Bolivien: Trekking durch den Altiplano

Bolivien ist – wie die Schweiz auch – ein Binnenland. Im Gegensatz zur Schweiz, war dies bei Bolivien allerdings nicht immer so. Bolivien verlor im Zuge des Salpeterkrieges im spĂ€ten 19. Jahrhundert 400 Kilometer seines KĂŒstengebiets an Chile und damit seinen Zugang zum Pazifik. Es wundert daher nicht, dass die Bolivianer nicht sonderlich gut auf die Chilenen zu sprechen sind. 

Bolivien ist eines der Ă€rmsten LĂ€nder SĂŒdamerikas und dies, obschon es ĂŒber das drittgrösste Erdgasvorkommen des Kontinents verfĂŒgt. Chile seinerseits könnte einen verlĂ€sslichen Erdgaslieferanten gut gebrauchen. Der gegenwĂ€rtige bolivianische PrĂ€sident Evo Morales verfolgt bezĂŒglich des westlichen Nachbarn denn auch eine klare Gib-mir-KĂŒste-und-ich-gebe-dir-Gas-Politik. Doch Chile lĂ€sst sich nicht auf diesen Deal ein. 

Just an dieser umstrittenen Ecke passierte unser friedvolles Trekking-GrĂŒppchen schliesslich die Grenze zu Bolivien. 

Die Reise im Überblick

Ich habe drĂŒben bei GoogleMaps die wichtigsten Stationen und Highlights der gesamten Trekking-Tour erfasst. Dieser Blogpost beschrĂ€nkt sich auf den Bolivien-Teil und schliesst damit nahtlos an den Chile-Teil an.

ÂĄAdiĂłs Chile, hola Bolivia!

Nachdem wir tags zuvor zum krönenden Abschluss des Atacama-Trekkings den Gipfel des Cerro Toco auf sage und schreibe 5’616 Metern ĂŒber Meer erklommen hatten (mehr dazu hier), hiess es nun Abschied zu nehmen. Abschied von der imposanten Atacama-WĂŒste, Abschied von Chile und damit auch Abschied von unserer chilenischen Crew.

Es erfolgte ein fliegender Wechsel direkt am Grenzposten. Vom chilenischen Kleinbus, in dem jedes Gruppenmitglied einen Doppelsitz bequem fĂŒr sich alleine beanspruchen konnte, galt es nun nĂ€her zusammenzurĂŒcken und uns auf die bereitstehenden Allradfahrzeuge aufzuteilen. 

Unsere Reisetaschen stehen vor den 4WDs zum Verladen bereit.
Es kann nicht schaden, seine Tasche am Verladeposten in eine gute Ausgangsposition zu bringen 😉

Team Theo 👭👭 und die WĂŒsten des Altiplanos

Zusammen mit drei anderen alleinreisenden MĂ€dels platzierte ich mich im Wagen von Theo. Es war eine phantastische Wahl, wie sich bald herausstellen sollte. Es folgten drei herrlich unkomplizierte, kurzweilige Tage in denen uns Theo galant durch die WĂŒsten Salvador DalĂ­ und Siloli kutschierte, wĂ€hrend wir auf der RĂŒckbank vergnĂŒgt quietschend ĂŒber Gott, die Welt und mehr plauderten. Ein Hoch auf „Team Theo“!!! Danke, MĂ€dels, ihr ward Spitze! 😍😂

Bald fiel uns auf, dass Theos Auto kein GPS hatte. Wir gingen in der logischen Konsequenz davon aus, dass der vorderste Wagen des Konvois mit einem entsprechenden Instrument ausgestattet war. Doch Theo verneinte. Man orientiere sich hier einzig und allein am Horizont. Wow!

Der Weg ist das Ziel…

Theos Landcruiser war das Montagsauto des Konvois. Der Wagen krĂ€nkelte und musste wĂ€hrend der Tour mitten in der WĂŒste mehrmals ĂŒberbrĂŒckt oder improvisiert repariert werden. Sogar ein Ausbau der Batterie war mit dabei.

Auto-Reparatur in der WĂŒste
Theos Auto musste auf der Tour mehrmals improvisiert repariert werden. (Foto: A. Arnold)

Ich bewunderte die mechanischen FĂ€higkeiten und das Improvisationsgeschick der bolivianischen Jungs. Man hĂ€tte fast den Verdacht schöpfen können, dass es nicht das erste Mal war, dass sie sich solcher Tricks bedienen musstenÂ đŸ€”

Das Auto wird in der WĂŒste aufgetankt.

So geht Tanken in der WĂŒste 😉 (Foto: E. Arnold)

Die Lagunen des Altiplanos: Same same but different…

Der Weg fĂŒhrte von einer Lagune zur nĂ€chsten: Laguna Verde, Laguna Blanca, Laguna Colorada und wie sie alle hiessen. Jede ist schön und auf ihre Weise einzigartig. Immer wieder unternahmen wir in dieser wundervollen Gegend des Altiplanos kleine Wanderungen.

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(Foto: E. Arnold)
Wanderung Altiplano
(Foto: N. Horni)

Wir befanden uns stets auf rund 4’000 Metern ĂŒber Meer und gelangten selbst bei flachen Etappen ausser Atem. Und wenn uns nicht die dĂŒnne Luft den Atem raubte, dann diese unglaublich farbenprĂ€chtigen Lagunenlandschaften.

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Die rote FĂ€rbung ist einer speziellen Algenart zu verdanken, die sich bei tiefem Wasserstand besonders ĂŒppig ausbreitet. In diesen roten Algen tummeln sich Millionen von kleinen Krebsen, die ebenfalls dieses Karotinoid, diesen rot fĂ€rbenden Stoff enthalten. Und nun ratet mal, warum die Flamingos, die sich in der Lagune zu Hauf versammeln ausgerechnet einen rötlichen Teint haben? Wie heisst es doch so treffend: man ist, was man isst. 

Flamingos
Flamingos an der Laguna Colorada (Foto: N. Horni)

Leider hatten wir bei den Thermalquellen „Termas de Polques“ unsere Badehose nicht griffbereit, weshalb wir die Planscherei hier verpassten. Ein Grund mehr, spĂ€ter in diesem Leben nochmals hier vorbei zu schauen. 

Termas de Polques
Termas de Polques.

Geysir Sol de Mañana 🌋

Schliesslich erreichten wir den Geysir Sol de Mañana (Morgensonne).  Nach dem eindrĂŒcklichen Erlebnis bei den Geysiren des El Tatio vor ein paar Tagen (mehr dazu hier) hatten wir nun eine konkrete Vorstellung was uns in einem Geysirfeld erwarten könnte. Und siehe da: auch hier blubberte und dampfte es ĂŒberall aus dem Erdboden. Und trotzdem war es komplett anders – same same but different. 

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Es war ein intensiver Tag. Der „Arbol de Piedra“ war die letzte Station auf unserer Tages-Todo-Liste.   

Arbol de Piedra (Baum aus Stein)
Arbol de Piedra (Baum aus Stein)

Es sei nun nicht mehr weit bis zum Hotel, hiess es. Irgendwie konnte ich noch gar nicht glauben, dass wir ĂŒberhaupt jemals wieder auf Zivilisation treffen wĂŒrden. Doch dann tauchte plötzlich – aus dem Nichts – das Tayka del Desierto auf. Eine Oase mitten in der WĂŒste, auf 4’600 Metern ĂŒber Meer. 

Tayka del Desierto
Das Hotel Tayka del Desierto mitten in der WĂŒste auf 4’600 Metern ĂŒber Meer

Der Sternenhimmel hier draussen, fernab von jeglicher stÀdtischer Lichtverschmutzung, ist schlicht grandios. Das Tayka del Desierto ist insofern also nicht etwa ein drei- oder vier-, sondern ein Millionen-Stern-Hotel. 

Es war die höchst gelegene Übernachtung auf der ganzen Tour und in meinem ganzen bisherigen Leben. Wir reden hier – notabene – vom Höhenniveau des Matterhorns.

Tayka del desiertoBlick aus dem Zimmerfenster des Hotels Tayka del desierto.

Ich war gespannt, wie es sich anfĂŒhlen wĂŒrde, auf dieser Höhe zu schlafen. Und ja, es fĂŒhlte sich an. Und wie, herrje! Die ganze Nacht ĂŒber plagte mich ein starker stechender Kopfschmerz. An Schlaf war kaum zu denken. Besonders heftig war der Schmerz, wenn ich mich in meinem Bett von einer Seite auf die andere drehte. Also beschloss ich, mich möglichst nicht zu bewegen, was eine Verkrampfung der gesamten Schulter- und Nackenmuskulatur zur Folge hatte. Aber genug gejammert! Es war eine wahnsinnig eindrĂŒckliche Erfahrung, die ich nicht missen möchte. 

Salar de Uyuni –– Dreaming for a White Xmas 🎄

Mein persönliches Highlight der Reise war der Salar de Uyuni. Mit einer FlĂ€che von sagenhaften 10’000 Quadratkilometern (dies entspricht einem Viertel der FlĂ€che der Schweiz) ist er der grösste Salzsee der Welt. 

Im Salar wird das weltweit grösste Lithium-Vorkommen vermutet. Aus Lithiumkarbonat lassen sich besonders leistungsstarke Batterien herstellen, die beispielsweise in Elektroautos eingesetzt werden. Damit hat der Rohstoff insbesondere in der Automobilindustrie ein enormes Potenzial und wird daher auch „weisses Öl“ oder „weisses Gold“ genannt. Bolivien, allen voran Evo Morales, erhofft sich durch den Abbau von Lithium den ersten nachhaltigen Aufschwung fĂŒr sein Land und erklĂ€rte den Rohstoff zur strategischen Ressource. Welche Konsequenzen der gross angelegte Lithium-Abbau auf die einzigartige SalzwĂŒste haben wird, lĂ€sst sich heute nur erahnen.  

Mitten im See befindet sich die Insel „Inca Huasi“. Markenzeichen der Insel sind ihre riesigen Kakteen. Es sind vier, fĂŒnf, sechs und sogar ĂŒber acht Meter hohe Giganten. Ein Kaktus wĂ€chst pro Jahr nur gerade 1 Zentimeter. Die stacheligen Kumpels hier haben also bereits Jahrhunderte auf dem Buckel. WAHNSINN!!!

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Was fĂŒr ein Prachtsding! Und der Kaktus ist auch nicht ohne, ey…

Positiv ĂŒberrascht hat mich, wie locker man sich auf dem See und auf der Insel bewegen konnte. Aus anderen Destinationen ist man sich ja gewohnt, als Tourist an jeder Ecke in die Schranken gewiesen zu werden, aber hier am Salar de Uyuni war alles herrlich entspannt. 

Salar de Uyuni
Unsere 4WDs mitten im Salar de Uyuni

WĂ€hrend wir die Insel erkundeten, bereitete unsere Crew den Lunch zu. AngekĂŒndigt wurde ein „Picknick auf dem Salar“. Na ja, ein ziemlich vornehmes Picknick, finde ich 😂

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Die gammligen PlastikstĂŒhle und Tische wurden kurzerhand mit schicken Stoffen ĂŒberzogen. Das Leben kann so einfach sein.  

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Zum krönenden Abschluss des tollen Tages in der SalzwĂŒste stand uns eine Übernachtung in einem Salzhotel bevor. Salz war hier das ĂŒberwiegende Material der Bausubstanz und die GĂ€nge waren nicht etwa mit Steinplatten oder Teppich belegt, sondern mit Zentimeter dickem Salz-Kies. FĂŒr einmal waren Rollkoffer-Piloten klar im Nachteil und der GepĂ€ckjunge wurde hier nur allzu gerne in Anspruch genommen. FĂŒr den Gang zur Lobby oder dem Restaurant mussten Flipflops fĂŒr einmal den wĂ€hrschaften Wanderstiefeln weichen. 

Salzhotel
Nicht nur der Boden, auch die Couches sind hier ĂŒbrigens aus Salz.

Potosí: einst die grösste Stadt der Welt

Nach der ĂŒberwĂ€ltigenden Zeit in der SalzwĂŒste am Salar de Uyuni nahmen wir Kurs auf PotosĂ­. Die Silberminenstadt war im 17. Jahrhundert die grösste und reichste Stadt der Welt. Das ist lange her, sehr lange. Das Leben wird hier auch heute noch von den Minen am Cerro Rico, dem „reichen Berg“, geprĂ€gt, aber die UmstĂ€nde haben sich dramatisch verĂ€ndert. Nichts ist hier mehr, wie es mal war.
Wir blieben eine Nacht in Potosí und nahmen am nÀchsten Tag Sucre, die Hauptstadt Boliviens ins Visier.  

Spieglein, Spieglein an der Wand… 

… wer ist die Schönste im ganzen Land? fragte PotosĂ­ und der Spiegel antwortete:“du warst lange Zeit die Schönste und Reichste, aber heute ist Schneewittchen, ĂŒber den sieben Bergen bei den sieben Zwergen (Anmerkung: die Bolivianer sind aber auch klein, ey!) tausendmal schöner als du.
Ich mochte das zauberhaft weisse Schneewittchen (auch bekannt unter dem etwas phantasielosen Namen „Sucre“) auf Anhieb ❀

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Titicacasee

Von Sucre ging es schliesslich per Inlandflug nach El Alto und von dort weiter zum berĂŒhmten Titicacasee, dem höchst gelegenen schiffbaren See der Welt. Es wĂ€re keine Trekking-Reise, wenn wir hier nicht durch diese malerische Kulisse gelatscht wĂ€ren. 

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Fast wie am Titisee im Schwarzwald 😉

Die quirlige Rosemarie war an dem Tag unser lokaler Tour-Guide. Mit viel Charme und Humor fĂŒhrte sie uns ĂŒber Stock und Stein und erzĂ€hlte uns viel ĂŒber Land und Leute und das Leben am Titicacasee. Mich persönlich beeindruckten ja Rosemaries Wanderschuhe am meisten 👠 😂

Seilbahn-Paradies La Paz 

Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass es in der Stadt La Paz Seilbahnen geben soll, hatte mir aber keine MĂŒhe gemacht, weitere HintergrĂŒnde dazu in Erfahrung zu bringen. Hand auf’s Herz: wenn uns Schweizern nach Luftseilbahn fahren zumute ist, brauchen wir dafĂŒr nicht um die halbe Welt zu reisen. Entsprechend erwartungslos traf ich in La Paz ein. Doch letztlich war es genau dieses grandiose Seilbahn-Netz, das mich hier am allermeisten beeindruckte. Als öffentliches Verkehrsmittel verbindet es das dicht bebaute La Paz mit der Industriestadt El Alto, wo sich auch der Flughafen befindet. 

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Die erste Linie wurde im Mai 2014 in Betrieb genommen. Im Jahre 2020 soll das Seilbahnnetz mit ĂŒber 30 Kilometern abgeschlossen sein.
Das zukunftstrĂ€chtige Projekt trĂ€gt ganz klar die Handschrift von Evo Morales. Als Bauherr wurde die österreichische Firma Doppelmayr verpflichtet. Die Gondeln stammen – zumindest teilweise – aus der Schweiz. Wer hat’s erfunden? 😉 

¥Hasta luego, Altiplano! 

In La Paz endete unsere zweiwöchige Trekking-Tour durch den Altiplano. Von nun an ging es abwĂ€rts. Von La Paz auf rund 4’000 Metern fĂŒhrte mich meine Heimreise in einer ersten Etappe nach Lima (Peru) auf gut 100 Metern.

In Lima erlebte ich ĂŒbrigens einen Ă€usserst amĂŒsanten Zwischenstopp: Mein Stop-Over bei den Schönen und Reichen in Lima Viel Spass bei der LektĂŒre! 

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Atacama-Trekking: dĂŒnne Luft, fette Panoramen

Eines gleich vorweg: der Adrenalinkick, den mir meine pannenreiche Anreise zum Flughafen ZĂŒrich beschert hatte, wurde wĂ€hrend der gesamten Trekking-Tour in den Anden nicht mehr getoppt.

