Reif fĂŒr die Insel. Welche ist egal. Oder doch nicht?

Es war an einem Sonntagvormittag Anfang November 2016. Nebst den PrĂ€sidentschaftswahlen in den USA stand auch die Adventszeit quasi vor der TĂŒr und die ersten Einladungen fĂŒr WeihnachtsanlĂ€sse flatterten ins Haus. Ich  sass mit meinem besten Freund gemĂŒtlich beim Brunch, als wir gemeinsam feststellten, dass wir unseren Körpern eigentlich viel lieber den Luxus von Ruhe und Bewegung an der frischen Luft gönnen wollten, als sie der drohenden Hektik und Völlerei auszusetzen. Biken wĂ€re toll. Beispielsweise. Es war ein prickelnder Gedanke, den wir auf jeden Fall noch mindestens eine Runde weiterdenken wollten. Nach zwei, drei NĂ€chten darĂŒber schlafen stand unser Entschluss schliesslich fest: ja, wir wollten weg.

Uns war bewusst, dass die Weihnachtszeit eine beliebte Reise-Saison ist und wir uns entsprechend zĂŒgig fĂŒr eine Destination entscheiden sowie FlĂŒge und Unterkunft buchen sollten, um am Ende nicht doch noch besinnlich unter dem Tannenbaum zu landen. Also machten wir uns sofort an die Arbeit und surften fleissig durch das Internet. Relativ rasch stiessen wir dabei auf Lanzarote. Die Kanaren-Insel wurde uns als regelrechtes Mekka fĂŒr Bike-Enthusiasten angepriesen. Das klang toll. „Au ja, das ist es!“, riefen wir wie aus einem Munde, „…und ich kann gleichzeitig mein  Spanisch weiter vertiefen, juhui!“, fĂŒgte ich euphorisch hinzu.

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Wir teilten uns die erforderlichen Buchungen gerecht unter einander auf. WĂ€hrend ich mich schnurstracks um die FlĂŒge und die Unterkunft bemĂŒhte, kĂŒmmerte sich mein Freund voller Elan um die Bikes und einen Mietwagen. Nachdem alle Buchungen und Reservationen getĂ€tigt waren und damit unser Gesamt-Paket unter Dach und Fach schien,  stiessen wir voller Vorfreude mit einem Glas Cava auf unseren Coup an. Den klitzekleinen FlĂŒchtigkeitsfehler der sich in unserem Buchungsprozedere eingeschlichen hatte, bemerkten wir erst spĂ€ter. Viel spĂ€ter. Eigentlich zu spĂ€t. Oder auch nicht. Aber eins nach dem anderen…

In den folgenden Wochen vor der Abreise durchlebten wir beide geschĂ€ftlich eine regelrechte Jahresend-Rally. Projekte und Tasks prasselten auf uns nieder, als obs kein Morgen, als obs kein 2017 gĂ€be und so waren wir am vierten Advents-Wochenende schliesslich mehr als nur reif fĂŒr die Insel. Die letzten E-Mails waren beantwortet, die Ferienvertretungen geklĂ€rt, die Taschen gepackt. Nun konnte nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. Dachte ich…

Am Abend vor dem Abflug nach Arrecife/Lanzarote leitete mir mein Freund noch die BestĂ€tigung der Mietwagen-Reservation weiter, die bereits seit Wochen in seinem E-Mail Postfach vor sich hin schlummerte. „Damit du dann morgen auf der Insel auch Bescheid weisst…“ notierte er salopp dazu und schloss die Nachricht mit einem gutgelaunten Smiley. Ich setzte mich an meine KĂŒchenbar, nippte an einem Pfefferminztee und scrollte mich durch das Anschreiben des Mietwagen-Anbieters. Dabei stolperte ich ĂŒber die Worte Reina SofĂ­a. „Oh?!“, schoss es mir spontan durch den Kopf, „ich wusste gar nicht, dass der Flughafen von Arrecife auf Lanzarote gleich heisst, wie derjenige auf der Schwesterinsel Teneriffa…“. Ich war bereits zwei mal auf Teneriffa (mehr dazu gibt’s ĂŒbrigens im Artikel Die Kraft des Atlantiks oder wie man zufĂ€llig einen Halbmarathon lĂ€uft) und kenne den Flughafen dort daher ziemlich gut. Neugierig geworden zoomte ich in die entsprechende Passage des E-Mails hinein und realisierte allmĂ€hlich, dass die FlughĂ€fen der beiden Kanareninseln NICHT gleich hiessen. Sofort rief ich meinen Freund an. Bestimmt hatte er die BestĂ€tigungsmail fies manipuliert, um meine Aufmerksamkeit zu testen – zuzutrauen wĂ€r’s ihm ja! Doch sein Gestotter verriet mir, dass es kein Fake war. Nein, unser Auto wĂŒrde morgen um 16.00 Uhr tatsĂ€chlich auf Teneriffa fĂŒr uns bereitstehen, wĂ€hrend unsere Taschen 400 Kilometer weiter westlich auf Lanzarote ĂŒber das Kofferband tuckerten. Heiliger Bimbam!

