Roadtrip durch das sĂŒdliche Afrika

56 Tage, 9’000 Kilometer, 1000 Liter Diesel, null Pannen, ungezĂ€hlte Wow-Momente und drei Kilo mehr auf der Waage – das ist das Fazit des Roadtrips durch das sĂŒdliche Afrika in Zahlen.
Nach der Stippvisite zu den VictoriafĂ€llen in Simbabwe, einer 9-tĂ€gigen Tour durch das nördliche Botswana und einer grosszĂŒgigen Verschnaufpause im wundervollen Kapstadt (Artikel dazu folgt, versprochen) bildete er den vierten, letzten und zugleich mĂ€chtigsten Teil unserer Abenteuerreise durch das sĂŒdliche Afrika.

Ready? Na dann mal los…

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My home is my CARstle

Das Wichtigste fĂŒr einen Roadtrip ist natĂŒrlich ein vernĂŒnftiges Auto. Meine Freundin Nina und ich hatten unseren Camper, einen Toyota Hilux, bereits vor einigen Monaten gebucht und waren – um das Fazit gleich vorwegzunehmen – rundum zufrieden mit unserem «Guschti».

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Unser Toyota Hilux, aka «Guschti»: Ein tapferes und absolut zuverlÀssiges Kerlchen.

Die Camping-AusfĂŒhrung des Toyota Hilux ist wahlweise mit einem oder zwei Dachzelten zu haben. Wir hatten uns fĂŒr die Variante Doppeldecker entschieden, obschon uns einige Personen im Vorfeld davon abgeraten hatten. Es sei viel zu aufwĂ€ndig, tĂ€glich zwei Zelte auf- und auch wieder abzubauen. Ausserdem wĂŒrden sich andere Camping-Enthusiasten das Vehikel zu viert teilen. Nun, wir sind nicht andere und sahen in dem Modell durchaus Vorteile zugunsten unserer PrivatsphĂ€ren. Immerhin verbringt man auf so einer Reise schon sehr viel Zeit miteinander, da sind selbst die kleinsten RĂŒckzugsoasen wertvoll.

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Mein Haus, mein Auto, mein alles…

In der Tat entpuppten sich die warnenden Voten im Vorfeld als haltlos. Im Nu waren die Zelte jeweils aufgebaut und in zwei bis höchstens drei Nus wieder zusammengeklappt und fĂŒr die Weiterreise verstaut. Die Aufwand/Nutzen-Bilanz stimmte fĂŒr uns jedenfalls perfekt.

Verkehrsregeln

Als wesentlich kniffliger erwies sich das Steuern eines Rechtslenkers (Guschti war ein solcher Rechstlenker) und – damit verbunden –  das Fahren auf der linken Fahrbahn. So oft, wie wir insbesondere in den ersten paar Tagen den Scheibenwischer betĂ€tigt haben, hat es jedenfalls die ganzen acht Wochen des Roadtrips nicht geregnetÂ đŸ€Šâ€â™€ïžÂ (Anmerkung: bei rechtsgesteuerten Autos befindet sich der Scheibenwischer links vom Steuer, dort, wo bei uns der Blinker angebracht ist…)
FĂŒr uns EuropĂ€er ungewohnt sind ausserdem die sogenannten „Four-Way-Stops“, also Kreuzungen, bei denen an allen vier einmĂŒndenden Strassen ein Stoppschild angebracht ist. Derjenige, der zuerst da war, darf auch als Erster weiterfahren. Im Zweifelsfall stimmt man sich einfach per Handzeichen ab – sympathisch, irgendwie. Auch diese Eigenheit hatten wir nach ein paar Praxisstunden im sĂŒdafrikanischen Strassenverkehr bald intus.

Und hey! am Zebrastreifen hĂ€lt man gefĂ€lligst an. DafĂŒr braucht es nicht einmal ein Regelwerk, das ist Ehrensache! 😎

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Der Roadtrip im Überblick

Ich habe drĂŒben auf GoogleMaps die Stationen unseres Roadtrips erfasst (violett = Übernachtungen).

Nachfolgend eine Zusammenfassung zu den wichtigsten Highlights.

The Winelands

Unsere Einrolltour fĂŒhrte uns am ersten Tag zu den Spuren der Hugenotten ins idyllische und weltweit bekannte Weinanbaugebiet SĂŒdafrikas. Hier deckten wir uns fĂŒr die weitere Reise mit einigen leckeren Tropfen einđŸ·đŸ˜‹. Wir blieben dann auch gleich fĂŒr zwei NĂ€chte in dieser malerischen Gegend, denn hey! drink OR drive 😇

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Indian Summer Idylle in den Winelands, Western Cape

Anschliessend ging es weiter Richtung Garden Route mit einem – meiner Meinung nach – obligaten Abstecher in die Kleine Karoo zur Straussen-und Meerkat-Metropole Oudtshoorn.

Oudtshoorn

In die wundervolle Landschaft der Kleinen Karoo hatte ich mich bereits bei meinem letzten Roadtrip vor elf Jahren verliebt. Und auch dieses Mal konnte ich mich gar nicht richtig sattsehen an dieser malerischen Szenerie.

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Liebliche HĂŒgellandschaft und tolle Farben – ich mag sie, die kleine Karoo

Der Besuch einer Straussenfarm ist lehrreich und amĂŒsant zugleich.

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Follow me, please! 😉

Ebenfalls empfehlenswert in Oudtshoorn ist eine Meerkat Safari zu frĂŒher Morgenstunde.

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Jööö-Effekt garantiert: Meerkats (ErdmĂ€nnchen) sind sĂŒsse Zeitgenossen.

Safari im Addo Elephant Park

ZurĂŒck am Indischen Ozean haben uns die stĂŒrmischen Wetterbedingungen schliesslich dazu bewogen, die KĂŒste nach der Garden Route bei Port Elizabeth zu verlassen und uns landeinwĂ€rts zu bewegen. Der Addo Elephant Park bot sich da geradezu perfekt als nĂ€chstes Etappenziel an.
Ich möchte euch an dieser Stelle ein paar rELEFANTe Impressionen nicht vorenthalten:

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Rechtsvortritt interessiert auf einer Safari keinen so richtig.
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Auch die drolligen Warzenscheine wissen sich in Szene zu rĂŒcken 😉
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Immer sonntags wird gebadet.
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Auf dem Weg ins MuKi-Turnen.

Lesotho

Die Reise fĂŒhrte uns weiter nordwĂ€rts und schliesslich ins Königreich Lesotho. Lesotho (ĂŒbrigens Lisutu ausgesprochen) wird nicht vergeblich „The Kingdom in the Sky“ genannt. Der im NavigationsgerĂ€t integrierte Höhenmesser hatte jedenfalls allerhand zu tun und zeigte Höhen zwischen 1500 und 3200 Metern ĂŒber Meer an – eine Amplitude, die mehrmals pro Tag rauf und runter gespielt wurde. In Lesotho war daher insbesondere unsere Kurvenfahrtechnik gefragt (Notiz an mich: uuuunbedingt einen Artikel zu Lesotho tippsen!)

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Das höchste Restaurant Afrikas befindet sich auf 3200 MĂŒM
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Geduldigt schlÀngelten wir uns durch die irrsinnig imposante Berglandschaft Lesothos

Man weiss in Lesotho nie so genau, was einem hinter der nĂ€chsten Kurve erwartet. Ein Schlagloch vielleicht? Oder ein StĂŒck Fels mitten auf der Strasse? Oder eine von hunderten Schaf- oder Ziegenherden? Oder….

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Edelmann trifft Eselmann 😂

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Einfach schön…

UrsprĂŒnglich hatten wir geplant, Lesotho im SĂŒden via den Sanipass zu verlassen. Der Sanipass wird in unseren ReisefĂŒhrern als steil und sehr kurvenreich beschrieben. Im Ski-Resort (kein Scherz!) Afriski, der letzten Übernachtungsstation vor dem Sanipass, erfuhren wir von ortskundigen Menschen, dass der Sani keineswegs steiler und kurvenreicher sei als all die anderen PĂ€sse Lesothos, die wir ja bereits hinter uns hatten. Ausserdem sei die Strasse bis zur Passhöhe geteert und in sehr gutem Zustand. Einzig der Weg talwĂ€rts sei etwas kniffliger, weil sich zu beachtlichem GefĂ€lle und Kurvenreichtum ein weiterer KomplexitĂ€tsfaktor dazugeselle: ein neuer Strassenbelag, bzw. eben kein Belag. Schotter. Wir sollten einfach den ersten Gang einlegen und uns mit viel Geduld Kurve um Kurve hinunterschlĂ€ngeln, dann sei auch das easy, meinten die Jungs.
Im Vorfeld hörten und lasen wir unterschiedliche Meinungen ĂŒber den Zustand des Sanipass. Etwas Restbammel in der Magengegend liess sich daher trotz der praxisorientierten Insider-Tipps nicht abstreiten.
Wir interpretierten es schliesslich als einen Wink des Schicksals, als es just am nĂ€chsten Morgen zu regnen begann und die Wetteraussichten weiter sĂŒdlich keine Besserung versprachen. Wir entschieden uns daher, das lieblich-bizarre Lesotho statt ĂŒber den verregneten Sanipass im sonnigen Nordosten zu verlassen und damit neu auch den nördlichen Teil der Drakensberge auf unserer Reise anzusteuern.