Just in dem Moment, als ich den letzten Task auf meiner Abreise-Checkliste abgehakt hatte, erreichte mich an jenem Nachmittag nĂ€mlich die Nachricht ĂŒber eine Störung im Schweizer Schienenverkehr. Es mĂŒsse mit ZugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen gerechnet werden, hiess es. Da ich sowieso startklar war, entschied ich, bereits ein knappes StĂŒndchen frĂŒher als vorgesehen, zum Flughafen aufzubrechen. Als ich die Menschenmassen und das wirre Treiben auf dem Bahnhof erblickte, wusste ich, dass die Entscheidung klug war.

Normalerweise  dauert die Fahrt zum Flughafen vierzig Minuten. Doch diesmal hatte ich es in vierzig Minuten gerade mal bis ins Epizentrum des totalen Kollaps geschafft – mitten drin, statt nur dabei, ey! Nach dramatischen ĂŒber 2,5 Stunden, in denen ich viel Kampfgeist und Improvisationstalent bewies, erreichte ich das Checkin gerade mal zehn Minuten vor dessen Schliessung. Das war knapp, puhh.

Die restlichen knapp 12’000 km meiner Reise nach Santiago de Chile verliefen – im Vergleich zu diesen ersten 40 km – dann glĂŒcklicherweise herrlich entspannt.

Die Reise im Überblick

Ich habe drĂŒben bei GoogleMaps die wichtigsten Stationen und Highlights des gesamten Trips erfasst. In diesem ersten Blogpost beschrĂ€nke ich mich auf den Chile-Teil. Im nĂ€chsten Bericht knöpfe ich mir Bolivien vor.

Ausgangs- und Besammlungspunkt fĂŒr die Tour war Santiago de Chile. Dort traf ich auf die restlichen 14 Gruppenmitglieder.

Bereits am nĂ€chsten Tag verliessen wir die Hauptstadt Chiles und flogen nach Calama im nördlichen Drittel des ĂŒber 4000 km langen Landes.

Eine schöne WĂŒsteÂ đŸœïž

Die Überschrift hört sich im ersten Moment vielleicht nach einem Widerspruch an. Kann denn eine WĂŒste schön sein? Oh ja, sie kann!

Salar de Talar, Atacama
Salar de Talar, einer der Salzseen in der Atacama-WĂŒste

Seit vielen, vielen Jahren faszinieren mich WĂŒstenlandschaften. Nach dem Outback, der Namib, der Kalahari, der Karoo und wie sie alle hiessen, konnte ich es kaum erwarten, endlich die Atacama, die trockenste WĂŒste der Welt, zu erkunden. An gewissen Orten ist hier bereits seit Jahrzehnten kein Regen mehr gefallen. Sogar im Death Valley fĂ€llt fĂŒnfzig Mal mehr Regen. Im Westen verhindert der Humboldtstrom an der PazifikkĂŒste die Bildung von Regenwolken und im Osten/Nordosten schafft es die feuchte Luft aus dem Amazonasbecken partout nicht ĂŒber die Andenkette. Na ja, ein bisschen in Schutz nehmen muss ich die feuchte Luft jetzt schon. Es ist tatsĂ€chlich nicht ganz einfach, auf, geschweige denn ĂŒber diese FĂŒnf- und Sechstausender zu kommen, wie ich noch am eigenen Leib erfahren sollte – aber dazu dann spĂ€ter.

Valle de la Luna 🌙

Nach dem Bezug unseres Hotels in San Pedro, der WĂŒsten-Hauptstadt, ging es direkt ins Valle de la Luna weiter. Hier stand uns am spĂ€teren Nachmittag eine Wanderung durch die bizarre Mondlandschaft bevor.

NatĂŒrlich waren wir hier nicht die einzigen wanderlustigen Geschöpfe:

Wanderer im Valle de la luna, Atacama
Das Wandern durch das Valle de la Luna war nicht nur unser einer Lust…

Zur AbenddĂ€mmerung greift Mutter Natur hier besonders tief in die Trickkiste und zaubert ein herrliches Farbenspektakel ins Tal. WĂ€hrend wir diese einmalige Stimmung ehrfĂŒrchtig in uns aufsogen, ĂŒberraschten uns unsere Guides mit einem tollen Sundowner-ApĂ©ro.

Sundowner im Valle de la Luna, Atacama
FarbenprÀchtige Abendstimmung im Valle de la Luna, Atacama

Salzseen und Lagunen

Die ersten drei Tage in der Atacama dienten der Akklimatisierung und so beschnupperten wir die liebliche, andinische HĂŒgellandschaft bei San Pedro von angenehmem SĂ€ntis-Niveau aus. Als gebĂŒrtige Ostschweizerin kommt mir zum Höhen-Niveau um die 2’500 Meter spontan der SĂ€ntis in den Sinn – ich bitte um Nachsicht!

Im Zuge diverser AusflĂŒge stiessen wir tagsĂŒber immer mal wieder in höhere Gefilde vor und unternahmen hier jeweils kurze Wanderungen. Es ist wichtig, den Körper langsam und hĂ€ppchenweise an die Höhe zu gewöhnen. „Hoch steigen, tief schlafen“, raten die Experten von Bergwelten.

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Mal Hand aufs Herz, wenn von Sechstausendern die Rede ist, bĂ€umen sich einem vor dem geistigen Auge doch gleich mal gigangtische FelssĂ€ulen auf, oder etwa nicht? Ich jedenfalls konnte es gar nicht richtig glauben, dass diese lieblichen HĂŒgelchen tatsĂ€chlich die Anden sein sollten. Wenn man dann aber bedenkt, dass man sich beim Betrachten der HĂŒgelchen selbst auf einer stolzen Höhe befindet, relativiert sich das Ganze natĂŒrlich.

Toller Blick auf den Salar de Talar - und ein paar nette Gruppen-GspÀnli :-)
Toller Blick auf den Salar de Talar, einige FĂŒnf-oder Sechstausender und ein paar nette Gruppen-GspĂ€nli, die sich hier gerade von ihrer besten Seite zeigen 🙂

Fast wie bei uns im Jura… 🙂

Die Geysire des El Tatio 🌋

Am nĂ€chsten Tag brachen wir bereits um 5.00 Uhr auf zu den Geysiren des El Tatio auf knapp 4’500 Metern. Es ist das höchst gelegene Geysirefeld der Welt.

Das Thermometer zeigte bei unserer Ankunft unglaubliche minus 13 Grad an, entsprechend warm hatten wir uns fĂŒr diese morgendliche Exkursion eingepackt. Wer das FontĂ€nen-Spektakel am El Tatio sehen möchte, muss unbedingt vor Sonnenaufgang vor Ort sein. Erstens ist das Naturschauspiel mit den ersten Sonnenstrahlen am eindrĂŒcklichsten und zweitens ist der Spuk mit zunehmender Temperatur dann rasch vorbei.

Die Szenerie am El Tatio ist faszinierend. Überall blubbert und dampft es aus dem Erdboden und es liegt ein beissender Schwefelgeruch in der Luft. In mir wurden sofort Erinnerungen an den gigantischen Yellowstone-Nationalpark, an die Kanaren und last but not least an Island wach. Im Gegensatz zu jenen Destinationen blubbert es im Geysirefeld von El Tatio, aufgrund der exklusiven Höhenlage, jedoch bereits ab ca 85 Grad Celsius und nicht erst bei 100 Grad.

Mit dem Anstieg der Temperatur ziehen sich die Geysire wieder in ihre Löcher zurĂŒck und blubbern entspannt dem nĂ€chsten Morgen entgegen.

Die Geysire verstummten, dafĂŒr knurrten nun unsere MĂ€gen. Im Nu hatte unsere Crew ein reichhaltiges FrĂŒhstĂŒcksbuffet herbeigezaubert. Ein tolles Erlebnis, mitten in dieser einzigartigen Kulisse und mit dem wundervollen Geruch von faulen Eiern in der Nase feudal zu brunchen. (Ironie beiseite: es war wirklich toll! 😀)

Eigentlich hĂ€tte sich hier jeder sein FrĂŒhstĂŒcks-Ei selbst bis zur gewĂŒnschten HĂ€rte zubereiten können. Kochendes Wasser hĂ€tte es ja genĂŒgend. Allerdings bezweifle ich, ob rohe Eier den Transport auf der holprigen Zufahrtspiste am frĂŒhen Morgen ĂŒberlebt hĂ€tten.

Je dĂŒnner die Luft, desto fetter das Panorama

Am vierten und letzten Tag in der Atacama-WĂŒste stand uns schliesslich noch die Königsdisziplin bevor: die Besteigung des Cerro Toco, dessen Gipfel sich auf sagenhaften 5’616 Metern ĂŒber Meer befindet. Wir starteten unsere Wanderung auf ca. 5’000 Metern.

Solange ich im Auto sass, merkte ich rein gar nichts von der Höhe. Doch mit der ersten hastigen Bewegung beim Verlassen des Autos war mein innerer Schiedsrichter sofort zur Stelle. „Foul!“, schrie er. Dann zĂŒckte er mit einem sĂŒffisanten Grinsen die gelbe Karte aus seiner Brusttasche und verwarnte mich gleich mal mit einem kurzen aber heftigen Stich durch die gesamte SchĂ€deldecke – autsch! 

Nach dieser ersten, schmerzhaften Lektion, ging ich alles weitere dann automatisch einen Tick langsamer an und setzte achtsam – stets in Kontakt mit meinem inneren Schiedsrichter – einen Fuss vor den anderen.

Ich halte hier an Position 5 tapfer mit…  (Foto: F. Fischer)

Pausen sind wichtig und der Orangensaft aus der Lunch-Box wird zum willkommenen Zuckerlieferant. PrimÀr aus Interesse und weniger aus akutem Anlass, liessen wir hier auch unseren persönlichen Sauerstoffwert bestimmen.

«Der Sauerstoffgehalt in der Luft betrĂ€gt in jeder Höhe 21%. Durch abnehmenden Luftdruck steht dem Körper auf ĂŒber 8.000 m aber nur noch ein Drittel des Sauerstoffs auf Meereshöhe zur VerfĂŒgung. Das erklĂ€rt, warum die allermeisten Höhenbergsteiger auf kĂŒnstlichen Sauerstoff zurĂŒckgreifen.»

(Quelle: Bergwelten.com)

Ich fand die Erfahrung, wie mein eigener Körper (und mein innerer Schiedsrichter) sich mit diesen ungewöhnlichen Gegebenheiten arrangierte, extrem spannend. Und, wie soll ich sagen, wir waren ein verdammt starkes Team: mein Körper, der Schiedsrichter und ich. Und ja, natĂŒrlich schwang eine grosse Portion Dankbarkeit mit, als ich oben auf dem Gipfel des Cerro Toco – auf sage und schreibe 5’616 Metern ĂŒber Meer – die HĂ€nde zum Himmel warf und ein stolzes ÂĄCaramba! in die dĂŒnne Andenluft schrie.

Ich winke hier von 5616 Metern ĂŒber Meer.
GESCHAFFT!!! Ich winke hier von 5616 Metern ĂŒber Meer.

Das Panorama vom Gipfel des Cerro Toco ist atemberaubend schön.

Die Luft ist dĂŒnn, dafĂŒr das Panorama umso fetter!

Nach diesem Höhenflug ging es zurĂŒck nach San Pedro und damit buchstĂ€blich nur noch bergab – bis SĂ€ntis-Niveau eben 😉

Der Rest des Tages stand zur freien VerfĂŒgung. Ich nutzte die Zeit fĂŒr einen Spaziergang durch die staubigen Gassen San Pedros.

Am nĂ€chsten Morgen hiess es bereits Abschied nehmen von der wundervollen Atacama-WĂŒste. Irgendwie werde ich das GefĂŒhl nicht los, dass ich hier nicht zum letzten Mal war…

Mein uneingeschrĂ€nktes Fazit zur Atacama-WĂŒste:

Oh ja, das ATACAMA schon so machen,
aber dann bleibt es halt
auf immer und ewig im Herzen! ❀

P.S. wĂ€hrend ihr diese Zeile lest, versammeln sich in meinem Kopf bereits die Puzzle-Teile fĂŒr die Fortsetzung dieser Blogserie. In diesem Sinne: dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich – wir lesen uns drĂŒben in Bolivien!

P.P.S. als ÜberbrĂŒckung kann ich diese Anekdote aus Lima offerieren đŸ€ 

¡Hasta luego, amigos! 🙂

Roadtrip durch das sĂŒdliche Afrika

56 Tage, 9’000 Kilometer, 1000 Liter Diesel, null Pannen, ungezĂ€hlte Wow-Momente und drei Kilo mehr auf der Waage – das ist das Fazit des Roadtrips durch das sĂŒdliche Afrika in Zahlen.
Nach der Stippvisite zu den VictoriafĂ€llen in Simbabwe, einer 9-tĂ€gigen Tour durch das nördliche Botswana und einer grosszĂŒgigen Verschnaufpause im wundervollen Kapstadt (Artikel dazu folgt, versprochen) bildete er den vierten, letzten und zugleich mĂ€chtigsten Teil unserer Abenteuerreise durch das sĂŒdliche Afrika.

Ready? Na dann mal los…

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My home is my CARstle

Das Wichtigste fĂŒr einen Roadtrip ist natĂŒrlich ein vernĂŒnftiges Auto. Meine Freundin Nina und ich hatten unseren Camper, einen Toyota Hilux, bereits vor einigen Monaten gebucht und waren – um das Fazit gleich vorwegzunehmen – rundum zufrieden mit unserem «Guschti».

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Unser Toyota Hilux, aka «Guschti»: Ein tapferes und absolut zuverlÀssiges Kerlchen.

Die Camping-AusfĂŒhrung des Toyota Hilux ist wahlweise mit einem oder zwei Dachzelten zu haben. Wir hatten uns fĂŒr die Variante Doppeldecker entschieden, obschon uns einige Personen im Vorfeld davon abgeraten hatten. Es sei viel zu aufwĂ€ndig, tĂ€glich zwei Zelte auf- und auch wieder abzubauen. Ausserdem wĂŒrden sich andere Camping-Enthusiasten das Vehikel zu viert teilen. Nun, wir sind nicht andere und sahen in dem Modell durchaus Vorteile zugunsten unserer PrivatsphĂ€ren. Immerhin verbringt man auf so einer Reise schon sehr viel Zeit miteinander, da sind selbst die kleinsten RĂŒckzugsoasen wertvoll.

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Mein Haus, mein Auto, mein alles…

In der Tat entpuppten sich die warnenden Voten im Vorfeld als haltlos. Im Nu waren die Zelte jeweils aufgebaut und in zwei bis höchstens drei Nus wieder zusammengeklappt und fĂŒr die Weiterreise verstaut. Die Aufwand/Nutzen-Bilanz stimmte fĂŒr uns jedenfalls perfekt.

Verkehrsregeln

Als wesentlich kniffliger erwies sich das Steuern eines Rechtslenkers (Guschti war ein solcher Rechstlenker) und – damit verbunden –  das Fahren auf der linken Fahrbahn. So oft, wie wir insbesondere in den ersten paar Tagen den Scheibenwischer betĂ€tigt haben, hat es jedenfalls die ganzen acht Wochen des Roadtrips nicht geregnetÂ đŸ€Šâ€â™€ïžÂ (Anmerkung: bei rechtsgesteuerten Autos befindet sich der Scheibenwischer links vom Steuer, dort, wo bei uns der Blinker angebracht ist…)
FĂŒr uns EuropĂ€er ungewohnt sind ausserdem die sogenannten „Four-Way-Stops“, also Kreuzungen, bei denen an allen vier einmĂŒndenden Strassen ein Stoppschild angebracht ist. Derjenige, der zuerst da war, darf auch als Erster weiterfahren. Im Zweifelsfall stimmt man sich einfach per Handzeichen ab – sympathisch, irgendwie. Auch diese Eigenheit hatten wir nach ein paar Praxisstunden im sĂŒdafrikanischen Strassenverkehr bald intus.

Und hey! am Zebrastreifen hĂ€lt man gefĂ€lligst an. DafĂŒr braucht es nicht einmal ein Regelwerk, das ist Ehrensache! 😎

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Der Roadtrip im Überblick

Ich habe drĂŒben auf GoogleMaps die Stationen unseres Roadtrips erfasst (violett = Übernachtungen).