Nachdem der erste Schreck verdaut war, machte mein Freund das einzige, was er in dieser Situation tun konnte: er stornierte die Reservation auf Teneriffa und setzte gleichzeitig eine Anfrage an die Filiale auf Lanzarote ab. Im Vertrauen darauf, dass am Ende eh immer alles gut wird und es vor Ort dann bestimmt irgendeine Lösung geben wĂŒrde, schlummerte ich schliesslich selig dem herbeigesehnten Abreisetag entgegen.

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Auf dem Weg zum Flughafen und am Gate checkte mein Freund im 10-Minuten-Takt seine E-Mails. Doch die erhoffte ReservationsbestĂ€tigung blieb aus. Dann hiess es schliesslich „Fasten Your Seatbelts“ und unsere Smartphones fielen fĂŒr die nĂ€chsten 4 Stunden in ihren wohlverdienten Dornröschenschlaf.

Nachdem wir unsere Taschen vom Kofferband geschnappt hatten, stellten wir uns mit leicht mulmigem BauchgefĂŒhl beim Autovermieter an die Theke. Ein sympathischer junger Mann, mit zimtfarbenem Teint und strahelndweissen ZĂ€hnen lĂ€chelte uns entgegen. Auf seiner linken Brust war ein Schild. „Pedro“ stand darauf. Pedro hiess uns auf Lanzarote willkommen und fragte, was er fĂŒr uns tun könne. Ich hörte, wie mein Freund ihm – ebenfalls sehr freundlich, aber bestimmt  – erklĂ€rte, dass wir gestern eine Reservationsanfrage eingereicht hĂ€tten, bis jetzt jedoch noch keine Antwort erhalten hĂ€tten. Augenblicklich zogen sich die Lachfalten um Pedros Mundwinkel zurĂŒck, um Sekunden spĂ€ter auf seiner Stirn in Form von Sorgenfalten wieder aufzutauchen. Pedro versicherte uns, wie unangenehm ihm die Angelegenheit sei. Dezent murmelte er, dass 24 Stunden vor Ankunft zwar schon etwas knapp seien fĂŒr eine Reservation, aber dass wir dennoch lĂ€ngst eine Antwort auf unsere Anfrage hĂ€tten erhalten mĂŒssen. Er entschuldigte sich mehrmals in aller Form und klickte gleichzeitig nervös in seinem Computer herum. WĂ€hrend mein Freund – seinen rechten Ellbogen lĂ€ssig auf der Theke abgestĂŒtzt – sich seine Emotionen nicht anmerken liess, stand ich mit ersten Anzeichen von Schnappatmung daneben. „Aber… Moment… das ist doch nur die halbe Geschichte… also höchstens… herrje…“ stammelte ich innerlich vor mich hin. Pedro tat mir leid. Er war doch nicht Schuld an unserer Misere. Ich nahm einen tiefen Atemzug und wollte schlichtend in das Geschehen eingreifen. In diesem Moment zog Pedro einen SchlĂŒssel aus der Schublade, begann mit dem AusfĂŒllen eines Formulars und entschuldigte sich erneut fĂŒr die Unannehmlichkeiten. Ja, es war nur die halbe Geschichte, die mein Freund da von sich gab, aber es war verdammt noch mal die richtige HĂ€lfte. Und so stand ich einfach nur perplex wie Babsi daneben und entschloss mich, das zu tun, was ich am besten kann: Klappe halten!