Wanderparadies Drakensberge

Mit den Drakensberge wartete ein tolles Wander-Mekka auf uns. Hier machte der Roadtrip erst mal Pause und es ging zu Fuss weiter.

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In den malerischen Drakensberge ging es erst einmal zu Fuss weiter 😉

Safari durch den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark

Nach ein paar prĂ€chtigen Wandertagen in den Drakensberge hiess es schliesslich weiterzuziehen. Nina und ich steckten also einmal mehr unsere Köpfe ĂŒber der Strassenkarte und den ReisefĂŒhrern zusammen und hielten Ausschau nach der nĂ€chsten Übernachtungsstation. Bald fiel uns der Hluhluwe-iMfolozi Park im KwaZulu-Natal auf. Kurzerhand spreizte ich meine Finger auf der Karte um die Distanz zu messen. „Keine 300 km, das schaffen wir locker!“, resĂŒmierte ich salopp. Also riefen wir zwecks Reservation (in Nationalparks empfiehlt es sich, UnterkĂŒnfte vorab zu reservieren) im Hilltop-Camp an. Als ich erwĂ€hnte, dass wir von Giants Castle anreisen wĂŒrden, zögerte die sympathische Stimme am anderen Ende der Leitung kurz, um mich dann freundlich darauf hinzuweisen, dass die Rezeption um 18.00 Uhr schliesse. „No problem!“, quietschte ich und fĂŒgte hinzu, dass wir voraussichtlich bereits am frĂŒhen Nachmittag  eintreffen wĂŒrden.
Als wir am nĂ€chsten Vormittag gemĂŒtlich unseren Guschti startklar machten und unser Navi programmierten, staunten wir nicht schlecht, als dieses die zurĂŒckzulegende Distanz nicht etwa auf knapp 300, sondern auf fast 500 Kilometer und sechs Stunden reine Fahrzeit errechnete. Mathe war ĂŒbrigens noch nie meine StĂ€rke, herrje! 🙄
Und als ob uns dieser Lapsus nicht schon genug Action eingebracht hĂ€tte, hatte auch unser Navi noch einen Aussetzer an dem Tag und lotste uns auf den letzten zehn Kilometern – nachdem wir bereits 470 km in den RĂ€dern hatten, wohlverstanden – auf eine ĂŒĂŒĂŒĂŒble Offroad-Piste. Absolut unnötig, wie sich am nĂ€chsten Tag herausstellte, denn die geteerte Hauptstrasse hĂ€tte uns direkt ans Camp gefĂŒhrt. Wie dem auch sei: in diesem Tag steckte nun wirklich der Wurm drin. Wir erreichten die Rezeption des Hilltop-Camps schliesslich gerade mal ein halbes StĂŒndchen vor Schliessung – das war knapp! 😜

Der Hluhluwe (ausgesprochen: Schluschlue) wird als „kleiner Bruder“ des KrĂŒger Nationalparks gehandelt und besticht insbesondere durch seinen stolzen Bestand an Nashörnern. Das traf sich gut, denn das Nashorn fehlte bisher noch in unserer Big-Five-Sammlung.

Übrigens: Wie nennt man ein rennendes Nashorn?

Nasigorenn 😂

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Die Chancen, Nashörner zu sehen stehen gut im Hluhluwe-Nationalpark.

Doch auch andere typische Safari-Protagonisten trifft man in diesem hĂŒgeligen Park an.

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Wohin des Weges?

Und manchmal lohnt sich sogar der Blick zurĂŒck.

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Manchmal lohnt sich ein Blick zurĂŒck.
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Ihr seht die Giraffen doch auch, oder? 😊 Walking-Safari im Hluhluwe

Swasiland

Nach einem kurzen Abstecher nach St. Lucia nahmen wir schliesslich Kurs auf Swasiland, einem weiteren kleinen Königreich im sĂŒdlichen Afrika. Im Gegensatz zum wilden, wenig erschlossenen Lesotho sticht Swasiland durch eine gewisse Eleganz hervor.

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Switzerland  🇹🇭 meets Swaziland 🇾🇿

Der König von Swasiland, Mswati III, feierte Mitte April seinen fĂŒnfzigsten Geburtstag. Alle paar Meter machen Plakate am Strassenrand auf dieses spezielle Ereignis aufmerksam.  Gerne hĂ€tten auch Nina und ich dem König persönlich unsere GlĂŒckwĂŒnsche ĂŒberbracht, doch am Tor zur königlichen Residenz war leider Endstation fĂŒr uns.

Dann eben doch Plan B: 💋 🐾 👑

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AnlĂ€sslich des fĂŒnfzigsten Geburtstags von König Mswati III sind die Strassen mit Plakaten des Königs  geschmĂŒckt.

Safari durch den KrĂŒger Nationalpark

Ein Katzensprung nach Swasiland erreicht man bereits das SĂŒdtor, das Malelane Gate,  des legendĂ€ren KrĂŒger Nationalparks. In vier wundervollen Tagen arbeiteten wir uns von Camp zu Camp durch. Die meisten Camps bieten einen einzigartigen Ausblick auf entweder ein Wasserloch, einen Fluss oder die Steppe. Es lohnt sich daher, einige von ihnen anzusteuern und einen Besuch abzustatten.
NatĂŒrlich kriegt man auch wĂ€hrend den Fahrten zwischen den Camps einiges vor die Linse – seht selbst:

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Auf Safari gilt es sÀmtliche Perspektiven im Blick zu haben.
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Giraffe beim Überqueren der Strasse.
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Guschti hĂ€lt sich tapfer…
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So lĂ€sst man sich ja gerne aufhalten, gell Guschti?! 😊
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Dekorativ: der Baobab Tree
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Impalas gibt es im KrĂŒger Nationalpark wie Sand am Meer.
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Der Ausblick von der Terrasse des Olifants Camps ist gigantisch. Hier beobachten wir gerade Happy Hippos beim Plantschen und „sĂŒnnelen“.
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Wie ich schon sagte: bei Zebrastreifen hÀlt man an.
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GĂ€nsemarsch… đŸ€”Â einfach ohne GĂ€nse 😉 (Blick von Terrasse des Olifants Camps)
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Egal, was war und egal, was noch kommt, DIESER kostbare Moment bei den sitzenden(!) Giraffen hat einen Top-Platz in meiner Safari-Bilanz auf sicher! 😍

Blyde River Canyon

Wir verliessen den KrĂŒger Nationalpark beim Phalaborwa Gate. Nur wenige Kilometer danach wartete bereits ein weiteres Highlight auf uns: der Blyde River Canyon mit seinen spektakulĂ€ren Viewpoints.

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Atemberaubend schön: die Aussicht auf den Blyde River Canyon

Der Blyde River Canyon sei, so hiess es, mit seinen 26 Kilometern LĂ€nge und bis zu 800 Metern Tiefe nach dem Grand Canyon in den USA (450 km) und dem Fish River Canyon in Namibia (160 km) der drittgrösste Canyon der Welt. Den Fish River Canyon bestaunten wir ein paar Wochen spĂ€ter ebenfalls noch. Mehr dazu dann weiter unten oder eben: spĂ€ter 😉