Nachfolgend eine Zusammenfassung zu den wichtigsten Highlights.

The Winelands

Unsere Einrolltour fĂŒhrte uns am ersten Tag zu den Spuren der Hugenotten ins idyllische und weltweit bekannte Weinanbaugebiet SĂŒdafrikas. Hier deckten wir uns fĂŒr die weitere Reise mit einigen leckeren Tropfen einđŸ·đŸ˜‹. Wir blieben dann auch gleich fĂŒr zwei NĂ€chte in dieser malerischen Gegend, denn hey! drink OR drive 😇

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Indian Summer Idylle in den Winelands, Western Cape

Anschliessend ging es weiter Richtung Garden Route mit einem – meiner Meinung nach – obligaten Abstecher in die Kleine Karoo zur Straussen-und Meerkat-Metropole Oudtshoorn.

Oudtshoorn

In die wundervolle Landschaft der Kleinen Karoo hatte ich mich bereits bei meinem letzten Roadtrip vor elf Jahren verliebt. Und auch dieses Mal konnte ich mich gar nicht richtig sattsehen an dieser malerischen Szenerie.

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Liebliche HĂŒgellandschaft und tolle Farben – ich mag sie, die kleine Karoo

Der Besuch einer Straussenfarm ist lehrreich und amĂŒsant zugleich.

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Follow me, please! 😉

Ebenfalls empfehlenswert in Oudtshoorn ist eine Meerkat Safari zu frĂŒher Morgenstunde.

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Jööö-Effekt garantiert: Meerkats (ErdmĂ€nnchen) sind sĂŒsse Zeitgenossen.

Safari im Addo Elephant Park

ZurĂŒck am Indischen Ozean haben uns die stĂŒrmischen Wetterbedingungen schliesslich dazu bewogen, die KĂŒste nach der Garden Route bei Port Elizabeth zu verlassen und uns landeinwĂ€rts zu bewegen. Der Addo Elephant Park bot sich da geradezu perfekt als nĂ€chstes Etappenziel an.
Ich möchte euch an dieser Stelle ein paar rELEFANTe Impressionen nicht vorenthalten:

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Rechtsvortritt interessiert auf einer Safari keinen so richtig.

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Auch die drolligen Warzenscheine wissen sich in Szene zu rĂŒcken 😉

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Immer sonntags wird gebadet.

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Auf dem Weg ins MuKi-Turnen.

Lesotho

Die Reise fĂŒhrte uns weiter nordwĂ€rts und schliesslich ins Königreich Lesotho. Lesotho (ĂŒbrigens Lisutu ausgesprochen) wird nicht vergeblich „The Kingdom in the Sky“ genannt. Der im NavigationsgerĂ€t integrierte Höhenmesser hatte jedenfalls allerhand zu tun und zeigte Höhen zwischen 1500 und 3200 Metern ĂŒber Meer an – eine Amplitude, die mehrmals pro Tag rauf und runter gespielt wurde. In Lesotho war daher insbesondere unsere Kurvenfahrtechnik gefragt (Notiz an mich: uuuunbedingt einen Artikel zu Lesotho tippsen!)

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Das höchste Restaurant Afrikas befindet sich auf 3200 MĂŒM

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Geduldigt schlÀngelten wir uns durch die irrsinnig imposante Berglandschaft Lesothos

Man weiss in Lesotho nie so genau, was einem hinter der nĂ€chsten Kurve erwartet. Ein Schlagloch vielleicht? Oder ein StĂŒck Fels mitten auf der Strasse? Oder eine von hunderten Schaf- oder Ziegenherden? Oder….

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Edelmann trifft Eselmann 😂

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Einfach schön…

UrsprĂŒnglich hatten wir geplant, Lesotho im SĂŒden via den Sanipass zu verlassen. Der Sanipass wird in unseren ReisefĂŒhrern als steil und sehr kurvenreich beschrieben. Im Ski-Resort (kein Scherz!) Afriski, der letzten Übernachtungsstation vor dem Sanipass, erfuhren wir von ortskundigen Menschen, dass der Sani keineswegs steiler und kurvenreicher sei als all die anderen PĂ€sse Lesothos, die wir ja bereits hinter uns hatten. Ausserdem sei die Strasse bis zur Passhöhe geteert und in sehr gutem Zustand. Einzig der Weg talwĂ€rts sei etwas kniffliger, weil sich zu beachtlichem GefĂ€lle und Kurvenreichtum ein weiterer KomplexitĂ€tsfaktor dazugeselle: ein neuer Strassenbelag, bzw. eben kein Belag. Schotter. Wir sollten einfach den ersten Gang einlegen und uns mit viel Geduld Kurve um Kurve hinunterschlĂ€ngeln, dann sei auch das easy, meinten die Jungs.
Im Vorfeld hörten und lasen wir unterschiedliche Meinungen ĂŒber den Zustand des Sanipass. Etwas Restbammel in der Magengegend liess sich daher trotz der praxisorientierten Insider-Tipps nicht abstreiten.
Wir interpretierten es schliesslich als einen Wink des Schicksals, als es just am nĂ€chsten Morgen zu regnen begann und die Wetteraussichten weiter sĂŒdlich keine Besserung versprachen. Wir entschieden uns daher, das lieblich-bizarre Lesotho statt ĂŒber den verregneten Sanipass im sonnigen Nordosten zu verlassen und damit neu auch den nördlichen Teil der Drakensberge auf unserer Reise anzusteuern.

Wanderparadies Drakensberge

Mit den Drakensberge wartete ein tolles Wander-Mekka auf uns. Hier machte der Roadtrip erst mal Pause und es ging zu Fuss weiter.

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In den malerischen Drakensberge ging es erst einmal zu Fuss weiter 😉

Safari durch den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark

Nach ein paar prĂ€chtigen Wandertagen in den Drakensberge hiess es schliesslich weiterzuziehen. Nina und ich steckten also einmal mehr unsere Köpfe ĂŒber der Strassenkarte und den ReisefĂŒhrern zusammen und hielten Ausschau nach der nĂ€chsten Übernachtungsstation. Bald fiel uns der Hluhluwe-iMfolozi Park im KwaZulu-Natal auf. Kurzerhand spreizte ich meine Finger auf der Karte um die Distanz zu messen. „Keine 300 km, das schaffen wir locker!“, resĂŒmierte ich salopp. Also riefen wir zwecks Reservation (in Nationalparks empfiehlt es sich, UnterkĂŒnfte vorab zu reservieren) im Hilltop-Camp an. Als ich erwĂ€hnte, dass wir von Giants Castle anreisen wĂŒrden, zögerte die sympathische Stimme am anderen Ende der Leitung kurz, um mich dann freundlich darauf hinzuweisen, dass die Rezeption um 18.00 Uhr schliesse. „No problem!“, quietschte ich und fĂŒgte hinzu, dass wir voraussichtlich bereits am frĂŒhen Nachmittag  eintreffen wĂŒrden.
Als wir am nĂ€chsten Vormittag gemĂŒtlich unseren Guschti startklar machten und unser Navi programmierten, staunten wir nicht schlecht, als dieses die zurĂŒckzulegende Distanz nicht etwa auf knapp 300, sondern auf fast 500 Kilometer und sechs Stunden reine Fahrzeit errechnete. Mathe war ĂŒbrigens noch nie meine StĂ€rke, herrje! 🙄
Und als ob uns dieser Lapsus nicht schon genug Action eingebracht hĂ€tte, hatte auch unser Navi noch einen Aussetzer an dem Tag und lotste uns auf den letzten zehn Kilometern – nachdem wir bereits 470 km in den RĂ€dern hatten, wohlverstanden – auf eine ĂŒĂŒĂŒĂŒble Offroad-Piste. Absolut unnötig, wie sich am nĂ€chsten Tag herausstellte, denn die geteerte Hauptstrasse hĂ€tte uns direkt ans Camp gefĂŒhrt. Wie dem auch sei: in diesem Tag steckte nun wirklich der Wurm drin. Wir erreichten die Rezeption des Hilltop-Camps schliesslich gerade mal ein halbes StĂŒndchen vor Schliessung – das war knapp! 😜

Der Hluhluwe (ausgesprochen: Schluschlue) wird als „kleiner Bruder“ des KrĂŒger Nationalparks gehandelt und besticht insbesondere durch seinen stolzen Bestand an Nashörnern. Das traf sich gut, denn das Nashorn fehlte bisher noch in unserer Big-Five-Sammlung.

Übrigens: Wie nennt man ein rennendes Nashorn?

Nasigorenn 😂

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Die Chancen, Nashörner zu sehen stehen gut im Hluhluwe-Nationalpark.

Doch auch andere typische Safari-Protagonisten trifft man in diesem hĂŒgeligen Park an.

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Wohin des Weges?

Und manchmal lohnt sich sogar der Blick zurĂŒck.

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Manchmal lohnt sich ein Blick zurĂŒck.

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Ihr seht die Giraffen doch auch, oder? 😊 Walking-Safari im Hluhluwe

Swasiland

Nach einem kurzen Abstecher nach St. Lucia nahmen wir schliesslich Kurs auf Swasiland, einem weiteren kleinen Königreich im sĂŒdlichen Afrika. Im Gegensatz zum wilden, wenig erschlossenen Lesotho sticht Swasiland durch eine gewisse Eleganz hervor.

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Switzerland  🇹🇭 meets Swaziland 🇾🇿

Der König von Swasiland, Mswati III, feierte Mitte April seinen fĂŒnfzigsten Geburtstag. Alle paar Meter machen Plakate am Strassenrand auf dieses spezielle Ereignis aufmerksam.  Gerne hĂ€tten auch Nina und ich dem König persönlich unsere GlĂŒckwĂŒnsche ĂŒberbracht, doch am Tor zur königlichen Residenz war leider Endstation fĂŒr uns.

Dann eben doch Plan B: 💋 🐾 👑

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AnlĂ€sslich des fĂŒnfzigsten Geburtstags von König Mswati III sind die Strassen mit Plakaten des Königs  geschmĂŒckt.

Safari durch den KrĂŒger Nationalpark

Ein Katzensprung nach Swasiland erreicht man bereits das SĂŒdtor, das Malelane Gate,  des legendĂ€ren KrĂŒger Nationalparks. In vier wundervollen Tagen arbeiteten wir uns von Camp zu Camp durch. Die meisten Camps bieten einen einzigartigen Ausblick auf entweder ein Wasserloch, einen Fluss oder die Steppe. Es lohnt sich daher, einige von ihnen anzusteuern und einen Besuch abzustatten.
NatĂŒrlich kriegt man auch wĂ€hrend den Fahrten zwischen den Camps einiges vor die Linse – seht selbst:

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Auf Safari gilt es sÀmtliche Perspektiven im Blick zu haben.

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Giraffe beim Überqueren der Strasse.

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Guschti hĂ€lt sich tapfer…

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So lĂ€sst man sich ja gerne aufhalten, gell Guschti?! 😊

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Dekorativ: der Baobab Tree

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Impalas gibt es im KrĂŒger Nationalpark wie Sand am Meer.

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Der Ausblick von der Terrasse des Olifants Camps ist gigantisch. Hier beobachten wir gerade Happy Hippos beim Plantschen und „sĂŒnnelen“.

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Wie ich schon sagte: bei Zebrastreifen hÀlt man an.

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GĂ€nsemarsch… đŸ€”Â einfach ohne GĂ€nse 😉 (Blick von Terrasse des Olifants Camps)

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Egal, was war und egal, was noch kommt, DIESER kostbare Moment bei den sitzenden(!) Giraffen hat einen Top-Platz in meiner Safari-Bilanz auf sicher! 😍

Blyde River Canyon

Wir verliessen den KrĂŒger Nationalpark beim Phalaborwa Gate. Nur wenige Kilometer danach wartete bereits ein weiteres Highlight auf uns: der Blyde River Canyon mit seinen spektakulĂ€ren Viewpoints.

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Atemberaubend schön: die Aussicht auf den Blyde River Canyon

Der Blyde River Canyon sei, so hiess es, mit seinen 26 Kilometern LĂ€nge und bis zu 800 Metern Tiefe nach dem Grand Canyon in den USA (450 km) und dem Fish River Canyon in Namibia (160 km) der drittgrösste Canyon der Welt. Den Fish River Canyon bestaunten wir ein paar Wochen spĂ€ter ebenfalls noch. Mehr dazu dann weiter unten oder eben: spĂ€ter 😉

Pretoria

Pretoria ist die Hauptstadt SĂŒdafrikas, insofern ist es berechtigt, der Stadt auf der Durchreise einen Besuch abzustatten. Ich hatte Pretoria als gigantische «Milka Lila Kuh» in Erinnerung. Bei meiner letzten SĂŒdafrika-Reise vor elf Jahren war nĂ€mlich die Jacaranda-BlĂŒhte in voller Pracht. Die Strassen von Pretoria sind voll mit diesen BĂ€umen, entsprechend dominant hatte sich der violette BlĂŒtenschimmer, der sich wie eine Dunsthaube ĂŒber die Stadt legte in mein GedĂ€chtnis gebrannt.
Dieses Mal blĂŒhten die BĂ€ume nicht und auch sonst gibt die Stadt nicht wahnsinnig viel her. Dennoch erlebten wir hier eine Anekdote, die durchaus einen Platz in diesem Roadtrip-Bericht verdient hat.
Wir steuerten mit Guschti direkt den Church Square, das HerzstĂŒck Pretorias an. Schon von weitem winkten uns junge MĂ€nner heran und zeigten uns freie ParkplĂ€tze. Das war an sich nichts Neues, wir waren uns das bereits aus anderen sĂŒdafrikanischen Ortschaften gewohnt. NatĂŒrlich fielen uns die Bus-Schilder auf den Parkfeldern auf und so erkundigten wir uns, ob das Parkieren von normalen Autos (womit ich nicht behaupten möchte, dass Guschti ein normales Auto gewesen wĂ€re…) denn ĂŒberhaupt gestattet sei. Klar, hiess es. Und weil ein halbes Dutzend anderer Fahrzeuge bereits auf dem Platz parkiert waren, hinterfragten wir diese Aussage nicht weiter, bezahlten ohne Widerrede die verlangte GebĂŒhr, schnappten unsere RucksĂ€cke und suchten die Touristeninformation auf.
Nachdem uns Gloria, die nette Tante dort mit einem Stadtplan und einigen zusĂ€tzlichen Informationen zu Pretoria eingedeckt hatte, fragten wir sie eher beilĂ€ufig, ob der Parkplatz, auf dem wir unseren Guschti parkiert hatten, fĂŒr die nĂ€chsten paar Stunden denn auch wirklich sicher sei. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: Um Himmels Willen NEIN, das sei er definitiv nicht. Es sei ein ausdrĂŒcklicher Busparkplatz und PWs wĂŒrden hier regelmĂ€ssig abgeschleppt. Die Jungs, die dort die Autos herbeiwinkten und fleissig Aufpassgeld kassierten, seien dann natĂŒrlich ĂŒber alle Berge.  Nur sehr umstĂ€ndlich und verbunden mit einer saftigen Busse bekĂ€me man sein Auto dann irgendwann irgendwo wieder zurĂŒck. Gloria legte uns daher dringend ans Herz, unser Auto umgehend umzuparkieren und bot uns dafĂŒr ein Parkfeld direkt vor dem GebĂ€ude der Touristeninfo an. Dies sei allerdings kein öffentlicher, sondern ein Beamten-Parkplatz, aber sie werde fĂŒr uns ein gutes Wort beim Security-Guy einlegen. Das klang nach einem tollen Plan und wir folgten Gloria auf die Strasse hinaus. Auf dem Weg aus dem Haus trafen wir auf Glorias Office-Kollegen. Grinsend berichtet uns dieser beim Vorbeigehen, dass „die“ gerade mal wieder dabei seien, Autos von dĂ€mlichen Touristen abzuschleppen. Gloria erhöhte daraufhin ihr Schritttempo markant und steuerte schnurstracks zu unserem Parkplatz, der genau genommen gar keiner war, wie inzwischen sogar wir kapiert hatten. Unser Guschti wĂ€re tatsĂ€chlich als nĂ€chstes an der Reihe gewesenÂ đŸ˜±
Dann ging alles blitzschnell. Gloria schwang ihr massiv ĂŒbergewichtiges Hinterteil auf den Beifahrersitz und lotste uns galant um die Blocks zum Beamten-Parkplatz. Begeistert war der Security-Mann ob dem Überfall zwar nicht, aber wirklich etwas dagegen einzuwenden hatte er am Ende auch nicht mehr und ein kleiner Zustupf von doofen aber extrem dankbaren Touristen ist letztlich leicht verdientes Geld.
Das Schicksal meinte es an diesem Tag verdammt gut mit uns. DANKE, GLORIA! 🙏

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Beeindruckend: die 9 Meter hohe und 3.5 Tonnen schwere Nelson-Mandela-Statue vor den Union Buildings in Pretoria

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Schild am linken Fuss der Nelson-Mandela-Statue.