Kurze Zeit spĂ€ter sassen wir in einem weissen Opel Corsa mit FahrradtrĂ€ger am Heck (es war ĂŒbrigens der einzige Wagen mit FahrradtrĂ€ger in der ganzen Garage), gaben die Adresse des Hotels ins Navi ein und quitschten kurz darauf los in Richtung Costa Teguise.
Nach gut 20 Minuten Fahrt strandeten wir in einer Sackgasse. Das Navi behauptete steif und fest, dass wir hier unser Ziel erreicht hĂ€tten. Doch hier gab es kein Hotel – weit und breit nicht. „Fahr da rein!“ wies ich meinen Freund an, „dort vorn ist bestimmt die Einfahrt zum Hotel, siehst du?“ – „Ich kann doch da unmöglich reinfahren! Das ist die Strand-Promenade. Sieh nur die vielen Leute!“ – „Ach, jetzt fahr halt mal die zwanig Meter vor, dann sehen wir, ob das dort tatsĂ€chlich die Hoteleinfahrt ist.“ Ich mag MĂ€nner, die in brenzligen Situationen einfach tun, was man von ihnen verlangt, ohne langes Tamtam. Und so holperte unser Corsa auch schon zielstrebig ĂŒber die Pflastersteine…
Wir schafften nicht mal die vorgenommenen 20 Meter, da ertönte auch schon  eine schrille Sirene und im RĂŒckspiegel erblickten wir das rotierende Blaulicht eines Streifenwagens. „Das macht dann 40 Euros, por favor!“ gab uns der Polizeibeamte – in scharfem Tonfall zwar, aber mit einem charmanten Grinsen im Gesicht – zu verstehen. Die Costa Teguise hat echt einiges zu bieten, aber in dem Moment waren wir hier die Hauptattraktion. Die FussgĂ€nger zeigten auf  unseren Corsa, schĂŒttelten den Kopf oder hielten sich den Bauch vor lachen. Einige taten sogar alles gleichzeitig. FĂŒr mich fĂŒhlte sich das gerade wie die gerechte Strafe fĂŒr unser nicht ganz astreines Spiel beim Auto-Vermieter an. Nun waren wir aber quitt, ey!
WĂ€hrendem wir unsere Euros hervorkramten erklĂ€rten wir dem Polizisten, dass wir gerade vom Flughafen kĂ€men und unser Navi der Meinung sei, dass da vorne unser Hotel, das BarcelĂł, stĂŒnde. Der Polizist kassierte und bot uns dann an, uns zum Hotel zu lotsen. Wir sollten einfach hinter ihm herfahren. Die Zufahrt zum Hotel war in der Tat etwas verwinkelt. Wir wĂ€ren da definitiv noch lange herumgeirrt. Die 40 Euros waren am Ende jedenfalls gut investiertes Geld. 😉

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Unter dem Strich kam mir dieses Valencia alles andere als spanisch vor.

Seit ich denken kann liebe ich die spanische Sprache und dieser Zustand hat sich mit meiner ganz persönlichen Liaison zu Barcelona in den letzten paar Jahren noch zusĂ€tzlich verstĂ€rkt. Doch meine Begeisterung, hier in der Schweiz einmal pro Woche fĂŒr zwei Lektionen die Schulbank zu drĂŒcken, hielt sich stets in Grenzen und so schob ich das Projekt „aprender español“ (spanisch lernen) immer wieder vor mich hin (mañana, mañana…). Ich vertraute stets darauf, dass der richtige Moment irgendwann schon noch kommen wĂŒrde, in dem ich mich dazu aufraffen könnte, einen Sprachkurs zu belegen. Trotzdem notierte ich den Vorsatz sicherheitshalber sorgfĂ€ltig auf meiner Bucketlist.