Pretoria

Pretoria ist die Hauptstadt SĂŒdafrikas, insofern ist es berechtigt, der Stadt auf der Durchreise einen Besuch abzustatten. Ich hatte Pretoria als gigantische «Milka Lila Kuh» in Erinnerung. Bei meiner letzten SĂŒdafrika-Reise vor elf Jahren war nĂ€mlich die Jacaranda-BlĂŒhte in voller Pracht. Die Strassen von Pretoria sind voll mit diesen BĂ€umen, entsprechend dominant hatte sich der violette BlĂŒtenschimmer, der sich wie eine Dunsthaube ĂŒber die Stadt legte in mein GedĂ€chtnis gebrannt.
Dieses Mal blĂŒhten die BĂ€ume nicht und auch sonst gibt die Stadt nicht wahnsinnig viel her. Dennoch erlebten wir hier eine Anekdote, die durchaus einen Platz in diesem Roadtrip-Bericht verdient hat.
Wir steuerten mit Guschti direkt den Church Square, das HerzstĂŒck Pretorias an. Schon von weitem winkten uns junge MĂ€nner heran und zeigten uns freie ParkplĂ€tze. Das war an sich nichts Neues, wir waren uns das bereits aus anderen sĂŒdafrikanischen Ortschaften gewohnt. NatĂŒrlich fielen uns die Bus-Schilder auf den Parkfeldern auf und so erkundigten wir uns, ob das Parkieren von normalen Autos (womit ich nicht behaupten möchte, dass Guschti ein normales Auto gewesen wĂ€re…) denn ĂŒberhaupt gestattet sei. Klar, hiess es. Und weil ein halbes Dutzend anderer Fahrzeuge bereits auf dem Platz parkiert waren, hinterfragten wir diese Aussage nicht weiter, bezahlten ohne Widerrede die verlangte GebĂŒhr, schnappten unsere RucksĂ€cke und suchten die Touristeninformation auf.
Nachdem uns Gloria, die nette Tante dort mit einem Stadtplan und einigen zusĂ€tzlichen Informationen zu Pretoria eingedeckt hatte, fragten wir sie eher beilĂ€ufig, ob der Parkplatz, auf dem wir unseren Guschti parkiert hatten, fĂŒr die nĂ€chsten paar Stunden denn auch wirklich sicher sei. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: Um Himmels Willen NEIN, das sei er definitiv nicht. Es sei ein ausdrĂŒcklicher Busparkplatz und PWs wĂŒrden hier regelmĂ€ssig abgeschleppt. Die Jungs, die dort die Autos herbeiwinkten und fleissig Aufpassgeld kassierten, seien dann natĂŒrlich ĂŒber alle Berge.  Nur sehr umstĂ€ndlich und verbunden mit einer saftigen Busse bekĂ€me man sein Auto dann irgendwann irgendwo wieder zurĂŒck. Gloria legte uns daher dringend ans Herz, unser Auto umgehend umzuparkieren und bot uns dafĂŒr ein Parkfeld direkt vor dem GebĂ€ude der Touristeninfo an. Dies sei allerdings kein öffentlicher, sondern ein Beamten-Parkplatz, aber sie werde fĂŒr uns ein gutes Wort beim Security-Guy einlegen. Das klang nach einem tollen Plan und wir folgten Gloria auf die Strasse hinaus. Auf dem Weg aus dem Haus trafen wir auf Glorias Office-Kollegen. Grinsend berichtet uns dieser beim Vorbeigehen, dass „die“ gerade mal wieder dabei seien, Autos von dĂ€mlichen Touristen abzuschleppen. Gloria erhöhte daraufhin ihr Schritttempo markant und steuerte schnurstracks zu unserem Parkplatz, der genau genommen gar keiner war, wie inzwischen sogar wir kapiert hatten. Unser Guschti wĂ€re tatsĂ€chlich als nĂ€chstes an der Reihe gewesenÂ đŸ˜±
Dann ging alles blitzschnell. Gloria schwang ihr massiv ĂŒbergewichtiges Hinterteil auf den Beifahrersitz und lotste uns galant um die Blocks zum Beamten-Parkplatz. Begeistert war der Security-Mann ob dem Überfall zwar nicht, aber wirklich etwas dagegen einzuwenden hatte er am Ende auch nicht mehr und ein kleiner Zustupf von doofen aber extrem dankbaren Touristen ist letztlich leicht verdientes Geld.
Das Schicksal meinte es an diesem Tag verdammt gut mit uns. DANKE, GLORIA! 🙏

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Beeindruckend: die 9 Meter hohe und 3.5 Tonnen schwere Nelson-Mandela-Statue vor den Union Buildings in Pretoria
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Schild am linken Fuss der Nelson-Mandela-Statue.

Kimberly

Nach Pretoria folgten unglaublich lange Distanzen durchs Nichts – da muss man einfach durch 😜

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Gigantische Distanzen: nach 308 km links abbiegen, dann 1 km bis zum Ziel 😜

Als willkommene Oase sticht die Diamantenstadt Kimberly hervor. Sie gleicht einem WesternstĂ€dtchen und die Zeit, die wir dort verbrachten, war kurzweilig und amĂŒsant.

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Das WesternstĂ€dtchen Kimberly: ein herrlich lebhaftes Nest mitten in der WĂŒste.

 

Nach Kimberly nahmen wir Kurs Richtung Nordwesten und nĂ€herten uns in zwei weiteren nicht enden wollenden Tagesetappen durch die WĂŒste langsam aber sicher der namibischen Grenze.

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Countdown to Namibia. Typisches Landschaftsbild wÀhrend stundenlanger Fahrt.

Fish River Canyon

Wir waren gespannt, inwiefern der Fish River Canyon den Blyde River Canyon noch ĂŒbertrumpfen konnte. War das denn ĂŒberhaupt möglich? Ich meine, was soll denn bitteschön noch grösser, noch spektakulĂ€rer sein?
Die Anfahrt nach Hobas, dem Camp am nördlichen Ende des Canyons fĂŒhrte uns stuuuundenlang durch eine karge, platte Landschaft. Nichts deutete auch nur ansatzweise darauf hin, dass sich hier demnĂ€chst eine gigantische Schlucht auftun könnte. Auch auf dem Camp selbst gab es – mal abgesehen von Wegweisern – keine rein aus der Landschaft erkennbaren Hinweise dafĂŒr.

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Anfahrt zum Fish River Canyon. Wo ist er denn bloss?

Der Haupt-Viewpoint des Fish-River-Canyons befindet sich ca. 20 km vom Hobas-Camp entfernt. NatĂŒrlich fuhren wir da gleich nach der Registration hin. Schliesslich wollten wir endlich wissen, wo sich dieser merkwĂŒrdige Canyon denn nun versteckt hatte.

Und dann steht man endlich auf der Aussichtsplattform, kriegt Mund und Augen nicht mehr zu und gerade mal ein zartes „Boah, ey!“ ĂŒber die Lippen.

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Ganz schön WOW… also der Canyon, meine ich 🙂

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Wer mag, kann in fĂŒnf Tagen zu Fuss durch die knapp 90 km lange Schlucht Ă€chzen. Aber wir hatten ja unseren Guschti und holperten auf einer guten Staubpiste durch die sagenhaft schöne Szenerie runter zum Spa-Resort Ai-Ais am sĂŒdlichen Ende des Fish River Canyon, wo wir ein paar entspannte sommerliche Wintertage genossen. Hatte ich schon erwĂ€hnt, dass inzwischen der Winter eingekehrt war im sĂŒdlichen Afrika?

Zusatzschlaufe in die Karoo

Zehn Tage bevor uns der Flieger zurĂŒck in die Schweiz brachte, berieten wir, was wir mit dem verbleibenden, grosszĂŒgigen Zeitfenster anstellen sollten. Wir entschieden schliesslich, unseren Roadtrip noch um eine Zusatzschlaufe in die Karoo zu bereichern. Insbesondere die Fahrt auf einer Schotterpiste ĂŒber den spektakulĂ€ren Swartbergpass, wird mir persönlich noch ein ganzes Weilchen in Erinnerung bleiben.

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Die Fahrt ĂŒber den Swartbergpass ist spektakulĂ€r

Cape Agulhas

Als krönenden Abschluss unserer abenteuerlichen Reise durch das sĂŒdliche Afrika brausten wir noch ganz runter ans Cape Agulhas, dem sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Dort, wo einem der Wind mit voller Kraft um die Ohren donnert und das Wetter im Viertelstundentakt Ă€ndert. Dort, wo der wilde Atlantik den lieblichen Indischen Ozean knutscht. Dort, wo man am liebsten die ganze Welt umarmen möchte, vor lauter Dankbarkeit und Ehrfurcht.
Es ist ein guter Ort, um einer tollen Zeit in einem wundervollen Land „Adieu“ zu sagen!

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Nach elf Jahren stehe ich erneut am sĂŒdlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Ein irrsinniges GefĂŒhl ❀

Übrigens: Das waren meine 5 Lieblings-Accessoires auf dem Afrika-Trip

 

Nicht HĂ€nsel, nicht Gretel, sondern Doedel verirrte sich im Wald…

Es war ein wundervoller Tag im KrĂŒger Nationalpark. Wir hatten GlĂŒck und konnten uns tags zuvor gerade noch den allerletzten Platz in Skukuza, dem grössten Camp im Park, sichern. Das riesige Areal mit seiner grosszĂŒgigen Infrastruktur inmitten des Nationalparks hat viele Vorteile, Orientierungsbanausen wie mich stellt es aber auf eine harte Probe, wie ich am eigenen Leib erfahren sollte. Aber alles der Reihe nach.