Kimberly

Nach Pretoria folgten unglaublich lange Distanzen durchs Nichts – da muss man einfach durch 😜

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Gigantische Distanzen: nach 308 km links abbiegen, dann 1 km bis zum Ziel 😜

Als willkommene Oase sticht die Diamantenstadt Kimberly hervor. Sie gleicht einem WesternstĂ€dtchen und die Zeit, die wir dort verbrachten, war kurzweilig und amĂŒsant.

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Das WesternstĂ€dtchen Kimberly: ein herrlich lebhaftes Nest mitten in der WĂŒste.

 

Nach Kimberly nahmen wir Kurs Richtung Nordwesten und nĂ€herten uns in zwei weiteren nicht enden wollenden Tagesetappen durch die WĂŒste langsam aber sicher der namibischen Grenze.

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Countdown to Namibia. Typisches Landschaftsbild wÀhrend stundenlanger Fahrt.

Fish River Canyon

Wir waren gespannt, inwiefern der Fish River Canyon den Blyde River Canyon noch ĂŒbertrumpfen konnte. War das denn ĂŒberhaupt möglich? Ich meine, was soll denn bitteschön noch grösser, noch spektakulĂ€rer sein?
Die Anfahrt nach Hobas, dem Camp am nördlichen Ende des Canyons fĂŒhrte uns stuuuundenlang durch eine karge, platte Landschaft. Nichts deutete auch nur ansatzweise darauf hin, dass sich hier demnĂ€chst eine gigantische Schlucht auftun könnte. Auch auf dem Camp selbst gab es – mal abgesehen von Wegweisern – keine rein aus der Landschaft erkennbaren Hinweise dafĂŒr.

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Anfahrt zum Fish River Canyon. Wo ist er denn bloss?

Der Haupt-Viewpoint des Fish-River-Canyons befindet sich ca. 20 km vom Hobas-Camp entfernt. NatĂŒrlich fuhren wir da gleich nach der Registration hin. Schliesslich wollten wir endlich wissen, wo sich dieser merkwĂŒrdige Canyon denn nun versteckt hatte.

Und dann steht man endlich auf der Aussichtsplattform, kriegt Mund und Augen nicht mehr zu und gerade mal ein zartes „Boah, ey!“ ĂŒber die Lippen.

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Ganz schön WOW… also der Canyon, meine ich 🙂

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Wer mag, kann in fĂŒnf Tagen zu Fuss durch die knapp 90 km lange Schlucht Ă€chzen. Aber wir hatten ja unseren Guschti und holperten auf einer guten Staubpiste durch die sagenhaft schöne Szenerie runter zum Spa-Resort Ai-Ais am sĂŒdlichen Ende des Fish River Canyon, wo wir ein paar entspannte sommerliche Wintertage genossen. Hatte ich schon erwĂ€hnt, dass inzwischen der Winter eingekehrt war im sĂŒdlichen Afrika?

Zusatzschlaufe in die Karoo

Zehn Tage bevor uns der Flieger zurĂŒck in die Schweiz brachte, berieten wir, was wir mit dem verbleibenden, grosszĂŒgigen Zeitfenster anstellen sollten. Wir entschieden schliesslich, unseren Roadtrip noch um eine Zusatzschlaufe in die Karoo zu bereichern. Insbesondere die Fahrt auf einer Schotterpiste ĂŒber den spektakulĂ€ren Swartbergpass, wird mir persönlich noch ein ganzes Weilchen in Erinnerung bleiben.

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Die Fahrt ĂŒber den Swartbergpass ist spektakulĂ€r

Cape Agulhas

Als krönenden Abschluss unserer abenteuerlichen Reise durch das sĂŒdliche Afrika brausten wir noch ganz runter ans Cape Agulhas, dem sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Dort, wo einem der Wind mit voller Kraft um die Ohren donnert und das Wetter im Viertelstundentakt Ă€ndert. Dort, wo der wilde Atlantik den lieblichen Indischen Ozean knutscht. Dort, wo man am liebsten die ganze Welt umarmen möchte, vor lauter Dankbarkeit und Ehrfurcht.
Es ist ein guter Ort, um einer tollen Zeit in einem wundervollen Land „Adieu“ zu sagen!

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Nach elf Jahren stehe ich erneut am sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Ein irrsinniges GefĂŒhl ❀

Übrigens: Das waren meine 5 Lieblings-Accessoires auf dem Afrika-Trip

 

Best of Botswana: Okavangodelta und Chobe Nationalpark

Nach dem wir am ersten Tag unserer Afrika-Reise die grandiosen VictoriafĂ€lle erkundet hatten (mehr dazu hier), ging es direkt zum Vorabend-Briefing fĂŒr die 9-tĂ€gige Intrepid-Tour „Botswana Highlights“, in der wir uns bereits von der Schweiz aus zwei PlĂ€tze gesichert hatten. An dem Briefing lernten wir die weiteren Tour-Teilnehmer kennen: ein Ehepaar aus Australien, eines aus Neuseeland und nebst uns beiden Schweizer-MĂ€dels ein weiterer Schweizer, ein Walliser, um genau zu sein (und das Wallis gehört ja strenggenommen auch zur Schweiz – Ă€xgĂŒsi 😜). Der Tourguide und der Chauffeur, beides simbabwische Staatsangehörige, brachten in jeglicher Hinsicht und auf wundervoll herzliche Art und Weise Farbe in unsere Gruppe.

Am nÀchsten Morgen ging es los. In unserem Tourbus verliessen wir das StÀdtchen Victoria Falls in Simbabwe und bald schon erreichten wir bei Kasane die Grenze zu Botswana.

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Unser Tourbus – ein tapferes Kerlchen 😉

Die Tour im Überblick

Unsere Rundreise startete in Victoria Falls (Simbabwe) und fĂŒhrte uns via Okavangodelta (Botswana) und dem Caprivi-Strip (Namibia) schliesslich in den wundervollen Chobe-Nationalpark (Botswana).

Elephant Sands

Botswana verfĂŒgt ĂŒber die grösste Elefantenpopulation der Erde. Über 130’000 DickhĂ€uter soll es hier geben. Unser Erwartungsrucksack an unser erstes Lager auf der Tour namens „Elephant Sands“ war somit entsprechend vollgepackt. Das Camp war denn auch tatsĂ€chlich zum Verlieben. In der Mitte des Areals befand sich ein Wasserloch. Auf der einen Seite des Ufers waren die wirklich sĂŒssen Bungalows verteilt. Auf der anderen Seite gab es ein nettes Restaurant und eine grosse Feuerstelle. Alles schien geradezu perfekt fĂŒr einen wildromantischen und hoch rELEFANTEN Abend in passender Lagerfeuer-Idylle angerichtet zu sein.

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My Home is my Castle. Die Bungalows waren sehr charmant und mit Schutzzonen vor Elefanten (auf dem Bild in Form von spitzen Steinen hinter dem Haus zu erkennen) abgesichert.

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Die Einrichtung war sehr einfach in einem sympathischen Safari-Style gehalten. Als Badezimmerwand diente eine schlichte Strohmatte, die lediglich als Sichtschutz diente. Weniger ist manchmal mehr.

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Die authentischen Safari-Bungalows waren um das Wasserloch angeordnet.

Leider streikten die Elefanten an dem Abend am Wasserloch, sodass wir Elephant Sands am nĂ€chsten Morgen ohne dickhĂ€utige Abenteuer wieder verliessen. Unter dem Strich kommt man in Botswana aber dennoch auf seine Elefanten-Kosten. TatsĂ€chlich querte  beispielsweise keine fĂŒnfzig Meter nachdem wir den Grenzposten nach Botswana passiert hatten, ein DickhĂ€uter die Landstrasse.

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Okavangodelta

Unsere Rundreise fĂŒhrte uns weiter nach Maun, der etwas charakterlosen Quasi-Hauptstadt des Okavangodeltas, und von dort weiter zur Guma Lagoon am sogenannten  Pfannenstiel der riesigen Salzpfanne. Die Strasse zwischen Maun und Guma ist auf hunderten von Kilometern in bedenklichem Zustand. Unser Chauffeur wich den grösseren Löchern im Strassenbelag so gut es eben ging aus, trotzdem wirbelte es uns auf unseren SitzbĂ€nken im hinteren Teil des Vehikels fast schon nach Belieben auf und ab und hin und her.
Endlich erreichten wir die Verladestation fĂŒr unser nĂ€chstes Camp. Hier liessen wir unseren Tourbus sowie unsere Taschen auf einem bewachten Parkplatz zurĂŒck und bestiegen mit unseren TagesrucksĂ€cken einen 4×4 Truck. Eine abenteuerliche halbstĂŒndige Fahrt brachte uns zur Guma Lagoon mitten im Delta, wo wir die nĂ€chsten zwei NĂ€chte verbrachten.

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Die Fahrt in unser Camp an der Guma Lagoon war nur per 4×4 zu bewĂ€ltigen. Wir liessen unseren Tourbus (im Hintergrund) auf einem bewachten Parkplatz zurĂŒck und liessen uns im Offroad-Truck (Vordergrund) zum Camp chauffieren.

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Der Weg zum Camp fĂŒhrte durch sumpfiges GelĂ€nde…

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Phasenweise galt es auch dicke Sandpisten zu bewĂ€ltigen. FĂŒr den Offroad-Truck ein Klacks 😉

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Endlich erreichten wir unser Camp mitten im Dschungel. Die Zelt-Chalets waren ĂŒberraschend konfortabel eingerichtet.

Seit wir in Victoria Fall gestartet waren, war das hauptsĂ€chliche Thema des neuseelĂ€ndischen PÀÀrchens, endlich ihre Kleider waschen zu können. Die beiden waren bereits einige Zeit unterwegs und von einer Tour durch den KrĂŒger-Nationalpark in SĂŒdafrika nahtlos in diese Botswana-Tour gestartet. Bisher bot sich den beiden jedoch nirgends Gelegenheit zum Waschen. Entweder aus zeitlichen GrĂŒnden oder aber mangels entsprechender Infrastrukur. Im Guma Lagoon Bush-Camp mitten im Okavangodelta hatten wir mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht mit einem professionellen WĂ€scheservice. Als die Camp-Vorsteherin bei der BegrĂŒssung im Rahmen ihrer allgemeinen Instruktionen rund um das Camp insbesondere ihren komfortablen Laundry-Service hervorhob, entglitten den NeuseelĂ€ndern sichtlich die GesichtszĂŒge. Ausgerechnet jetzt, wo wir nur gerade unsere TagesrucksĂ€cke und diejenigen KleidungsstĂŒcke dabei hatten, die wir auf uns trugen, ausgerechnet jetzt bestand endlich die Möglichkeit zum Waschen. FĂŒr alle Nicht-NeuseelĂ€nder auf der Tour war das ein wahrhaftiger Schenkelklopf-Moment 😂 und selbstverstĂ€ndlich wurde die Geschichte zum Runnig-Joke unserer restlichen Tour.

Am nĂ€chsten Tag erwartete uns ein wundervoller Tag in einer klitzekleinen Ecke des einzigartigen Okavangodeltas. Das ĂŒber 20’000 Quadratkilometer grosse Delta ist eines der grössten Feuchtgebiete des afrikanischen Kontinents und markiert das Ende des Okavango Rivers, der 1700 Kilometer weiter nördlich in den Bergen Angolas entspringt. Anstatt wie andere FlĂŒsse seines Kalibers sich zu einem der grossen Ozeane durchzuschlĂ€ngeln, hat sich der Okavango die Kalahari als Endstation ausgesucht, was fĂŒr ein Rebell. Das Wasser, das hier nicht einfach in der WĂŒste versickert oder verdunstet, wird dankbar von Flora und Fauna aufgenommen.
Die Regenzeit ist zum Zeitpunkt unserer Tour Mitte April gerade vorbei und das Delta wird sich nun in den nĂ€chsten Wochen und Monaten zunehmends fĂŒllen, bis es irgendwann zwischen Juni und August seinen Höchststand erreichen wird – just dann, wenn es im Umkreis von hunderten von Kilometern aufgrund der Trockenzeit sonst kein Wasser geben wird. Das Delta wird dann zum Schlaraffenland und zieht Wildtiere aus Nah und Fern an – was fĂŒr eine wundervolle Erfindung von Mutter Natur.
Per Mokoro, ein der geringen Wassertiefe angepasstes typisches Fortbewegungsmittel im Okavangodelta, liessen wir uns durch die von Papyrus und Seerosen gesÀumten KanÀle des Deltas schippern. Erinnerungen an den wundervollen Tag vor wenigen Monaten auf dem Inle-See in Myanmar wurden wach (mehr dazu im Artikel Myanmar: Bike-Reise durch das Land des LÀchelns. Und der Flip-Flops).

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Die KanÀle des Okavangodeltas sind von Papyrus und Seerosen gesÀumt. Ein wundervoller Anblick!

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Galant werden wir per Mokoro durch die KanÀle geschippert.

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In meinem Mokoro bin ich KapitĂ€n…

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Treue Begleiter wÀhrend des ganzen Tages waren unzÀhlige bunte Vögel. Hier ein Kingfisher.

Einige Kolleginnen und Kollegen unserer Gruppe hatten sich bereits tags zuvor aus der Vogelperspektive von der gigantischen Dimension des Deltas beeindrucken lassen. In Maun bestand nĂ€mlich die Möglichkeit einen Scenic-Flight ĂŒber das Delta zu buchen. Ich persönlich mag es, sicheren Boden unter den FĂŒssen zu wissen und verzichtete daher auf dieses Extra-Abenteuer.

Caprivi-Strip

Nachdem wir nach zwei Tagen im Okavangodelta per 4×4-Truck unseren regulĂ€ren Tourbus (und die neuseelĂ€ndische StinkwĂ€sche 😜) wieder erreicht hatten, fĂŒhrte uns die Reise weiter an den GrenzĂŒbergang zu Namibia. Auf der Bike-Safari durch Namibia lernte ich Nina, meine Freundin und Begleiterin des aktuellen Trips kennen. FĂŒr uns beide war die Einreise nach Namibia somit eine Art RĂŒckkehr zu den Wurzeln unserer Freundschaft und daher ein besonderer Moment. Der Abstecher nach Namibia war zwar nur eine Stippvisite, doch er fĂŒhrte uns in genau jene Region, die wir damals auf der Bike-Safari ausgelassen hatten: den Caprivi-Zipfel.
Caprivi bezeichnet den knapp 100 Kilometer schmalen und 500 Kilometer langen Landstreifen im Nordosten Namibias, der wie eine KĂ€sescheibe im Double-Cheeseburger zwischen den LĂ€ndern Botswana und Angola klebt. Auf der Landkarte könnte man ihn locker ĂŒbersehen. Wir ĂŒbersahen ihn nicht und genossen seinen einzigartigen Touch.
Wir logierten in einem tollen Chalet direkt am Ufer des Okavango mit Blick auf die Popa Falls und einzelne Krokodile, die sich chillig flussabwĂ€rts treiben liessen. Gegen Abend besuchten wir noch ein typisch caprivisches Dorf und erfuhren einiges ĂŒber das Leben in diesem schmalen Landstrich.

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Typische WohnhÀuser im Caprivi-Zipfel.