Der richtige Zeitpunkt kam schliesslich im vergangenen August… weiter gehts in meinem Gastbeitrag im Boa Lingua-Blog 😉

Best of Valencia Tweets

NatĂŒrlich habe ich wĂ€hrend meinem Aufenthalt in Valencia ab und zu getwittert. Hier ein paar Kostproben 😉

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Impressionen von Valencia

The Winner Takes it All, den Andalusiern ists egal

Um es gleich vorweg zu nehmen: der spontan möglicherweise etwas provokant anmutende Titel dieses Blogposts ist aus Sicht der Andalusier absolut im positiven Sinne zu verstehen. Zehn Tage an der Costa del Sol genĂŒgten, um mir eine ganz fette Scheibe vom andalusischen Zauberkuchen abzuschneiden. Der Kuchen besteht aus kostbaren Zutaten wie Gelassenheit, Zufriedenheit, Herzlichkeit und einer grosszĂŒgigen Prise Charme.
„Kein Wunder, dass die so zufrieden sind. Die haben ja auch 320 Sonnentage pro Jahr“, könnte man da resĂŒmieren. Rein statistisch ist diese Aussage zwar korrekt, aber hey! letztlich bestimmt nicht die Sonne, die vom Himmel lacht, wieviel Licht wir in unseren Herzen zulassen. Ich jedenfalls knabbere noch heute genĂŒsslich an meinem andalusischen StĂŒck Kuchen.

Nun aber zur eigentlichen Geschichte, die meine Zeit in Andalusien zu einem Meilenstein in meinem Leben gemacht hat.

Obschon ich einige Punkte meiner damals in Barcelona skizzierten Strategie bereits tapfer in die Tat umgesetzt hatte, blieb ein Vorsatz zunĂ€chst hartnĂ€ckig auf der Pendenzenliste stehen. Jener nĂ€mlich, alleine ein Auto zu mieten und damit auf eigene Faust eine neue Gegend zu entdecken. In meinem alten Leben waren mein Mann und ich oft per Auto bzw. Camper unterwegs. Da mein Mann Chauffeur war, war es naheliegend, dass er in aller Regel am Steuer sass, wĂ€hrenddem ich mich nebenan auf dem BeifahrersitzÂ ĂŒber all die Jahre zur quirligen Entertainerin und zur Weltmeisterin im Kartenlesen entwickelte.

Meine Andalusien-Mission lautete also, ein Auto zu mieten und damit die Gegend unsicher zu machen. Nach ĂŒber drei Stunden in der Europcar-Schlange am Flughafen von MĂĄlaga, habe ich meinen Fiat500 endlich erhalten. ❀

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Mein 500er, aka „Erbse“ 😉

Als ich dann die Adresse meines Hotels im Navi eingeben wollte, stellte ich erstaunt fest, dass die auf dem Voucher aufgedruckte Strasse gemĂ€ss Navi nicht existierte. Ich beschloss daraufhin, einfach mal bis nach Marbella durchzufahren und dort nach dem Weg zu fragen. Und so stoppte ich bei der ersten Tankstelle nach dem Ortsschild von Marbella, hielt dem braungebrannten Spanier an der Kasse meinen Hotel-Voucher unter die Nase, legte mein charmantestes Sonntags-LĂ€cheln auf und zog gleichzeitig die Achseln bis zu den Ohren. Der Mann kapierte sofort und so erfuhr ich, dass ich bereits auf der richtigen Strasse war (Bingo!). Allerdings auf der falschen Seite und ca. zwei Kilometer zu östlich. „Easy!“, dachte ich bei mir, „Strassenseite wechseln kriege ich hin, wĂ€r‘ ja gelacht, ey!“.

Motiviert verliess ich also den Tankstellenshop und verschaffte mir als erstes einen Überblick. Wieviele Spuren hatte diese Strasse denn eigentlich von der der Tankstellenmann behauptete, dass es die richtige sei? Eine, zwei, drei… pro Richtung, wohlverstanden (meine Fresse!). Ich setzte mich in meinen 500er und war entschlossen, zwei bis drei Kilometer in westliche Richtung weiterzufahren, um dann irgendwie die Seite zu wechseln. NatĂŒrlich kam nach drei Kilometern keine Bitte-Wenden-Ausfahrt. Auch nach vier, fĂŒnf und sechs Kilometern nicht.  So verliess ich die Autostrasse halt einfach bei der ersten Gelegenheit, die sich mir bot. Unnötig zu erwĂ€hnen, dass ich den Überblick zu dem Zeitpunkt lĂ€ngst verloren hatte (Herrje!).
Ein Plan B musste her und zwar schnell. Et voilĂ : Ich wĂŒrde uns (also fĂŒr die Erbse und mich) ein Taxi rufen. Das mag jetzt bescheuert klingen, ist aber eigentlich ein ziemlich intelligenter Plan, auf den man zuerst mal kommen muss! 🙂 Das Taxi sollte HĂ€uptling spielen, voraus reiten und uns zwei Bleichgesichtern so den Weg zum Hotel weisen…