Wir erreichten das Camp am spĂ€ten Nachmittag und platzierten Guschti, unseren Camper, auf einem der wenigen noch nicht besetzten Quadratmetern. Es gab hier keine klar definierten, nummerierten PlĂ€tze, ergo gab es kein Richtig oder Falsch, wie man sein Vehikel parkte. Alles schien hier herrlich unkompliziert zu sein, das gefiel uns. Das reichlich chaotisch anmutende, emsige Treiben auf dem Campingplatz erinnerte mich an mein Wimmelbuch, mit dem ich mich in den frĂŒhen Jahren meiner Kindheit stundenlang verweilen konnte, weil es auf jeder einzelnen Seite so vieles zu entdecken gab. Mitten in dieser Wimmelbuch-Szenerie im legendĂ€ren KrĂŒger Nationalpark klappten wir schliesslich unsere Dachzelte auf.

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Symbolbild. Das Bild stammt nicht aus dem besagten Skukuza-Camp im KrĂŒger Nationalpark. Man stelle sich bitte mehr – deutlich mehr(!) – Betrieb drumherum vor… 😉

Neben uns hatte sich eine alleinreisende junge Frau mit ihrem Opel Corsa und einem Minizelt eingerichtet. Wie um alles in der Welt kann man sich den KrĂŒger-Nationalpark mit Corsa und Minizelt antun? fragte ich mich insgeheim, hielt aber beim kurzen BegrĂŒssungs-Smalltalk diplomatisch die Klappe. Es ging mich nichts an. Punkt.
Dass mir genau dieser Corsa und genau dieses Minizelt am gleichen Abend noch den Kragen retten wĂŒrden, ahnte ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht.

Der Safari-Tag war heiss und staubig. Nun hiess es erst mal ab unter die Dusche. Die sanitĂ€ren Einrichtungen befanden sich ein gutes StĂŒck von unserem Stellplatz entfernt. Meine Freundin und ich schnappten also Bade-Ente & Co. und machten uns auf den Weg einmal quer durch den Campingplatz zum Dusch-Block. Nina war wie immer ruckzuck fertig mit ihrer Toilette und rief mir ein „ich gehe schon mal vor und bereite den ApĂ©ro zu“ durch die lottrige TĂŒre meiner Duschkabine zu. „Alles klar, bis gleich“, rief ich.

Als ich vielleicht zehn Minuten nach meiner Freundin den Dusch-Block verliess, stellte ich fest, dass bereits die Nacht ĂŒber Skukuza hereingebrochen war. Aufgrund der geringen Entfernung zum Äquator bricht die Dunkelheit im sĂŒdlichen Afrika wesentlich rascher herein, als wir EuropĂ€er es uns von unseren Breitengraden gewohnt sind. Keine halbe Stunde dauert hier nĂ€mlich die DĂ€mmerung. Ich hĂ€tte es so langsam aber sicher wirklich wissen mĂŒssen, doch diese Tatsache verblĂŒffte mich wĂ€hrend der ganzen Reise tĂ€glich aufs Neue. Langer Rede, kurzer Sinn, Fakt ist, dass es zum Zeitpunkt als wir unseren Guschti verlassen hatten und zu den wohltuenden Duschen aufgebrochen waren, noch hell war und jetzt war es dunkel. Stockdunkel.
An jeder Ecke brannten nun kleine oder grössere Lagerfeuer. Sie verliehen dem Camp einen komplett neuen Touch. Beim Hinweg war ich einfach neben Nina hergetrottelt. Klar hatte ich mir einige mir relevant erscheinenden Punkte an Weggabelungen zu merken versucht. Doch all diese BemĂŒhungen bei Tageslicht waren nun bei Nacht fĂŒr die Katze!
Wie ein ausgesetzter Dackel irrte ich in der Folge durch das Stellplatz-Labyrinth. Ohne Erfolg. Im Gegenteil. Je lĂ€nger ich herumirrte, desto mehr verblassten selbst die letzten Anhaltspunkte in meiner Erinnerung, desto mehr verwirrten mich all die Lichter, die da vorhin noch nicht waren, desto mehr Ă€rgerte ich mich ĂŒber meinen wirklichwirklichwirklich schlechten Orientierungssinn.
WĂ€ren die StellplĂ€tze wenigstens nummeriert gewesen, dann hĂ€tte ich mich durchfragen können.  Und hĂ€tte ich mein Telefon dabei gehabt, hĂ€tte ich Nina anrufen und um Hilfe bitten können. WĂ€re. HĂ€tte. WĂŒrde. Herrje!

Als ich zum wiederholten Mal an der einen Kreuzung vorbeikam, hielt mich das Ă€ltere Ehepaar von der Eck-Parzelle auf. Ob ich etwas Bestimmtes suchen wĂŒrde, wollten sie wissen. „Ja, allerdings“, erwiderte ich höflich und mit verzweifeltem Unterton in der Stimme, „meinen Camper. Ich suche meinen Camper. Er muss hier irgendwo sein.“ Die Situation war mir peinlich, keine Frage. Ich hĂ€tte auf der Stelle im staubigen Erdboden versinken können.
Was fĂŒr ein Camper es denn genau sei, erkundigte sich der sympathische Herr.
„Ein weisser Toyota Hilux“, erwiderte ich, wohlwissend, dass uns diese Information keinen Deut weiterbringen wĂŒrde. Immerhin waren gefĂŒhlt 90% der Autos auf dem Skukuza-Camp weisse Toyota Hilux.
Nach einer Weile stiess ein weiterer PensionÀr zu uns und blickte fragend in unsere aufgebracht gestikulierende Gruppe.
„Das Girl hier hat sich verirrt und findet nicht mehr zu ihrem Camper zurĂŒck!“, brachte die Ă€ltere Dame das Dilemma fadengerade auf den Punkt.
„Oh dear“, murmelte der Neu-Ankömmling voller Anteilnahme. Er musterte mich von Kopf bis Fuss und fĂŒgte dann stirnrunzelnd hinzu:“Dich kenne ich doch? Du bist doch die grosse Lady mit dem winzigen Zelt? Ich frage mich die ganze Zeit, wie du da bloss reinpasst?!“
„NEIN!“, schrie ich. Der Schrei war eine Mischung aus EntrĂŒstung, dass man mir einen solchen Reisestil ĂŒberhaupt zutrauen konnte und aus Erleichterung ob dem Hoffnungsschimmer der sich aus der WortĂ€usserung sofort in mir entzĂŒndete. „Aber die Lady mit dem kleinen Zelt ist meine Nachbarin“, fĂŒgte ich sofort hinzu und erklĂ€rte, dass ich von dem winzigen Zelt aus meinen eigenen Camper rasch finden wĂŒrde.
„Alles klar, Darling, dann bringe ich dich jetzt nach Hause“, schmunzelte der Opa, zwinkerte dem Ehepaar keck zu und bot mir seinen Arm an, damit ich mich ihm unterhaken konnte.

Nina wartete wie abgemacht mit dem ApĂ©ro auf mich. Und sie tat dies mittlerweile seit einer geschlagenen Stunde. Sie staunte nicht schlecht, als ich in charmanter, mĂ€nnlicher Begleitung um die Ecke bog 🙂

Übrigens: Leser, die diese Geschichte gelesen haben, haben auch den Artikel Roadtrip durch das sĂŒdliche Afrika gelesen 😉

Best of Botswana: Okavangodelta und Chobe Nationalpark

Nach dem wir am ersten Tag unserer Afrika-Reise die grandiosen VictoriafĂ€lle erkundet hatten (mehr dazu hier), ging es direkt zum Vorabend-Briefing fĂŒr die 9-tĂ€gige Intrepid-Tour „Botswana Highlights“, in der wir uns bereits von der Schweiz aus zwei PlĂ€tze gesichert hatten. An dem Briefing lernten wir die weiteren Tour-Teilnehmer kennen: ein Ehepaar aus Australien, eines aus Neuseeland und nebst uns beiden Schweizer-MĂ€dels ein weiterer Schweizer, ein Walliser, um genau zu sein (und das Wallis gehört ja strenggenommen auch zur Schweiz – Ă€xgĂŒsi 😜). Der Tourguide und der Chauffeur, beides simbabwische Staatsangehörige, brachten in jeglicher Hinsicht und auf wundervoll herzliche Art und Weise Farbe in unsere Gruppe.

Am nÀchsten Morgen ging es los. In unserem Tourbus verliessen wir das StÀdtchen Victoria Falls in Simbabwe und bald schon erreichten wir bei Kasane die Grenze zu Botswana.

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Unser Tourbus – ein tapferes Kerlchen 😉

Die Tour im Überblick

Unsere Rundreise startete in Victoria Falls (Simbabwe) und fĂŒhrte uns via Okavangodelta (Botswana) und dem Caprivi-Strip (Namibia) schliesslich in den wundervollen Chobe-Nationalpark (Botswana).