Eine Oma demonstrierte uns, wie sie eine Mahlzeit fĂŒr ihre Familie zubereitet. Als erstes werden Getreidesamen und NĂŒsse in einem Riesen-Mörser von Hand zermalmt. Nach der Halbzeit am Mörser, nimmt Omchen fĂŒr diesen Arbeitsgang die UnterstĂŒtzung ihres jungen, vor Energie strotzenden Enkels in Anspruch.

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Ein Enkel zermalmt gemĂ€ss Anweisung seiner Grossmutter Getreide und NĂŒsse.

Anschliessend setzt sich Oma auf den Boden und siebt das zermalmte Erzeugnis mehrmals sorgfĂ€ltig und geduldig aus, bis ein wunderbar feinkörniges Mehl in der handgefochtenen SchĂŒssel zurĂŒckbleibt. Beim Betrachten der Arbeitsumgebung, kann das eine oder andere Sandkorn in der fertigen Mahlzeit wohl nicht ganz ausgeschlossen werden (persönliche Mutmassung der Autorin).

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In mehreren DurchgĂ€ngen siebt Oma das zermalmte Getreide, bis ein feinkörniges Mehl ĂŒbrigbleibt. Als ArbeitsflĂ€che dient der Fussboden. Das wird bestimmt eine sehr impoSANDe Mahlzeit 😉

Schliesslich war die Zeit reif, ein kleines Feuer zu entfachen und einen Topf mit etwas Wasser aufzusetzen. Die paar Minuten, bis das Wasser kochte, nutzte Oma, um in einer SchĂŒssel Beeren zu einem Brei zu verarbeiten.

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Im Handumdrehen entfachte Omchen ein Feuer – ohne Streichhölzer, wohlverstanden!

Abschliessend wurden alle Zutaten auf dem Feuer gekocht. Das Ergebnis war eine Art Porridge – eine glibbrige Substanz, die sich mit blossen HĂ€nden  in mundgerechte Happen modellieren liess 😋
Ich fand diesen kleinen Einblick in den primitiven Alltag am Caprivi wahnsinnig spannend.

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Die vorbereiteten Zutaten werden aufgekocht und zu einem leckeren Porridge verkocht.

Chobe Nationalpark

Bereits am nĂ€chsten Tag verliessen wir Namibia wieder und kehrten nach Botswana zurĂŒck. Wenn unsere weitere Reise planmĂ€ssig verlĂ€uft, werden Nina und ich in ein paar Wochen ganz im SĂŒden am Fish River Canyon nochmals etwas Namibia-Luft schnuppern – Daumen drĂŒcken ist natĂŒrlich erlaubt 😉. Zuerst aber galt unsere volle Aufmerksamkeit dem letzten ganz grossen Highlight der Intrepid-Tour, dem Chobe-Nationalpark. Obschon der Park unmittelbar nach der Regenzeit wahnsinnig buschig und daher fĂŒr Tier-Entdeckungen gemĂ€ss Hochglanzprospekt nicht optimal ist, bekamen wir auf unseren zwei Morning-Game-Drives und der chilligen Sundowner Boot-Safari auf dem Chobe River allerhand zu sehen. Hier einige Impressionen.

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WasserbĂŒffel. Einer der Big Five.

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Dieses Foto entstand just in dem Moment, als der kleine. vorwitzige Kollege hier im Vordergrund gerade einen Angriff auf mich ausheckte und ich vor lauter Schreck rĂŒckwĂ€rts auf meinen Allerwertesten plumste und dabei aus Versehen auf den Auslöserknopf der Kamera drĂŒcke

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Eine kleine StÀrkung auf dem Morning Game Drive.

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Auch der Leopard gehört zu den Big Five. Ein wahrer GlĂŒcksfall, ihn zu Gesicht und vor die Linse zu bekommen.

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Das Gebiss der TĂŒpfelhyĂ€ne ist stĂ€rker als das eines Löwen. Nix wie weg da….

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Eine rELEFANTe Strassenquerung

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Eine absolut einzigartige Perspektive auf Natur und Wildlife bietet im Chobe Nationalpark eine Boot-Safari.

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Kudu-Weibchen am Ufer des Chobe River

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Im Chobe River gibt es viele Krokodile

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Sundowner Romantik auf dem Chobe River ❀

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Mystische Morgenstimmung am Chobe River.

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*sing* Springbock, Springbock, oh Springbock my Bonnie to me to meeee….

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Was guckst du? Giraffen sind ĂŒbrigens meine persönlichen Safari-Favoriten 😉

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Jösses….

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Was fĂŒr eine wundervolle Landschaft. Ich konnte mich gar nicht satt sehen.

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Dumm gelaufen… irgendwie.

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Baboons sind vielerorts im sĂŒdlichen Afrika eine wahre Plage. Auf der Safari und besonders in Huckepack-Pose sind sie einfach nur sĂŒss.

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Hallo Frau Löwe! Auch der Löwe zĂ€hlt zu den Big Five. *rĂ€usper* hĂ€tte ich den Sonnenuntergangsmodus an meiner Kamara vom Vorabend nicht noch aktiviert gehabt, wĂ€re das Bild vermutlich sogar scharf geworden 😏

Das war’s in KĂŒrze von unserer supertollen Intrepid-Tour. Weitere Berichte aus dem sĂŒdlichen Afrika folgen – stay tuned!

VictoriafĂ€lle: Ein imposanter Start in das Abenteuer im sĂŒdlichen Afrika

Als ich zusammen mit meiner Freundin vor drei Wochen die lange Reise ins sĂŒdliche Afrika antrat, hatten wir uns fĂŒr den ersten Abend in Afrika zwei banale Ziele gesetzt: erstens heil in Simbabwe, dem Ausgangsland unseres Afrika-Abenteuers anzukommen und zweitens nach unserer Ankunft ein paar kostbare Augenblicke am mĂ€chtigen Sambezi-River zu verbringen.
Kurz nach 14 Uhr checkten wir schliesslich wohlbehalten in unserem Hotel in Victoria Falls ein. Das erste Etappenziel war damit bereits erreicht. Also kĂŒmmerten wir uns direkt um den zweiten Teil des erklĂ€rten Ziels und fragten den freundlichen Onkel an der Hotel-Reception, was er uns denn unter dem Motto „chilliger Abend am Sambezi“ empfehlen könne. Als hĂ€tte er bereits mit dieser Frage gerechnet, schwĂ€rmte er uns wie aus der Pistole geschossen von der einzigartigen Sundowner-Cruise vor, wozu wir allerdings bereits in einer knappen Stunde abgeholt wĂŒrden. FĂŒr den Bruchteil von Sekunden fragten wir uns, weshalb um alles in der Welt wir bereits am helllichten Nachmittag zur Sundowner-Tour losziehen sollten. Schliesslich schien der Fluss nur ein Steinwurf entfernt zu sein, zumindest war sein SprĂŒhnebel bereits von der Strasse aus zu sehen. Nun, es war nicht der Zeitpunkt fĂŒr dupplige Fragen, sofern wir es rechtzeitig auf den Shuttle-Bus schaffen wollten. Und so konzentrierten wir uns also aus das Wesentliche, kramten lange, moskito-feindliche Kleidung aus unseren Taschen hervor,  schnappten unsere RucksĂ€cke, die Fotoapparate, den Antibrumm-Spray, die Wasserflaschen und zogen los.

Sundowner am Sambezi

Als um kurz nach 18 Uhr die Sonne direkt hinter den plantschenden Hippos am Horizont im Sambezi versank, war uns auch der Grund, weshalb wir zum Sundowner-Spektakel bereits nachmittags aufzubrechen hatten rasch klar. Uns der Tour spontan anzuschliessen war eine gute Entscheidung, denn so bekamen wir bereits an unserem allerersten Abend in Afrika knuffige Hippos, gĂ€hnende Krokodile und sogar einen Elefanten, der sich am Flussufer labte zu Gesicht. Ein perfekter Einstieg in unser Abenteuer im sĂŒdlichen Afrika.

Touristen fotografieren die malerische Szenerie auf dem Sambezi-River
Sundowner Cruise auf dem Sambezi-River, Simbabwe

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Ein Elefant labt sich in unmittelbarer NĂ€he zu einem Wohnhaus (das Dach ist im Hintergrund zu erkennen) am Ufer des Sambezi-River. Im Hintergrund ziehen weitere Elefanten vorbei.

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Cheers!

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Bereits kurz nach 18 Uhr versinkt die Sonne am Horizont. Was fĂŒr ein toller erster Abend im sĂŒdlichen Afrika!

Zum krönenden Abschluss des Ausflugs und als ob es die natĂŒrlichste Sache der Welt wĂ€re, prĂ€sentierte sich uns auf der RĂŒckfahrt mit dem Shuttle-Bus tatsĂ€chlich ein Elefant direkt am Strassenrand und winkte uns mit seinem RĂŒssel keck zu. FĂŒr einen kurzen Moment glaubte ich zu halluzinieren, doch rasch wurde mir bewusst, dass dies keine SinnestĂ€uschung, sondern die nackte afrikanische RealitĂ€t war.

Victoria FĂ€lle

Am nĂ€chsten Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung zu den imposanten VictoriafĂ€llen, welche die gleichnamige Stadt Victoria Falls (Simbabwe) und Livingstone (Sambia) mit einem unfassbar tosenden „Leck-Du-mir-am-Tschööpli“ (schweizerdeutsch fĂŒr „Aber hallo, ey!“) trennen. Es ist wahnsinnig beeindruckend, welch gigantische Wassermenge hier so kurz nach der Regenzeit auf einer LĂ€nge von 1.7 Kilometern gute 100 Meter in die Tiefe braust. Der SprĂŒhnebel ist kilometerweit sichtbar – ein gewaltiges Naturspektakel.
Bereits an unserem zweiten Tag in Afrika waren wir froh, die Regenjacken kurzerhand aus dem Rucksack zĂŒcken zu können. Doch obschon der Spazierweg in einem grosszĂŒgigen Bogen um die FĂ€lle fĂŒhrt, waren wir am Ende ĂŒberall wo die Regenjacke keinen Schutz bot, bis auf die Haut klitschnass.

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„The Spray“ – der SprĂŒhnebel ist kilometerweit sichtbar.

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Trotz grosszĂŒgiger Distanz zu den FĂ€llen, empfiehlt es sich, sich in wasserdichte Kleidung zu hĂŒllen.

 

Unsere Wanderung fĂŒhrte uns schliesslich an der BrĂŒcke, welche die LĂ€nder Simbabwe (ehemals SĂŒdrhodesien) und Sambia (ehemals Nordrhodesien) mit einander verbindet vorbei weiter zu einem Aussichtspunkt auf die angrenzende Schlucht, durch welche sich der Sambezi unmittelbar nach den FĂ€llen als harmlos scheinendes FlĂŒsschen schlĂ€ngelt.

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BrĂŒcke zwischen Simbabwe (ehemals SĂŒdrhodesien) und Sambia (ehemals Nordrhodesien)

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Kaum zu glauben, dass das der gleiche Fluss, der wenige Meter weiter oben unter tosendem Rauschen und auf einer Breite von fast 2 km in die Tiefe stĂŒrzt.

An einer Informationstafel werden die drei wohl berĂŒhmtesten WasserfĂ€lle der Welt einander gegenĂŒbergestellt: die IguazĂș-FĂ€lle in Argentinien/Brasilien, die NiagarafĂ€lle in den USA/Kanada und eben diese unglaublich unglaublichen VictoriafĂ€lle hier direkt vor unseren vom SprĂŒhnebel immer noch leicht triefenden Nasen an der Grenze Simbabwe/Sambia. Die IguazĂș-FĂ€lle sind mit ihren 2.7 Kilometern Breite die breitesten FĂ€lle in der GegenĂŒberstellung, die NiagarafĂ€lle diejenigen mit dem grössten Wasservolumen und die VictoriafĂ€lle sind mit ihren gut 110 Metern Höhe die höchsten der drei Vergleichskandidaten. Gemeinsam haben meine Freundin und ich bereits alle drei Giganten besucht – eine stolze Bilanz!

Von hier geht unser Afrika-Abenteuer weiter nach Botswana (Okavangodelta, Chobe Nationalpark) und den Caprivi-Streifen (Namibia). Mehr dazu gibt es hier.

 

Myanmar: Bike-Reise durch das Land des LĂ€chelns. Und der Flip-Flops.

Ich bin weiss Gott schon weit herumgekommen auf dieser Erde. Ein Kontinent blieb von mir bisher jedoch unangetastet: Asien. Das hĂ€tte sich zwar lĂ€ngst Ă€ndern dĂŒrfen, aber ich stolperte stets ĂŒber die banalen W-Fragen. Wohin sollte ich denn konkret gehen? Wann wĂ€re ein idealer Zeitpunkt fĂŒr eine Asien-Reise? Wie wĂŒrde ich denn ĂŒberhaupt reisen wollen? Langer Rede, kurzer Sinn: so richtigrichtigrichtig wollte das Asien-Feuer in mir einfach nicht entfachen.

WĂ€hrend der LektĂŒre von Jan-Philipp Sendkers Burma-Serie jedoch wurde ich neugierig auf das geheimnisvolle und von Sendker geradezu brilliant beschriebene Land in SĂŒdostasien. Bald kristallisierte sich Burma als potenziell ideale erste asiatische Destination fĂŒr mich heraus. Fortan recherchierte ich also gezielt nach einem geeigneten Reisemodell. Einmal mehr wurde ich schliesslich auf der Website des Veranstalters Bike Adventure Tours fĂŒndig, dem ich bereits zwei unvergessliche Bike-Abenteuer (Kuba und Namibia) zu verdanken hatte. Und damit war die Sache dann relativ rasch klar und die Einschreibung reine Formsache.

Raider heisst jetzt Twix…

… und Burma heisst jetzt Myanmar.
… und Rangun heisst jetzt Yangon.
… und der Fluss Ayeryawady heisst jetzt Irrawaddy.
… und, und, und…

Es gibt tatsĂ€chlich einiges, was einem bzgl. Myanmar auf Anhieb irritiert. Angefangen beim Landesnamen. Wenn ich hierzulande jemandem erzĂ€hle, dass ich in Myanmar war, ernte ich meistens ein mit hochgezogenen Augenbrauen untermaltes, langgezogenes „HÀÀÀ?“. Wenn ich dann „Burma“ hinterherliefere, können die meisten Leute mehr mit meiner Aussage anfangen. Weiter geht es mit der grössten Stadt des Landes: Rangun heisst heute Yangon. Rangun… Ă€h… Yangon war bis vor ein paar Jahren die Haupstadt Burmas… Ă€h… Myanmars. Doch eines Tages befand einer, dass mal wieder etwas VerĂ€nderung angebracht sei und so wurde kurzerhand das StĂ€dtchen Naypyidaw mitten im damals noch weitgehend unerschlossenen Dschungel zur Hauptstadt ernannt.

Ein weiteres Resultat einer Ă€hnlichen Nacht-Nebel-Entscheidung findet sich im burmesischen Strassenverkehr. Burma war eine britische Kolonie. Die Autos in Myanmar sind somit rechtsgesteuert – „very british“ eben und insofern nichts SpektakulĂ€res. Allerdings fahren diese rechtsgesteuerten Autos nicht etwa wie man dies im Sinne von „very british“ erwarten wĂŒrde, auf der linken, sondern auf der rechten Fahrbahn. In der Konsequenz haben Autobusse ihre Ausstiege auf der linken Seite und so verliessen wir unseren Bus also stets zur Strassenmitte hin – nichts fĂŒr schwache Nerven, ey! 😉

Shwedagon Pagode: hier ist alles Gold, was glÀnzt

Myanmar wird auch „das Goldene Land“ genannt. SpĂ€testens wenn man barfuss durch die achteckige Terrasse der Shwedagon Pagode schlurft, zweifelt man keine Sekunde mehr an dieser Aussage. Denn hier ist tatsĂ€chlich alles Gold, was glĂ€nzt – wow!

Abendstimmung an der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Shwedagon Pagode in Yangon: hier ist tatsÀchlich alles Gold was glÀnzt.