Ich war inzwischen auf dem Parkplatz eines Surfclubs gelandet. Ich stieg aus dem Wagen und kaum stand ich mit meinem hilflosen Taxi-Such-Blick auf dem Platz, kam auch schon ein knackiges, braungebranntes und von Sonnenöl glÀnzendes Sixpack auf mich zu. Er hiess Francisco und genau so sah er auch aus (hach!)!
Francisco strahlte ĂŒbers ganze Gesicht. Seine Augen leuchteten, als er fragte, ob und wie er mir denn helfen könne. „Oh… Ă€hm… hola… un momento… por favor… soy suiza…“, stammelte ich und kramte meinen Hotel-Voucher hervor. Francisco sah das Logo auf dem Papier und meinte, dass er bereits wisse, wo das Hotel sich befinde und er mir den Standort im Navi locker sogar ohne Adressangabe programmieren könne. FĂŒr einen Moment war ich skeptisch, doch dann sah ich auf das beeindruckende Sixpack in Franciscos funkelnde, braune Augen und vertraute ihm aus tiefem Herzen. Ich sollte es nicht bereuen…

Eine halbe Stunde spĂ€ter checkte ich im Hotel ein, bezog meinen knallorangen Bungalow und gönnte mir eine erfrischende Dusche. SpĂ€ter genoss ich den lauen Abend bei einem Glas Sangria an der Strandbar und war einfach nur dankbar (ĂŒbrigens: dankbar reimt sich auf Strandbar). Ich hatte es geschafft, war angekommen – nicht nur im Hotel 😉 Manchmal meint es das Schicksal eben verdammt gut mit mir…

In den darauffolgenden Tagen unternahm ich mit meiner Erbse einige sehr tolle Ausfahrten. VergnĂŒgt kurvten wir durch die berĂŒhmten „weissen Dörfer“ Andalusiens, machten Halt im romantisch-imposanten Ronda, im lieblichen Nerja, im stĂŒrmischen Gibraltar und liessen selbst das 260 km entfernte Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, nicht aus.

Wer weiss, vielleicht schreibe ich mal noch eine weitere Geschichte ĂŒber mein Self-Drive-Abenteuer an der Costa del Sol… aber natĂŒrlich nur, wenn ihr das mögt?!?? 🙂

Impressionen aus Andalusien

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/Mai 2014

BarceLOVEna, der Play-Button zu meinem neuen Leben

Das Reisen ist schon mein ganzes – naja, halbes – Leben meine grosse Leidenschaft. Ich liebe es, dem Alltag zu entfliehen und dabei neue LĂ€nder und Kulturen zu entdecken. Seit gut vier Jahren reise ich regelmĂ€ssig alleine, bzw. auf eigene Faust. Mehr dazu dann gerne in meinen kĂŒnftigen Postings.

In diesem Beitrag möchte ich ein paar HintergrĂŒnde darlegen, die zur starken AusprĂ€gung meiner Leidenschaft fĂŒrs Reisen generell und fĂŒrs Alleinreisen im speziellen gefĂŒhrt haben und welche Rolle Barcelona dabei spielt.

Mein altes Leben…

FrĂŒher, in meinem „alten Leben“, bereiste ich zusammen mit meinem Ehemann die Welt. Wir taten dies grossmehrheitlich per Camper. Quer durch Australien, Amerika, Kanada, Kenia, SĂŒdafrika, Skandinavien, Griechenland, Spanien, Italien, Grossbritannien, Frankreich, Österreich, Deutschland und natĂŒrlich die Schweiz. Wir waren oft mehrere Wochen am StĂŒck unterwegs und waren ein perfekt eingespieltes Team, sodass wir – zwei grossgewachsene Menschen, wohlverstanden – uns sogar auf kleinstem Raum stets bestens arrangieren konnten und uns nie in die Quere kamen.