Elephant Sands

Botswana verfĂŒgt ĂŒber die grösste Elefantenpopulation der Erde. Über 130’000 DickhĂ€uter soll es hier geben. Unser Erwartungsrucksack an unser erstes Lager auf der Tour namens „Elephant Sands“ war somit entsprechend vollgepackt. Das Camp war denn auch tatsĂ€chlich zum Verlieben. In der Mitte des Areals befand sich ein Wasserloch. Auf der einen Seite des Ufers waren die wirklich sĂŒssen Bungalows verteilt. Auf der anderen Seite gab es ein nettes Restaurant und eine grosse Feuerstelle. Alles schien geradezu perfekt fĂŒr einen wildromantischen und hoch rELEFANTEN Abend in passender Lagerfeuer-Idylle angerichtet zu sein.

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My Home is my Castle. Die Bungalows waren sehr charmant und mit Schutzzonen vor Elefanten (auf dem Bild in Form von spitzen Steinen hinter dem Haus zu erkennen) abgesichert.
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Die Einrichtung war sehr einfach in einem sympathischen Safari-Style gehalten. Als Badezimmerwand diente eine schlichte Strohmatte, die lediglich als Sichtschutz diente. Weniger ist manchmal mehr.
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Die authentischen Safari-Bungalows waren um das Wasserloch angeordnet.

Leider streikten die Elefanten an dem Abend am Wasserloch, sodass wir Elephant Sands am nĂ€chsten Morgen ohne dickhĂ€utige Abenteuer wieder verliessen. Unter dem Strich kommt man in Botswana aber dennoch auf seine Elefanten-Kosten. TatsĂ€chlich querte  beispielsweise keine fĂŒnfzig Meter nachdem wir den Grenzposten nach Botswana passiert hatten, ein DickhĂ€uter die Landstrasse.

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Okavangodelta

Unsere Rundreise fĂŒhrte uns weiter nach Maun, der etwas charakterlosen Quasi-Hauptstadt des Okavangodeltas, und von dort weiter zur Guma Lagoon am sogenannten  Pfannenstiel der riesigen Salzpfanne. Die Strasse zwischen Maun und Guma ist auf hunderten von Kilometern in bedenklichem Zustand. Unser Chauffeur wich den grösseren Löchern im Strassenbelag so gut es eben ging aus, trotzdem wirbelte es uns auf unseren SitzbĂ€nken im hinteren Teil des Vehikels fast schon nach Belieben auf und ab und hin und her.
Endlich erreichten wir die Verladestation fĂŒr unser nĂ€chstes Camp. Hier liessen wir unseren Tourbus sowie unsere Taschen auf einem bewachten Parkplatz zurĂŒck und bestiegen mit unseren TagesrucksĂ€cken einen 4×4 Truck. Eine abenteuerliche halbstĂŒndige Fahrt brachte uns zur Guma Lagoon mitten im Delta, wo wir die nĂ€chsten zwei NĂ€chte verbrachten.

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Die Fahrt in unser Camp an der Guma Lagoon war nur per 4×4 zu bewĂ€ltigen. Wir liessen unseren Tourbus (im Hintergrund) auf einem bewachten Parkplatz zurĂŒck und liessen uns im Offroad-Truck (Vordergrund) zum Camp chauffieren.
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Der Weg zum Camp fĂŒhrte durch sumpfiges GelĂ€nde…
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Phasenweise galt es auch dicke Sandpisten zu bewĂ€ltigen. FĂŒr den Offroad-Truck ein Klacks 😉
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Endlich erreichten wir unser Camp mitten im Dschungel. Die Zelt-Chalets waren ĂŒberraschend konfortabel eingerichtet.

Seit wir in Victoria Fall gestartet waren, war das hauptsĂ€chliche Thema des neuseelĂ€ndischen PÀÀrchens, endlich ihre Kleider waschen zu können. Die beiden waren bereits einige Zeit unterwegs und von einer Tour durch den KrĂŒger-Nationalpark in SĂŒdafrika nahtlos in diese Botswana-Tour gestartet. Bisher bot sich den beiden jedoch nirgends Gelegenheit zum Waschen. Entweder aus zeitlichen GrĂŒnden oder aber mangels entsprechender Infrastrukur. Im Guma Lagoon Bush-Camp mitten im Okavangodelta hatten wir mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht mit einem professionellen WĂ€scheservice. Als die Camp-Vorsteherin bei der BegrĂŒssung im Rahmen ihrer allgemeinen Instruktionen rund um das Camp insbesondere ihren komfortablen Laundry-Service hervorhob, entglitten den NeuseelĂ€ndern sichtlich die GesichtszĂŒge. Ausgerechnet jetzt, wo wir nur gerade unsere TagesrucksĂ€cke und diejenigen KleidungsstĂŒcke dabei hatten, die wir auf uns trugen, ausgerechnet jetzt bestand endlich die Möglichkeit zum Waschen. FĂŒr alle Nicht-NeuseelĂ€nder auf der Tour war das ein wahrhaftiger Schenkelklopf-Moment 😂 und selbstverstĂ€ndlich wurde die Geschichte zum Runnig-Joke unserer restlichen Tour.

Am nĂ€chsten Tag erwartete uns ein wundervoller Tag in einer klitzekleinen Ecke des einzigartigen Okavangodeltas. Das ĂŒber 20’000 Quadratkilometer grosse Delta ist eines der grössten Feuchtgebiete des afrikanischen Kontinents und markiert das Ende des Okavango Rivers, der 1700 Kilometer weiter nördlich in den Bergen Angolas entspringt. Anstatt wie andere FlĂŒsse seines Kalibers sich zu einem der grossen Ozeane durchzuschlĂ€ngeln, hat sich der Okavango die Kalahari als Endstation ausgesucht, was fĂŒr ein Rebell. Das Wasser, das hier nicht einfach in der WĂŒste versickert oder verdunstet, wird dankbar von Flora und Fauna aufgenommen.
Die Regenzeit ist zum Zeitpunkt unserer Tour Mitte April gerade vorbei und das Delta wird sich nun in den nĂ€chsten Wochen und Monaten zunehmends fĂŒllen, bis es irgendwann zwischen Juni und August seinen Höchststand erreichen wird – just dann, wenn es im Umkreis von hunderten von Kilometern aufgrund der Trockenzeit sonst kein Wasser geben wird. Das Delta wird dann zum Schlaraffenland und zieht Wildtiere aus Nah und Fern an – was fĂŒr eine wundervolle Erfindung von Mutter Natur.
Per Mokoro, ein der geringen Wassertiefe angepasstes typisches Fortbewegungsmittel im Okavangodelta, liessen wir uns durch die von Papyrus und Seerosen gesÀumten KanÀle des Deltas schippern. Erinnerungen an den wundervollen Tag vor wenigen Monaten auf dem Inle-See in Myanmar wurden wach (mehr dazu im Artikel Myanmar: Bike-Reise durch das Land des LÀchelns. Und der Flip-Flops).

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Die KanÀle des Okavangodeltas sind von Papyrus und Seerosen gesÀumt. Ein wundervoller Anblick!
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Galant werden wir per Mokoro durch die KanÀle geschippert.
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In meinem Mokoro bin ich KapitĂ€n…
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Treue Begleiter wÀhrend des ganzen Tages waren unzÀhlige bunte Vögel. Hier ein Kingfisher.

Einige Kolleginnen und Kollegen unserer Gruppe hatten sich bereits tags zuvor aus der Vogelperspektive von der gigantischen Dimension des Deltas beeindrucken lassen. In Maun bestand nĂ€mlich die Möglichkeit einen Scenic-Flight ĂŒber das Delta zu buchen. Ich persönlich mag es, sicheren Boden unter den FĂŒssen zu wissen und verzichtete daher auf dieses Extra-Abenteuer.

Caprivi-Strip

Nachdem wir nach zwei Tagen im Okavangodelta per 4×4-Truck unseren regulĂ€ren Tourbus (und die neuseelĂ€ndische StinkwĂ€sche 😜) wieder erreicht hatten, fĂŒhrte uns die Reise weiter an den GrenzĂŒbergang zu Namibia. Auf der Bike-Safari durch Namibia lernte ich Nina, meine Freundin und Begleiterin des aktuellen Trips kennen. FĂŒr uns beide war die Einreise nach Namibia somit eine Art RĂŒckkehr zu den Wurzeln unserer Freundschaft und daher ein besonderer Moment. Der Abstecher nach Namibia war zwar nur eine Stippvisite, doch er fĂŒhrte uns in genau jene Region, die wir damals auf der Bike-Safari ausgelassen hatten: den Caprivi-Zipfel.
Caprivi bezeichnet den knapp 100 Kilometer schmalen und 500 Kilometer langen Landstreifen im Nordosten Namibias, der wie eine KĂ€sescheibe im Double-Cheeseburger zwischen den LĂ€ndern Botswana und Angola klebt. Auf der Landkarte könnte man ihn locker ĂŒbersehen. Wir ĂŒbersahen ihn nicht und genossen seinen einzigartigen Touch.
Wir logierten in einem tollen Chalet direkt am Ufer des Okavango mit Blick auf die Popa Falls und einzelne Krokodile, die sich chillig flussabwĂ€rts treiben liessen. Gegen Abend besuchten wir noch ein typisch caprivisches Dorf und erfuhren einiges ĂŒber das Leben in diesem schmalen Landstrich.

