung auf das Land und ein nĂŒtzliches Nachschlagewerk wĂ€hrend der Reise.

Burma-Serie (Herzenhören und Herzenstimmen) von Jan-Philipp Sendker. Mir wurde erst im Verlaufe der Reise bewusst, wie unglaublich authentisch die beiden BĂŒcher geschrieben sind. Wow, einfach nur wow!!!

Artikel weiterer Bike-Reisen

Bike-Safari durch NamibiaSim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Aletsch du mir am Tschööpli

Manchmal ĂŒberrasche ich mich mit meiner SpontaneitĂ€t selbst. Gestern war manchmal. 🙂

Eine Wanderung zum grossen Aletschgletscher hatte ich zwar schon lĂ€nger im Hinterkopf, direkt daneben lag jedoch stets der Beipackzettel mit unzĂ€hligen Wenn-und-Aber-Fragen und so dachte ich, dem Unterfangen wĂŒrde dann mal eine intensive Planungsphase vorausgehen. Doch als ich gestern Morgen aus meinem Dornröschenschlaf erwachte, drĂ€ngte sich der Hinterkopf-Gedanke in den Vordergrund und vermittelte mir das GefĂŒhl, dass heute ein guter Tag fĂŒr das Abenteuer Aletsch sei.

Ich startete also die Aletscharena-App, welche ich mir bereits vor einiger Zeit auf meinem Smartphone installiert hatte, wischte durch die prĂ€chtigen Webcam-Bilder und sagte mir:“Hey! Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Nach einem abschliessenden Blick auf die Wetter-Prognosen ging schliesslich alles ganz schnell. Eine Stunde spÀter sass ich in kompletter Wandermontur im Zug.

Ich wusste, dass ich mindestens nach Brig im Kanton Wallis fahren musste. Die zwei Stunden Zugfahrt bis dorthin nutzte ich also, um den weiteren Verlauf des Tages zu skizzieren. Und so löste ich irgendwo zwischen dem Lötschbergtunnel und Brig das Anschluss-Ticket auf die Bettmeralp. Zuerst gings von Brig mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn bis Betten Talstation, wo bereits die Luftseilbahn auf uns – eine kunterbunt zusammengewĂŒrfelte kleine Wanderschar –  wartete.

Walliser Chalets vor dem Bettmerhorn
Idyllisch: Chalets auf der Bettmeralp. Im Hintergrund das Bettmerhorn

Kapelle Maria zum Schnee auf Bettmeralp, Wallis Schweiz

Von nun an gings hinauf: von der Bettmeralp (1950 m) via Bettmersee (2006 m) und Blausee (2207 m) bis zum berĂŒhmten ViewPoint Moosfluh (2333 m).

Pnoramakarte Aletscharena

Und dann stand ich fĂŒr einen, zwei oder sogar drei kostbare Augenblicke einfach mal nur da und sog jedes einzelne Detail dieses atemberaubend schönen Panoramas in mir auf – mit TrĂ€nen der RĂŒhrung in den Augen und einem GefĂŒhls-Cocktail aus Stolz, Patriotismus und tiefer Dankbarkeit.

ViewPoint Moosfluh beim grossen Aletschgletscher im Wallis/Schweiz
ViewPoint Moosfluh

Foto 25.08.17, 10 56 36

Nachdem ich mich im herzigen Moosfluh-Beizli mit Grillwurst und einem Suure Moscht gestĂ€rkt hatte, fĂŒhrte mich der Weg via Hohfluh (2227 m) durch den wunderschönen Aletschwald mit seinen uralten LĂ€rchen und Arven. SpĂ€testens hier lohnt es sich ĂŒbrigens definitiv, seinen Geruchsinn zu aktivieren – mmmmhhhhh!

Rastplatz im Aletschwald mit Blick auf den grossen Aletsch-Gletscher

Wanderer auf einem Wanderweg in der Aletscharena beim grossen Aletsch-Gletscher

Schon von weit oben sticht einem schliesslich die Villa Cassel auf der Riederfurka (2065 m) ins Auge. Die Villa beherbergt das Pro-Natura-Zentrum. Es gibt durchaus schlimmere „GeschĂ€ftssitze“ – wow! Das nĂ€chste Mal werde ich hier ein grosszĂŒgigeres Zeitfenster einplanen, versprochen! Hatte ich schon erwĂ€hnt, dass das gestern alles ziemlich spontan zustande kam? 😉

Blick auf die Villa Cassel in Riederfurka beim grossen Aletsch-Gletscher

Via Riederalp brachte mich der Herrenweg schliesslich zurĂŒck zum Ausgangspunkt auf der Bettmeralp. Zur Krönung dieses Bilderbuchtages fehlte nun nur noch eines: eine echte Walliser Röschti – et voilĂ  🙂

Walliser-Röschti

Meine Tweets zum gestrigen Bilderbuchtag findet ihr unter dem Hashtag #WALLISmirwertbin

 

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