Wenn wir nicht gerade irgendwo durch die grosse, weite Welt tuckerten, werkelten wir an unserem HĂ€uschen herum. Einem charmanten, ehemaligen Bauernhaus, Baujahr 1830, mit angebauter Scheune und viiiieeeeeel Umschwung. Jede freie Minute steckten mein Mann und ich in das Haus. Ich sprudelte nur so vor kreativen Ideen, was wir wo und wie noch optimieren oder umbauen könnten. Mein Mann war nicht nur ein verdammt geduldiger Zuhörer, sondern auch ein begnadeter Handwerker. Und so verwirklichten wir gemeinsam einige unglaublich tolle Bau-Projekte. HĂ€tte es den HeimwerkerKing damals schon gegeben, wir wĂ€ren die grössten Fans gewesen, wetten?! 🙂

Zum Millenium-Wechsel bereisten wir Australien: einmal rundherum und kreuz und quer durchs Outback lautete die Devise. Auf dieser Reise entdeckte ich eine weitere grosse Leidenschaft: Vögel. Exotische Vögel. Papageien und Kakadus, um genau zu sein. Stundenlang konnte ich rĂŒcklings auf dem Boden liegen, in den Himmel starren und dem fröhlichen Gezwitscher unserer gefiederten Wegbegleiter frönen.

Nach 27’000 staubigen Kilometern flogen wir schliesslich von Downunder nach Hause zurĂŒck. Und siehe da: zufĂ€llig hatte ein Kollege meines Mannes, ein VogelzĂŒchter, grad ein niedliches Nymphensittich-MĂ€nnlein zu vergeben. Wir zögerten, wollten auf keinen Fall ein Einzeltier und fĂŒr mehr fehlte uns zu dem Zeitpunkt definitiv der Mut. Nachdem uns der Kollege jedoch anbot, dass wir den Knirps bei Nichtpassen einfach wieder an ihn zurĂŒckgeben könnten, waren wir mit dem Deal einverstanden. Und natĂŒrlich wollten wir den sĂŒssen, kleinen Piepmatz nie wieder hergeben 😍 So kam es, dass wir eines Tages eine drollige, farbenfrohe kleine Vogelschar beherbergten. Ich liebte es, das muntere Treiben unserer Sittiche zu beobachten. Stun-den-lang.

TschĂŒss altes Leben

Im Herbst 2011 endete mein altes Leben. Zugegeben etwas abrupt, aber hey! lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. HintergrĂŒnde gehören nicht hierhin. Fakt ist, dass ich von einem Tag auf den anderen allein dastand: ohne Haus, ohne Vögel, ohne Mann… Das Einzige, was von meinen „alten“ Leidenschaften nicht per se abgehakt werden musste, war das Reisen und so sagte ich zu mir:“wenn du jetzt sogar das Reisen aufgibst, dann hast du verloren!“

Ich verliere nicht gerne und so flog ich am 29. Dezember 2011 kurzentschlossen einer Freundin nach Barcelona hinterher, die Weihnachten bei ihrer katalanischen Familie verbrachte.

Hallo Barcelona, hallo neues Leben!

Meine Freundin und ich feierten Silvester tanzend auf den Ramblas von Barcelona und ich wusste in dieser Nacht, dass der erste, kleine und doch ganz grosse Schritt in mein neues, völlig unabhĂ€ngiges, freies Leben geschafft war. Barcelona hat seither ĂŒbrigens einen fixen Platz auf meiner jĂ€hrlichen Reise-ToDo-Liste. Ehrensache, quasi ❀
Mehr zu Barcelona gibt’s ĂŒbrigens im Artikel 6 Tipps fĂŒr einen perfekten Tag in Barcelona.

Viele Leute wollten mir damals, in der Phase meines Neubeginns, Mut zusprechen, indem sie sagten, dass ich bestimmt wieder einen Partner finden wĂŒrde, mit dem ich tolle Reisen unternehmen wĂŒrde. Doch fĂŒr mich war stets klar, dass ich das eine auf keinen Fall vom anderen abhĂ€ngig machen durfte. Nein, ich wollte nicht DĂ€umchen drehend auf «Mister Right» warten, sondern meinen eigenen Weg gehen – ohne Wenn und Aber.

Es war eine sehr intensive Zeit damals und natĂŒrlich hatte ich deutlich mehr Fragen als Antworten im Kopf, wie mein Leben wohl weitergehen wird. Aber egal, jetzt hiess es primĂ€r mal einfach am Ball zu bleiben, mutige und realistische Schritte zu planen und umzusetzen – erhobenen Hauptes, den Blick stets nach vorn gerichtet…