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Typische WohnhÀuser im Caprivi-Zipfel.

Eine Oma demonstrierte uns, wie sie eine Mahlzeit fĂŒr ihre Familie zubereitet. Als erstes werden Getreidesamen und NĂŒsse in einem Riesen-Mörser von Hand zermalmt. Nach der Halbzeit am Mörser, nimmt Omchen fĂŒr diesen Arbeitsgang die UnterstĂŒtzung ihres jungen, vor Energie strotzenden Enkels in Anspruch.

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Ein Enkel zermalmt gemĂ€ss Anweisung seiner Grossmutter Getreide und NĂŒsse.

Anschliessend setzt sich Oma auf den Boden und siebt das zermalmte Erzeugnis mehrmals sorgfĂ€ltig und geduldig aus, bis ein wunderbar feinkörniges Mehl in der handgefochtenen SchĂŒssel zurĂŒckbleibt. Beim Betrachten der Arbeitsumgebung, kann das eine oder andere Sandkorn in der fertigen Mahlzeit wohl nicht ganz ausgeschlossen werden (persönliche Mutmassung der Autorin).

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In mehreren DurchgĂ€ngen siebt Oma das zermalmte Getreide, bis ein feinkörniges Mehl ĂŒbrigbleibt. Als ArbeitsflĂ€che dient der Fussboden. Das wird bestimmt eine sehr impoSANDe Mahlzeit 😉

Schliesslich war die Zeit reif, ein kleines Feuer zu entfachen und einen Topf mit etwas Wasser aufzusetzen. Die paar Minuten, bis das Wasser kochte, nutzte Oma, um in einer SchĂŒssel Beeren zu einem Brei zu verarbeiten.

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Im Handumdrehen entfachte Omchen ein Feuer – ohne Streichhölzer, wohlverstanden!

Abschliessend wurden alle Zutaten auf dem Feuer gekocht. Das Ergebnis war eine Art Porridge – eine glibbrige Substanz, die sich mit blossen HĂ€nden  in mundgerechte Happen modellieren liess 😋
Ich fand diesen kleinen Einblick in den primitiven Alltag am Caprivi wahnsinnig spannend.

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Die vorbereiteten Zutaten werden aufgekocht und zu einem leckeren Porridge verkocht.

Chobe Nationalpark

Bereits am nĂ€chsten Tag verliessen wir Namibia wieder und kehrten nach Botswana zurĂŒck. Wenn unsere weitere Reise planmĂ€ssig verlĂ€uft, werden Nina und ich in ein paar Wochen ganz im SĂŒden am Fish River Canyon nochmals etwas Namibia-Luft schnuppern – Daumen drĂŒcken ist natĂŒrlich erlaubt 😉. Zuerst aber galt unsere volle Aufmerksamkeit dem letzten ganz grossen Highlight der Intrepid-Tour, dem Chobe-Nationalpark. Obschon der Park unmittelbar nach der Regenzeit wahnsinnig buschig und daher fĂŒr Tier-Entdeckungen gemĂ€ss Hochglanzprospekt nicht optimal ist, bekamen wir auf unseren zwei Morning-Game-Drives und der chilligen Sundowner Boot-Safari auf dem Chobe River allerhand zu sehen. Hier einige Impressionen.

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WasserbĂŒffel. Einer der Big Five.
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Dieses Foto entstand just in dem Moment, als der kleine. vorwitzige Kollege hier im Vordergrund gerade einen Angriff auf mich ausheckte und ich vor lauter Schreck rĂŒckwĂ€rts auf meinen Allerwertesten plumste und dabei aus Versehen auf den Auslöserknopf der Kamera drĂŒcke
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Eine kleine StÀrkung auf dem Morning Game Drive.
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Auch der Leopard gehört zu den Big Five. Ein wahrer GlĂŒcksfall, ihn zu Gesicht und vor die Linse zu bekommen.
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Das Gebiss der TĂŒpfelhyĂ€ne ist stĂ€rker als das eines Löwen. Nix wie weg da….
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Eine rELEFANTe Strassenquerung
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Eine absolut einzigartige Perspektive auf Natur und Wildlife bietet im Chobe Nationalpark eine Boot-Safari.
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Kudu-Weibchen am Ufer des Chobe River
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Im Chobe River gibt es viele Krokodile
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Sundowner Romantik auf dem Chobe River ❀
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Mystische Morgenstimmung am Chobe River.

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*sing* Springbock, Springbock, oh Springbock my Bonnie to me to meeee….
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Was guckst du? Giraffen sind ĂŒbrigens meine persönlichen Safari-Favoriten 😉
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Jösses….
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Was fĂŒr eine wundervolle Landschaft. Ich konnte mich gar nicht satt sehen.
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Dumm gelaufen… irgendwie.
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Baboons sind vielerorts im sĂŒdlichen Afrika eine wahre Plage. Auf der Safari und besonders in Huckepack-Pose sind sie einfach nur sĂŒss.
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Hallo Frau Löwe! Auch der Löwe zĂ€hlt zu den Big Five. *rĂ€usper* hĂ€tte ich den Sonnenuntergangsmodus an meiner Kamara vom Vorabend nicht noch aktiviert gehabt, wĂ€re das Bild vermutlich sogar scharf geworden 😏

Das war’s in KĂŒrze von unserer supertollen Intrepid-Tour. Weitere Berichte aus dem sĂŒdlichen Afrika folgen – stay tuned!

Safari zu den «BIG FIVE FOR LIFE» nach John Strelecky

Das vergangene Wochenende stand voll und ganz im Zeichen meiner persönlichen HerzenswĂŒnsche. Diese waren mir zu Beginn des Wochenendes selbst noch höchstens ansatzweise bekannt. Doch dies sollte sich bald Ă€ndern, denn das Ziel der drei Ă€usserst intensiven und dennoch wunderbar inspirierenden Seminartage an der ZĂŒrcher GoldkĂŒste war es, die eigenen HerzenswĂŒnsche zu erkennen und sich ihnen anzunĂ€hern. Schritt fĂŒr Schritt.

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Es gibt schlimmere Locations, um sich mit spannenden Lebensfragen auseinanderzusetzen. (EPI Park, ZĂŒrich.)

Wie es dazu kam

Im FrĂŒhling, ich war gerade auf der Suche nach einem passenden Geburtstags-Geschenk fĂŒr meine Afrika begeisterte Freundin, bin ich auf das Buch Safari des Lebens von John Strelecky gestossen. „Das ist es!“ dachte ich, „das ist das perfekte Geschenk.“ Hoch motiviert verliess ich damals den Buchladen, setzte mich zu Hause gleich hin und las das BĂŒchlein fast in einem Zug durch.
Ich fand die Geschichte zwar ganz nett, aber als Geburtstagsgeschenk fĂŒr meine Freundin dann irgendwie doch nicht ĂŒberzeugend genug. Die Frage nach dem Warum kann ich heute, eine Woche nach meiner Teilnahme am «BIG FIVE FOR LIFE»-Seminar, nicht mehr plausibel beantworten. Aber egal, damals war damals und damals passte es eben nicht. Ein alternatives Geschenk musste her und zwar dringend. Ich krempelte also meine Ärmel hoch und bastelte eigenhĂ€ndig eine „Geburtstagskarte Deluxe“ mit Safari-Feeling – guckt da: 🙂

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Nun aber zurĂŒck zu John Strelecky und seiner einzigartigen Interpretation von Safari des Lebens und den «Big Five for Life».

Im SpĂ€tsommer war mir der Lesestoff ausgegangen und so schnappte ich mir kurzerhand John Streleckys neuesten Streich, das Buch Wiedersehen im CafĂ© am Rande der Welt aus dem Bestseller-Regal bei Orell FĂŒssli. Das Buch handelt von einer jungen Workaholikerin, die vor lauter tun und lassen, was andere von ihr erwarten, ihre eigenen Ziele und WĂŒnsche aus den Augen verloren hat. Im CafĂ© trifft sie John, der sogleich zu ihrem Mentor wird und ihr dabei hilft, sich auf das, was wirklich zĂ€hlt zu besinnen.