Am besten lĂ€sst man die energiegeladene AtmosphĂ€re rund um die Shwedagon Pagode unvoreingenommen und mit allen Sinnen auf sich wirken. Zur AbenddĂ€mmerung…

…dann, wenn das Licht am schönsten einwirkt und die goldene Kulisse geradezu mĂ€rchenhaft erstrahlen lĂ€sst.

…dann, wenn sich der Geruch von RĂ€ucherstĂ€bchen mit dem munteren Quietschen der FledermĂ€use und dem zarten Bimmeln der Glöcklein paart.

…dann, wenn hunderte friedvoller Buddhisten sich versammeln, um im Schneidersitz am Boden sitzend ihre Mantras zu rezitieren.

Ja dann, genau dann!

Kerzenmeer bei der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Tolle Abendstimmung rund um die Shwedagon Pagode

Die acht Ecken der Terrasse reprĂ€sentieren ĂŒbrigens die Wochentage. In Myanmar zĂ€hlt der Mittwoch als doppelter Tag mit Vormittag und Nachmittag. Die Wochentage haben generell einen besonderen Stellenwert in Myanmar. So wird der Name eines Kindes nĂ€mlich nicht etwa durch die Eltern bestimmt, sondern er ergibt sich in astrologischer Konsequenz aus dem Zeitpunkt der Geburt.

Ich bin das shwedagonsche Achteck zweimal gelaufen und ich hĂ€tte es locker noch zwei weitere Male laufen können. Der Abschied von der Shwedagon Pagode fiel mir etwas weniger schwer, als uns unser Tour-Guide versicherte, dass wir auf unserer Reise noch ausreichend viele Pagoden und Buddha-Figuren sehen wĂŒrden.

Er sollte sowas von recht behalten! 😬

Mönch mit Smartphone vor einer Buddha-Figur bei der Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar/Burma
Ein Mönch mit Smartphone. Die Zeiten Àndern sich und sie Àndern sich rasant.

 

Die Reise im Überblick

Übersichtskarte der Reise durch Myanmar/Burma
Überblick der Reise. (Bildquelle: Bike-Adventure Tours.ch)

Nach zwei NĂ€chten in Yangon startete unsere Aktiv-Reise schliesslich mit einem Triathlon: drei FortbewegungsmittelÂ đŸ›©ïžÂ đŸšŽâ€â™€ïž đŸ›„ïž an einem Tag, tschagga.

Per InlandflugÂ đŸ›©ïž gings frĂŒh morgens von Yangon nach Heho auf knapp 1000 Metern. Direkt am Flugplatz in Heho warteten unsere Bikes auf uns. Hier wurden also als erstes die Ärmel hochgekrempelt, die mitgebrachten SĂ€ttel und Pedalen montiert, Bremsen und Federgabeln kontrolliert und dann ging es endlich los mit unserer Einrolltour đŸšŽâ€â™€ïžÂ und den ersten Bike-Kilometern in Myanmar. Erstes Etappenziel war der malerische Inle-See. Am Ufer des Sees wechselten wir unser Fortbewegungsmittel erneut und liessen uns bequem per Longtail-Boot đŸ›„ïžÂ zu unserer schicken Pfahlbau-Lodge mitten im See gondeln. Hach, hach….

Faszination Inle-See

Das Pfahlbauhotel
Skylake Inle Resort im Inle See

Der Inle-See ist bekannt fĂŒr seine Einbeinruderer. Um beide HĂ€nde fĂŒrs Fischen frei zu haben, wickeln die gelenkigen Burmesen nĂ€mlich das Ruder einfach mal eben um ein Bein und bewegen sich so wieselflink auf dem See fort.

Einbeinruderer beim Fischen auf dem Inle See in Myanmar/Burma
Einbeinruderer beim Fischen auf dem Inle See

Einige Kolleginnen und Kollegen unserer Reisegruppe liessen es sich nicht nehmen und versuchten sich selbst als Einbeinruderer. Die meisten scheiterten bereits daran, sich mit beiden FĂŒssen auf der Bootsspitze einigermassen ruhig und aufrecht zu halten. Einzelne schafften es, ein Bein dezent anzuheben. Das war’s! Keiner schaffte es, das Ruder um das Bein zu schlingen und lockerflockig draufloszupaddeln. Und so legten die Probanden den Fokus rasch auf einen möglichst eleganten Abgang vom Boot, um der Gruppe wenigstens eine coole Stunt-Show zu bieten.Â đŸ€žâ€â™‚ïžâž°đŸ€žâ€â™‚ïžÂ âž°đŸ™ƒ

Lotus-Seide: ganz schön edel,mann!

Den nÀchsten Tag verbrachten wir ausschliesslich auf dem Inle-See. Per Longtail-Boot wurden wir von einer Wow-Szenerie zur nÀchsten geschippert. So besuchten wir beispielsweise eine Lotus-Seiden-Weberei mitten auf dem See.

Lotus-Weberei auf dem Inle See, Myanmar/Burma
diese Burmesin demonstriert, wie aus den bis zu 2 Metern langen Lotusstengeln Webgarn gewonnen wird.

 

alter Burmese spinnt Faden
Das Leben und auch das Arbeitsleben findet in Myanmar grossmehrheitlich auf dem Boden statt

 

Webstuhl in der Lotus-Weberei auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Die WebstĂŒhle hier werden mit Fuss-Pedalen bedient. Perfektes Bike-Training, eigentlich 🙂

 

Originell: die schwimmenden GĂ€rten

Mich persönlich haben die schwimmenden GĂ€rten auf dem Inle-See fasziniert. Auf einem Fundament aus Wasserhyazinthen werden hier Tomaten, Blumenkohl, Auberginen und Bohnen angebaut. Ein kulinarisches Muss ist ĂŒbrigens der Tomatensalat nach Art der Shan. Mmmmhhhh…. 😋

Schwimmende GĂ€rten auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Die schwimmenden GĂ€rten auf dem Inle See werden mit Booten angelegt und bewirtschaftet.

 

Schwimmender Souvenir-Shop auf dem Inle See, Myanmar/Burma
Schwimmender Souvenir-Shop zwischen den schwimmenden GĂ€rten.

 

Flower-Power đŸŒș

Einer der schönsten Bike-Tage erlebte ich persönlich als wir durch die ĂŒppige burmesische Flora radelten und der Duft von Blumen und GemĂŒse unseren zarten Nasen schmeichelte.

Üppige Landschaft in Myanmar/Burma
Was fĂŒr eine herrlich ĂŒbbige Landschaft die sich uns hier prĂ€sentierte.

 

Blumenfeld in Myanmar/Burma
Blumen so weit das Auge reicht und die Nase riecht.

 

Blumen-MĂ€dchen beim Blumen pflĂŒcken in Myanmar/Burma
Blumen-MĂ€dchen Myanmar-Style.

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Reisverarbeitung in Myanmar/Burma
Hier wird gerade die Spreu vom Weizen… Ă€h… vom Reis getrennt.

 

Blumenkohl-Transporter (Ochsenkarren) in Myanmar/Burma
Blumenkohl-Transport

 

Bauernhof mit Tomatenlager in Myanmar/Burma
Bauernhof mit Tomaten-Lager.

 

Frauen-Power đŸ’Ș

Überrascht hat mich definitiv die Rolle der Frau in Myanmar. Viele handwerkliche und insbesondere körperlich anspruchsvolle Arbeiten werden nĂ€mlich hauptsĂ€chlich von Frauen ausgeĂŒbt.

Burmesische Frauen im Strassenbau
Der Strassenbau ist in Myanmar eine klare Frauen-DomÀne.

 

2 Burmesinnen formen Lehmsteine
Auch die Produktion von Lehmsteinen wird mehrheitlich von Frauenhand erledigt.

 

Eine Burmesin fÀhrt mit einer Schubkarre die Lehmsteine zum Trocknen
Die fertig geformten Lehmsteine werden nun zum Trocknen gefĂŒhrt.

 

Tausende von Lehmsteinen sind zum Trocknen an der Sonne aufgestellt.
Unser Tour-Guide Myint Than vor der topmodernen Lehmstein-Trocknungsanlage 😉

 

Eine Burmesin trÀgt einen Korb mit Sand auf dem Kopf
Ein solcher Korb mit nassem(!) Sand wiegt gut und gerne 30-40 Kilogramm. Also mir war mein 13kg schwerer Reiserucksack schon genug…

 

Back to School

Auf unserer Trekking-Tour ab Pindaya besuchten wir eine Grundschule in einem burmesischen Bergdorf. Schalk scheint hier Pflichtfach zu sein 😉

Winkende Kinder in einer burmesischen Schule
Die anfĂ€ngliche ZurĂŒckhaltung verflog…

 

3 Kinder sitzen in einer burmesischen Schulbank
… spĂ€testens als wir unser legendĂ€res „BuurebĂŒebli“ zum Besten gaben.

 

đŸšŽâ€â™€ïžÂ On đŸšŽâ€â™€ïžÂ The đŸšŽâ€â™€ïžÂ Road đŸšŽâ€â™€ïžÂ ToÂ đŸšŽâ€â™€ïžÂ MandalayÂ đŸšŽâ€â™€ïž

Ein anspruchsvoller Bike-Tag erwartete uns auf dem Weg nach Mandalay. Auf knapp 100 Kilometern galt es 1300 Höhenmeter zu bewĂ€ltigen. NatĂŒrlich bestand die Möglichkeit, zumindest Teilstrecken im Begleitbus zurĂŒckzulegen. Aber man reist ja schliesslich nicht um die halbe Welt, um dann freiwillig in der zweiten Reihe Platz zu nehmen… 😉

Screenshot der Tracking-App Runtastic
Gib eine Beschriftung ein

Marmor, Stein und Eisen bricht,
aber diese Buddhas nicht

Die geheimnisvolle und oft besungene Stadt Mandalay erkundeten wir tags darauf auf einer Sightseeing-Tour per Bike. Unter anderem besuchten wir eine Marmorsteinmetzerei.

Ein Burmese bearbeitet eine Buddha-Figur aus Marmorstein
Ein Burmese bearbeitet eine Buddha-Figur aus Marmorstein

 

Buddha-Figuren aus Marmor in Mandalay, Myanmar/Burma
Auch Buddhas haben ihre Ecken und Kanten.

Grosser WĂ€schetag am Flussufer

Einen weiteren Stopp legten wir am Ufer des Irrawaddy ein. Es ist wahnsinnig beeindruckend, mit wie wenig Besitztum sich die Burmesen hier arrangieren und ihr Leben auf primitivste Art und Weise meistern – stets mit einem LĂ€cheln im Gesicht. Und hey! dieses LĂ€cheln steckt an – wer in Myanmar schlechte Laune hat, ist selber schuld!
Man hat tatsĂ€chlich niemals den Eindruck, dass die Menschen hier unzufrieden wĂ€ren oder sich gar selbst bemitleiden wĂŒrden. Grund dafĂŒr hĂ€tten sie – gemessen an unseren europĂ€ischen MassstĂ€ben – sicherlich genug, aber sie tun es nicht. Von dieser Lebenseinstellung könnte dĂŒrfte sich manch ein Westlicher gerne eine fette Scheibe abschneiden…

WĂ€scheleinen mit bunten KleidungsstĂŒcken direkt am Ufer des Irrawaddy in Mandalay, Myanmar/Burma
Grosser WĂ€schetag. Auffallend im ganzen Land: die farbenfrohen und stets sauberen Kleider.

 

Zwei Burmesinnen waschen WĂ€sche in braunem Wasser. Myanmar/Burma
Bewunderswert wie weisse WĂ€sche unter diesen UmstĂ€nden weiss bleibt…Â đŸ€”

Mandalay Hill – Ja, ich will! ❀

Man ist nicht in Mandalay gewesen, wenn man nicht auf dem Mandalay Hill war. Ich weiss nicht wieviele Treppenstufen es genau sind, aber es sind einige. Hunderte. Vielleicht sogar tausende. Aus Ehrfurcht vor Buddha deponiert man seine Schuhe vor der ersten Stufe, die zu ihm, zu Buddha, hinauffĂŒhrt und legt den kompletten Treppenmarsch somit barfuss zurĂŒck. Überall sonst auf der Welt hĂ€tte ich mir fĂŒr einen solchen Kletter-Marsch vernĂŒnftiges Schuhwerk angeschnallt…

Turm auf dem Mandalay Hill, Myanmar/Burma
On the Very Top of Mandalay Hill.

Foto 07.12.17, 18 04 18
Als grossgewachsene EuropĂ€erin fĂ€llt man in Myanmar aus der Reihe und ist der Hingucker schlechthin. Gleich mehrmals durfte ich wĂ€hrend der Reise fĂŒr ein Selfie posieren.
Buddha-Figur auf dem Mandalay Hill, Myanmar/Burma
On the Very Top of Mandalay Hill trohnt er in seiner gewohnten Pose: der Buddha.

 

FĂŒr die einen ist es U-Bein…

… fĂŒr die anderen die lĂ€ngste Teakholz-BrĂŒcke der Welt. FĂŒr alle aber ist sie absolut bewundernswert, die ĂŒber einen Kilometer lange U-Bein-BrĂŒcke bei Mandalay.

Lange Teakholz-BrĂŒcke (U-Bein-BrĂŒcke) bei Mandalay, Myanmar/Burma
Egal, ob du O-Beine oder X-Beine hast: auf der U-Bein-BrĂŒcke sind alle Menschen gleich.

 

Ein Tag auf dem Irrawaddy River

Einen chilligen Tag verbrachten wir, als wir auf dem Irrawaddy River von Mandalay zur Pagoden-Hauptstadt Bagan tuckerten. Kurz nach Ablegen mussten wir allerdings nochmals fĂŒr ein StĂŒndchen an einer Sandbank ankern. Der Nebel war so dicht, dass man keine zehn Meter weit sehen konnte. Unser Tour-Guide war sichtlich perplex ob dieser ungewöhnlichen Wetter-Situation. Meine Theorie ist ja, dass die ĂŒberaus gastfreundlichen Burmesen ihn, also den Nebel, extra fĂŒr uns Aargauer organisiert hatten. Schliesslich sollten wir uns ja ein bisschen wie zu Hause fĂŒhlen… 🙄

Als sich der Nebel dann endgĂŒltig auflöste, genossen wir eine komplett neue Perspektive auf eine wunderschöne Landschaft.

Blick vom Boot auf eine grosse BrĂŒcke im Irrawaddy-River zwischen Mandalay und Bagan
*sing* Seemann, lass das TrĂ€umen, denk nicht an zuhaus…

 

Bagan: Hauptstadt der Pagoden und Tempel

Zum krönenden Abschluss fĂŒhrte uns unsere Reise nach Zentral-Myanmar und dort in die Pagoden-Hauptstadt Bagan. Myint Than, unser Tour-Guide, wusste eben schon, wovon er sprach. Damals. Am allerersten Abend. Beim Tuesday-Corner an der Shwedagon-Pagode. Ja, wir sahen noch viiiiieeeeele weitere Pagoden wĂ€hrend unserer zweiwöchigen Reise. Bei einigen Gruppen-Mitgliedern trat der Zustand „overpagoded“ bereits zu einem frĂŒheren Zeitpunkt ein. In Bagan waren aber wohl so ziemlich alle infiziert. 😜

Bike-Gruppe fÀhrt durch die Pagoden von Bagan.
Bike-Tour durch die Pagoden-Landschaft von Bagan. (Foto: Helen Marugg)

 

Flippst du schon oder floppst du noch?

Wer Flip-Flops mag, wird sich in Myanmar rundum wohl fĂŒhlen. Die kultigen Sandalen sind ja sowas von superpraktisch in einem buddhistischen Land, in dem man (gefĂŒhlt) alle paar Meter vor einer Schuhverbotstafel steht. Alle tragen sie:

  • die Einbeinruderer auf dem Inle-See,
  • die Mönche beim Einsammeln ihrer Opfergaben,
  • die MĂ€dels im Strassenbau,
  • die Busfaher beim Manövrieren ihrer rechtsgesteuerten Vehikel auf der linken Fahrbahn,
  • die Receptionistin im 4-Sterne-Hotel
  • einfach ALLE!