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Die beiden Werke von John Strelecky, die ich mir bisher zu GemĂŒte fĂŒhrte.

Die Geschichte wird absolut schnörkellos erzĂ€hlt, ist daher fĂŒr jedermann leicht lesbar und durchaus inspirierend. Das Spannendste am ganzen Buch erwartete mich jedoch auf der letzten Seite, auf Seite 284. Hier entnahm ich nĂ€mlich den Hinweis auf Streleckys Seminar-Reihe «BIG FIVE FOR LIFE», welche direkt an seine BĂŒcher anknĂŒpft.
Neugierig rief ich die aufgefĂŒhrte Webseite auf und fand bald heraus, dass fĂŒr Ende Oktober ein erstes Seminar-Weekend in der Schweiz angeboten wurde. Die Ausschreibung und die online verfĂŒgbaren Schnupperlektionen ĂŒberzeugten mich schliesslich und **ZACK** war ich auch schon fĂŒr’s allererste «BIG FIVE FOR LIFE»-Seminar in der Schweiz eingeschrieben. ((an dieser Stelle bitte einen Trommelwirbel vorstellen))

Mit dem ❀ Herzen sieht und hört man am besten

Zusammen mit 15 weiteren Abenteurern startete ich also die Safari zu meinen ganz persönlichen HerzenswĂŒnschen, meinen «Big Five for Life» ❀
Unsere Reisebegleiter waren Brigitte Baumberger* und AndrĂ© Tietz – zwei Ă€usserst sympathische Menschen, die das Herz definitiv am rechten Fleck haben ((hier bitte einen herzlichen Applaus vorstellen)).

An den WĂ€nden des Seminarraums hatten Brigitte und AndrĂ© diverse Botschaften angebracht, die zum Nachdenken anregten. Auf mich hat das Plakat mit der „Sterbebett-Perspektive“ am stĂ€rksten gewirkt:

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P.S. nein, ich habe nicht vor, schon in 30 Jahren hier abzutreten 😉

Oder anders gefragt: Was wĂŒrde ich irgendwann bereuen und mich fragen:

„Ey, du langweiliges Luder, warum hast du eigentlich damals, in deinen besten Jahren, dieses oder jenes nicht gemacht? WA-RUM. hast. du. es. nicht. einfach. ge-macht, hĂ€?“

Brigitte und AndrĂ© haben uns mit wunderbar banalen Aufgaben auf die Reise zu unseren HerzenswĂŒnschen geschickt und uns dabei kompetent begleitet. Im Wesentlichen ging es darum, anhand einfachster Fragestellungen hĂ€ppchenweise unsere persönlichen Vorlieben zu ergrĂŒnden:

  • Warum zieht es uns an gewisse Orte oder in gewisse GeschĂ€fte immer wieder hin?
  • Warum schauen wir Romanzen (oder eben Krimis) am TV?
  • und, und, und….

Gerade weil die Aufgaben in ihrer BanalitĂ€t fast schon lĂ€cherlich anmuteten, rieten unsere Reisebegleiter uns immer wieder, die einzelnen Aufgabenstellungen nicht zu hinterfragen, sondern einfach dem Prozess zu vertrauen – „Trust the Process“, um es in den Worten von John Strelecky auszudrĂŒcken.

Reich und glĂŒcklich

Persönlich hat mich die Reich-und-GlĂŒcklich-Matrix wach gerĂŒttelt. In dieser Aufgabe ging es darum, unsere Alltags-TĂ€tigkeiten in den KĂ€stchen 1 bis 9 einzuordnen.

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Anhand eines kleinen Beispiels aus meiner eigenen Aufgaben-Schublade möchte ich das Prinzip der Matrix kurz erlÀutern.

Beispiel: Das BĂŒgeln von Hemden und Blusen muss ich eindeutig dem KĂ€stchen 8 zuordnen: bĂŒgeln kostet mich zwar nichts (ausser Nerven, herrje), aber ich HASSE es zu bĂŒgeln. BĂŒgeln macht mich ĂŒberhaupt nicht glĂŒcklich. Nun lohnt sich natĂŒrlich die Frage, ob ich denn irgendetwas an dieser Situation verĂ€ndern könnte. Klar könnte ich!  Ich könnte eine BĂŒgelfrau engagieren und damit eine Verschiebung der ungeliebten TĂ€tigkeit ins KĂ€stchen 1 erwirken. Die Frage ist, ob ich bereit bin, zur Erreichung der vollkommenen Happyness in diesem Beispiel Geld auszugeben.

NatĂŒrlich gilt es im Leben wesentlich kniffligere Aufgaben zu bewĂ€ltigen, als das BĂŒgeln von Hemden und Blusen. Bei den wirklich zentralen Aufgaben unseres Wesens lohnt sich eine sorgfĂ€ltige Evaluation. Die Reich-und-GlĂŒcklich-Matrix wird hier zur Schaltzentrale mit komplett flexiblen Reglern, womit sich die fĂŒr uns stimmigen Nuancen je Szenario bequem einstellen lassen.

Ich kann diese Art der Reflexion wirklich jedem ans Herz legen. Was fĂŒr eine Bereicherung, sich mal in aller Ehrlichkeit bewusst zu machen, wieviel Zeit unseres kostbaren Lebens wir letztlich fĂŒr Dinge aufwenden, fĂŒr die wir nicht brennen. Heiliger Bimbam, ey!

HerzenswĂŒnsche leben

Eine passende Bereicherung des Seminars war der Film Mit Herz und Hand mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle. Der Film spielt in den sechziger Jahren und erzĂ€hlt die wahre Geschichte des NeuseelĂ€nders Burt Munro, dessen Herzenswunsch es war, mit seiner wĂ€hrend 25 Jahren selbst „gebastelten“ Indian die legendĂ€re Bonneville Speed Week zu rocken. Die Reise von seiner Heimat Neuseeland nach Utah, USA verlief nicht ohne Komplikationen und erforderte eine tĂŒchtige Portion an Improvisation – sowohl von Burt, als auch von seinem Umfeld. Doch Burts eiserner Wille war stĂ€rker als jedes vermeintliche Hindernis…
Ich hatte den  Film zuvor noch nie gesehen. Die Geschichte berĂŒhrte mich, keine Frage. Und sie entlockte mir Erinnerungen an meine eigene Zeit, die ich vor einigen Jahren am und um den grossen Salzsee bei Bonneville erlebte. Leider habe ich damals noch nicht gebloggt und kann an dieser Stelle daher keine Geschichte aus meinem Anekdoten-Fundus anbieten 😉

Auch Udo JĂŒrgens‘ Ich war noch niemals in New York erhielt seinen verdienten Platz in unserem «Big Five For Life»-Seminar. Hinter diesem Song verbirgt sich eine meiner persönlichen Lieblings-Anekdoten. Witzig ist insbesondere, dass ich den Entschluss, endlich mal selbst nach New York zu reisen, damals mitten im namibischen Outback und damit quasi direkt bei den „wahren Big Five“ in Afrika gefasst hatte. Mehr dazu im Artikel Milchstrasse vs. Time Square: Vom afrikanischen Lagerfeuer an den Time Square in New York.

The «Big Five for Life»

Zugegeben, ich bin in der Erwartung in das Seminar gestartet, dass ich am Ende des dritten Tages, konkrete Ziele benennen kann, wie z.B, „ich will den Kilimandscharo besteigen“ oder „ich will in meinem Leben drei Kinder gebĂ€ren“. SpĂ€testens im Verlaufe des zweiten Tages wurde mir aber klar, dass  es gar nicht darum geht, seine HerzenswĂŒnsche bis aufs i-TĂŒpfelchen prĂ€zise und konkret formulieren zu können. «Big Five for Life» nach John Strelecky lĂ€sst totale Freiheit zu – auch was die Flughöhe und die Formulierung betrifft. Wichtig ist am Ende nur, dass man sich in seinen HerzenswĂŒnschen selbst wiederfindet und ihnen einen gebĂŒhrenden Platz im Leben zugestehst.

In diesem Sinne: do it đŸ’ȘđŸ»Â or donutÂ đŸ©

* Mehr Infos zu Brigitte Baumberger und den «BIG FIVE FOR LIFE»-Seminaren in der Schweiz gibt es auf der Webseite von Baumberger Coaching

Bike-Safari durch Namibia

Die Bike-Safari durch Namibia zĂ€hlt definitiv zu meinen ganz besonderen Reise-Leckerbissen. Vor exakt zwei Jahren strampelte ich tatsĂ€chlich mit sieben weiteren Mountainbike-Enthusiasten durch die rote Erde SĂŒdwestafrikas, wie Namibia bis zu seiner UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1990 genannt wurde. Ich schreibe diesen Artikel heute in Erinnerung an eine unvergessliche Zeit im afrikanische Outback.

Die Reise im Überblick

Überblick Reisekarte Namibia
Überblick Reisekarte (Bild-Quelle: Bike-Adventure-Tours.ch)

Auf den schwarzen Strecken (siehe Karte) wurden unsere Bikes konfortabel mit dem Offroad-AnhÀnger transportiert.

Toyota Landcruiser mit Bike-AnhÀnger im Outback Namibia
Unser Begleitfahrzeug: ein Toyota Landcruiser mit Offroad Bike-AnhÀnger.

Bike-AnhÀnger im Outback Namibia

Aber hey, auf den roten Strecken kÀmpften wir uns tapfer und geduldig durch die staubigen namibischen Sand- und Wellblechpisten.

Bike-Gruppe macht Pause in der WĂŒste, Namibia
Findet doedel 😉

Bikes liegen im Sand in der WĂŒste Namibias

Bike-Tour Richtung Sonnenuntergang bei Spitzkoppe in Namibia
Dem Sonnenuntergang entgegen. (Bild: T. Pfenninger)
Bike-Gruppe macht Pause mit wundervoller Weitsicht
Ein PĂ€uschen in Ehren, kann niemand verwehren 😉
Bike-Gruppe berĂ€t sich in der WĂŒste Namibias
Stundenlanges Strampeln durch endlose Weite hat eine durchaus reinigende Wirkung auf den Geist. (Bild: T. Pfenninger)

Bike-Gruppe berÀt sich mitten im namibischen OutbackBiker stieben auf einer Sandpiste in Namibia davon

Sossusvlei: Sandkasten Deluxe

Ein erstes Highlight erreichten wir gleich zu Beginn unserer Reise: das Sossusvlei. Dabei handelt es sich um eine von roten SanddĂŒnen umringte Salzpfanne („vlei“) in Mitten der WĂŒste Namib. Die DĂŒnen – Big Daddy, Big Mama und wie sie alle heissen – entstanden vor ĂŒber 5 Millionen Jahren und sind mit ihren bis zu 300 Metern Höhe die mĂ€chtigsten DĂŒnen der Welt. Ich konnte mich gar nicht sattsehen.

Sossusvlei in Namibia
Das Sossusvlei gehört seit 2013 zum UNESCO Welterbe. Absolut berechtigt, wie ich meine.

Am nĂ€chsten Morgen ging es bereits in aller HerrgottsfrĂŒhe los. Ziel war, pĂŒnktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel von DĂŒne 45 zu erklimmen, um das atemberaubende Farbenspektakel, das hier mit den allerersten Sonnenstrahlen seinen Lauf nimmt zu geniessen. Der Aufstieg durch den tiefen Sand erwies sich als knifflige Herausforderung, nach dem Motto „ein Schritt vor und zwei zurĂŒck“ 🙂  aber wenn man erst mal oben steht, tief durchatmet und das prĂ€chtige WĂŒsten-Panorama regelrecht in sich aufsaugt, sind die tollpatschigen Tritte schnell vergessen.

„Der Downhill zu Fuss ist fast so schön wie fliegen.“, steht im Reiseprogramm von Bike Adventure Tours. Da ist durchaus etwas Wahres dran, denn wenn man einmal einen Schritt talwĂ€rts angesetzt hatte, gab es kein ZurĂŒck, kein Halten mehr. Und das war auch gut so. Denn unten wartete ein famoses Outdoor-FrĂŒhstĂŒck auf unsere knurrenden MĂ€gen.

Downhill Race der Bike-Gruppe von DĂŒne 45
Downhill Race: fast so schön wie fliegen…

Safari im Etosha-Nationalpark

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, den Etosha-Nationalpark erkundet man clevererweise nicht per Bike. 🙂 Stattdessen chauffierte uns Roger, unser Tour-Guide, im sicheren Offroader kreuz und quer durch den Park.

Ich hatte auf frĂŒheren Reisen bereits Safaris durch den Tsavo-East-Nationalpark in Kenia und den KrĂŒger-Nationalpark in SĂŒdafrika unternommen und hatte – im Gegensatz zu den meisten anderen Mitglieder unserer Reisegruppe – also bereits eine konkrete Vorstellung, wie sich eine Safari in Afrika in etwa anfĂŒhlte. Aber ich muss schon sagen, Etosha hat auch mich aus den Socken gehauen (also sofern ich denn welche getragen hĂ€tte). Die knapp 5’000 Quadratkilometer grosse Salzpfanne verpasst dem Park eine einzigartige Note – ich war hin und weg! Aber lassen wir doch die Bilder sprechen:

Liegendes Löwenpaar im Etosha Nationalpark, Namibia
The Lion is King.
Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Ein Kollege unserer Gruppe hÀlt einen besonders rELEFANTen Moment am Wasserloch fest.
Giraffen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
Hofknicks Giraffen-Style. (Bild: T. Pfenninger)
Zwei Elefanten im Etosha-Nationalpark, Namibia
ein besonders rELEFANTes Bild.
Oryx-Antilopen im Etosha-Nationalpark, Namibia
Oryx-Antilopen (Namibisches Wappentier)
Ein stehendes ErdmÀnnlein
Ein Edel- Àh ErdmÀnnlein
Imposante Weber-Vogel-Nester im Outback Namibias
Vogelnestli African Style 😉
Giraffen und Zebras am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Idylle am Wasserloch
Giraffe und Löwen am Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Es ist angerichtet… o-oooohhhh…
Elefanten am Wasserloch im Etosha-Nationalpark, Namibia
noch ein rELEFANTes Bild.
Giraffe und Oryx-Antilopen beim Sonnenuntergang im Etosha-Nationalpark, Namibia
(Bild: T. Pfenninger / Bildidee: by doedel ;-))
Giraffen und Zebras im Etosha-Nationalpark, Namibia
Voll im Trend: der anymal print
Elefanten und Zebras von hinten
Wir Touris gehen denen gerade sowas von am A**** vorbei 😉
Löwenpaar nur wenige Meter von Auto enfernt im Etosha-Nationalpark
Darf ich vorstellen: Herr und Frau Löwe.
Giraffe steht neben krummen Baum im Etosha-Nationalpark, Namibia
Die Tiere (hier eine Giraffe) passen sich der Landschaft an.
Elefantenherde nÀhert sich dem Wasserloch im Etosha-Nationalpark
Elefantenherde nÀhert sich einem Wasserloch

Weitere Impressionen findet ihr ĂŒbrigens im Artikel Impressionen meiner Bike-Safari durch Namibia

Lagerfeuer-Romantik

Unvergesslich geblieben sind auch die friedvollen Übernachtungen mitten im afrikanischen Outback.

Camping im Outback Namibias
Outback-Romantik vom Feinsten ❀
Spuren im Sand. Darunter auch Elefanten-Spuren.
„Stell dein Zelt am besten hier auf“, haben sie gesagt. „Sind das Elefanten-Spuren?“ habe ich gefragt. „Ja“, haben sie gesagt.
Spuren im Sand… auch ein Elefanten-Schuh ist dabei….

Und eines schönen Abends, wir sassen gerade gemĂŒtlich am Lagerfeuer, da stellten wir uns in der Gruppe die Frage, was denn nun eigentlich grandioser sei: die dezent funkelnden SterneÂ ĂŒber dem namibischen WĂŒstenhimmel oder das aufregende Lichterspektakel am Time Square in New York. Das Fazit der Diskussion verrate ich hier: Milchstrasse gegen Time Square 😉

Soviel ist klar: ich freue mich bereits auf mein nĂ€chstes afrikanische Abenteuer. Auf meiner Bucketlist stehen unter anderem das Okavango-Delta und der Ngorongoro-Krater…

Wie geht es euch? Habt ihr auch AfricanDreams?

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Impressionen meiner Bike-Safari durch Namibia

Das Jahr 2015 war ein besonderes Jahr fĂŒr mich. Warum und weshalb verrate ich hier.

Hier ein paar Impressionen zu einem meiner ganz besonderen Reise-Leckerbissen. Per Bike gings im September 2015 quer durch Namibia.

NatĂŒrlich gibts auch jede Menge Geschichten zu den Bildern. Es sind eindrĂŒckliche Geschichten. Witzige Geschichten. VerblĂŒffende Geschichten. Es sind Geschichten, die mich geprĂ€gt haben und fĂŒr die ich mein Leben lang dankbar sein werde. ❀ Stay tuned.

Verwandter Artikel: Bike-Safari durch Namibia

Im Anschluss an diese Bike-Safari gönnte ich mir noch ein paar Tage in der Two-Oceans-Metropole Kapstadt.

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/September 2015