Unser burmesische Tour-Guide Myint Than absolvierte sogar die 6-stĂŒndige Trekking-Tour auf teilweise felsigem, glitschigen Terrain in Flip-Flops. Leckt’s MYANMARsch! 😜

Ich kann Myanmar als einzigartige, entschleunigende Reisedestination jedem wĂ€rmstens ans Herz legen.  DrĂŒben auf meiner Facebook-Seite findest du weitere Impressionen dieser unvergesslichen Reise. Viel Spass beim Stöbern.


Buch-Empfehlungen

Gebrauchsanweiung fĂŒr Myanmar von Martin Schacht. Tolle Inputs zur Vorbereitung und Einstimmung auf das Land und ein nĂŒtzliches Nachschlagewerk wĂ€hrend der Reise.

Burma-Serie (Herzenhören und Herzenstimmen) von Jan-Philipp Sendker. Mir wurde erst im Verlaufe der Reise bewusst, wie unglaublich authentisch die beiden BĂŒcher geschrieben sind. Wow, einfach nur wow!!!

Artikel weiterer Bike-Reisen

Bike-Safari durch NamibiaSim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Bike-Safari durch Namibia

Die Bike-Safari durch Namibia zĂ€hlt definitiv zu meinen ganz besonderen Reise-Leckerbissen. Vor exakt zwei Jahren strampelte ich tatsĂ€chlich mit sieben weiteren Mountainbike-Enthusiasten durch die rote Erde SĂŒdwestafrikas, wie Namibia bis zu seiner UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1990 genannt wurde. Ich schreibe diesen Artikel heute in Erinnerung an eine unvergessliche Zeit im afrikanische Outback.

Die Reise im Überblick

Überblick Reisekarte Namibia
Überblick Reisekarte (Bild-Quelle: Bike-Adventure-Tours.ch)

Auf den schwarzen Strecken (siehe Karte) wurden unsere Bikes konfortabel mit dem Offroad-AnhÀnger transportiert.

Toyota Landcruiser mit Bike-AnhÀnger im Outback Namibia
Unser Begleitfahrzeug: ein Toyota Landcruiser mit Offroad Bike-AnhÀnger.

Bike-AnhÀnger im Outback Namibia

Aber hey, auf den roten Strecken kÀmpften wir uns tapfer und geduldig durch die staubigen namibischen Sand- und Wellblechpisten.

Bike-Gruppe macht Pause in der WĂŒste, Namibia
Findet doedel 😉

Bikes liegen im Sand in der WĂŒste Namibias

Bike-Tour Richtung Sonnenuntergang bei Spitzkoppe in Namibia
Dem Sonnenuntergang entgegen. (Bild: T. Pfenninger)

Bike-Gruppe macht Pause mit wundervoller Weitsicht
Ein PĂ€uschen in Ehren, kann niemand verwehren 😉

Bike-Gruppe berĂ€t sich in der WĂŒste Namibias
Stundenlanges Strampeln durch endlose Weite hat eine durchaus reinigende Wirkung auf den Geist. (Bild: T. Pfenninger)

Bike-Gruppe berÀt sich mitten im namibischen OutbackBiker stieben auf einer Sandpiste in Namibia davon

Sossusvlei: Sandkasten Deluxe

Ein erstes Highlight erreichten wir gleich zu Beginn unserer Reise: das Sossusvlei. Dabei handelt es sich um eine von roten SanddĂŒnen umringte Salzpfanne („vlei“) in Mitten der WĂŒste Namib. Die DĂŒnen – Big Daddy, Big Mama und wie sie alle heissen – entstanden vor ĂŒber 5 Millionen Jahren und sind mit ihren bis zu 300 Metern Höhe die mĂ€chtigsten DĂŒnen der Welt. Ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Sossusvlei in Namibia
Das Sossusvlei gehört seit 2013 zum UNESCO Welterbe. Absolut berechtigt, wie ich meine.

Am nĂ€chsten Morgen ging es bereits in aller HerrgottsfrĂŒhe los. Ziel war, pĂŒnktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel von DĂŒne 45 zu erklimmen, um das atemberaubende Farbenspektakel, das hier mit den allerersten Sonnenstrahlen seinen Lauf nimmt zu geniessen. Der Aufstieg durch den tiefen Sand erwies sich als knifflige Herausforderung, nach dem Motto „ein Schritt vor und zwei zurĂŒck“ 🙂  aber wenn man erst mal oben steht, tief durchatmet und das prĂ€chtige WĂŒsten-Panorama regelrecht in sich aufsaugt, sind die tollpatschigen Tritte schnell vergessen.

„Der Downhill zu Fuss ist fast so schön wie fliegen.“, steht im Reiseprogramm von Bike Adventure Tours. Da ist durchaus etwas Wahres dran, denn wenn man einmal einen Schritt talwĂ€rts angesetzt hatte, gab es kein ZurĂŒck, kein Halten mehr. Und das war auch gut so. Denn unten wartete ein famoses Outdoor-FrĂŒhstĂŒck auf unsere knurrenden MĂ€gen.

Downhill Race der Bike-Gruppe von DĂŒne 45
Downhill Race: fast so schön wie fliegen…

Safari im Etosha-Nationalpark

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, den Etosha-Nationalpark erkundet man clevererweise nicht per Bike. 🙂 Stattdessen chauffierte uns Roger, unser Tour-Guide, im sicheren Offroader kreuz und quer durch den Park.

Ich hatte auf frĂŒheren Reisen bereits Safaris durch den Tsavo-East-Nationalpark in Kenia und den KrĂŒger-Nationalpark in SĂŒdafrika unternommen und hatte – im Gegensatz zu den meisten anderen Mitglieder unserer Reisegruppe – also bereits eine konkrete Vorstellung, wie sich eine Safari in Afrika in etwa anfĂŒhlte. Aber ich muss schon sagen, Etosha hat auch mich aus den Socken gehauen (also sofern ich denn welche getragen hĂ€tte). Die knapp 5’000 Quadratkilometer grosse Salzpfanne verpasst dem Park eine einzigartige Note – ich war hin und weg! Aber lassen wir doch die Bilder sprechen:

Liegendes Löwenpaar im Etosha Nationalpark, Namibia
The Lion is King.

Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Ein Kollege unserer Gruppe hÀlt einen besonders rELEFANTen Moment am Wasserloch fest.

Giraffen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Hofknicks Giraffen-Style. (Bild: T. Pfenninger)

Zwei Elefanten im Etosha-Nationalpark, Namibia
ein besonders rELEFANTes Bild.

Oryx-Antilopen im Etosha-Nationalpark, Namibia
Oryx-Antilopen (Namibisches Wappentier)

Ein stehendes ErdmÀnnlein
Ein Edel- Àh ErdmÀnnlein

Imposante Weber-Vogel-Nester im Outback Namibias
Vogelnestli African Style 😉

Giraffen und Zebras am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Idylle am Wasserloch

Giraffe und Löwen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Es ist angerichtet… o-oooohhhh…

Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
noch ein rELEFANTes Bild.

Giraffe und Oryx-Antilopen beim Sonnenuntergang im Etosha-Nationalpark, Namibia
(Bild: T. Pfenninger / Bildidee: by doedel ;-))

Giraffen und Zebras im Etosha-Nationalpark, Namibia
Voll im Trend: der anymal print

Elefanten und Zebras von hinten
Wir Touris gehen denen gerade sowas von am A**** vorbei 😉

Löwenpaar nur wenige Meter von Auto enfernt im Etosha-Nationalpark
Darf ich vorstellen: Herr und Frau Löwe.

Giraffe steht neben krummen Baum im Etosha-Nationalpark, Namibia
Die Tiere (hier eine Giraffe) passen sich der Landschaft an.

Elefantenherde nÀhert sich dem Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Elefantenherde nÀhert sich einem Wasserloch

Weitere Impressionen findet ihr ĂŒbrigens im Artikel Impressionen meiner Bike-Safari durch Namibia

Lagerfeuer-Romantik

Unvergesslich geblieben sind auch die friedvollen Übernachtungen mitten im afrikanischen Outback.

Camping im Outback Namibias
Outback-Romantik vom Feinsten ❀

Spuren im Sand. Darunter auch Elefanten-Spuren.
„Stell dein Zelt am besten hier auf“, haben sie gesagt. „Sind das Elefanten-Spuren?“ habe ich gefragt. „Ja“, haben sie gesagt.

Spuren im Sand… auch ein Elefanten-Schuh ist dabei….

Und eines schönen Abends, wir sassen gerade gemĂŒtlich am Lagerfeuer, da stellten wir uns in der Gruppe die Frage, was denn nun eigentlich grandioser sei: die dezent funkelnden SterneÂ ĂŒber dem namibischen WĂŒstenhimmel oder das aufregende Lichterspektakel am Time Square in New York. Das Fazit der Diskussion verrate ich hier: Milchstrasse gegen Time Square 😉

Soviel ist klar: ich freue mich bereits auf mein nĂ€chstes afrikanische Abenteuer. Auf meiner Bucketlist stehen unter anderem das Okavango-Delta und der Ngorongoro-Krater…

Wie geht es euch? Habt ihr auch AfricanDreams?

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Bike-Reise durch Kuba

Biken auf Lanzarote

 

Island: Rendez-vous mit Feuer und Eis.

Seit meinem bombastischen Skandinavien-Trip im Jahre 2010 war fĂŒr mich sonnen- bzw. sogar mitternachtsonnenklar, dass ich irgendwann wieder zur Midsomar-Zeit in den hohen Norden reisen wĂŒrde. Zwar erinnere ich mich noch, wie mein Biorhythmus damals, nach den sechs Wikinger-Wochen, ziemlich aus den Fugen geraten war, aber daran war ich ja selbst schuld. Schliesslich hatte mich keiner gezwungen, nachts um 2 Uhr joggen zu gehen. Oder Spaghetti zu kochen. Oder die NĂ€chte, die eigentlich keine sind, weil die Sonne ĂŒber dem nördlichen Polarkreis im Sommer niemals untergeht, mit anderen AktivitĂ€ten zweckzuentfremden.

Dieses Jahr – nach verflixten sieben Jahren also – war die Zeit endlich reif, das Versprechen einzulösen. Am 17. Juni – dem islĂ€ndischen Nationalfeiertag, ĂŒbrigens – flog ich mit einem Freund auf die Insel im nördlichen Europa. Mein Freund wollte sich zu seinem runden Geburtstag  etwas besonderes gönnen. Und wenn man schon in der letzten Juni-Woche Geburtstag hat, was bitteschön sollte es da spezielleres geben, als den Tag bei 24-Stunden-Tageslicht voll auszukosten?

Mitternachtssonne bei Reykjavik, Island
Sonnenstand am 24.6. um 23.50 Uhr.

Wir hatten uns ein nettes Airbnb-Cottage mit eigenem SPA-Bereich (na ihr wisst schon: Whirlpool, Regendusche und so Kram halt) in Hveragerdi ausgesucht und um dorthin zu gelangen einen Mietwagen gebucht. Hand aufs Herz: etwas Bammel, dass mit dem Mietwagen alles klappte, hatten wir nach der Schenkelklopf-Geschichte von Lanzarote natĂŒrlich schon. ;-))) Aber Island war nun mal nicht Lanzarote und so klappte diesmal alles absolut komplikationslos!

Bananen, Tomaten, Erdbeeren und Co

Als wir in unserem Cottage ankamen, fiel mir als erstes die Fruchtschale auf dem Esstisch auf. Darin lagen drei Bananen. Ich hatte wirklich mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht mit Bananen zur BegrĂŒssung. Der Anblick war fĂŒr mich offenbar dermassen skurril, dass meine Gedanken immer wieder zu den Bananen abschweiften, wĂ€hrend Jacob uns durchs Cottage fĂŒhrte. Jacob war ein wahnsinnig sympathischer Mann aus dem die Ausflugs-Ideen und sonstige Tipps nur so heraussprudelten – er war wie so ein Geysir. Am liebsten hĂ€tten wir ihn fĂŒr den Rest der Woche bei uns behalten, doch Jacob hatte andere PlĂ€ne.

Am nĂ€chsten Morgen beim FrĂŒhstĂŒck schnappte ich mir eine Banane fĂŒr mein MĂŒesli und da erst viel mir das Etikett auf. Ich staunte nicht schlecht: es waren tatsĂ€chlich islĂ€ndische Bananen. Besser noch, die Bananen stammten aus Hveragerdi, also aus dem Dorf, in dem wir die kommenden Tage verbringen wĂŒrden. Ich habe schon viele Orte bereist und Bananenplantagen bestaunt. Es waren ausnahmslos tropische Orte mit feucht-warmem Klima. Wie zum Geier sollen hier in Island, wo das Thermometer selbst im Hochsommer grossmehrheitlich deutlich unter der 20-Gradmarke bleibt, also Bananen reifen? Wir beschlossen der Geschichte auf den Grund zu gehen und lernten bald, dass die IslĂ€nder nebst Bananen auch Erdbeeren und allerlei GemĂŒse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Brokkoli etc. in mit Geothermalenergie beheizten GewĂ€chshĂ€usern anbauten – wow!
Ein absolutes Muss ist unter diesen Voraussetzungen denn auch der Besuch der Farm Fridheimar. Die innovativen IslĂ€nder fĂŒhren hier tatsĂ€chlich in einem der GewĂ€chshĂ€user ein Restaurantbetrieb. Man sitzt mitten in den Tomatenstauden und bestellt (gefĂ€lligst!) den Klassiker: hausgemachte Fridheimar Tomatensuppe. Dazu werden frischer Basilikum, Sour Cream und köstliche Brotvariationen gereicht. Das Ganze Ă  discretion. Mmmhhh…

Heiss und Eis: Glescher und heisse Quellen

Ein weiterer Aspekt, der mich in Island total faszinierte, war das Zusammentreffen von kochendheissen, blubbernden „PfĂŒtzen“ und eiskaltem Gletscherwasser auf kleinstem Raum. Auf der einen Seite sind da die Geysire am Golden Circle. Auf der anderen Seite beeindrucken riesige Glescher und Gletscherseen, wie beispielsweise der JökulsĂĄrlĂłn.

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Kochend heisse PfĂŒtzen (hier am Golden Circle)…

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… vs. eisige Gletscherseen (hier: JökulsĂĄrlĂłn)

Im Tal Reykjaladur treffen die beiden Extreme – heiss und Eis – besonders imposant auf einander. Im Fluss, der durch das Tal fĂŒhrt, vermischt sich nĂ€mlich eine heisse Quelle mit Eiswasser, was einige Meter unterhalb der Gabelung in perfekter Badewannen-Temperatur von 38-40 Grad endet. Und so tauscht man hier liebend gerne seine warmen Wanderklamotten gegen den Badeanzug und chillt mal eine Runde (oder auch zwei) vor sich hin – einfach herrlich!

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BadevergnĂŒgen pur im Tal Reykjaladur

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Das Wandern ist des IslĂ€nders Lust…

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In meiner Badewanne bin ich KapitĂ€n… oder Schafhirt 😉

Fazit und weitere Impressionen aus Island

Mich hat Island schwer beeindruckt und ich schliesse nicht aus, irgendwann nochmals hierhin zurĂŒckzukehren. Vielleicht in den Wintermonaten zum Nordlicht-Spektakel. Nordlicht-Gucken steht schliesslich auf meiner Bucketlist.

Blick auf die Reynisdrangar Felsen bei VĂ­k, Island
Reynisdrangar bei VĂ­k

Puffins aka Papageientaucher in Island
Puffins.

Gletschersee in Island, Jökulsårlón
Bild mit Herz ❀

Blick auf den Gulfoss-Wasserfall am Golden Circle in Island
Gulfoss

Typische Landschaft am Golden Circle, Island

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Wie man Island hineinruft, so ruft es zurĂŒck.

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Earth Cooking.

Island: Landschaft dominiert von violetten Blumen
Die schönsten Pausen sind lila 😉

Blockhaus in Island

Blick durch den Wasserfall Seljalandsfoss in Island
Seljalandsfoss: Mitten drin statt nur dabei…

Sim-Salsa-Bim: Verzaubert von Kuba

Bild des Grenzsteins Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich damals (ĂŒbrigens auf meiner allerersten grossen Reise) lockerflockig von Miami ĂŒber die Seven-Mile-Bridge nach Key West brauste und schliesslich, am Ă€ussersten Zipfel des nordamerikanischen Kontinents angelangt, vor dem legendĂ€ren Grenzstein stand und sehnsĂŒchtig Richtung SĂŒden spĂ€hte. 90 Meilen, lĂ€ppische 144 Kilometer, trennten mich damals von der geheimnisvollen Karibikinsel Kuba. Mein BauchgefĂŒhl prophezeite mir schon damals, dass ich irgendwann drĂŒben auf der Insel stehen und keck nach Key West rĂŒber zwinkern werde! Seither sind ĂŒber zwanzig Jahre vergangen.

Kuba by bike – I like!

bikes_vinalesAuf der Suche nach einem optimalen Mix aus spannender Kulturreise und Aktivurlaub, stiess ich im Herbst 2014 auf die Bike-Reise Kuba Clasico des Veranstalters Bike Adventure Tours. Mein damaliger Freund und ich waren sofort ĂŒberzeugt: Das ist es – vamos. Juntos! Am 18. Dezember 2014, es war der Tag unmittelbar nach dem historischen TelefongesprĂ€ch zwischen Barack Obama und RaĂșl Castro, war es schliesslich soweit. Zusammen mit ein paar weiteren Bike-Enthusiasten flogen wir von ZĂŒrich nonstop nach Havanna und damit war vor allem eines klar: bevor sich die Amis dem Inselstaat annĂ€hern wĂŒrden, waren erst mal wir an der Reihe, pah!

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Bild-Quelle:  Bike Adventure Tours

 

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Eine ganz normale Seitenstrasse in Havanna.

Bunte Autos

Mich beeindruckte die Insel auf Anhieb und gleich mehrdimensional. Ich erinnere mich noch, wie die Jungs unserer Reisegruppe, kaum hatten wir unser Hotel im Zentrum von Havanna erreicht, gar nicht mehr von der Strasse wegzukriegen waren, weil sie auf keinen Fall auch nur einen dieser kunterbunten Oldtimern verpassen wollten. Zu jenem Zeitpunkt gingen wir davon aus, dass diese Autos das Markenzeichen von Havanna seien und die Leute ausserhalb der Hauptstadt stinknormale, rostige, verbeulte Otto-Normal-Autos fahren wĂŒrden. Dass dem nicht so ist wurde uns erst im Verlaufe der nĂ€chsten Tage allmĂ€hlich bewusst. ES. GIBT. (praktisch) KEINE. ANDEREN. AUTOS. AUF. KUBA!

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Auf einer Tabakplantage

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Oldtimer (Autos und HĂ€user) am „el MalecĂłn“ von Havanna.

 

Shopping findet anderswo statt

Eine weitere Besonderheit, die mich zutiefst beeindruckt hat, war der schlicht und ergreifend nicht stattfindende Konsum. Ich meine hey, es war Weihnachten! In vielen christlichen LĂ€ndern ist das die Hauptsaison des geradezu ausufernden Konsums. Doch in Kuba gab es – abgesehen von Che Guevara Accessoires  – nichts zu kaufen. Selbst wenn man in Shopping-Laune gewesen wĂ€re: es gab einfach nichts. Punkt. Man stelle sich das einmal vor!

Bunt sind auch die HĂ€user. Und die Musik

Last but not least haben mich natĂŒrlich Land und Leute zutiefst berĂŒhrt. Auffallend sind zuerst einmal die farbenfrohen HĂ€user. Passend zu den Autos. Oder war’s umgekehrt? Ein klassischer Fall fĂŒr die „Huhn-Ei-Frage“ 🙂 Jedenfalls drang aus (gefĂŒhlt) jedem dieser fröhlich eingefĂ€rbten HĂ€user fröhliche Musik. Wer da keine gute Laune kriegt, ist selber schuld! Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf dem Bike-Sattel meine HĂŒfte zu heissen Salsa-Rhythmen schwang – sim-SALSA-bim!

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Weniger bunt sind die Mahlzeiten

Kulinarisch ist Kuba etwas weniger „farbenfroh“. Du wĂ€hlst nicht etwa ein Menu aus, sondern darfst dich bestenfalls fĂŒr ein StĂŒck Fleisch (Schwein oder Huhn) entscheiden. Als Beilage sind Reis und schwarze Bohnen gesetzt. Zum Dessert gibt’s Mango-Mus, dazu ein StĂŒck KĂ€se. Alternativen gibt es kaum – ausser in den sternengeschwĂ€ngerten Hotels am traumhaften Varadero-Strand beispielsweise. Aber das hat ja auch nicht mehr viel mit Kuba zu tun…

Fazit: Do it!

Meine uneingeschrĂ€nktes Fazit: Kuba MUSS man erlebt haben. Und zwar noch BEVOR der erste McDonalds in Havanna seine TĂŒren öffnet. Go for it!

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Ein absolutes MUSS: das Vinales-Tal

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Weisse Weihnachten: check! 😉

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Dramaqueen Cienfuegos im SĂŒden der Insel.

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Bike-Safari durch Namibia

 

Reif fĂŒr die Insel. Welche ist egal. Oder doch nicht?

Es war an einem Sonntagvormittag Anfang November 2016. Nebst den PrĂ€sidentschaftswahlen in den USA stand auch die Adventszeit quasi vor der TĂŒr und die ersten Einladungen fĂŒr WeihnachtsanlĂ€sse flatterten ins Haus. Ich  sass mit meinem besten Freund gemĂŒtlich beim Brunch, als wir gemeinsam feststellten, dass wir unseren Körpern eigentlich viel lieber den Luxus von Ruhe und Bewegung an der frischen Luft gönnen wollten, als sie der drohenden Hektik und Völlerei auszusetzen. Biken wĂ€re toll. Beispielsweise. Es war ein prickelnder Gedanke, den wir auf jeden Fall noch mindestens eine Runde weiterdenken wollten. Nach zwei, drei NĂ€chten darĂŒber schlafen stand unser Entschluss schliesslich fest: ja, wir wollten weg.

Uns war bewusst, dass die Weihnachtszeit eine beliebte Reise-Saison ist und wir uns entsprechend zĂŒgig fĂŒr eine Destination entscheiden sowie FlĂŒge und Unterkunft buchen sollten, um am Ende nicht doch noch besinnlich unter dem Tannenbaum zu landen. Also machten wir uns sofort an die Arbeit und surften fleissig durch das Internet. Relativ rasch stiessen wir dabei auf Lanzarote. Die Kanaren-Insel wurde uns als regelrechtes Mekka fĂŒr Bike-Enthusiasten angepriesen. Das klang toll. „Au ja, das ist es!“, riefen wir wie aus einem Munde, „…und ich kann gleichzeitig mein  Spanisch weiter vertiefen, juhui!“, fĂŒgte ich euphorisch hinzu.

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Wir teilten uns die erforderlichen Buchungen gerecht unter einander auf. WĂ€hrend ich mich schnurstracks um die FlĂŒge und die Unterkunft bemĂŒhte, kĂŒmmerte sich mein Freund voller Elan um die Bikes und einen Mietwagen. Nachdem alle Buchungen und Reservationen getĂ€tigt waren und damit unser Gesamt-Paket unter Dach und Fach schien,  stiessen wir voller Vorfreude mit einem Glas Cava auf unseren Coup an. Den klitzekleinen FlĂŒchtigkeitsfehler der sich in unserem Buchungsprozedere eingeschlichen hatte, bemerkten wir erst spĂ€ter. Viel spĂ€ter. Eigentlich zu spĂ€t. Oder auch nicht. Aber eins nach dem anderen…

In den folgenden Wochen vor der Abreise durchlebten wir beide geschĂ€ftlich eine regelrechte Jahresend-Rally. Projekte und Tasks prasselten auf uns nieder, als obs kein Morgen, als obs kein 2017 gĂ€be und so waren wir am vierten Advents-Wochenende schliesslich mehr als nur reif fĂŒr die Insel. Die letzten E-Mails waren beantwortet, die Ferienvertretungen geklĂ€rt, die Taschen gepackt. Nun konnte nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. Dachte ich…

Am Abend vor dem Abflug nach Arrecife/Lanzarote leitete mir mein Freund noch die BestĂ€tigung der Mietwagen-Reservation weiter, die bereits seit Wochen in seinem E-Mail Postfach vor sich hin schlummerte. „Damit du dann morgen auf der Insel auch Bescheid weisst…“ notierte er salopp dazu und schloss die Nachricht mit einem gutgelaunten Smiley. Ich setzte mich an meine KĂŒchenbar, nippte an einem Pfefferminztee und scrollte mich durch das Anschreiben des Mietwagen-Anbieters. Dabei stolperte ich ĂŒber die Worte Reina SofĂ­a. „Oh?!“, schoss es mir spontan durch den Kopf, „ich wusste gar nicht, dass der Flughafen von Arrecife auf Lanzarote gleich heisst, wie derjenige auf der Schwesterinsel Teneriffa…“. Ich war bereits zwei mal auf Teneriffa (mehr dazu gibt’s ĂŒbrigens im Artikel Die Kraft des Atlantiks oder wie man zufĂ€llig einen Halbmarathon lĂ€uft) und kenne den Flughafen dort daher ziemlich gut. Neugierig geworden zoomte ich in die entsprechende Passage des E-Mails hinein und realisierte allmĂ€hlich, dass die FlughĂ€fen der beiden Kanareninseln NICHT gleich hiessen. Sofort rief ich meinen Freund an. Bestimmt hatte er die BestĂ€tigungsmail fies manipuliert, um meine Aufmerksamkeit zu testen – zuzutrauen wĂ€r’s ihm ja! Doch sein Gestotter verriet mir, dass es kein Fake war. Nein, unser Auto wĂŒrde morgen um 16.00 Uhr tatsĂ€chlich auf Teneriffa fĂŒr uns bereitstehen, wĂ€hrend unsere Taschen 400 Kilometer weiter westlich auf Lanzarote ĂŒber das Kofferband tuckerten. Heiliger Bimbam!

Nachdem der erste Schreck verdaut war, machte mein Freund das einzige, was er in dieser Situation tun konnte: er stornierte die Reservation auf Teneriffa und setzte gleichzeitig eine Anfrage an die Filiale auf Lanzarote ab. Im Vertrauen darauf, dass am Ende eh immer alles gut wird und es vor Ort dann bestimmt irgendeine Lösung geben wĂŒrde, schlummerte ich schliesslich selig dem herbeigesehnten Abreisetag entgegen.

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Auf dem Weg zum Flughafen und am Gate checkte mein Freund im 10-Minuten-Takt seine E-Mails. Doch die erhoffte ReservationsbestĂ€tigung blieb aus. Dann hiess es schliesslich „Fasten Your Seatbelts“ und unsere Smartphones fielen fĂŒr die nĂ€chsten 4 Stunden in ihren wohlverdienten Dornröschenschlaf.

Nachdem wir unsere Taschen vom Kofferband geschnappt hatten, stellten wir uns mit leicht mulmigem BauchgefĂŒhl beim Autovermieter an die Theke. Ein sympathischer junger Mann, mit zimtfarbenem Teint und strahelndweissen ZĂ€hnen lĂ€chelte uns entgegen. Auf seiner linken Brust war ein Schild. „Pedro“ stand darauf. Pedro hiess uns auf Lanzarote willkommen und fragte, was er fĂŒr uns tun könne. Ich hörte, wie mein Freund ihm – ebenfalls sehr freundlich, aber bestimmt  – erklĂ€rte, dass wir gestern eine Reservationsanfrage eingereicht hĂ€tten, bis jetzt jedoch noch keine Antwort erhalten hĂ€tten. Augenblicklich zogen sich die Lachfalten um Pedros Mundwinkel zurĂŒck, um Sekunden spĂ€ter auf seiner Stirn in Form von Sorgenfalten wieder aufzutauchen. Pedro versicherte uns, wie unangenehm ihm die Angelegenheit sei. Dezent murmelte er, dass 24 Stunden vor Ankunft zwar schon etwas knapp seien fĂŒr eine Reservation, aber dass wir dennoch lĂ€ngst eine Antwort auf unsere Anfrage hĂ€tten erhalten mĂŒssen. Er entschuldigte sich mehrmals in aller Form und klickte gleichzeitig nervös in seinem Computer herum. WĂ€hrend mein Freund – seinen rechten Ellbogen lĂ€ssig auf der Theke abgestĂŒtzt – sich seine Emotionen nicht anmerken liess, stand ich mit ersten Anzeichen von Schnappatmung daneben. „Aber… Moment… das ist doch nur die halbe Geschichte… also höchstens… herrje…“ stammelte ich innerlich vor mich hin. Pedro tat mir leid. Er war doch nicht Schuld an unserer Misere. Ich nahm einen tiefen Atemzug und wollte schlichtend in das Geschehen eingreifen. In diesem Moment zog Pedro einen SchlĂŒssel aus der Schublade, begann mit dem AusfĂŒllen eines Formulars und entschuldigte sich erneut fĂŒr die Unannehmlichkeiten. Ja, es war nur die halbe Geschichte, die mein Freund da von sich gab, aber es war verdammt noch mal die richtige HĂ€lfte. Und so stand ich einfach nur perplex wie Babsi daneben und entschloss mich, das zu tun, was ich am besten kann: Klappe halten!

Kurze Zeit spĂ€ter sassen wir in einem weissen Opel Corsa mit FahrradtrĂ€ger am Heck (es war ĂŒbrigens der einzige Wagen mit FahrradtrĂ€ger in der ganzen Garage), gaben die Adresse des Hotels ins Navi ein und quitschten kurz darauf los in Richtung Costa Teguise.
Nach gut 20 Minuten Fahrt strandeten wir in einer Sackgasse. Das Navi behauptete steif und fest, dass wir hier unser Ziel erreicht hĂ€tten. Doch hier gab es kein Hotel – weit und breit nicht. „Fahr da rein!“ wies ich meinen Freund an, „dort vorn ist bestimmt die Einfahrt zum Hotel, siehst du?“ – „Ich kann doch da unmöglich reinfahren! Das ist die Strand-Promenade. Sieh nur die vielen Leute!“ – „Ach, jetzt fahr halt mal die zwanig Meter vor, dann sehen wir, ob das dort tatsĂ€chlich die Hoteleinfahrt ist.“ Ich mag MĂ€nner, die in brenzligen Situationen einfach tun, was man von ihnen verlangt, ohne langes Tamtam. Und so holperte unser Corsa auch schon zielstrebig ĂŒber die Pflastersteine…
Wir schafften nicht mal die vorgenommenen 20 Meter, da ertönte auch schon  eine schrille Sirene und im RĂŒckspiegel erblickten wir das rotierende Blaulicht eines Streifenwagens. „Das macht dann 40 Euros, por favor!“ gab uns der Polizeibeamte – in scharfem Tonfall zwar, aber mit einem charmanten Grinsen im Gesicht – zu verstehen. Die Costa Teguise hat echt einiges zu bieten, aber in dem Moment waren wir hier die Hauptattraktion. Die FussgĂ€nger zeigten auf  unseren Corsa, schĂŒttelten den Kopf oder hielten sich den Bauch vor lachen. Einige taten sogar alles gleichzeitig. FĂŒr mich fĂŒhlte sich das gerade wie die gerechte Strafe fĂŒr unser nicht ganz astreines Spiel beim Auto-Vermieter an. Nun waren wir aber quitt, ey!
WĂ€hrendem wir unsere Euros hervorkramten erklĂ€rten wir dem Polizisten, dass wir gerade vom Flughafen kĂ€men und unser Navi der Meinung sei, dass da vorne unser Hotel, das BarcelĂł, stĂŒnde. Der Polizist kassierte und bot uns dann an, uns zum Hotel zu lotsen. Wir sollten einfach hinter ihm herfahren. Die Zufahrt zum Hotel war in der Tat etwas verwinkelt. Wir wĂ€ren da definitiv noch lange herumgeirrt. Die 40 Euros waren am Ende jedenfalls gut investiertes Geld. 😉

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